DLR-Bilder nun unter CC-Lizenz

Mathias Schindler weist im Wikimedia-Blog darauf hin, dass das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ab sofort Bilder unter CC-Lizenz veröffentlicht.

Marco Trovatello beschreibt den Erkenntnisprozess des DLR im DLR-Blog:

Nicht nur, dass uns infolge von Mathias Schindlers Anfrage auffiel, dass wir Wikipedia hier sehr gerne unterstützen wollten – uns fiel auch auf, dass wir als Wissenschafts- und Technologiekommunikatoren das Teilen und damit die Verbreitung bzw. Multiplikation unserer Inhalte durch die allgemeine Öffentlichkeit und Medien unnötig erschwerten und dass wir bei genauer rechtlicher Auslegung unserer Nutzungsbedingungen auch den Medien genau das nicht eindeutig erlaubten, da die entsprechenden Verlage bzw. Unternehmen in den meisten Fällen kommerziell arbeitende Wirtschaftsunternehmen sind.

Das ganze Posting ist sehr lesenswert und beschreibt ausführlich die Überlegungen hinter diesem Schritt. Pflichtlektüre für alle Datenbefreier!

Wie trägt man eine Bibliothek in OpenStreetMap (OSM) ein?

Wie trägt man eine Bibliothek in OpenStreetMap (OSM) ein? Eigentlich ganz einfach. Man benötigt zuerst einen Account für OpenStreetMap. Kostet nichts und ist schnell gemacht.

Sobald man angemeldet ist, klickt man auf den Tab „Bearbeiten“. Potlatch 2, die Editierkomponente von OSM wird geöffnet.

Nun gibt man im Suchschlitz die Adresse der Bibliothek ein. In vielen Fällen wird sie schon eingetragen sein. Falls nicht:

Adresse aufrufen und das Bibliotheksgebäude suchen. Potlatch bietet an, Icons auf den gewünschten Punkt zu ziehen. Unter „amenity“ (laut Leo engl. für „die Anmut“, „die Annehmlichkeit“, „die Schönheiten“, „die Vorzüge“) findet sich ein Icon namens „Library“. Die gewünschte Schönheit einfach auf die Karte ziehen.

Falls die Bibliothek schon eingetragen war oder es spätestens jetzt ist, muss nun nur noch die Beschreibung korrigiert oder ergänzt werden. Dazu klickt man die entsprechende Markierung in der Karte an. Auf der linken Kartenseite öffnet sich die Beschreibung. Nun ganz unten auf „Advanced“ klicken und die fehlenden Daten ergänzen. Laut OSM-Wiki sollen für Bibliotheken mindestens drei Felder ausgefüllt werden:

  1. amenity=library
  2. name=Name der Bibliothek
  3. ref:isil=ISIL der Bibliothek

So sieht das dann aus (die Pflichtfelder sind gelb hervorgehoben):

Jetzt noch abspeichern und das war’s auch schon.

Neusprech: Geistiges Eigentum

Kai Biermann beschäftigt sich im Neusprech-Blog mit dem Begriff „Geistiges Eigentum“. Damit ist er natürlich nicht der Erste. Hier ein paar weitere Zitate zur selben Thematik:

Wer den Begriff des „geistiges [sic] Eigentums“ als Grundbegriff des Immaterialgüterrechts etablieren möchte, muss sich der Gefahren bewusst sein, die er mit sich bringt. Entscheidend ist nämlich nicht der Begriff als solcher, sondern sein Verständnis und seine Verwendung in der fortlaufenden Debatte über Reichweite und Grenzen von Immaterialgüterrechten. „Geistiges Eigentum“ suggeriert der Allgemeinheit eine Parallele zur Rechtsstellung des Sacheigentümers und verleitet zur Aussage, der Rechtsinhaber sei mindestens genau so zu schützen wie der Sacheigentümer. Hier wird eine Vergleichbarkeit des Sacheigentums mit dem „geistigem Eigentum“ behauptet, des es doch erst nachzuweisen gilt. Man könnte sich nämlich auf den entgegengesetzten Standpunkt stellen und behaupten, dass eine unterschiedliche Behandlung von Sach- und geistigem Eigentum wegen der tatsächlich Verschiedenheiten gerechtfertigt sei.

Grünberger, Michael: Rechtsdurchsetzungsbemühungen – Anzeichen eines Systemkollapses? – In: Geistiges Eigentum : Herausforderung Durchsetzung / hrsg. von Reto M. Hilty … – Berlin, Heidelberg: Springer, 2008. – (MPI Studies on intellectual property, competition and tax law ; Bd. 4). S. 5.

Urheberrecht hat nichts mit Eigentum im landläufigen Sinne zu tun.

Wenn dem so wäre, dann könnte man mit der Musik auf der CD, die man erwirbt, machen, was man will. Kann man aber nicht. Man kann die Musik zu Hause anhören. Man kann eine “Privatkopie” anfertigen. Man darf aber nicht die Musik öffentlich aufführen, ohne Gebühren an die GEMA zu entrichten. Man darf keinen Remix anfertigen und ihn weiterverkaufen.

Urheberrecht: Es gibt kein ‘geistiges Eigentum’ / Marcel Weiss, 2009. = http://netzwertig.com/2009/11/04/urheberrecht-es-gibt-kein-geistiges-eigentum/.

Es ist in Mode gekommen, Copyrights, Patente und Handelsmarken als „geistiges Eigentum“ zu bezeichnen. Diese Mode entstand nicht aus einem dummen Zufall – der Begriff verzerrt und verwirrt diese Themen systematisch, und seine Verwendung wird in erster Linie von jenen vorangetrieben, die aus dieser Verwirrung Nutzen ziehen. Jeder, der klar über diese Gesetze nachdenken will, tut gut darin, diesen Begriff abzulehnen.

Sagten Sie „geistiges Eigentum“? Eine verführerische Illusion / Richard M. Stallman, 2006. = http://www.gnu.org/philosophy/not-ipr.de.html.

Ein weiteres Werk, auf das auch Stallman verweist, ist „Property, Intellectual Property, and Free Riding“ (PDF) von Mark A. Lemley, in dem er die Begriffsentstehung des geistigen Eigentums auf die WIPO zurückführt:

Lemley, Mark A.: Property, Intellectual Property, and Free Riding. – In: John M. Olin Program in Law and Economics / Working Paper. – 291 (2004).

Das der Begriff an sich recht neu ist, lässt sich auch schön mit Googles nGram-Viewer darstellen:

Dass sich Rainer Kuhlen seit Jahren mit dem Begriff herumquält, ist den Lesern sicherlich vertraut.

PS: Eigentum verpflichtet.

Warum es Google egal ist, eine Social-Media-Geisterstadt zu bauen

Einer Studie von Comscore (im Wall Street Journal wiedergegeben) zufolge fällt die monatliche Nutzungszeit von Google+ pro User deutlich geringer aus als die z.B. von Facebook. PC-User verbrachten zwischen September 2011 und Januar 2012 etwa drei Minuten pro Monat in Google+. Facebook kommt dagegen auf sechs bis sieben Stunden. Venturebeat tritt noch einmal mit der Behauptung nach, dass sogar „social networking pariah MySpace“ auf eine durchschnittliche Nutzungszeit von 8 Minuten pro Monat käme.

Gegenüber Venturebeat hat Google auch geäußert, worum es bei Google+ eigentlich geht:

The reality that Google+ is much more than a destination site makes it exceedingly hard for any third-party research firm to monitor or measure its performance. Google thinks about the service not as a site but as a deepening of its relationship to billions of existing users who are already committed to Google’s services like Search, YouTube, Android, etc. By this measure, engagement is already enormous.

Es geht Google also nicht um die Beziehungen der Nutzer untereinander, sondern um Googles Beziehung zu den Nutzern. Das ist wenigstens eine klare Aussage.

Nicht nur in Hamburg sagt man Tschüss.

Suchprotokoll leeren (Google)

Die Electronic Frontier Foundation beschreibt, wie man sein Suchprotokoll bei Google löschen kann. Und warum man das noch heute, vor dem 1. März 2012 tun möchte.

1. https://www.google.com/history aufrufen
2. Einloggen.
3. „Ganzes Webprotokoll entfernen“
4. Dann sollte da stehen: „Ihr Suchprotokoll ist derzeit leer.“

Mehr dazu auch bei Wired.

Sustainable Best Practices for Populating Repositories

Im der ersten Jahreshälfte 2012 wird COAR (Confederation of Open Access Repositories) eine Arbeitsgruppe zur Content-Akquise für Open-Access-Repositories starten. Unter anderem soll es gehen um:

  • Lessons learned: what’s worked and what hasn’t
  • Workflows or strategies to gather content and populate repositories over time.
  • Long-term staffing, operational plans, or campus partnerships that have lead to consistently higher rates of deposit.
  • Automated processes to gather content and populate repositories.
  • Any other long-term activities or operations that resulted in higher levels of article deposit.

[via Birgit Schmidt]

Offenes Köln wurde abgemahnt.

Es gehen gleich mehrere Gespenster im Web umher! Erst das des Webkommunismus, nun das des Datensozialismus! Zur Erklärung: Offenes Köln, ein Open-Data-Portal basierend auf dem Kölner Ratsinformationssystem, wurde wegen eines im Ratsinformationssystem veröffentlichten Kartenausschnitts abgemahnt:

Man möchte, dass ich [der Betreiber] den Kartenausschnitt von offeneskoeln.de entferne, eine Unterlassungserklärung unterzeichne und insgesamt 828 € zahle.

Was hat das mit Datensozialismus zu tun? Nun, da empfehle ich die Kommentare im verlinkten Blog. Zum Beispiel diesen hier.

Ceterum censeo: Nutzt offene Daten!

Live in the library 19: Murzik – unknown song

Murzik call themselves a „Dark Folk / neofolk band formed in Minneapolis, Minneapolis in 2003“. Nine years later they played at the James J. Hill Reference Library. Does anyone know the name of the song? „Book It: The Party“ is only the name of the event.

If you find nice clips of live gigs in libraries please tell me in the comments! All songs will be tagged with „live in the library„.