Neues Web-Heim für Fahrbibliotheken

Teil der Operation Frühjahrsputz 2014, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Auf die Frage, über was BibliothekarInnen beruflich bloggen, könnte man antworten: über alles mögliche, von abstrusen technischen Standards bis zu Fahrbibliotheken. Und damit wären wir bei einem meiner Lieblingsbeispiele für die inhaltliche Vielfalt von Bibliotheksblogs: Fahrbibliotheken in Deutschland. Das ist auch nach inzwischen 8,5 Jahren(!) an alter Stelle zu finden. Dazu hat sich jetzt jedoch mit fahrbibliothek.de eine Seite gesellt, auf der nicht nur die neuesten Blogeinträge angezeiget werden, sondern auch über 90 Fahrbibliotheken in ganz Deutschland aufgelistet sind.

[via Netbib]

Archiv der Annals of Library Information Studies

Rabishankar Giri verkündete in der IFLA-Mailingliste, dass die Annals of Library Information Studies (one of India ’s oldest peer reviewed LIS research journal published by CSIR-NISCAIR) nun ein Open-Access-Archiv eröffnet hat. Ich kann die angegebene Adresse zur Zeit nicht aufrufen. Vermutlich eine Kinderkrankheit, die sich hoffentlich bald geben wird.

Wer sich fragt, warum ich auf ein indisches Journal verweise: Laut Giri sind im Archiv 54 Artikel von Ranganathan zu finden.

Wie Open der Access ist, kann ich leider nicht sagen. Aktuelle Ausgaben der Zeitschrift stehen unter der unseligen CC-BY-NC-ND-Klausel, die nicht dem entspricht, was Open Access genannt werden kann.

Von Citavi über Refine zu VIVO

Kurze Niederschrift eines möglichen Geschäftsgangs, der vermutlich nicht für jedermann verständlich ist. Wer das nachnutzen möchte, möge sich an mich wenden!

  1. Erfassung der Daten in Citavi oder einem anderen Programm, dass tabellarische Ausgabe erlaubt.
  2. Export als CSV-Datei
  3. Import in Google Refine (Open Refine ist noch in einer Alpha-Version, meines Erachtens ist es auch wirklich noch nicht sehr stabil.) Die RDF-Extension sollte installiert sein.
  4. Zusätzlich zu importierende Ontologien in Refine: VIVO und BIBO.
  5. Reconciliation gegen einen aktuellen RDF-Export aus der VIVO-Installation. Dadurch kann man auf recht flotte Art und Weise ein Autorenmatching durchführen. Wenn sowohl in VIVO als auch in den Publikationsdaten Autorenidentifier vorhanden sind, kann man die zum Abgleich verwenden. Achtung, je nach Datenmenge rechnet Refine daran sehr, sehr lange herum. Ein Testlauf von knapp 3000 Publikationen beim Abgleich mit etwa 1200 Personen wurde nach drei oder vier Stunden abgebrochen. Der Fortschrittsbalken stand da bei 45%.
  6. Add column based on this column. GREL Expression: cell.recon.match.id.
  7. Die von Citavi mitgelieferten Dokumententypen durch die VIVO-bekannten ersetzen. GREL Expression:

    value.replace(„Beitrag in …“, „bibo:chapter“).replace(„Beitrag im Gesetzeskommentar“, „fabio:Comment“).replace(„Buch (Monographie)“, „bibo:Book“).replace(„Buch (Sammelwerk“, „bibo:EditedBook“).replace(„Graue Literatur / Bericht / Report“, „vivo:WorkingPaper“).replace(„Hochschulschrift“, „bibo:Thesis“).replace(„Hörspiel“, „bibo:AudioDocument“).replace(„Internetdokument“, „bibo:Webpage“).replace(„Manuskript“, „bibo:Document“).replace(„Musikwerk / Musikalbum“, „bibo:AudioDocument“).replace(„Patentschrift“, „bibo:Patent“).replace(„Schriften eines Autors“, „bibo:Document“).replace(„Software“, „obo:ERO_0000071“).replace(„Sonderheft / Beiheft“, „bibo:Document“).replace(„Spielfilm“, „bibo:Film“).replace(„Tagungsband“, „bibo:Proceedings“).replace(„Unklarer Dokumententyp“, „bibo:Document“).replace(„Vortrag“, „vivo:Speech“).replace(„Zeitschriftenaufsatz“, „bibo:AcademicArticle“).replace(„Zeitungsartikel“, „bibo:Article“)

    [1] Es hat sich inzwischen als sinnovoller erwiesen, direkt die URIs zu verwenden, also z.B. http://vivoweb.org/ontology/core#Speech

  8. RDF-Skelett je nach Daten erstellen. An einem optimalen und für möglichst viele denkbare Fälle verwendbaren Skelett wird noch gearbeitet. Besonders bei Beiträgen in Sammelwerken ist das nicht so einfach…
  9. Export als RDF.
  10. Import in VIVO.
  11. „Name Blank Nodes“ in VIVO
  12. Die Daten sind drin.

Dieser Geschäftsgang ist weder optimal, noch final. Aber er funktioniert!

Problematisch sind u.a. Beiträge in Sammelwerken oder Zeitschriften-Reconciliation. Bei letzterem setze ich auf Lobid.

References

References
↑1 Es hat sich inzwischen als sinnovoller erwiesen, direkt die URIs zu verwenden, also z.B. http://vivoweb.org/ontology/core#Speech

Richter/van Lengen: "Usability-Studie zur Webseite der Landessbibliothek Oldenburg"

Julia Richter, Talea van Lengen: „Usability-Studie zur Webseite der Landessbibliothek Oldenburg“

Abstract:

Internetpräsenzen von Bibliotheken müssen zunehmend mit kommerziellen oder frei zugänglichen Informationsangeboten konkurrieren. Um sich von diesen Angeboten abzuheben, müssen nicht nur, wie gehabt, qualitativ hochwertige Informationen bereitgestellt werden – der Zugang zu diesen Informationen muss nutzerfreundlich gestaltet werden und sich an Usability-Standards orientieren, um für den Nutzer attraktiv zu sein.

In der Bachelorarbeit wird eine Studie zur Usability der Website der Landesbibliothek Oldenburg durchgeführt. Nach einer Einführung in die Thematik der Usability und der Analyse des IST-Zustandes der Website erfolgt eine Evaluation anhand von vier Methoden. Basierend auf Evaluationen mittels Personas, Heuristiken, Thinking-Aloud-Tests und einer Logfile-Analyse werden Usability-Probleme der Website ermittelt und anschließend Empfehlungen zur Verbesserung der Usability gegeben.

Hier geht’s zum Volltext.

Verschlüsselte Botschaften in der Bibliothek

Frei nach Amazon: Wem Ecos Foucaultsches Pendel oder der Codex Copiale [1] Wurde der im Pendel eigentlich erwähnt? gefiel, wird auch hieran seinen Spaß haben.

In der Bibliothek der Western University hinterlässt jemand verschlüsselte Nachrichten – oder täuscht das zumindest auf interessante und recht aufwändige Weise vor. Die Botschaften (hier ein Beispiel) sind im Bestand der Bibliothek in diversen Büchern zu finden, immer zwischen Seite 16 und 17. Assistant Professor [2] Ist das eher ein Juniorprofessor, ein Lehrbeauftragter oder ein Vertretungsprofessor? Mike Moffat sammelt und veröffentlicht in seinem Blog die Fundstücke und notiert seine Gedankengänge zu den Hintergründen, z.B. in diesem zusammenfassenden Posting.

Seine Leserschaft diskutiert die Vorgänge ausgiebig und mit großem Elan. Es hat sich auch schon ein Subreddit gebildet, der sich der Entzifferung widmet. Die Erfahrungen aus der Entschlüsselung des Codex Copiale könnten hier sehr nützlich sein.

[via BoingBoing]

References

References
↑1 Wurde der im Pendel eigentlich erwähnt?
↑2 Ist das eher ein Juniorprofessor, ein Lehrbeauftragter oder ein Vertretungsprofessor?

E-Book: Einführung in das Bibliothekswesen

E-Books mit geringem Umfang sind ein beliebtes Geschäftsmodell für AutorInnen und Verlage, so stellte es Florian Geuppert kürzlich in einem Interview im Literaturcafé dar. Da ist es wenig verwunderlich, dass inzwischen Unmengen an kürzeren Texten als E-Books für kleines Geld zu erwerben sind, so zum Beispiel diese Einführung in das Bibliothekswesen, die interessierten Laien einen Einblick in die Materie bieten soll. Schon der Klappentext – oder wie nennt man das bei E-Books? Abstract klingt so lieblos – lässt einiges erwarten. Wir, liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Bibliothekswesen, werden zu Recht auch als die „Erbsenzähler“ der Wissenschaften bezeichnet. Bei der Beschreibung von uns und unseren Habitaten wurde vom Autor versucht möglichst wenig wissenschaftlich, dafür aber praxisnah zu berichten.

Wer möchte, darf für die 19 Kindle-Seiten 99 Cent ausgeben. Vom Autoren sind übrigens noch weitere Werke zu erwerben.

Wichtige Ergänzung: Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass man meinen kleinen Hinweis als Lese- oder Kaufempfehlung missverstehen könnte. Ich empfehle geneigten Käufern einen Blick in die konfuse Einleitung mit Fokus auf unkonventionelle Argumentationslinien und die sparsame Verwendung von Satzzeichen. Kurz gesagt gehe ich nicht davon aus, dass es sich um ein lesenswertes Büchlein handelt. Meine Einschätzung beruht ausschließlich auf dem Einleitungstext und einem Blick in die Vorschau und die Bewertungen (auch der anderen Bücher des Autors).

CeBIT 2014: Docear

Großbritannien ist Partnerland der CeBIT 2014. Kombinieren wir das mit dem „Top-Thema Datability“ bin ich mit der Erwartung zur CeBIT gegangen, von einem der Marktführer in Sachen Big Data etwas lernen zu können. Da wurde ich ein bißchen enttäuscht. Zu lernen und entdecken gab es dennoch einiges.

Einer der Stände, die ich aufsuchte, war der der Literaturverwaltungs-Suite Docear. Ziemlich viel Wissenswertes zu Docear gibt es im Literaturverwaltungsblog. Beim Standbesuch interessierten mich hauptsächlich die Kollaborations-Features. Denn:

Wer eine komfortable Lösung zur Kooperation möchte (Dateisynchronisierung, private Gruppen, …), und bereit ist dafür zu zahlen, wird bei Docear ebenfalls enttäuscht und sollte sich besser die Angebote von Zotero, Mendeley, etc. anschauen.

So richtig toll sind aber auch Zotero und Mendeley nicht für die kollaborative Literaturverwaltung. Leider traf ich keinen der Entwickler an. Angeblich wird daran gearbeitet, so steht es auch im Wikipedia-Artikel. Ich bin mal gespannt, was da noch kommt.

GND per SPARQL

Die ZBW hat nun einen SPARQL-Endpoint für die GND (Fuseki) gebaut. Aus der dazugehörigen Mail von Joachim Neubert:

Der Endpoint ist rein experimentell und ohne jede Gewähr auf Verfügbarkeit oder Performanz. Ich würde mich freuen davon zu hören, wenn er sich für Experimente als hilfreich erweist (oder was ggf. verbessert werden könnte).

Dies ist nützlich u.a. für den Abgleich (Reconciliation) von eigenen Daten mit der GND zum Beispiel via Google Refine/OpenRefine.

Das FOSTER-Projekt: Facilitate Open Science Training for European Research

Open Access and Open Science principles are an essential part of knowledge creation and sharing. They directly support the researchers need for greater impact, optimum dissemination of research, while also enabling the engagement of citizen scientists and society at large on societal challenges.

This two year project aims to set in place sustainable mechanisms for EU researchers to FOSTER OPEN SCIENCE in their daily workflow, thus supporting researchers optimizing their research visibility and impact, the adoption of EU open access policies in line with the EU objectives on Responsible Research & Innovation.

Mehr Infos gibt es auf der Projektwebseite.