Amazon Partner der NPD

Wie der Tagesspiegel berichtet nimmt der NPD-Kreisverband Barnim-Uckermark am „Partnerprogramm“ des Versandhändlers Amazon teil.

Auf der Homepage „Nationales Netztagebuch“ ist eine Rubrik unter dem Titel „Kaufen & Helfen“ eingerichtet, die mit Amazon.de verlinkt ist. Geworben wird in der Rubrik für einschlägige Literatur zu „Judenfragen“ und zu Rudolf Heß, die über Amazon zum Kauf angeboten wird.

Wird über diesen Link braune Propaganda-Literatur bei Amazon gekauft, verdient die NPD mit.

Nicht nur der Verfassungsschutz stuft diese Kooperation als „absolut problematisch“ ein, auch Politiker fordern unter Boykott-Androhungen von Amazon die Geschäftsbeziehungen mit der rechtsextremen Partei zu beenden.

"Chronische Zerstreuung"

Wir browsen, bloggen, chatten, googeln, simsen, twittern, zatooen wie die Gehetzten.

Wir haben einen Überfluss an Informationen, aber einen Schwund an Aufmerksamkeit. Die neue Zivilisationskrankheit heisst „chronische Zerstreuung“.

Mehr dazu im Text von Eduard Kaeser in der NZZ am Sonntag. Der Text ist ein Teil der Essaysammlung „Pop Science. Essays zur Wissenschaftskultur“, welche im Oktober 2009 erscheint.

Zeitungsarchive im Internet

Einige Zeitungen öffnen ihre Archive für Internet-Nutzer. Vieles ist kostenlos. Ein Artikel der NZZ nimmt uns mit auf eine Zeitreise. Folgende Zeitungsarchive werden erwähnt:

Ist Infobib jugendgefährdend?

Endlich ist es raus. Laut JusProg (Jugendschutzprogramm) ist Infobib Kindern nicht zu empfehlen:
jusprog

Wie auch die Netbiber (die ja für Ihre schweinischen Artikel berüchtigt sind), das IBI-Weblog, Medinfo, der Duftende Doppelpunkt, das Hörbuch- und Podcastblog, Ben Kadens Kontext oder Jürgen Plieningers Politikwissenschaft.

Verwundert hat mich in diesem Zusammenhang die Archivalia-Einstufung. Ob man Klaus Graf schon mal vorgeworfen hat, soft zu schreiben?

jusprog_archivalia

Und jetzt wird’s spannend. Während die durchschnittlichen Biblioblogger immerhin noch von Jugendlichen ab 14 gelesen werden dürfen, sind allseits bekannte Unholde ganz außen vor:

Die Seite jakoblog.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird geblockt.

Das Ganze klingt nach einem verspäteten Aprilscherz. Ist es aber nicht. Wie Telepolis schreibt:

In der Schwarzen Liste des Filteranbieters JusProg e.V. finden sich massenhaft alternative Medien wie beispielsweise Telepolis oder die Nachdenkseiten, die offensichtlich nach Einschätzung der Hamburger Jugendschützer nicht für Jugendliche geeignet sind. Auch die Internetseiten der Grünen und der Piratenpartei sind nach Einschätzung von JusProg jugendgefährdend.

Und dieser Irrsinn wird von der Kommission für Jugend­medienschutz der Landesmedienanstalten gefördert. Die JusProg-Partner aus der Wirtschaft sind übrigens kinderfreundliche Angebote wie Bild.de, Orion, Coupé, Beate Uhse oder Berlin Intim (Slogan: Clever poppen!). Konsequenterweise folgt daraus:

jusprog_bild

Aber:
jusprog_bildblog

Mehr Infos zum Thema gibt’s beim Spiegelverfechter, wie oben erwähnt bei Telepolis und in zahlreichen Blogs.

Ich habe die DenunzierungsVorschlagsfunktion für anstößige Seiten genutzt und JusProg selbst vorgeschlagen. Kategorie „Extremismus“, mit der Begründung:

Die Seite untergräbt freie demokratische Meinungsbildung und gefährdet mit gefährlichen Zensurmaßnahmen die intellektuelle und moralische Integrität von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

PS: Müssen alle Seiten einzeln vorgeschlagen werden? Wer um Himmels Willen hat das gemacht?

PPS: Nicht gerade elegant formuliert: „gefährdet mit gefährlichen“. Egal.

Update: [zu diesem Artikelchen inspirierte mich der jugendgefährdende Biblioblog Text&Blog]

Relaunch von b2i

Am 18. Mai 2009 wird das zentrale Wissenschaftsportal für die Bibliotheks-, Buch- und Informationswissenschaften an der Bayerischen Staatsbibliothek neu eröffnet. Das Portal wurde 2008 von der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek übernommen.

Neuaufbau und Ausbau des Portals an der Bayerischen Staatsbibliothek werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

hier geht es zum Portal…

[via inetbib]