Musterprozess – dbv unterstützt Position der UB Würzburg

Die Anwendung einer neuen Urheberrechtsregelung (Wiedergabe von Werken
an elektronischen Leseplätzen in Bibliotheken) durch die
Universitätsbibliothek Würzburg soll Grundlage eines Musterprozesses,
finanziert durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels, werden. Der
Deutsche Bibliotheksverband unterstützt die Auffassung der Bibliothek,
dass eine Digitalisierung und Bereitstellung eigener Bestände auf
bibliotheksinternen Leseplätzen für registrierte Nutzer ohne vorherige
Genehmigung durch den Verlag möglich sein muß.

Dies stellt der dbv in einer Pressemitteilung vom 04.03.09 klar.

Weiter Informationen zum Thema Musterprozess gegen die UB Würzburg bei ad-hoc-news.de, gulli.news.de und auch bei netbib.de.

Börsenverein geht gegen elektronische Lehrbuchsammlung vor

Im Dezember 2008 kündigte die Universitätsbibliothek Würzburg noch stolz einen neuen Service an:

Neues Urheberrecht und Studienbeiträge machen’s möglich: Die Universitätsbibliothek präsentiert ein völlig neues Angebot – eine selbst digitalisierte elektronische Lehrbuchsammlung (eLBS), ganz am Bedarf der Studierenden ausgerichtet.

Gegen diesen Service bereitet der Börsenverein nun einen Musterprozess vor. Geklärt werden soll die Frage, ob Bibliotheken vor der Digitalisierung eines Buches prüfen müssen, „ob der Verlag eine elektronische Lizenz zu angemessenen Bedingungen anbietet.“

[via Börsenblatt]

Sammlung Ponickau

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet über die Digitalisierung der Sammlung Ponickau. Das DFG-geförderte Projekt wird von der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Halle durchgeführt.

„Es handelt sich um eine bedeutende Sondersammlung der ULB, die aus der alten Wittenberger Universitätsbibliothek stammt“, erklärt Projektleiterin Dorothea Sommer, Vize-Direktorin der ULB.

Die ersten Digitalisate sind schon seit längerem online zugänglich, die Sammlung füllt sich nun sukzessive.

[via mz-web.de]

Handy-Bibliothek statt E-Books?

Wie Welt.de berichtet bietet Google eine Bibliothek für das Handy. Bei den angebotenen Titeln handelt es sich hauptsächlich um englischsprachige Werke.

Zugänglich ist die mobile Version der „Google Book Search“, die im Netz unter books.google.com residiert, über ein iPhone oder auch über das Smartphone G1, eine Eigenkreation der Kalifornier, die hierzulande in Kooperation mit T-Mobile vertrieben wird.

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Niklas Luhmann erklärt seinen Zettelkasten

Niklas Luhmann erklärt in einem Interview, wie sein berühmter Zettelkasten funktioniert. Es gibt verschiedene Versuche, solch einen Zettelkasten elektronisch nachzubilden. Einer ist Markus Krajewskis synapsen, ein anderer Daniel Lüdeckes Zettelkasten.

Würde Luhmann heute anfangen, seine Gedanken und Fundstücke zu ordnen, würde er sich vermutlich an einen Computer setzen und diese oder ähnliche Programme nutzen. Prinzipiell ist diese Art der Sammlung auch mit fast jedem Literaturverwaltungsprogramm möglich. Auch Wikis lassen sich als Zettelkasten einsetzen. Spannende Gedanken zu diesem Thema notierte Johannes Moskaliuk in seinem Blog. Ob man Luhmanns Zettelkasten in näherer Zukunft in ein Wiki übertragen wird, ist eher zweifelhaft. Erst vor ein paar Monaten schrieb Die Welt:

Und dann kommt der Zettelkasten. Kieserling ist begeistert: „Man kann lange Passagen daraus im Zusammenhang lesen.“ Er soll komplett abgeschrieben werden und vielleicht auf CD-ROM erscheinen.

Von der CD-ROM zum Wiki ist es ein weiter Weg…

Bei Youtube gibt es übrigens noch zahlreiche Interviews mit und über Luhmann.

"Spezialsammlungen digital"

Die Spezialsammlungen der ETH Bibliothek Zürich verfügen über wertvolle alte Drucke, Bilder und Karten, Archive und Nachlässe. Das Weblog „Spezialsammlungen digital“ beschreibt Highlights aus diesen Beständen, ist aber noch in der Testphase.

[Vielen Dank an Roland Lüthi für den Hinweis]

10. Sun Summit Bibliotheken: Digitalisieren, Archivieren, Publizieren

Am 18. und 19. März 2009 findet an der Uni Kassel das 10. Sun Summit Bibliotheken zum Thema „Digitalisieren, Archivieren, Publizieren“ statt. Kleine Auswahl aus dem wirklich interessanten Programm:

  • Helge Steenweg: Digitalisierung im bibliothekarischen Alltag abseits von Förderprojekten
  • Manfred Thaller: Langzeitarchivierung zwischen Planung und technischer Praxis
  • Volker Conradt: Aggregation, Archivierung und Aufbereitung elektronischer Ressourcen am Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg
  • Sabine Thänert: Archivierung, Verknüpfung und Präsentation komplexer Forschungsmaterialien: Bibliotheken und Archive am Deutschen Archäologischen Institut

Da unter anderem auch Anne Christensen und Jakob Voss zu den Referenten gehören, wird vermutlich auch konferenzgebloggt?

KMK "enteignet" angeblich Autoren

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Hochschulverband kritisieren eine Ankündigung der Kultusministerkonferenz, laut der sie wissenschaftlichen Autoren und Verlagen auch weiterhin keine titelbezogene Vergütung für die Nutzung ihrer Werke in den Intranets von Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen bezahlen will.

Der Börsenvereins-Geschäftsführer spricht in diesem Zusammenhang von „Enteignung“. Wenn es schon den Börsenverein nicht freut, dann zumindest die Würzburger.