The Public Domain Manifesto

Aus dem Kooptech-Blog

Das neue “Public Domain Manifesto” erinnert daran, dass Wissen verbreitet werden muss – und dass die Prinzipien der Offenheit und Freiheit gepflegt werden müssen, damit das Teilen und Fruchtbarmachen von Wissen auch klappt.

Hier geht’s zum Manifest (in verschiedenen Übersetzungen), hier direkt zur Unterzeichnung.

Manifest der kulturellen Allmende – The Public Domain Manifesto

Entstanden im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten thematischen Forschungsnetzwerks COMMUNIA.
Deutsche Fassung vom 26. Januar (Übersetzung durch Christian Hufgard und Klaas Schmidt)
„The Public Domain Manifesto“ weiterlesen

Freie bibliographische Daten vom CERN

Die CERN-Bibliothek hat ihre bibliographischen Daten zum Download zur Verfügung gestellt.

The actual data export is from 6.12.2009. We are working on providing regular updates. The Data is provided in zipped MARCXML. We are working on providing other formats, specialy RDF.

For a Z39.50 access to the data it will be soon integrated into biblios.org. The Open Library Project will also integrate the data soon.

Mehr dazu auch in der dazugehörigen Ankündigung oder im schmissigen „Videoclip zum Download“:

Alle verfügbaren Daumen hoch, Patrick! Endlich setzt jemand die Forderung nach Open Access zu bibliographischen Daten (Open Bibliographic Data) in die Tat um. Die Pionierleistung ist geschafft, die gewählte Lizenz (CC0 und Public Domain Dedication) kann besser nicht sein. Gerüchteweise wollen einige Bibliotheken in Kürze folgen.

Und nun bin ich gespannt, was mit den Daten gemacht wird.

Repository-Software IR+

Logo IR+Der Chronicle of Higher Education berichtet über die neue Repository-Software IR+ der University of Rochester.

The idea is to get professors and graduate students to contribute their papers and dissertations to the repository by combining it with a Web-based workspace that accomplishes lots of other stuff they need to write up that research. Stuff like creating folders, managing files, and collaborating with colleagues. Also, they get to showcase their work on customized “researcher pages.”

Wie wichtig Funktionen wie personalisierbare Seiten sind, wurde hierzublog nun schon oft genug erwähnt. Und in Rochester kann man sich nun am praktischen Beispiel ansehen. Open Access kommt nur voran, wenn die Server den Wissenschaftlern handfesten Mehrwert bieten. Repository-Entwickler, sehr Euch IR+ bitte genau an! Das Repository selbst muss diese Funktionalitäten nicht unbedingt anbieten, aber die Schnittstellen dafür müssen geschaffen und gut dokumentiert werden. Mehr zum Thema Schnittstellen (Serviceorientierte Architektur) übrigens aktuell im Jakoblog.

Helfer für Haiti gesucht

Auch die Bibliotheken in Haiti haben unter dem Erdbeben gelitten.

[via un petit cabanon]

Der BIB hat dazu nun einen Brief der Association of National Committees of the Blue Shield (ANCBS) veröffentlicht, in dem Freiwillige zur Mitarbeit bei der Wiederherstellung der Bibliotheken auf Haiti aufgerufen werden:

The Association of National Committees of the Blue Shield (ANCBS) wants to help the people of Haiti.

The earthquake in Haiti of 12th January has caused an enormous devastation. The amount of people that lost their lives is beyond imagination. At the moment basic humanitarian aid and the rebuilding of a functioning infrastructure is crucial.

However, as soon as the situation in Haiti has become more stable, Blue Shield wants to help to enable experts from all over the world to support their Haitian colleagues in assessing the damage to the cultural heritage and therefore to the identity of their country. Subsequently, Blue Shield wants to support recovery, restoration and repair measures necessary to rebuild libraries, archives, museums, monuments and sites.
An important task of ANCBS is to coordinate information. ANCBS needs to know who and where the experts are. ANCBS therefore calls upon archivists, restorers, curators, librarians, architects and other experts to register online as a volunteer.

ANCBS wants to be able to bring experts in contact with those organizations that will send missions to Haiti, and make sure that volunteers will be informed about the situation in Haiti.

Please join Blue Shield to help your Haitian colleagues.

You may find the application form via: http://haiti2010.blueshield-international.org/

The statement of Blue Shield on the Haitian earthquake.

The actions of Blue Shield can also be followed on Facebook and Twitter

Please feel free to spread this message!

On behalf of ANCBS,
Karl von Habsburg, President

Weitere Infos gibt es vom BIB.

SuMa-Awards 2010

Auch 2010 wird der SuMa-Award auf’s Neue vergeben.

Mit einem Marktanteil von über 90% hat ein einziger Anbieter in Deutschland das Quasi-Monopol auf den Zugang zu den Informationen im Internet. Welche Nutzerdaten erfasst und für welche Zwecke diese verwendet werden lässt sich nicht nachvollziehen. Von einem freien, pluralistischen und demokratischen Zugang zum Wissen im Netz kann schon lange nicht mehr die Rede sein.

Mit den SuMa Awards wollen wir ein deutliches Zeichen gegen diese Entwicklung setzten und zugleich für Aufklärung sorgen. Der SuMa-eV spricht zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Internet-Portale (BDIP) all diejenigen an, die sich mit dem Einfluss digitaler Informationen auf unsere Gesellschaft konstruktiv auseinandersetzen, sei es künstlerisch, wissenschaftlich, journalistisch, pädagogisch, technisch, im familiären Alltag oder auf jede beliebige andere Art und Weise.

Unser Ziel ist es, die Bedeutung der Informationserschließung für die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft in das Bewusstsein und den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Die Verleihung der SuMa Awards unterliegt keiner thematischen Einschränkung. Eingereichte Arbeiten können ihre Botschaft beispielsweise in künstlerischer, wissenschaftlicher, programmierter, literarischer, juristischer oder medialer Form ausdrücken – aufklärend, provokativ, veranschaulichend etc. Beispiele und Inspiration finden Sie unter unseren bisherigen Preisträgern sowie in unserer Projektgalerie.

Jede/r kann sich beteiligen: Reichen Sie Ihre Vorschläge einfach per E-Mail an awards@suma-ev.de ein.

Jeder SuMa-Award ist mit 2000-3000 Euro dotiert. Einsendeschluß ist der 30.6.2010. Auf den SuMa-Seiten gibt es weitere Informationen zur Teilnahme.

Weblog der Hamburger Lehrerbibliothek

Es ist ja immer schön, wenn man sieht, wie aus einem Workshop praktische Ergebnisse erwachsen. Neuestes Beispiel eines Workshops zu „Web 2.0 in Behördenbibliotheken“ ist das Weblog Bibliothek des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg: Newslog Hamburger Lehrerbibliothek.

Zwei Einträge gibt es schon, unter anderem wird auf den kostenfreien Zugang zur Literaturdatenbank FIS Bildung hingewiesen.

HTML 5 vs. Flash, H.264 vs. Theora

HTML 5 ist (oder wird?) eine Weiterentwicklung von HTML. Eine der Zielsetzung bei der Entwicklung war es, „Schnittstellen zur Arbeit mit verknüpften Multimediainhalten zu schaffen“ (Wikipedia). ReadWriteWeb sagt nun schon etwas vollmundig den Untergang von Flash voraus.

Fakt ist: Videos können mit HTML 5 einfacher eingebunden werden als zuvor. Wer sich für die Technik interessiert, mag sich mal den Quelltext dieses Demos ansehen.

Ein anderes schönes Anwendungsbeispiel für HTML 5 ist die HTML 5 Drum Machine von Random Thinking. Damit kann man mit ein bißchen herumklicken zum Beispiel sowas komponieren. Eigenkompositionen werden in den Kommentaren gerne entgegen genommen!

Auch Youtube setzt auf HTML 5. Leider zeitgleich auch auf auf den proprietären (und kostspieligen) Video-Codec H.264 statt eines offenen Formats wie z.B. Theora. Daher bleibt der Firefox erst einmal ausgeschlossen. Dies widerspricht übrigens der offiziellen Google-Politik in Sachen „offene Standards“:

Open will win. It will win on the Internet and will then cascade across many walks of life: The future of government is transparency. The future of commerce is information symmetry. The future of culture is freedom. The future of science and medicine is collaboration. The future of entertainment is participation. Each of these futures depends on an open Internet.

File under „Sonntagsrede“? Mal sehen, was sich nun entwickelt. Die Reaktionen der Youtube-Fans scheinen größtenteils nicht besonders begeistert auszufallen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Youtube freiwillig auf geschätzte 25-30% der Surfer verzichten möchte. Verbreitung = Werbung = Geld. Eine einfache Rechnung, die den Google-Verantwortlichen auch schon durch den Kopf gegangen sein wird.

Vorschläge für die Enquête-Kommission zum Urheberrecht

Der Telemedicus nennt mit Bezug auf die einzurichtende Enquête-Kommission Internet und Digitale Gesellschaft verschiedene Themenfelder im Bereich Urheberrecht, die diskutiert werden müssten. Darunter unter anderem die Problematik der verwaisten Werke, die momentan praktisch jeder legalen Verwertung entzogen sind.

Gerade im Buchbereich gibt es viele Werke, die zwar grundsätzlich noch urheberrechtlich geschützt sind, bei denen sich der Urheber aber nicht oder nicht mehr auffinden lässt (sog. „verwaiste Werke”). Problematisch ist dies im Bereich der weiteren Erschließung für die breite Öffentlichkeit. Derartige Werke können nicht ohne weiteres neu aufgelegt werden, auch das Digitalisieren und die digitale Verbreitung sind ohne das Risiko einer Rechtsverletzung oft nicht möglich. Hier stellt sich die Frage, ob ein neues Verfahren eingeführt werden sollte, welches eine solche Nutzung grundsätzlich ermöglicht. Zu denken ist dabei etwa an eine treuhänderische Wahrnehmung von Rechten des Urhebers durch Verwertungsgesellschaften, sofern der Urheber nicht auffindbar ist. Eine solche Regelung würde zum Beispiel den Aufbau digitaler Kataloge deutlich vereinfachen.

Wünschenswert wäre in diesem Zusammenhang eine radikale Verkürzung der Schutzfristen. Würde man sie ausgehend vom Datum der Erstveröffentlichung berechnen, käme man sehr einfach um diese Problematik herum. Aber dies ist angesichts der politisch gewollten finanziellen Absicherung der Autoren-Enkel nicht in Sicht.

Zum Themenfeld Open Access heißt es:

Mehrfach wurde in der Vergangenheit gefordert, dass wissenschaftliche Veröffentlichungen frei zugänglich gemacht werden sollen („Open Access”). Begründet wird dies unter anderem damit, dass diese Werke meist bereits in ihrer Entstehung mit staatlichen Mitteln gefördert wurden. Eine darüber hinaus gehende Vergütung sei deshalb unverhältnismäßig und schade der freien Verbreitung von öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen. Dem stehen einige Wissenschaftler skeptisch gegenüber. Open Access könne demnach nicht nur zu einer „Enteignung” der Urheber führen, sondern sei auch für die Wissenschaft nicht zwingend förderlich. Im Detail sind also noch viele Fragen offen. Eine qualifizierte und gründliche Debatte wäre demnach wünschenswert.

Ob hier urheberrechtlich reagiert werden kann oder muss, vermag ich nicht zu sagen. Open Access enteignet niemanden. Hier ist also viel mehr Aufklärung gefragt. Also aktive Opposition gegen Döpfner, Reuß & Co.

Scribd und alternative Publikationsdienste

Eine kleine Übersicht über Publikationsdienste wie Scribd stellt Sebastian Schürmanns im DIYG vor. Für wissenschaftliche Autoren sind natürlich Open-Access-Server die erste Wahl (auch wenn sie von den vorgestellten Publikationsdiensten in Sachen Usability eine Menge lernen müssen). Da kämen dann fachliche oder institutionelle Dokumentenserver in Frage.