Einbettung von Drittinhalten im Web

Wambach, Tim, Schulte, Laura, Knorr, Konstantin (2016): Einbettung von Drittinhalten im Web. Datenschutz und Datensicherheit – DuD, 40(8), 523-527. URL: http://dx.doi.org/10.1007/s11623-016-0650-6

Abstract:

Einbettungen von Drittinhalten auf Webseiten ermöglichen aus technischer Sicht eine Benutzerverfolgung, die aus datenschutzrechtlichen Gründen kritisch zu beurteilen ist. In der vorliegenden Studie wurden Webseiten von Kliniken und Krankenhäusern auf solche Einbettungen und die damit verbundene Datenverarbeitung untersucht.

Leider sind die Autorinnen nicht nur um den Datenschutz besorgt, sondern auch darum, diesen interessanten Artikel vor einer allzu großen Leserschaft zu schützen. Ich vermute einen starken Zusammenhang zwischen der Resonanz bei den Lesern seit dem 22. Juli 2016 einerseits,

tpe49und andererseits dem Preisschild für alle, die nicht in den Genuss eines Zugangs via Hochschulnetz kommen: tpe_paywalled_science

Firefox und Third Party Elements

Ein etwas älteres, aber sehr interessantes Interview mit den Firefox-Chefentwickler Mark Mayo über Third Party Elements (TPE) – Webseitenbestandteile, die von Servern Dritter nachgeladen werden – und ihre Bedeutung für und vor allem gegen die Privatsphäre. TPE gibt es übrigens auch in ziemlich vielen Bibliothekswebseiten. Mehr dazu hoffentlich zu einem späteren Zeitpunkt.

Picasa wird geschlossen

Warum man keine langfristigen Pläne auf Google-Applikationen aufbauen sollte, wurde hier im Blog schon mehr als einmal erwähnt. In der Regel kauft Google, bzw. Alphabet, eine Firma und früher oder später ist der damit verbundene Dienst tot. Als vergleichsweise langlebig hat sich die Bilderverwaltung Picasa erwiesen. Doch auch sie wird nach fast 12 Jahren nun geschlossen.

Link zur Free Software Foundation Europe

Der Nachfolger Google Fotos ist natürlich nur “in der Cloud” verfügbar. Für Google ist dieser Schritt nur logisch, denn nur so bekommt man den gewünschten Zugriff auf die Daten der Nutzer.

Nano-Paywall mit BitCoin

SatoshiPay erprobt gerade Nano-Payment per Bitcoin. Das könnte so aussehen, dass man pro Absatz, den man auf einer zahlungspflichtigen Webseite liest, 0,5 Cent bezahlen muss. Oder mehr. Oder weniger. Hier gibt es ein Interview, in dem das geplante Vorgehen etwas genauer erläutert wird.

Ob sich Bitcoin auf dem Wissenschaftssektor durchsetzen könnte, halte ich abseits aller generellen Entwicklungen hin zu kompletten Open-Access für fragwürdig. Bitcoin steckt noch sehr tief in der Nische, die notwendige Akzeptanz in der Breite ist m.E. nicht absehbar.

Right Relevance

Alte Knochen aus dem Biblioblogwesen erinnern sich vielleicht an Googles Blogsuche oder sogar noch an Technorati, eine damals revolutionäre Blogsuchmaschine. Twingly & andere Nachfolger konnten die Lücke nach ihrer Schließung (bzw. Verkümmerung) nicht schließen. Nun macht sich mit Right Relevance ein neuer Kandidat mit einem vielversprechenden Ansatz auf den Weg, interessanten Nischen-Content auffindbar zu machen. RR über sich selbst:

Right Relevance is the quickest and simplest way to search and discover highly relevant deep topical content.
We mine the social web to identify and rank topical influencers. The inherent trust of the influencers communities is applied to finding the most relevant articles and conversations.

Social Web heißt hier in erster Linie (oder sogar ausschließlich?) Twitter. Und die Ergebnisse sind zumindest bei meinen Stichproben relevant und interessant. Ob zum Mars, zu Open Access, R oder VW, es finden sich überall interessante Neuigkeiten. Eine klassische Suchmaschine ist RR zwar nicht, aber ein interessantes Werkzeug, um neue Quellen zu verschiedenen Themen zu finden. Leider noch nicht auf Deutsch verfügbar, deutsche Quellen werden aber auch aufgeführt.

Ein paar Hintergrundinfos zu RR gibt es hier.

OPUS4 bald auf Github

Der Entwicklung Githubs zur maßgeblichen Anlaufstelle für Open-Source-Projekte kann man durchaus kritisch gegenüberstehen. Fakt ist aber, dass ein Umzug zu Github erst einmal für Strukturen sorgt, in denen man sich leicht beteiligen kann. Projekte werden dadurch transparenter und auch das Melden (und Nachverfolgen) von Fehlern und Vorschlägen lässt sich deutlich besser nachvollziehen; der Aufbau einer Community wird dann oft erst möglich.

Eben jenen Schritt in die “echte” Öffentlichkeit wagt nun das OPUS4-Team mit diversen Github-Repositories und einer dazugehörigen Dokumentationswebseite.