SuMa-Awards 2010

Auch 2010 wird der SuMa-Award auf’s Neue vergeben.

Mit einem Marktanteil von über 90% hat ein einziger Anbieter in Deutschland das Quasi-Monopol auf den Zugang zu den Informationen im Internet. Welche Nutzerdaten erfasst und für welche Zwecke diese verwendet werden lässt sich nicht nachvollziehen. Von einem freien, pluralistischen und demokratischen Zugang zum Wissen im Netz kann schon lange nicht mehr die Rede sein.

Mit den SuMa Awards wollen wir ein deutliches Zeichen gegen diese Entwicklung setzten und zugleich für Aufklärung sorgen. Der SuMa-eV spricht zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Internet-Portale (BDIP) all diejenigen an, die sich mit dem Einfluss digitaler Informationen auf unsere Gesellschaft konstruktiv auseinandersetzen, sei es künstlerisch, wissenschaftlich, journalistisch, pädagogisch, technisch, im familiären Alltag oder auf jede beliebige andere Art und Weise.

Unser Ziel ist es, die Bedeutung der Informationserschließung für die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft in das Bewusstsein und den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Die Verleihung der SuMa Awards unterliegt keiner thematischen Einschränkung. Eingereichte Arbeiten können ihre Botschaft beispielsweise in künstlerischer, wissenschaftlicher, programmierter, literarischer, juristischer oder medialer Form ausdrücken – aufklärend, provokativ, veranschaulichend etc. Beispiele und Inspiration finden Sie unter unseren bisherigen Preisträgern sowie in unserer Projektgalerie.

Jede/r kann sich beteiligen: Reichen Sie Ihre Vorschläge einfach per E-Mail an awards@suma-ev.de ein.

Jeder SuMa-Award ist mit 2000-3000 Euro dotiert. Einsendeschluß ist der 30.6.2010. Auf den SuMa-Seiten gibt es weitere Informationen zur Teilnahme.

Weblog der Hamburger Lehrerbibliothek

Es ist ja immer schön, wenn man sieht, wie aus einem Workshop praktische Ergebnisse erwachsen. Neuestes Beispiel eines Workshops zu „Web 2.0 in Behördenbibliotheken“ ist das Weblog Bibliothek des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg: Newslog Hamburger Lehrerbibliothek.

Zwei Einträge gibt es schon, unter anderem wird auf den kostenfreien Zugang zur Literaturdatenbank FIS Bildung hingewiesen.

HTML 5 vs. Flash, H.264 vs. Theora

HTML 5 ist (oder wird?) eine Weiterentwicklung von HTML. Eine der Zielsetzung bei der Entwicklung war es, „Schnittstellen zur Arbeit mit verknüpften Multimediainhalten zu schaffen“ (Wikipedia). ReadWriteWeb sagt nun schon etwas vollmundig den Untergang von Flash voraus.

Fakt ist: Videos können mit HTML 5 einfacher eingebunden werden als zuvor. Wer sich für die Technik interessiert, mag sich mal den Quelltext dieses Demos ansehen.

Ein anderes schönes Anwendungsbeispiel für HTML 5 ist die HTML 5 Drum Machine von Random Thinking. Damit kann man mit ein bißchen herumklicken zum Beispiel sowas komponieren. Eigenkompositionen werden in den Kommentaren gerne entgegen genommen!

Auch Youtube setzt auf HTML 5. Leider zeitgleich auch auf auf den proprietären (und kostspieligen) Video-Codec H.264 statt eines offenen Formats wie z.B. Theora. Daher bleibt der Firefox erst einmal ausgeschlossen. Dies widerspricht übrigens der offiziellen Google-Politik in Sachen „offene Standards“:

Open will win. It will win on the Internet and will then cascade across many walks of life: The future of government is transparency. The future of commerce is information symmetry. The future of culture is freedom. The future of science and medicine is collaboration. The future of entertainment is participation. Each of these futures depends on an open Internet.

File under „Sonntagsrede“? Mal sehen, was sich nun entwickelt. Die Reaktionen der Youtube-Fans scheinen größtenteils nicht besonders begeistert auszufallen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Youtube freiwillig auf geschätzte 25-30% der Surfer verzichten möchte. Verbreitung = Werbung = Geld. Eine einfache Rechnung, die den Google-Verantwortlichen auch schon durch den Kopf gegangen sein wird.

Vorschläge für die Enquête-Kommission zum Urheberrecht

Der Telemedicus nennt mit Bezug auf die einzurichtende Enquête-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft verschiedene Themenfelder im Bereich Urheberrecht, die diskutiert werden müssten. Darunter unter anderem die Problematik der verwaisten Werke, die momentan praktisch jeder legalen Verwertung entzogen sind.

Gerade im Buchbereich gibt es viele Werke, die zwar grundsätzlich noch urheberrechtlich geschützt sind, bei denen sich der Urheber aber nicht oder nicht mehr auffinden lässt (sog. „verwaiste Werke”). Problematisch ist dies im Bereich der weiteren Erschließung für die breite Öffentlichkeit. Derartige Werke können nicht ohne weiteres neu aufgelegt werden, auch das Digitalisieren und die digitale Verbreitung sind ohne das Risiko einer Rechtsverletzung oft nicht möglich. Hier stellt sich die Frage, ob ein neues Verfahren eingeführt werden sollte, welches eine solche Nutzung grundsätzlich ermöglicht. Zu denken ist dabei etwa an eine treuhänderische Wahrnehmung von Rechten des Urhebers durch Verwertungsgesellschaften, sofern der Urheber nicht auffindbar ist. Eine solche Regelung würde zum Beispiel den Aufbau digitaler Kataloge deutlich vereinfachen.

Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang eine radikale Verkürzung der Schutzfristen. Würde man sie ausgehend vom Datum der Erstveröffentlichung berechnen, käme man sehr einfach um diese Problematik herum. Aber dies ist angesichts der politisch gewollten finanziellen Absicherung der Autoren-Enkel nicht in Sicht.

Zum Themenfeld Open Access heißt es:

Mehrfach wurde in der Vergangenheit gefordert, dass wissenschaftliche Veröffentlichungen frei zugänglich gemacht werden sollen („Open Access”). Begründet wird dies unter anderem damit, dass diese Werke meist bereits in ihrer Entstehung mit staatlichen Mitteln gefördert wurden. Eine darüber hinaus gehende Vergütung sei deshalb unverhältnismäßig und schade der freien Verbreitung von öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen. Dem stehen einige Wissenschaftler skeptisch gegenüber. Open Access könne demnach nicht nur zu einer „Enteignung” der Urheber führen, sondern sei auch für die Wissenschaft nicht zwingend förderlich. Im Detail sind also noch viele Fragen offen. Eine qualifizierte und gründliche Debatte wäre demnach wünschenswert.

Ob hier urheberrechtlich reagiert werden kann oder muss, vermag ich nicht zu sagen. Open Access enteignet niemanden. Hier ist also viel mehr Aufklärung gefragt. Also aktive Opposition gegen Döpfner, Reuß & Co.

Scribd und alternative Publikationsdienste

Eine kleine Übersicht über Publikationsdienste wie Scribd stellt Sebastian Schürmanns im DIYG vor. Für wissenschaftliche Autoren sind natürlich Open-Access-Server die erste Wahl (auch wenn sie von den vorgestellten Publikationsdiensten in Sachen Usability eine Menge lernen müssen). Da kämen dann fachliche oder institutionelle Dokumentenserver in Frage.

Kritische Edition der Briefe von Martin Opitz

Die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel gibt eine kritische Edition der Briefe Martin Opitz im deGruyter Verlag heraus. Für stolze 600 Euro kann die dreibändige Ausgabe erworben werden.
Martin Opitz war zu seinen Lebzeiten ein bekannter Dichter, der sich dafür einsetze in der Muttersprache zu schreiben. Er gilt als Mitbegründer der neuzeitlichen Dichtung in Deutschland.

Zu einer Lesung aus der Opitz-Edition mit den Barockspezialisten Carsten Niemann und Karin M. Pagel, musikalisch umrahmt von vertonten Gedichten, lädt die HAB am Freitag, 22. Januar, 20 Uhr, ein. Eintritt frei.

[via newsclick.de]

Economists Online

Economists Online

Das europäische Bibliotheksnetzwerk NEEO – Network of European Economists Online geht mit dem weltweit umfassendsten Open-Access-Portal für wirtschaftswissenschaftliche Forschungsartikel online. Der neue Service umfasst zahlreiche Volltexte, Forschungsprimärdaten sowie vollständige Publikationslisten führender Wirtschaftsforscherinnen und -forscher.

Hier geht’s zu Economists Online. Das Portal wird offiziell während der Konferenz „Subject repositories: European collaboration in the international context“ vom 28. bis 29. Januar 2010 in der British Library in London freigeschaltet.

[via IDW]

DRadio Wissen und die digitale Kluft

Jennifer Pickett sorgt sich in ihrer wöchentlichen Kolumne At Your Library um den Teil der Bevölkerung, der von den Entwicklungen der Web-Gesellschaft zunehmend abgehängt wird.

I am increasingly worried about the expanding digital divide or the gap that exists between people with access to information technology and those who don’t have that access. More and more people are coming to the library who need something they can only get on the Internet but they don’t have the skills to find it themselves. Some of these things are quick to find, but increasingly people are looking for help filling out online forms or doing research that involves entering personal information into the computer.

Passend dazu: DRadio Wissen wird es nur digital geben. Die Mission des Senders:

Wissen, das ist nicht nur Wissenschaft. Wir senden, was hilft, die Welt in all ihrer Vielfalt zu verstehen.

Wer weiß, wie man sich online bewegt, dem wird also zu noch mehr Wissen verholfen. Wer nicht, darf zwar GEZ bezahlen, bleibt aber außen vor.