Wer möchte Open Science podcasten?

Matthias Fromm sucht MitstreiterInnen für sein Open Science Radio (OSR):

Ich erhoffe mir davon genau die Dinge die mir momentan ein wenig fehlen:

  • etwas mehr Diskurs zu den einzelnen Nachrichten,
  • vielleicht sogar unterschiedliche Meinungen und Bewertungen einzelner Themen (also einfach eine weitere Perspektive),
  • sowie ein bißchen mehr Stringenz hinsichtlich des Veröffentlichungsrhythmus (als Einzelperson neigt man ja dazu den Termin bei Stress einfach schnell zu verschieben).

Das Format würde ich gerne ähnlich belassen, es soll also vor allem weiter darum gehen Neuigkeiten und Entwicklungen rund um das Thema Open Science vorzustellen und zu bewerten. Auch Gäste zu speziellen Thema sind für mich nach wie vor reizvoll.

Ich habe hier Anfang des Jahres schon auf das OSR aufmerksam gemacht. Nach wie vor ist OSR einer von sehr wenigen deutschsprachigen Podcasts, die sich Open Irgendwas auch aus akademischer Perspektive nähern. Und dementsprechend auch für Bibliothekswesen interessant ist.

Abgesehen davon ist es kein Monsterpodcast mit dreistündigen Monologen, sondern gut hörbar und in ansprechender Länge, was ich persönlich nicht unwichtig finde. Also, wenn Ihr auch wollt, dass OSR weiterhin besteht, dann verbreitet bitte diese Nachricht oder setzt Euch mit Matthias selbst in Verbindung. Alles weitere ist in seinem Blog zu finden.

MOOCmaßungen in der FAZ

Frank Kelleter über MOOCs in der FAZ:

Die dickste Sau aber, die demnächst durchs Dorf gejagt werden wird, hört auf den Namen MOOCs (Massive Open Online Courses). Dabei handelt es sich um digitale Lehrplattformen, die erstmals im Frühjahr 2012 vom kalifornischen Unternehmen Coursera in Stanford betrieben wurden.

MOOCs werden über Plattformen angeboten. Das ‚C‘ steht für Courses. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Immerhin ist Herr Kelleters Auslassung über das, was er für E-Learning hält, auch keine Zeitung.

Ansonsten bleibt zu bemerken, dass Coursera nur eine Lehrplattform ist und nicht mehrere im Frühjahr 2012 betrieb. Und auch nicht der erste MOOC-Anbieter war.

Lektorat, kurze Recherche und ein bißchen weniger Abendlanduntergangsstimmung hätten vielleicht einen lesenswerten Artikel ermöglicht.

Freie Alternativen zur BASE-API gesucht

Das Base-HTTP-Interface (hier der „Interface Guide“ (PDF)) sieht sehr vielversprechend aus, nur leider kann man darauf nicht zugreifen. Zumindest ich darf es nicht. Nun wäre die API in geradezu fantastischer Weise geeignet, um die Open-Access-Landschaft in verschiedenen geographischen oder fachlichen Bereichen zu untersuchen. Stattdessen muss man sich auch für einfachste Fragen selbst ums Harvesting bemühen.

Da die BASE-API unter Verschluss steht: was gibt es sonst noch?

Lizenzen per OAI-PMH abfragen

Wer herausfinden möchte, welche Lizenzen auf einem Repository verwendet werden, kann dafür das R-Paket OAIHarvester nutzen. Das folgende Skript ist vielleicht nicht elegant, aber es funktioniert zumindest bei OPUS3-Repositories.

library("OAIHarvester")

# Get OAI-Data. Three repositories to choose from. Just uncomment.
# baseurl <- "http://opus.bsz-bw.de/fhhv/oai2/oai2.php"
# baseurl <- "http://edoc.bbaw.de/oai2/oai2.php"
# baseurl <- "http://opus.kobv.de/euv/oai2/oai2.php"

x   <- oaih_harvest(baseurl,
             prefix = "oai_dc", from = NULL, until = NULL, set = NULL,
             transform = TRUE)

sets <- oaih_list_sets(baseurl)

x <- oaih_list_records(baseurl)
## Drop deleted records and extract the metadata.
m <- x[, "metadata"]
m <- oaih_transform(m[sapply(m, length) > 0L])

## Transform data to data.frame
o <- as.data.frame(m)

# Convert and table:
liccount <- as.character(as.vector(o$rights))
table(liccount)

Das OAIHarvester-Paket bietet noch deutlich mehr. Dies ist nur eine von vielen möglichen und nützlichen Anwendungen.

Start des Open-Access-Button!

Der Open-Access-Button ist online. Uli Herb hat in seinem Blog schon erklärt, worum es geht:

Wer sich unter http://www.openaccessbutton.org/ kostenlos registriert, kann ein Bookmarklet für die Lesezeichenliste seines Browsers herunterladen. Damit kann dann jederfrau/-mann fürderhin jedesmal, wenn man bei der Nutzung wissenschaftlicher Literatur auf eine Paywall trifft, sprich keinen Zugriff auf benötigte wissenschaftliche Literatur hat, weil die eigene Einrichtung sich den Zugang nicht leisten konnte, diese Behinderung durch Klicken des Bookmarklets öffentlich kenntlich machen. Das Ereignis wird dann (inkl. Namen des Nutzers, der sich in seiner Recherche blockiert sah, sowie einer URL sowie ggf. eines weiteren Identifiers auf die verweigerte Information) auf einer öffentlichen Karte eingeblendet.

Eine interessante und einfache Art, auf das Paywallproblem hinzuweisen und es zu visualisieren. Mehr zum OA-Button gibt es hier: How to use the Open Access Button.

Macht doch mal mit, zumindest eine kleine Zeit lang. Ich bin mir sicher, wir Bibliothekswesen stoßen beruflich bedingt noch öfter auf Paywalls als viele andere.

Zotero synchronisiert Texte

Die neue Zotero-Version enthält ein zusätzliches Feature, die Volltext-Synchronisation. Aktualisiert man seine Zotero-Installation, erhält man folgende Meldung:

Zotero can now sync the full-text content of files in your Zotero libraries with zotero.org and other linked devices, allowing you to easily search for your files wherever you are. The full-text content of your files will not be shared publicly.

You can change this setting later from the Sync pane of the Zotero preferences.

Diese Meldung ist missverständlich, wenn man sie mit der ausführlicheren Erklärung auf Google Groups vergleicht. Full-text content heißt nämlich nicht, dass EPUBs und PDFs hin- und hersynchronisiert werden. Es geht ausschließlich um „plain text“:

Zotero can now sync the full-text content of items — extracted text from PDFs (if you have the PDF indexing tools installed), the converted text of HTML snapshots, and other plain text — to zotero.org and to other linked Zotero clients, allowing you to search for files by full-text on the web or other devices. This works even if the file itself hasn’t synced, such as if you’re using on-demand file download.

Was ganz nützlich sein kann, kann aber auch ungewollt sein. Bei Unterhaltungen mit Wissenschaftlern gerade aus dem technischen Bereich kommt immer wieder großes Misstrauen auf, wenn es um Cloud-Lösungen geht. Denn dass die Files „not publicly shared“ sind, heißt nicht, dass sie nicht anderweitig angezapft werden.

Und daher sehe ich ein Problem darin, dass diese Einstellung bei neuen Zotero-Nutzern per default eingeschaltet ist. Opt-out beim Teilen von Daten ist per se die schlechtere Lösung.

Die Zotero-Server sind übrigens Teil der Amazon-Cloud. Traceroute-Ausschnitt zu zotero.org:

10 111 ms 95 ms 95 ms ae-81-81.ebr1.Frankfurt1.Level3.net
11 93 ms 95 ms 93 ms ae-46-46.ebr2.Paris1.Level3.net
12 94 ms 94 ms 93 ms ae-44-44.ebr2.Washington1.Level3.net
13 95 ms 93 ms 93 ms ae-92-92.csw4.Washington1.Level3.net
14 94 ms 93 ms 94 ms ae-4-90.edge1.Washington1.Level3.net
15 94 ms 92 ms 93 ms AMAZON.COM.edge1.Washington1.Level3.net
16 94 ms 95 ms 93 ms 72.21.220.167
17 95 ms 95 ms 93 ms 72.21.222.157
18 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
19 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
20 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
21 101 ms 102 ms 102 ms 216.182.224.85
22 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
23 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
24 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
25 96 ms 95 ms 95 ms zotero.org [50.19.225.228]

Ablaufverfolgung beendet.

Zitationstracking in Google Scholar funktioniert nicht

Um die Tauglichkeit des Zitationstracking in Google Scholar zu überprüfen, bietet es sich an, Publikationen zu untersuchen, die man gut kennt. Also zum Beispiel die eigenen. Genau die habe ich mir vorgenommen und komme sehr schnell zu dem Urteil: das Zitationstracking bietet viel Serendipitität. Ich entdecke einiges, mit dem ich (zu Recht) nicht gerechnet habe, es taugt aber hinten und vorne nicht.

Schon ein kurzer Blick zeigt, dass da einiges im Argen ist. Eine Publikation von 2006 wurde schon 2004 zitiert? Nein, natürlich nicht. Und in „Gestión y preservación de la documentación electrónica. Material docente“ (PDF) wurde auch kein Libreas-Artikel zitiert. Vor allem nicht der, an dem ich mitgewirkt habe.

Auch ein in Scholar zu findendes Infobib-Posting hat falsche Zitationsangaben. In „Student Engagement and Library Use“ (PDF) finde ich keinen Hinweis darauf.

Abgesehen davon sind Zitationen verschwunden, die in Scholar schon mal angezeigt wurden, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt.

Wenn sich schon bei der übersichtlichen Menge an Zitationen in meinen Publikationen so gravierende Fehler ergeben, spare ich mir eine eingehendere Analyse. Oder ist jemand zu anderen Schlüssen gekommen?

Bonusfrage: Ob sich das durch die angekündigte Zusammenarbeit zwischen Google und Thomson Reuters bessert?

LBS ohne Java JRE!

„LBS befreit sich von JAVA JRE Abhängigkeit“ ist der Titel des Postings im OCLC-Blog. Und die Kernaussage:

Künftig wird LBS nicht länger von JAVA JRE Updates beeinflusst – welche Erleichterung für uns alle!

Oh ja, das ist tatsächlich eine Erleichterung! Und was für eine! Für Nicht-LBSler: Bei jedem JAVA-JRE-Update heißt es bislang: halte ich meinen Rechner halbwegs sicher, oder soll die Ausleihe auch weiterhin funktionieren?

Wie auch immer: Nun bin ich optimistisch, dass auch andere Wünsche in Erfüllung gehen. Zum Beispiel „LBS befreit sich von IE-Abhängigkeit“; „LBS befreit sich von Windows-Abhängigkeit“; „LBS setzt gängige Bedienkonzepte um“. To be continued…

[Besten Dank an Andrea für den Hinweis!]

Vier Donaldisten-Tweets

Vier Comic-Zitate des Duos Barks/Fuchs, die man immer und immer wieder sehr gut gebrauchen kann.

Und last but not least der Barks-Fuchssche Beitrag zur Projektevaluation:

Es ist Follow Friday: @GoodDuckPanels.