CfP: Journal of Librarianship and Scholarly Communication

Seeking Submissions for Inaugural Issue of the Journal of Librarianship and Scholarly Communication

The Journal of Librarianship and Scholarly Communication (ISSN 2162-3309) is a quarterly, peer-reviewed, open-access publication for original articles, reviews and case studies that analyze or describe the strategies, partnerships and impact of library-led digital projects, online publishing and scholarly communication initiatives.

The Journal of Librarianship and Scholarly Communication provides a focused forum for library practitioners to share ideas, strategies, research and pragmatic explorations of library-led initiatives related to such areas as institutional repository and digital collection management, library publishing/hosting services and authors’ rights advocacy efforts. As technology, scholarly communication, the economics of publishing, and the roles of libraries all continue to evolve, the work shared in JLSC informs practices that strengthen librarianship. The Journal of Librarianship and Scholarly Communication provides a shared intellectual space for scholarly communication librarians, institutional repository managers, digital archivists, digital data managers and related professionals.

The journal welcomes original research and practitioner experience papers, as well as submissions in alternative formats (e.g. video).

General topics of interest include:
-Scholarly communication
-Open Access
-Library as publisher and library/press partnerships; including, but not limited to:
—Emerging modes and genres of publication
—Organizational and business models
-Policy issues; including, but not limited to:
—Publishing/deposit mandates
—Impact of governmental or institutional policy
—Policy development for library services
-Digital collection management
-Institutional and discipline-specific repositories
-Digital curation
-Technological developments and infrastructure
-Intellectual property
-Resources, skills, and training
-Interdisciplinary or international perspectives on these issues

The inaugural issue of JLSC will focus on the theme of “Defining Scholarly Communication”.

Mehr Infos in der OSS4LIB-Mail von Lisa Schiff und direkt beim JLSC.

Wie wichtig ist Reputation bei der Journal-Wahl?

What factors are important to you when selecting a journal to publish in?

Dies war eine von vielen SOAP-Fragestellungen. Unter anderem wurde direkt gefragt, wie wichtig das Prestige eines Journals für die Entscheidung sei, in welchem Journal man publizieren möchte.

Prestige important?
Extremely important 17633
Important 16041
Less important 1976
Irrelevant 236
NA 7147
Summe 43033

Ein Vergleich aller Antworten sieht folgendermaßen aus:

Etwas übersichtlicher ist folgende Darstellung, für die ich die Antworten in zwei Kategorien unterteilt habe: „extremely important“ und „important“ in eine Kategorie, „less important“ und „irrelevant“ in eine weitere. Da die Zahl derer. die die Fragen nicht beantwortet haben, lag immer in einem recht ähnlichen Bereich (min. 7219, max. 7711) und wurde daher aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen:

Anklicken für Vollansicht!

Prestige ist Publizierenden offensichtlich äußerst wichtig. Auch der hohe Stellenwert des Impact Factors deutet darauf hin.

ChefredakteurIn gesucht für "Information – Wissenschaft & Praxis"

Der Password-Pushdienst weist auf die Suche nach einer neuen Chefredakteurin von „Information – Wissenschaft & Praxis“ hin. Dazu Willi Bredemeier:

In der Tat kann man mit einem ökonomischen Kalkül nicht an eine mögliche Übernahme der Chefredakteurposition herangehen, da wenig mehr als eine Aufwandsentschädigung drin sein dürfte. Aber Reputation wäre sehr wohl zu gewinnen und die Arbeit selbst an der Frontlinie neuer Fragestellungen und in einem Kommunikationszentrum der Branche ist überaus interessant.

Es müsste doch noch Leute in unserer Branche geben, die das redaktionelle Handwerk verstehen und sich intrinsich motivieren lassen! Herr Kollege oder Frau Kollegin, melden Sie sich!

Warum sollte man sich dort melden? Damit man enorm viel Zeit und Arbeit ehrenamtlich in eine Zeitschrift steckt, die nur einer begrenzten Leserschaft zur Verfügung steht?

„Zum Login für DGI-Mitglieder für die Online-Version Information – Wissenschaft & Praxis“

Closed Access in den Bibliotheks- und Informationswissenschaften ist mir bis heute ein Rätsel. Warum sollte man seine Reichweite gerade in diesen Disziplinen grundlos einschränken? Insbesondere das Mitteilungsblatt des DGI sollte völlig selbstverständlich die Speerspitze bei der Wahl der Publikationsformen sein. Stattdessen verweilt man dort im Postkutschenzeitalter und verschickt zweimonatlich die Informationsdepeschen per Droschke an den Kreis der Eingeweihten und Abonnenten. Monika Bargmanns Artikel „Wein predigen und Wasser trinken? Theorie und Praxis von Open Access im österreichischen Bibliothekswesen“ ist immer noch und auch für Deutschland aktuell.

Im Mai 2009 (!) hat Gerhard Fröhlich im Editorial der bislang einzigen OA-Ausgabe der IWP das Wesentliche zum Thema selbst zusammengefasst:

Das Papierjournal ist ein Kind der Postkutschenära und inzwischen überteuer und extrem langsam (bei Topjournalen in der Ökonomie verstreichen fünf bis sieben Jahre zwischen Manuskripteinreichung und Druck). Warum soll das Papierjournal auf ewig das zentrale Medium formaler Wissenschaftskommunikation bleiben? Welche Nachteile haben Papierpublikationen, welche Vorteile bieten digitale Technologien in Forschungs- und Wissenschaftskommunikation oder bei der Bekämpfung von Plagiat, Betrug und Täuschung? Es gibt „goldene“ und „grüne“ Wege zu Open Access, und vieles geschieht überhaupt informell im Verborgenen: Wie informieren sich WissenschaftlerInnen wirklich? Lesen sie überhaupt wissenschaftliche Zeitschriften und Bücher in Papierform, oder besorgen sie sich alle Informationen per E-Mail-Anfrage von den AutorInnen selbst? Wie arbeiten erfolgreiche E-Journals oder E-Archive (Closed oder Open Access)? Welche Finanzierungsmodelle bieten sich an? Welche organisatorisch-technischen Möglichkeiten haben wissenschaftliche Gesellschaften zur Förderung rationaler und rationeller Kommunikation? Open Access würde die Realisierung von Sir Karl Poppers wissenschaftstheoretischer Forderung nach der Öffentlichkeit aller wissenschaftlichen Methoden, nach „rücksichtsloser“ Kritik und kognitiver Konkurrenz erleichtern.

Die richtigen Fragen sind gestellt, die passenden Antworten sicherlich gefunden. Die Umsetzung jedoch lässt auf sich warten. Knapp 2 Jahre hätten eigentlich reichen müssen, um den Wandel zu vollziehen.

QR-Codes: weitere Anwendungsmöglichkeiten

Schon der wohl bekannteste QR-Code-Generator von Kaywa bietet an, verschiedenartige Informationen (URL, Text, Phone Number, SMS) zu kodieren. Es sind jedoch noch viele weitere Anwendungen denkbar. Eine davon ist die Kodierung von Calendar-Events. Dafür bietet der ZXING QR-Generator eine Maske, die auf Googles Chart API aufsetzt.

Gibt man die gewünschten Daten ein, so produziert Google Charts zum Beispiel diesen QR-Code:

Nutzt man ein entsprechend ausgestattetes Smartphone, erhält man nach Einlesen des QR-Codes nicht nur die Daten des Events, sondern auch die Möglichkeit, dies dem eigenen Kalender hinzuzufügen. Klingt großartig, funktioniert nur leider auf vielen Geräten nicht. Zumindest war dies der Stand vor ca. einem Jahr. [1] Neuere Erkenntnisse bitte in die Kommentare! Daher – und weil wir noch keine Möglichkeit sehen, die Kalender-Informationen mit einer Anmeldung per E-Mail zu verknüpfen [2] Dies könnte auf einer speziell angereicherten mobiltauglichen Webseite kombiniert werden. Interessanter wäre jedoch eine Kombination in einem QR-Code. - setzen wir in der Bibliothek der Fachhochschule Hannover bislang auch nur Links auf Webseiten mit weiterführenden Informationen ein.

Über den ZXING-Generator sind auch andere Inhalte kodierbar. Zum Beispiel die Geokoordinaten der Bibliothek der FH Hannover:

Auch Kontaktdaten und weitere Informationen sind denkbar. Dies sind mehr oder weniger alles Anwendung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Die hinter QR stehende Idee der Verknüpfung von virtueller und „echter“ Welt bietet gerade in Bibliotheken jedoch weitaus spannendere Anwendungen. Zum Beispiel die schon erwähnte Anwendung des Smartphones als Ausweisersatz. Oder natürlich die Verknüpfung der physischen Bestände mit E-Books oder E-Journals. Ein kleiner Aufkleber mit dem QR-Code könnte im Präsenz-Exemplar eines Buches auf parallel verfügbare Online-Ausgaben hinweisen.

References

References
↑1 Neuere Erkenntnisse bitte in die Kommentare!
↑2 Dies könnte auf einer speziell angereicherten mobiltauglichen Webseite kombiniert werden. Interessanter wäre jedoch eine Kombination in einem QR-Code.

How German librarians communicate (not)

Die wurde als Gastposting für Peter Alsbjers blogg geschrieben. Peter, der übrigens vor fast drei Jahren hier ein Gastposting in der LibWorld-Reihe zur Biblioblogosphäre Schwedens veröffentlichte, hatte mich dazu eingeladen, über the status of the German biblioblogosphere or anything else of interest zu schreiben. Dies ist dabei herausgekommen. Diskussion bitte in Peters Blog!
„How German librarians communicate (not)“ weiterlesen

Ein paar Wahrheiten über den Impact Factor

Im einem Posting über den Impact Factor fragt Frances Scientist: Who are you bullshitting?

Ein paar Zitate:

The impact factor frenzy has generated a class system in science where publication in a journal with the glossiest cover page has become the ultimate goal of the scientist.

The impact factor sickness has not only caught the scientists, it has also affected the morale of major hard-core science journals

Impact factor is a crutch that is most often used by impotent, unimaginative and incompetent committees in the academic institutions for recruitment, promotions, and fiscal matters.

Der ganze Artikel ist höchst lesenswert, also nichts wie hin!

Ebenfalls zum Thema: Show me the data von Mike Rossner, Heather Van Epps und Emma Hill.

It became clear that Thomson Scientific could not or (for some as yet unexplained reason) would not sell us the data used to calculate their published impact factor. If an author is unable to produce original data to verify a figure in one of our papers, we revoke the acceptance of the paper. We hope this account will convince some scientists and funding organizations to revoke their acceptance of impact factors as an accurate representation of the quality—or impact—of a paper published in a given journal.

[beide Hinweise via @lambo]

Kritik der Informationswissenschaft I + II von Willi Bredemeier

Die beiden Kritiken der Informationswissenschaft (Teil 1, Teil 2) von Willi Bredemeier wurden schon von Ben Kaden (direkt zum PDF) und Jakob Voss aufgegriffen und ihrerseits kritisiert.

Ben Kaden [1]Wenn ich Ben Kaden hier zitiere, meine ich immer den in Libreas erschienenen Kommentar „Die sogenannte Geisteswissenschaft: Willi Bredemeiers Kritik der Informationswissenschaft misstönt schon … Continue reading greift viele Schwachstellen auf, unter anderem auch die grundsätzliche Position Bredemeiers als „exogener“ Kritiker. Wer sich dafür und für die diskussionswürdige Einstufung der Informationswissenschaft als Geisteswissenschaft interessiert, möge direkt dort (im oben verlinkten PDF) weiterlesen. Dort sind auch verschiedene andere Punkte aufgelistet, denen ich weitgehend zustimmen kann.

Stichpunktartige zusätzliche Anmerkungen:

  • II.1.1: Nach dem gesellschaftlichen Nutzen zu fragen und dabei die Funktion der Informationswissenschaft als „Berufsschule“ auszuklammern, scheint mir nicht redlich zu sein. Dieser Funktion wird innerhalb der Studiengänge eine so bedeutende Stellung eingeräumt, dass mancherorts kaum noch etwas anderes stattfindet.
  • II.1.2: Bredemeier behauptet, dass das „Heranziehen von Gesichtspunkten des Gemeinwohls als ‚Spinnertum‘ abgestraft“ würde. Wer macht das? Wo ist das der Fall? Die Nützlichkeit für die Gesellschaft, für das Gemeinwohl ist allgegenwärtig, wenn man über Open Access, über Informationskompetenz oder eine flächendeckende Informationsversorgung diskutiert.
  • Im selben Absatz fragt er: „Sind die grundlegenden Fragen unserer Branche nicht zu wichtig, als dass man sie ausschließlich der Informationswissenschaft überlässt?“. Viele grundlegende Fragen werden schon außerhalb der Disziplin beantwortet, wenn man so möchte. Zumindest sehe ich auf Tagungen und in Fachzeitschriften immer wieder Beiträge von beispielsweise Informatikern oder Juristen, die Antworten auf informationswissenschaftliche und -praktische Fragen geben.
  • II.1.3: Ben Kaden hat es schon aufgegriffen, aber dies stach mir so sehr ins Auge, dass ich es nochmal erwähne. „Allerdings haben sich weder Thomson Reuters noch die Wissenschaftsgemeinschaft die Frage gestellt, ob das Reputationssystem der Scientific Community funktionstüchtig ist.“
    Dass der Impact Factor kaum mehr als eine Krücke ist, ist wohl den meisten Wissenschaftlern, aber zumindest fast allen Bibliothekswesen durchaus bewusst. Nicht umsonst gibt es zahllose Versuche, ihn durch bessere bibliometrische Verfahren abzulösen. Auch die Diskussion über die Zulässigkeit dieser Quantifizierung wissenschaftlicher Qualität überhaupt ist weder neu noch im Geheimen erfolgt.
  • II.2.1:

    Das vielfach behauptete Kompetenzgefälle zwischen Wissenschaft und Praxis besteht in der Informationswissenschaft kaum.

    Bredemeier beschreibt dann, dass das Gefälle kaum existiert. Wer behauptet es denn?

  • II.5:

    Sollte es dennoch in mindestens einem Fall zu einer nachhaltigen Bereicherung der Entwicklung in Wissenschaft oder Praxis durch die Kommunikation und Kooperation miteinander gekommen sein, so sind diese ein Geheimnis geblieben.

    Kooperationen und gegenseitige Beratung sind mir beispielsweise aus dem Umfeld der Open-Access-Projekte bekannt. Diese Projekte sind schon von ihrer Ausrichtung an der Nahtstelle zwischen Grundlagen und Anwendung angesiedelt. Zum Beispiel OA-Statistik. Dort müssen werden alternative bibliometrische Verfahren untersucht. Ohne konkrete Einbindung von Praktikern (Repositoriums-Management, Autorenbetreuung, etc.) wäre das Projekt jedoch gar nicht denkbar. Ein richtiger und wichtiger Punkt ist allerdings im letzten Nebensatz versteckt: Die Projekte kommunizieren zu wenig mit der fachpraktischen Öffentlichkeit, in diesem Fall also z.B. den gemeinen Bibliothekswesen. Aber auch dies ist den Akteuren inzwischen bekannt und erfährt hoffentlich in näherer Zukunft eine Besserung.

Damit sind wir beim zweiten Teil angelangt.

  • III: Und gleich zu Beginn wird ein ganz grobes Mißverständnis angesprochen. Bredemeier schreibt:

    Nach dem Selbstverständnis der Wissenschaft werden Erkenntniszuwächse in Zeitschriftenbeiträgen und auf Tagungen kommuniziert.

    Wäre dies so, würde es nicht zu ausufernden Diskussionen über Fachkommunikation hier und in zahlreichen anderen Blogs kommen, von der Einrichtung eines Blogs zur Zukunft des wissenschaftlichen Journals ganz zu schweigen. Jakob Voss schrieb auch, dass die Rezeption der „Kritik der Informationswissenschaft“

    nicht bzw. für Abbonnenten bislang nur teilweise online frei verfüg- und verlinkbar [sei]. Dies mag ein Grund sein, weshalb er in der Biblioblogosphäre noch nicht rezipiert wurde.

    Wer in Printzeitschriften schreibt, wird nur von Abonnenten gelesen. Die Debatte über die verschiedenen Arten der Fachkommunikation möchte ich hier nicht wieder anstoßen. Aber nicht nur diese Diskussion deutet auf einen Paradigmenwechsel in der Fachkommunikation hin. Auch der Erfolg des Bibcamps ist ein eindeutiges Signal, dass es bessere Kanäle für die Verkündigung von Projekt- und Forschungsergebnissen gibt als Konferenzen. Die gemeinsame Zeit kann man (je nach Gusto und Veranstaltung: manchmal/häufig/oft/immer) sinnvoller durch Kommunikation miteinander füllen, statt nur einem Referenten zuzuhören.
    Wie erwähnt: diese Diskussion ist zu groß und zu grundsätzlich, um sie hier noch einmal neu zu beginnen.

  • IV.2: Sehr richtig ist Bredemeiers Kritik zur Einteilung der Arbeiten in Sonderkategorien wie „Doktoranden-Vorträge“ oder „Studentenpräsentationen“.

    Nicht, dass es für Tagung und Reader keine schlechtere Lösung hätte geben können. Diese hätte darin bestanden, dass man Doktoranden und Studenten überhaupt keine Chance zu einem Auftritt in Konstanz mit anschließender Veröffentlichung gegeben hätte.

    Wie kann der gelungene Kompromiss zwischen Nachwuchsförderung und hohem wissenschaftlichem Anspruch einer Tagung aussehen?

  • IV.3.1: Kritisiert wird die Nennung der Mitglieder des Programmkommitees inkl. Titel.

    Besser als eine Auflistung von Titeln wäre die Angabe wissenschaftlicher Thesen gewesen, die die Mitglieder des Programmkomitees vertreten. Auf diese Weise wäre von vornherein ein Bezug zwischen Wissenschaftlern und ihren informationswissenschaftlichen Thesen sichergestellt und ein Interesse an einer inhaltlichen Thematik deutlich geworden.

    Wie soll das aussehen? „Lisa Lustig vertritt These A und B mit der Einschränkung, dass…“? Für die inhaltliche Diskussion ist m.E. die Konferenz und der Tagungsband zuständig. Die Nennung der Titel mag überflüssig sein, das Aufführen inhaltlicher Standpunkte ist jedoch zu komplex und somit fehleranfällig. Ausdiffernzierte Positionen müssten dadurch weit verkürzt werden, nur damit sie in einem Personenverzeichnis aufgeführt werden können.

  • IV.3.2:

    An dem Programmkomitee fällt seine ungeheuerliche Größe auf. Wer einmal selbst Veranstaltungen organisiert hat, weiß, dass es auf kleine schlagkräftige Teams ankommt, wenn man ein Mindestmaß an Effizienz und eine Erfüllung des Tagungsziels sicherstellen will.

    Das ist eine sehr subjektive Kritik. Sie hat auch mit der inhaltlichen Arbeit des Komitees nichts zu tun.

  • IV.3.3:

    An dem Programmkomitee fällt zusätzlich die extreme Konzentration auf den Hochschulbereich auf.

    Ist das verwunderlich? Woher sollen die Angehörigen des Komitees denn sonst kommen? Bei einer Tagung über die Erdölförderung in der Tiefsee würde die Beteiligung der fördernden Gesellschaften das Vertrauen in die Parteilosigkeit der ausgewählten Referenten nicht unbedingt steigern. Wie es um von Pharma-Konzernen (mit)organisierte Tagungen und Zeitschriften steht, ist allgemein bekannt, ebenso die regelmäßig wiederkehrenden Skandale. Als Referenten sind Industrievertreter auf fast allen von mir besuchten Konferenzen vertreten gewesen. Kürzlich auf den OA-Tagen haben de Gruyter und Springer ihre Open-Access-Strategien vorgestellt. Das ist für niemanden ein Problem. Im Gegenteil, es bereichert beide Seiten. Wäre einer der Referenten jedoch im Komitee gewesen, wäre er vielleicht in die mißliche Lage gekommen, über die Annahme eines direkten Konkurrenten mitentscheiden zu müssen.
    Objektive Auswahl und Bewertung von Fachbeiträgen ist schon schwierig genug, wenn „nur“ Faktoren wie Zu- oder Abneigung, fachliche Konkurrenz zwischen Instituten und ähnliches hineinspielt. Wirtschaftliche Konkurrenz macht dies m.E. schwer bis unmöglich. [2]Über die Schwierigkeiten der Verflechtung von Industrie und Wissenschaft wird regelmäßig und polemisch im Blog Forschungsmafia berichtet. Dort fand ich auch den Hinweis auf einen DLF-Beitrag von … Continue reading

Fazit

Es finden sich bestimmt noch weitere kritikwürdige Punkte in diesen beiden, und sicherlich auch in den noch folgenden Teilen der „Kritik an der Informationswissenschaft“. Aber auch wenn mein Posting hier vielleicht so anmuten mag, soll es keineswegs ein Verriß sein! Kaden schreibt:

Die „Kritik der Informationswissenschaft“ ist angesichts der Unklarheit über den Status des Fachs, die gerade der Text Willi Bredemeiers offenbart, mehr als notwendig. Insofern ist er als Impuls wichtig.

Selbst wenn man den Status selbst nicht für wichtig erachtet, bleiben genug Punkte, die diskutiert werden können. Bredemeiers Verdienst ist nicht, Antworten gefunden zu haben. Doch zumindest teilweise stellt er die richtigen Fragen, oder anders: falsche Gewissheiten in Frage. Die Diskussion über Ziele und Methoden der Informationswissenschaften muss stattfinden und ich bin schon gespannt auf die weiteren Teile dern „Kritik“. Vielleicht führen sie ja auch dazu, dass aus Password ein Journal wird, dass die Informationswissenschaft nicht nur diskutiert, sondern auch selbst dem Stand der Forschung entspricht. [3] Diese Diskussion bitte hier führen: http://beyondthejournal.net/ und insbesondere die Kriterien für ein informationswissenschaftliches Journal der Zukunft lesen! Dies nur als Anregung eines interessierten und besorgten Informationspraktikers mit Common Sense.

References

References
↑1 Wenn ich Ben Kaden hier zitiere, meine ich immer den in Libreas erschienenen Kommentar „Die sogenannte Geisteswissenschaft: Willi Bredemeiers Kritik der Informationswissenschaft misstönt schon bei der Ouvertüre“ (PDF)
↑2 Über die Schwierigkeiten der Verflechtung von Industrie und Wissenschaft wird regelmäßig und polemisch im Blog Forschungsmafia berichtet. Dort fand ich auch den Hinweis auf einen DLF-Beitrag von Philip Banse, in dem über die Probleme wirtschaftsfinanzierter Forschung gesprochen wird.
↑3 Diese Diskussion bitte hier führen: http://beyondthejournal.net/ und insbesondere die Kriterien für ein informationswissenschaftliches Journal der Zukunft lesen!

Wie werden E-Journals von Wissenschaftlern genutzt?

Das Research Information Network hat die Nutzung von E-Journals (am Beispiel der Oxford Journals) untersucht: „The e-journals revolution: how the use of scholarly journals is shaping research“. Die Kernpunkte:

  • One third of users access Oxford Journals outside business hours
  • Around 40% of sessions originated from a Google Search
  • Most users spend little time on journal webpages, but return often
  • The median age of articles was 48 months (life sciences), 73 months (economics), and 90 months (history)
  • Life sciences users rarely read abstracts on publisher platforms

Detailliertere Informationen im Blog von Martin Fenner.

Elseviers Artikel der Zukunft

Cell Press und Elsevier arbeiten an einer verbesserten Präsentation wissenschaftlicher Publikationen im Netz, genauer gesagt am Article of the Future. Dies soll unter anderem beinhalten:

* A hierarchical presentation of text and figures so that readers can elect to drill down through the layers of content based on their level of expertise and interest. This organizational structure is a significant departure from the linear-based organization of a traditional print-based article in incorporating the core text and supplemental material within a single unified structure.
* A graphical abstract allows readers to quickly gain an understanding of the main take-home message of the paper. The graphical abstract is intended to encourage browsing, promote interdisciplinary scholarship and help readers identify more quickly which papers are most relevant to their research interests.
* Research highlights provide a bulleted list of the key results of the article.
* Author-Affiliation highlighting makes it easy to see an author’s affiliations and all authors from the same affiliation.
* A figure that contains clickable areas so that it can be used as a navigation mechanism to directly access specific sub-sections of the results and figures.
* Integrated audio and video let authors present the context of their article via an interview or video presentation and allow animations to be displayed more effectively.
* The Experimental Procedures section contains alternate views allowing readers to see a summary or the full details necessary to replicate the experiment.
* A new approach to displaying figures allows the reader to identify quickly which figures they are interested in and then drill down through related supplemental figures. All supplemental figures are displayed individually and directly linked to the main figure to which they are related.
* Real-time reference analyses provide a rich environment to explore the content of the article via the list of citations.

[via ReadWriteWeb]