Google Buzz

Googles neuestes Heilsversprechen, Google Buzz im Werbevideo:

Mehr Infos bei Heise und vor allem in diesem dazugehörigen Foren-Posting von paedubucher. Für mich kommt es schon deswegen nicht in Frage:

google_buzz

Ich entscheide gerne selbst, mit wem ich in welchem Medium Kontakt aufnehme. Ich habe irgendwann jemandem eine Mail geschrieben, und schon stehe ich mit ihm oder ihr in „Buzz“-Kontakt? So etwas als Default-Einstellung anzubieten ist absurd.

Mehr Kritik gibt es hier und hier und (naja) hier und hier und …

HTML 5 vs. Flash, H.264 vs. Theora

HTML 5 ist (oder wird?) eine Weiterentwicklung von HTML. Eine der Zielsetzung bei der Entwicklung war es, „Schnittstellen zur Arbeit mit verknüpften Multimediainhalten zu schaffen“ (Wikipedia). ReadWriteWeb sagt nun schon etwas vollmundig den Untergang von Flash voraus.

Fakt ist: Videos können mit HTML 5 einfacher eingebunden werden als zuvor. Wer sich für die Technik interessiert, mag sich mal den Quelltext dieses Demos ansehen.

Ein anderes schönes Anwendungsbeispiel für HTML 5 ist die HTML 5 Drum Machine von Random Thinking. Damit kann man mit ein bißchen herumklicken zum Beispiel sowas komponieren. Eigenkompositionen werden in den Kommentaren gerne entgegen genommen!

Auch Youtube setzt auf HTML 5. Leider zeitgleich auch auf auf den proprietären (und kostspieligen) Video-Codec H.264 statt eines offenen Formats wie z.B. Theora. Daher bleibt der Firefox erst einmal ausgeschlossen. Dies widerspricht übrigens der offiziellen Google-Politik in Sachen „offene Standards“:

Open will win. It will win on the Internet and will then cascade across many walks of life: The future of government is transparency. The future of commerce is information symmetry. The future of culture is freedom. The future of science and medicine is collaboration. The future of entertainment is participation. Each of these futures depends on an open Internet.

File under „Sonntagsrede“? Mal sehen, was sich nun entwickelt. Die Reaktionen der Youtube-Fans scheinen größtenteils nicht besonders begeistert auszufallen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Youtube freiwillig auf geschätzte 25-30% der Surfer verzichten möchte. Verbreitung = Werbung = Geld. Eine einfache Rechnung, die den Google-Verantwortlichen auch schon durch den Kopf gegangen sein wird.

Themen der Enquête-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft"

Netzpolitik.org macht auf die angekündigte Enquête-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ aufmerksam. Mitglieder werden je 13 Sachverständige und 13 Mitglieder des Bundestages sein:

  • 5x CDU
  • 3x SPD
  • 2x FDP
  • 2x Linke
  • 1x Grüne

Es sind verschiedene Themen angekündigt. Eine Auswahl:

  • Stärkung des Bewusstseins für den Wert geistigen Eigentums
  • Maßnahmen zur digitalen Sicherung des kulturellen Erbes und seiner Nutzung
  • Förderung der Medienkompetenz, Medienerziehung in Schule, Hochschule sowie Aus- und Weiterbildung
  • Internationale Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft
  • Strategien zur Überwindung der digitalen Spaltung (Digital Divide)
  • Initiativen zum freien Zugang zu den Ergebnissen staatlich finanzierter Forschung (Open Access)
  • Weiterentwicklung und Definition offener Standards und Normen
  • Weiterentwicklung der staatlichen Dienstleistungen (eGovernment)
  • Strategien für einen freien Zugang zu staatlichen Informationen (Open Data)

Auswahl und Hervorhebungen von mir, die komplette Liste entnehme man bitte dem Netzpolitik-Posting.

Neuer Prof. in Potsdam: Felix Sasaki

Am 26. Februar wurde Dr. Felix Sasaki vom W3C die Berufungsurkunde zum Professor der Fachhochschule Potsdam von Staatssekretär Dr. Komusiewicz im Minsiterium für Wissenschaft, Forschung und Kultur überreicht.

Er wird im Fachbereich Informationswissenschaften den Bereich inhaltliche Erschließung verstärken und mit seinen langjährigen Erfahrungen am W3C fruchtbaren Input auf die eine oder andere Weise bringen. Tim Berners-Lee (der Erfinder des WWW und Chef im W3C) lässt ihn sicher ungern gehen.

Webtechnologie und vor allem Metadaten zur Steuerung und Strukturierung des Web werden immer wichtiger in allen drei Berufsfeldern des Fachbereichs. Prof. Sasaki rundet damit das Bild ab, das die drei „Überlastprofessuren“ mit den weiteren Themengebieten: Elektronisches Publizieren/Dokumentenmanagement und Webtechnologie/Semantic Web Anwendungen als neue Facette unserem Lehr- und Forschungsprofil hizufügen.

Mehr über Felix Sasaki gibt’s beim W3C. Er hat auch mal getwittert(?).

[via]

Was ist ein offener Standard?

Heise: Definition offener Standards in der EU weiter umkämpft

Interessanter Artikel, der die verschiedenen Positionen darlegt hinsichtlich der Frage, wann ein Standard wirklich offen ist.

In der einen Ecke des Rings befindet sich z.B. Association for Competitive Technology (ACT) oder die European Information, Communications and Consumer Electronics Technology Industry Association (EICTA). Sie bevorzugen …

die Bedingung einer alleinigen „RAND“-Lizenzierung (Reasonable And Non-Discriminatory) Demnach müssen Anwender für die Nutzung eines derart lizenzierten Standards üblicherweise Geld zahlen oder sonstige Leistungen erbringen, was aber wiederum als nicht vereinbar mit den Prinzipien freier Software gilt. Auch die Business Software Alliance (BSA), der Konzerne wie Apple, Intel, Microsoft oder SAP angehören, vertritt diese Forderung.

Auf der anderen Seite findet sich ein buntes Sammelsurium der verschiedenster Open-Source-Verfechter, unter anderem das Bündnis No OOXML oder Red Hat.

Eine meines Erachtens gute (also auch dem Laien verständliche) Definition freier Standards findet sich bei der Free Software Foundation Europe:

Ein Offener Standard bezieht sich auf ein Format oder Protokoll, das

1. einer vollständig öffentlichen Bewertung und Nutzung ohne Hemmnisse auf eine für alle Beteiligten gleichermaßen zugänglichen Weise unterliegt,
2. ohne jegliche Komponenten oder Erweiterungen ist, die von Formaten oder Protokollen abhängen, die selbst nicht der Definition eines Offenen Standards entsprechen,
3. frei ist von juristischen oder technischen Klauseln, die seine Verwendung von jeglicher Seite oder jeglichem Geschäftsmodell einschränken,
4. unabhängig von einem einzelnen Anbieter geleitet und weiterentwickelt wird in einem Prozess, der einer gleichberechtigten Teilnahme von Wettbewerbern und Dritten offen steht,
5. verfügbar ist in verschiedenen vollständigen Implementierungen von verschiedenen Anbietern oder als vollständige Implementierung gleichermaßen für alle Beteiligten.

Document Freedom Day

Briefmarke: Just My 2 Cents For Document Freedom

Heute ist der Tag der Dokumentenfreiheit. Was es nicht alles gibt…

Document Freedom Day (DFD) is a global day for document liberation. It will be a day of grassroots effort to educate the public about the importance of Free Document Formats and Open Standards in general.

Complementary to Software Freedom Day, we aim to have local teams all over the world organise events on the last Wednesday of March. 2008 is the first year that Document Freedom Day is being called for, and we are looking for people around the world who are willing to join the effort.

DFD’s main goals are:

  • promotion and adoption of free document formats
  • forming a global network
  • coordination of activities that happen on 26th of March, Document Freedom Day

Once a year, we will celebrate Document Freedom Day as a global community. Between those days, DFD will be focused on facilitating community action and building awareness for issues of Document Freedom and Open Standards.

[Quelle, Bild von Loana(CC)]