Etherpad-Dienst gesucht: Kostenlos und zuverlässig

Ich bin eigentlich langjähriger Nutzer der Etherpads der Open Knowledge Foundation (OKF). Leider fallen diese in den letzten Monaten immer mal wieder aus. Dies ist der OKF nicht vorzuwerfen, schließlich ist es ein kostenloser Dienst. Aber als Werkzeug für die produktive Arbeit fällt das dortige Pad damit aus.

Durch einen Hinweis von Phillip Zumstein bin ich auf Titanpad gestoßen. Doch dort wird es ab März nicht mehr möglich sein, neue Pads anzulegen. Ende 2017 werden die Pforten gänzlich geschlossen.

Das Piratenpad kommt nicht in Frage, da es von einer Partei bereitgestellt wird. Welcher Etherpad-Anbieter ist empfehlenswert?

Third-Party-Elements in Bibliothekswebseiten – wer liest mit?

Vor einiger Zeit wies ich hier auf ein Interview zu Third-Party-Elements hin. Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass ich zwischenzeitlich einen Artikel zu diesem Thema in der Informationspraxis veröffentlichen konnte:

Titel: Third-Party-Elemente in deutschen Bibliothekswebseiten
Abstract:

4753 Webseiten wurden mit der Open-Source-Software webXray auf die Einbindung von Elementen untersucht, durch die Dritte über den Abruf einer Webseite durch einen Browser von einem Server informiert werden können. 54,77 % der analysierten Webseiten wiesen solche Third Party Elements (TPE) auf. 18,94 % setzten Cookies ein, 44,81 % banden Javascript von Drittanbietern ein. Google-Services dominieren die TPE-Anbieterliste, sie werden in 30,02 % der untersuchten Webseiten verwendet.

Warum ich den Artikel geschrieben habe, ist im vorletzten Absatz recht gut zusammengefasst:

Dieser Artikel soll einen Beitrag dazu leisten, sich der Verpflichtungen des Bibliothekswesens hinsichtlich der informationellen Selbstbestimmung ihrer NutzerInnen bewusst zu machen. Zur freien Verfügbarkeit von Informationen gehört immer auch die Möglichkeit, diese unbeobachtet nutzen zu können.

Den Volltext gibt es als PDF, HTML und EPUB. Wer übrigens mit einfachen Mitteln mal schauen möchte, welche Webseiten – z.B. auch die eigene Bibliothekswebseite –  Dritte mitschnüffeln lassen, dem sei die Firefox-Erweiterung Lightbeam ans Herz gelegt.

Einbettung von Drittinhalten im Web

Wambach, Tim, Schulte, Laura, Knorr, Konstantin (2016): Einbettung von Drittinhalten im Web. Datenschutz und Datensicherheit – DuD, 40(8), 523-527. URL: http://dx.doi.org/10.1007/s11623-016-0650-6

Abstract:

Einbettungen von Drittinhalten auf Webseiten ermöglichen aus technischer Sicht eine Benutzerverfolgung, die aus datenschutzrechtlichen Gründen kritisch zu beurteilen ist. In der vorliegenden Studie wurden Webseiten von Kliniken und Krankenhäusern auf solche Einbettungen und die damit verbundene Datenverarbeitung untersucht.

Leider sind die Autorinnen nicht nur um den Datenschutz besorgt, sondern auch darum, diesen interessanten Artikel vor einer allzu großen Leserschaft zu schützen. Ich vermute einen starken Zusammenhang zwischen der Resonanz bei den Lesern seit dem 22. Juli 2016 einerseits,

tpe49und andererseits dem Preisschild für alle, die nicht in den Genuss eines Zugangs via Hochschulnetz kommen: tpe_paywalled_science

Firefox und Third Party Elements

Ein etwas älteres, aber sehr interessantes Interview mit den Firefox-Chefentwickler Mark Mayo über Third Party Elements (TPE) – Webseitenbestandteile, die von Servern Dritter nachgeladen werden – und ihre Bedeutung für und vor allem gegen die Privatsphäre. TPE gibt es übrigens auch in ziemlich vielen Bibliothekswebseiten. Mehr dazu hoffentlich zu einem späteren Zeitpunkt.

Picasa wird geschlossen

Warum man keine langfristigen Pläne auf Google-Applikationen aufbauen sollte, wurde hier im Blog schon mehr als einmal erwähnt. In der Regel kauft Google, bzw. Alphabet, eine Firma und früher oder später ist der damit verbundene Dienst tot. Als vergleichsweise langlebig hat sich die Bilderverwaltung Picasa erwiesen. Doch auch sie wird nach fast 12 Jahren nun geschlossen.

Link zur Free Software Foundation Europe

Der Nachfolger Google Fotos ist natürlich nur “in der Cloud” verfügbar. Für Google ist dieser Schritt nur logisch, denn nur so bekommt man den gewünschten Zugriff auf die Daten der Nutzer.

Nano-Paywall mit BitCoin

SatoshiPay erprobt gerade Nano-Payment per Bitcoin. Das könnte so aussehen, dass man pro Absatz, den man auf einer zahlungspflichtigen Webseite liest, 0,5 Cent bezahlen muss. Oder mehr. Oder weniger. Hier gibt es ein Interview, in dem das geplante Vorgehen etwas genauer erläutert wird.

Ob sich Bitcoin auf dem Wissenschaftssektor durchsetzen könnte, halte ich abseits aller generellen Entwicklungen hin zu kompletten Open-Access für fragwürdig. Bitcoin steckt noch sehr tief in der Nische, die notwendige Akzeptanz in der Breite ist m.E. nicht absehbar.