500.000 Bücher und Handschriften online

Die Bayerische Staatsbibliothek ist der größte deutsche Datenlieferant für „EUROPEANA“

Seit Anfang März bietet die Bayerische Staatsbibliothek mehr als eine halbe Million digitalisierter Bücher im Internet über ihren Online-Katalog OPACplus und ihre Digitalen Sammlungen an. Damit präsentiert die Bibliothek den größten Bestand digitalisierter Bücher im deutschen Sprachraum.

[via juraforum.de]

SOAP-Daten unter CC0 zum Download

Wie angekündigt sind die Rohdaten des SOAP-Projekts (Study of Open Access Publishing) nun unter CC0 frei verfügbar.

  • Ankündigung auf der Projektseite mit Downloadmöglichkeiten (CSV, XLS. Der Downloadlink für XLSX ist defekt [1]Wieder einmal ein Hinweis darauf, dass Shortlinks nirgendwo verwendet werden sollten, wo nicht wirklich Zeichen eingespart werden müssen! Das Data Manual wird hier verlinkt, sobald es nicht nur via … Continue reading )
  • Download hier als CSV (ca. 25 MB)
  • Download hier als ODS (ca. 4,5 MB) [2]Kann mir jemand erklären, warum die ODS-Datei nur knapp ein Fünftel der Größe der CSV-Datei hat? Liegt es daran, dass mehrfach auftretende Werte in der CSV-Datei jedes einzelne Mal in voller … Continue reading

Nun ist der Weg frei für Untersuchungen und Stichproben jeglicher Art. Als kleines Beispiel habe ich einmal die Zustimmung der Wissenschaftler, die sich hauptsächlich den Historical and Philosophical Studies zugehörig fühlen, zur These „OA articles are likely to be read and cited more often than those not OA“ untersucht.

Strongly Agree 315
Agree 449
Neither agree nor disagree 265
Disagree 73
Strongly disagree 10
Keine Antwort 70
Summe 1182

Dies ist Stoff für Dutzende von Abschlußarbeiten und hervorragendes Argumentationsmaterial für Bibliothekswesen!

References

References
↑1 Wieder einmal ein Hinweis darauf, dass Shortlinks nirgendwo verwendet werden sollten, wo nicht wirklich Zeichen eingespart werden müssen! Das Data Manual wird hier verlinkt, sobald es nicht nur via Shortlink verfügbar ist.
↑2 Kann mir jemand erklären, warum die ODS-Datei nur knapp ein Fünftel der Größe der CSV-Datei hat? Liegt es daran, dass mehrfach auftretende Werte in der CSV-Datei jedes einzelne Mal in voller Länge erwähnt werden müssen?

BASE steigt auf VuFind um

Im BASE-Blog wird der Umstieg von BASE von FAST auf Lucene/Solr mit der Oberfläche VuFind beschrieben.

Die vollständige Ablösung des FAST-Systems ist für die nächsten Monate geplant, ebenso die Umlenkung der BASE API auf den neuen Index. Der Index unter Lucene/Solr wird vorerst in unregelmäßigen Abständen aktualisiert werden.

Die Oberfläche ist im BASE Lab schon testbereit. Einiges funktioniert noch nicht. Zum Beispiel wird die Suchsortierung immer auf „Relevanz“ zurückgesetzt, wenn man die Suchergebnisse eingrenzen möchte. Aber für eine Beta-Version sieht das schon sehr ordentlich aus. Lucene/Solr entwickeln sich mehr und mehr zum Standard in der deutschsprachigen Bibliothekslandschaft.

Innovationspreis 2011 / Closed Access über Open Access

Die Preisträger des diesjährigen B.I.T.-Online-Innovationspreises 2011 wurden von der Kommission für Ausbildung und Berufsbilder des BIB erwählt und bekannt gegeben:

  • Ralf Drechsler: Krisen-PR für Öffentliche Bibliotheken
  • Fabian Fürste: Linked Open Library. Bibliographische Daten und ihre Zugänglichkeit im Web der Daten
  • Bodo Pohla: Untersuchung bibliothekarischer Applikationen für Mobiltelefone hinsichtlich der technischen Realisierung und des Nutzens

Herzlichen Glückwunsch den Preisträgern! Keinen Glückwunsch dem BIB für die Publikation der Ergebnisse in B.I.T. Online. Durch die Publikation in einer Toll-Access-Zeitschrift kann ein gewichtiger Anteil der Nachwuchsbibliothekswesen nicht auf die ausgezeichneten Erkenntnisse zurückgreifen.

Die Absurdität einer bibliothekarischen Toll-Access-Publikation wird im aktuellen Themenschwerpunkt (Ausgabe 4/2010) sehr schön deutlich. Es geht um: Open Access. Zitat aus dem Editorial (frei zugänglich als JPG!!) von Michael Mönnich:

Von Seiten B.I.T. Online ist hierzu zu vermelden, dass ab 2011 mit einer einjährigen Embargofrist alle Aufsätze frei zugänglich sein werden.

Falls dies eine Meldung dazu gedacht war,in der bibliothekarischen Welt für Jubelstürme zu sorgen: Nein, so wird das nichts. Welcher Autor möchte, dass sein Artikel erst mit einem Jahr Verspätung wirklich rezipiert werden kann? In diesem Zusammenhang bin ich auch einigermaßen enttäuscht über die Autoren des Schwerpunkts, zu denen mit Frank Scholze („Open Access-Strategie des KIT“) und Uwe Müller („Vergütung elektronischer Publikationen in Repositorien – aktueller Stand“) ausgerechnet die beiden Sprecher der DINI-AG Elektronisches Publizieren gehören. In diesem Zusammenhang bleibt nur der Verweis auf den Vortrag von Monika Bargmann: Wein predigen und Wasser trinken? Theorie und Praxis von Open Access im österreichischen Bibliothekswesen

Auch auf die Gefahr hin, allzu missionarisch zu wirken, lautet das Fazit dieses Beitrags: Gehet hin und archivieret selbst!

Hinzufügen muss man diesem Fazit schließlich nur die Frage, wozu der BIB eigentlich ein eigenes Repository hat.

[via Inetbib]

Update: Die Artikel des Schwerpunkts sind frei verfügbar. Näheres in den Kommentaren.

Einwerben von Inhalten: Download-Charts

Klaus Grafs Liste „Wie füllt man einen Dokumentenserver?“ ist Repository-Betreibern vermutlich ebenso bekannt wie die Infoseite „Einwerben von Inhalten“ auf Open-Access.net. Unter „Weitere Werbemaßnahmen“ wird bei letzterem vorgeschlagen:

Das Einstellen besonders relevanter Dokumente bekannt machen, Top-Download-Listen etc.

Für den Dokumentenserver SerWisS der FH Hannover wurde dies nun drei Mal gemacht. Die dafür erforderlichen LogFiles stehen seit Mitte 2010 rückwirkend zur Verfügung. Daraus folgten dann erst einmal die Downloadcharts für 2009 und für die erste Jahreshälfte 2010. Kürzlich wurden auch die Download-Charts für 2010 veröffentlicht.

Die aufgeführten AutorInnen wurden über Ihre Platzierung und ihre Download-Zahlen informiert und waren fast durchweg positiv überrascht. Ein wesentliches Ziel der Charts konnte also erreicht werden: positive Aufmerksamkeit für den Dokumentenserver. Momentan werden die Statistiken manuell ausgewertet. Vom BSZ werden die Daten über das Web-Analyse-Tool AWStats zugänglich gemacht. Um die relevanten Daten zu finden, muss jedoch noch ein wenig bearbeitet werden.

Ein Aufwand, der sich jedoch durchaus lohnt. Bestehende Kontakte zu Open-Access-willigen AutorInnen werden vertieft, was zu neuen Inhalten für den Dokumentenserver führen kann.

Wenn man möchte, kann man das als Beleg für die Attraktivität von Game-Mechanismen auch in der wissenschaftlichen Publikationspraxis betrachten. Amy Jo Kim hat diese in ihrer Präsentation “Putting the fun in functional” sehr schön beschrieben. „Earning Points“ ist ein simpler, aber wirkungsvoller Hebel für die Motivation. Wieder ein Grund, um eine möglichst schnelle flächendeckende Umsetzung des OA-Statistik-Projekts anzumahnen.

Ergebnisse zu SOAP werden veröffentlicht!

Heinz Pampel macht in WissPub darauf aufmerksam, dass die Ergebnisse des SOAP-Projekts (Study of Open Access Publishing) letzte Woche präsentiert wurden. Bei Slideshare stehen drei Präsentationen zur Verfügung:

Den letzten beiden Teilen gilt es, in näherer Zeit Beachtung zu schenken und Erkenntnisse in die bibliothekarische Praxis umzusetzen. Heinz Pampel schreibt weiter:

Bemerkenswert ist, dass die Daten der Studie in Kürze zur Nachnutzung bereit gestellt werden. Dies ist wohl das erste Mal, dass ein informationswissenschaftliches Forschungsprojekt Daten in diesem Umfang im Open Access zugänglich macht. Glückwunsch an die Projektpartner zu diesem Schritt!

Dem Glückwunsch schließe ich mich an und hoffe darauf, dass dies zukünftig zur Selbstverständlichkeit wird.

Kritik der Informationswissenschaft – kleiner Widerspruch im Detail

Willi Bredemeier nimmt im neuesten Teil seiner „Kritik der Informationswissenschaft“ wieder einzelne Beiträgen aus dem Tagungsband „Information: Droge, Ware oder Commons? : Wertschöpfungs- und Transformationsprozesse auf den Informationsmärkten“ unter die Lupe. Zu Jan Steinbergs „Instrumente der Überzeugungsarbeit : ­ Etablierung des Open-Access an Hochschulen“ schreibt er:

Beschreibung: Der Autor vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg sieht als „herausragende Chance der Hochschulbibliotheken“ die „Nähe zu den Wissenschaftlern an den Hochschulen in Verbindung mit Überzeugungskraft und Kreativität…, um die für den Open Access notwendige qualitative und quantitative Durchdringung zu erreichen.“ Der Beitrag will „mögliche Instrumente zur Etablierung des Open Access an Hochschulen“ benennen. Es werden Gründe für Open Access, Open-Access-nahe Modelle sowie die Hochschulen und Bibliotheken als Handlungsträger thematisiert.

Bewertung: Wenn weitgehend bekannte Positionen um Open Access referiert werden, kann ein Neuheitscharakter nicht gegeben sein. Der Verfasser geht über die Interessentenposition einer Hochschulbibliothek hinaus, indem er zusätzlich die Hochschule als Handlungsträger thematisiert. Dennoch fragt sich, ob die Erwägungen nicht besser in ein Bibliotheksblatt als auf eine informationswissenschaftliche Tagung gehört hätten. Die Erörterungen beschränken sich weitgehend auf die Beschreibung von Maßnahmen, sehen von Interessen, Barrieren, Spezifika von Stakeholdern und weiteren Hintergründen, überhaupt von Menschen als politischen Entscheidungsträgern, weitgehend ab und bleiben, soweit sie zu Handlungsempfehlungen kommen, merkwürdig ab-strakt. Eine wissenschaftliche Relevanz ist kaum, eine pragmatische nur sehr bedingt gegeben.

Dass der Beitrag eigentlich besser in ein Bibliotheksblatt gehören, würde ich auch sagen, wenn es denn ein praxisorientieres deutschsprachiges Open-Access-Journal gäbe. Dies nur am Rande. Wichtig ist mir hier eigentlich nur die letzte Bemerkung, dass eine pragmatische Relevanz nur bedingt gegeben sei. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt kaum im Open-Access-Kontext kaum ein Thema, zu dem mehr Austausch- und Forschungsbedarf besteht! Content-Akquise ist ein mühseliges Geschäft. Der Aufbau eines Best-Practice-Werkzeugkastens wird von jedem Repository-Betreiber jubelnd begrüßt werden.

Und somit haben wir schon mal eine Session-Idee fürs #Bib4.