OA-Statistik: Vortrag und Umfrage

Daniel Metje hat heute die Folien zu seinem Vortrag über OA-Statistik bei den OA-Vernetzungstagen in Stuttgart bei Slideshare eingestellt.

OA-Statistik ist mein Lieblingsprojekt im gesamten Feld der OA-Infrastruktur. Die OA-Statistiker – besonders Daniel Metje – wissen das sehr genau, da ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit drängele, doch so bald wie möglich in den (Beta-)Betrieb überzugehen. Und zwar aus dem ganz einfachen Grund, dass Zugriffsstatistiken (abgesehen von einer radikalen Vereinfachung des Dokumentenuploads) das mit Abstand am häufigsten nachgefragte Feature bei den OA-Autoren in meinem Umfeld ist. Umso schöner, dass Ergebnisse in Sicht sind. Der Abschlussworkshop des Projekts ist für den 21. Januar 2010 angekündigt.

Passend dazu hat Björn Mittelsdorf übrigens heute in INETBIB auf eine Umfrage zu „Zusatzfunktionen in digitalen Repositorien“ hingewiesen. Irritiert haben mich dabei Fragen wie z.B. „Wie schätzen Sie den Nutzen von Hinweisen auf die Qualität eines Dokuments ein?“
Wie soll das funktionieren? Die Qualität einer Publikation für den Leser kann nur der Leser beantworten. An Zitationsanalyse etc. ist dabei anscheinend nicht gedacht, danach wird gesondert gefragt.

Schavan fordert Bibliotheken für alle Schulen

Anette Schavan im Deutschlandfunk:

… jetzt geht es darum, in der Tat die Bildungsdebatte nicht nur theoretisch zu führen, sondern dafür zu sorgen, dass zum Beispiel keine Schule mehr ohne eigene Bibliothek ist. Eine Bibliothek gehört mitten in die Schule. Und wo es nicht mitten in der Schule ist, muss der Weg zur Bibliothek außerhalb der Schule kurz sein. Und es muss Regelmäßigkeit hineinkommen, also nicht nur das spektakuläre Projekt, sondern in der Bibliothek arbeiten können, Bücher ausleihen, Vorlesen auch in der Klasse als Teil des schulischen Alltags.

Da möchte sich jemand an seinen Taten messen lassen. Wer dem Bibliotheksalltag inklusive aufwändiger Leseförderung finanzieren will, muss Personal finanzieren. Umsichtig weist Schavan darauf hin, dass Bibliotheken von den unterschiedlichsten Trägern unterhalten werden. Ob das ein Hinweis ist, dass sie selbst kein Geld in die Hand nehmen wird? Föderalismus kann ja so bequem sein. Frau Schavan, überraschen Sie mich bitte!

Einigung im Streit um Google Book Settlement

Laut Pressemeldungen wurde von Google, der Autorenvereinigung Authors Guild und dem Verlegerverband AAP ein revidierter Entwurf für das Google Book Settlement vorgelegt. Demnach soll sich der Geltungsbereich der Vereinbarung auf Werke beschränken, die urheberrechtlich in den USA, Kanada, Großbritannien oder Australien registriert sind.

Mehr dazu u.a. bei ZEIT online, Börsenblatt.

Links zur Open-Access-Petition / unterstützende Archive und Bibliotheken

Ein paar Links zur Open-Access-Petition:

Inzwischen unterstützen – vermutlich größtenteils auch als Reaktion auf Jakob Voss‘ Mail – verschiedene Bibliotheken die Petition:

Hinweise auf weitere unterstützende Archive und Bibliotheken nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen. Erstaunlicherweise konnte ich noch keinen Aufruf vom Archiv der RWTH Aachen finden, auch nicht im entsprechenden Weblog. [1] Das verrottete, verschnarchte und heuchlerische Archivwesen mal wieder! Kleines Späßchen am Rande, SCNR, nix für ungut und ein schönes und mitzeichnendes Wochenende allerseits! Kommt ja bestimmt noch. In Archivalia findet man übrigens ständig neue Informationen zur Petition.

PS: Ich bin gespannt, ob und wann sich die Bibliotheksverbände positionieren…

References

References
↑1 Das verrottete, verschnarchte und heuchlerische Archivwesen mal wieder! Kleines Späßchen am Rande, SCNR, nix für ungut und ein schönes und mitzeichnendes Wochenende allerseits!

Live in the library 4: Molly, Joho & Daddy – Mirador (by Efterklang)

Not really live in a library but at least in front of a library and organized by a library is this song. World’s famous Molly, Jojo & Daddy are performing a song called „Mirador“. It’s orginally by the Danish band Efterklang. I doubt that they can perform this song as intense as Molly, Joho & Daddy do. But you can check yourself at Efterklangs current tour through Europe.

If you find nice clips of live gigs in libraries please tell me in the comments! All songs will be tagged with „live in the library„.

Freie Wetterdaten aus Norwegen

Das norwegische Meteorologisk institutt stellt Wetterdaten frei und maschinenlesbar zur Verfügung. Mit den Wetterdaten wird, wie man in Zeit-Online lesen kann, unter anderem die Wetterseite Yr.no gefüttert, auf der man sich auch auf das Wetter am Bahnhof Hannover-Linden freuen kann.

Wetterdienste aus anderen Ländern sind teilweise nicht begeistert von der Aktion der norwegischen Wetterfrösche, aber beim Deutschen Wetterdienst zeigt man sich angetan und würde die Wetterdaten ebenfalls gerne frei zur Verfügung stellen. Allerdings:

Mit dem heutigen Wetterdienstgesetz geht das nicht, es verpflichtet den DWD, Geld für seine Daten zu nehmen. Die Grundlage für eine Gesetzesänderung werde aber intern gerade geprüft.

Man sei gespannt, wie sich die Bundesregierung dazu positioniere. OpenData ist ganz klar das Thema der Stunde. Die Vorteile sind zu offensichtlich um übersehen werden zu können. Eliassen, der Direktor des Meteorologisk institutt laut Zeit-Online:

„Wenn jemand auf der Grundlage unsere Leistungen Wertzuwächse erzielen kann, macht uns das einfach sehr zufrieden. So tragen wir zur Entwicklung der Gesellschaft bei. Wir haben kein Interesse daran, die Weiterverwendung zu beschränken“, sagt er. Detlev Frömming vom DWD findet das auch: „Das ist sicherlich richtig. Mit den Daten ist ja im Grunde genommen kein Geld zu verdienen. Im Gegenteil, wenn man sie zur Verfügung stellt, dann können sie genutzt werden und dienen damit der Volkswirtschaft viel mehr.“

Die Nutzungsbedingungen sind leider nur auf norwegisch, auf englisch sind nur wenig Informationen zum Angebot verfügbar. Aber es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis das Wichtigste übersetzt verfügbar sein wird.

[via Fefe]

Open-Access-Petition: Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen

Lars Fischer (vermutlich der hier?) hat eine E-Petition eröffnet: Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

Begründung

Die öffentliche Hand fördert Forschung und Entwicklung nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich mit etwa 12 Milliarden Euro. Die Ergebnisse dieser Forschung jedoch werden überwiegend in kostenpflichtigen Zeitschriften publiziert. Es ist nicht angemessen, dass der Steuerzahler für die von ihm finanzierten Forschungsergebnisse erneut bezahlen muss.

Wegen der hohen Kosten und der Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften sind Forschungsergebnisse nur in wenigen Bibliotheken einsehbar. Den meisten Bürgern ist der Zugang zu der von ihnen finanzierten Wissenschaft dadurch nicht nur erschwert, sondern de facto ganz verschlossen.

Den Bürger von der Wissenschaft auszusperren ist nicht nur schädlich, sondern auch unnötig. Andere Länder haben vergleichbare Vorhaben bereits umgesetzt. Die US-Amerikanische Behörde National Institutes of Health (NIH) verlangt, dass alle von ihr finanzierten Publikationen binnen 12 Monaten an einem zentralen Ort öffentlich zugänglich sind. Die grundsätzliche Struktur des wissenschaftlichen Publikationswesen verändert sich hierdurch nicht.

Bitte mitzeichnen! Es gilt ein Signal zu setzen, dass nicht nur anonyme und obskure Wissenschaftsorganisationen Open Access fordern, wie es die Damen und Herren rund um den Heidelberger Appell immer wieder fälschlich behaupten.

DeepDyve: Nur gucken, nicht anfassen

Wer bislang dachte, die Onleihe hätte schon recht verschrobene Nutzungsbedingungen für elektronische Dokumente, der sollte sich einmal DeepDyve ansehen. Dort kann man Artikel mieten. Information Today beschreibt das so:

Rental means just that: DeepDyve is not selling articles for you to own. You can read the article on the screen. You can’t download it, you can’t use a screen capture, and you can’t print it. You can take notes from the article you’re viewing-but only with those old-fashioned devices, pencil (or pen) and paper. The viewer is Flash-based and is a proprietary system developed by DeepDyve. Park compares it with the YouTube viewer, which also prohibits you from downloading material.

Für 24 Stunden „nur gucken, nicht anfassen“ bezahlt man as little as $0.99. Wie dies dann aussieht, kann man bei den Open-Access-Artikel ausprobieren, die von DeepDyve bereitgestellt werden. Zum Beispiel dieser hier von Catriona MacCallum. Wenn ich nun aus diesem Artikel zitieren wollte, müsste ich die entsprechende Stelle abtippen.

Sollte dieses Angebot wider Erwarten erfolgreich sein, wüsste ich wirklich nicht, welche Lehren Bibliotheken daraus ziehen könnten. „Erfinde möglichst abstruse und restriktive Nutzungsbedingungen für elektronische Dokumente“ wäre die einzige Möglichkeit, die mir einfällt. Der einzige Punkt, mit dem Deepdyve punkten kann, ist der schnelle Zugriff auf Toll-Access-Ressourcen zu einem überschaubaren Preis. Könnte man sich bei einer großen deutschen Bibliothek mit umfangreichem E-Journal-Angebot so einfach anmelden und das Angebot dann auch so bequem aus der Ferne nutzen wie in der Koninklijke Bibliotheek, könnte DeepDyve hierzulande eigentlich gar kein Thema werden.

[via Librarian in Black]

Bibliotheken bauen Brücken

Unter dem Motto „Bibliotheken bauen Brücken“ findet die Nacht der Bibliotheken am 06. November statt.
Rund 200 Bibliotheken haben sich zur Teilnahmen angemeldet und bieten ein abwechslungsreiches Programm an.
Auf der offiziellen Homepage zur Aktion, dessen Schirmherrin Christine Westermann ist, gibt es eine Übersicht über die teilnehmenden Bibliotheken mit Programmtipps.