OLG Frankfurt zu Ulmer vs. ULB Darmstadt

Heise: OLG Frankfurt schränkt Nutzerrechte in Bibliotheken ein. Nun sollen nicht einmal mehr Ausdrucke von eingescannten Werken möglich sein.

Worin genau unterscheidet sich ein Ausdruck eines eingescannten Werkes von einer Kopie? Auch bei modernen Kopierern wird das Original zuerst eingescannt und dann ausgedruckt. Im Heise-Forum schreibt mukenukem:

Oh, da weiß ich was. Man platziert neben dem Leseplatz einen Fotokopierer, auf den man dann den Monitor drauflegt.

Die Idee ist nicht neu.

Mehr dazu unter anderem bei Archivalia oder Netethics. Die digitale, ausdruckbare Kopie der Urteilsbegründung (PDF) findet sich beim Börsenverein. Sie wurde eingescannt und steht auch außerhalb speziell vorgesehener Leseplätze in Bibliotheken zur Verfügung.

Update: Nun gibt es auch einen Kommentar von Eric Steinhauer zum Urteil.

swissbib beta

Swissbib ist der zukünftige Metakatalog der Schweizer Hochschulbibliotheken und der Schweizerischen Nationalbibliothek. Ziel ist es, OPAC-2.0-Technologien zu realisieren. Swissbib ist ein Teilprojekt von E-lib.ch, der Elektronischen Bibliothek Schweiz. Die Projektphase ist noch bis 2011 geplant. Eine Beta-Version ist nun öffentlich zugänglich. Feedbacks werden vom Projektteam gerne entgegengenommen. Das Wiki zum Projekt findet sich hier.

Ich selber habe den Katalog bisher noch nicht richtig erprobt, er kommt aber zumindest auf den ersten Blick sehr frisch daher …

Bundeskabinett beschließt Deutsche Digitale Bibliothek

Aus Mitteln des Konjunkturprogramms II soll ab 2011 der Aufbau eines nationalen Webportals finanziert werden, welches das digitale Kulturgut von 30 000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen zusammenführen soll. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bezeichnete das Vorhaben als „eine angemessene Antwort auf Google“.
Andere Prioritäten als in der gängigen Praxis des Suchmaschinengiganten sollen Urheberrecht und Leistungsschutzrechten eingeräumt werden:

Im Unterschied zu Google werden bei der DDB die Rechte-Inhaber zuerst gefragt, und dann wird gehandelt – „dokumentiert und jederzeit nachvollziehbar“, sagte Neumann.

[via FAZ.net, Heise.de]

Live in the library 6: Mika Miko – Wild Bore

Live gigs in the library seems to be almost always been held by musicians who like to play soft and quiet.
Mika Miko, a punk rock band from Los Angeles, USA, like it hard and loud and they proved that on April 20th, 2008 in the Los Angeles Central Library.

I’m not really sure if this song is called „Wild Bore“ or „Capricorinations“. Los Angeles punk rock librarians, can you help me? And if you find other nice clips of live gigs in libraries please tell me in the comments! All songs will be tagged with „live in the library„.

Update: Sorry, I embedded the wrong video clip…

Radio-Diskussion "Kostenlos versus Copyright"

In der Sendung „Wortwechsel“ (Deutschlandradio Kultur, 19.07 Uhr) wird heute über das Thema „Kostenlos versus Copyright – Welche Regeln braucht der Marktplatz Internet?“ diskutiert.

Die Suchmaschine Google streitet sich mit Autoren und Verlagen. Die Schriftsteller werfen dem Unternehmen vor, Bücher ohne Erlaubnis fürs Internet zu digitalisieren. Die Verleger verlangen einen fairen Anteil an den Werbeerlösen von Suchmaschinen, Portalen und Dienste-Anbietern. Aber auch untereinander streiten Autoren und Verlage über die Zweitverwertung von Texten und Fotos. Es geht ums Urheberrecht der Kreativen und das Leistungsschutzrecht der Medienwirtschaft. Und darauf haben private wie kommerzielle Internetgemeinde nur eine Antwort: Altes Denken müsse man nicht noch gesetzlich schützen. Und die Verlage kontern, da habe sich ein Kartell im Internet gebildet.

Darüber diskutieren im „Wortwechsel“:

Konstantin Neven DuMont, Vorstand der Unternehmensgruppe M. DuMont-Schauberg;
Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes;
Thomas Mosch, Geschäftsleitung des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien;
Jens Seipenbusch, Vorstandsvorsitzender der Piratenpartei Deutschland

Vernichtende Onleihe-Kritik

Vernichtende Kritik der Onleihe von Jürgen Fenn:

Bei der Onleihe handelt es sich um ein vollkommen überflüssiges Angebot, das ausschließlich für Windows-Anwender vollständig benutzbar ist. Es ist keine Ergänzung des bisherigen Angebots der Bibliotheken und es erspart mir auch nicht den Weg in die Bibliothek, weil ich die Bücher, die ich brauche und die mich interessieren, über die Onleihe gar nicht bekomme. Dazu paßt auch, daß der volle Umfang des ohnehin stark beschränkten Angebots mir gar nicht zur Verfügung steht, weil ich dazu den falschen Computer besitze, für den es die proprietäre Software nicht gibt, die die Onleihe mehr oder weniger stillschweigend voraussetzt.

Passend dazu gibt es auch noch eine Sammlung der schönsten DRM- und Fehlermeldungen im Zusammenhang mit der Onleihe. Mein Favorit ist dieses hier.

DBV, DINI und Wikimedia unterstützen OA-Petition

Kürzlich habe ich noch gefragt, ob und wann sich wohl die Bibliotheksverbände zu einer Unterstützung der OA-Petition durchringen können. Nun ist es zumindest bei einigen soweit:

Der Deutsche Bibliotheksverband, DINI und auch Wikimedia unterstützen nun die Open-Access-Petition.

Da die Adresse https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=7922 nicht so besonders griffig ist, gibt es übrigens eine schöne Weiterleitungsadresse: http://oapetition.de/. Diese Adresse kann man z.B. seiner Email-Signatur hinzufügen.

[via @pampel]

Live in the library 5: No Age – Sleeper Hold

No Age call themselves a experimental / powerpop / punk band (at least on MySpace). On April 20th, 2008 they performed live at the Los Angeles Central Library.

Live in the library obviously doesn’t have to be nice and quiet.

If you find other clips of live gigs in libraries please tell me in the comments! All songs will be tagged with „live in the library„.

Glaubwürdigkeit von Blogs & Co

In einer Presseerklärung wies das NRW-Ministerium für „Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ auf die Tagung Mausklick mit Durchblick (PDF) hin. In der Ankündigung kommentiert der dazugehörige Minister Eckhard Uhlenberg, dass angeblich 20% aller Jugendlichen glauben, alle Informationen im Internet wären auf ihre Richtigkeit hin geprüft werden:

„Diese Zahl ist ein Beleg dafür, dass wir die Nutzer des Internets besser über die versteckten Gefahren des Web 2.0 aufklären und die Medienkompetenz vor allem bei Jugendlichen erhöhen müssen. Denn fast alle Informationen die in sozialen Netzwerken, Verbraucherportalen oder Blogs verbreitet werden, sind ungefiltert und ungeprüft“

Dies muss man nicht auf Informationen aus Blogs & Co einzuschränken. Auch in Zeitungen findet man Tag für Tag Falschmeldungen und Fehlinformationen. Und auch Uhlenbergs eigener Umgang mit Informationen wurde schon vor Gericht angezweifelt. Sind „geschönte“ Informationen nur verwerflich, wenn sie in Blogs zu finden sind? Die Förderung von Medienkompetenz auch und gerade bei Jugendlichen ist enorm wichtig. Dies jedoch auf das Web 2.0 zu begrenzen ist hanebüchen, das sollte doch bitte umfassender angegangen werden.

PS: Kann jemand von der Veranstaltung berichten?