Random-House Publikationen in Google Book Search

Die Bertelsmann-Buchverlagsgruppe Random House hat offenbar einen Kooperations-Vertrag mit dem Internet-Konzern Google abgeschlossen. Medienberichten zufolge wird Google künftig Publikationen von Random House in seine Bücher-Suche Google Book Search aufnehmen.

[via boersenblatt.net]

Buchpreisbindung für die Schweiz

Wie in boersenblatt.net berichtet, hat der WAK-Nationalrat ein Buchpreisbindungsgesetz verabschiedet – nun wollen die Mitglieder des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands SBVV den Vorschlag prüfen. In Kraft treten könnte das Gesetz im Frühjahr 2010, schätzt
SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf.

Mehr Informationen gibt es auf den Seiten des Börsenblattes.

[via boersenblatt.net]

"Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek" 2008

Vom 24. – 31. Oktober findet die bundesweite Aktionswoche »Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek« statt. Innerhalb dieser Zeit rücken die Bibliotheken Deutschlands, in Kooperation mit dem dbv, mit außergewöhnlichen Präsentationen, Ausstellungen, Vorlesestunden, Bibliotheksnächten und vielfältigen Aktionen ins Rampenlicht.

Zum Abschluss der Aktionswoche überträgt Deutschlandradio Kultur am 31. Oktober 2008 von 19:07 bis 20:00 Uhr die Podiumsdiskussion „Bildungsmodell von gestern? Die Zukunft der Bibliotheken“ live aus der DNB Leipzig.

Auf der Homepage zur Aktion gibt es einen Veranstaltungskalender in dem man alle offiziellen Veranstaltungen nachlesen kann.

Warum PDF-Dateien verschlüsseln?

Collection by 96dpi Peter Suber schreibt über die Open Access Policy der Fraunhofer-Gesellschaft, die auf Deutsch und Englisch als PDF-Datei veröffentlicht wurde. Dabei moniert er:

Unfortunately, both the German and English versions of the policy are locked PDFs which block cutting/pasting (why?) and I don’t have time to rekey the important passages.

Why? Gute Frage! Wenn man mit wissenschaftlichen Autoren über elektronische Publikationen spricht, stößt man schnell auf einen Wust des Mißtrauens gegen das einfach so ins Netz stellen. Viele Autoren denken offensichtlich, sie müssten ihr Werk in jeder Art und Weise gegen eventuellen Mißbrauch schützen. Worin dieser Mißbrauch genau bestehen könnte, ist meist unklar. Auf Nachfrage wurde mir schon diverse Mal „das Copyright“ genannt, das es zu schützen gelte. Abgesehen davon, dass es in Deutschland kein Copyright gibt, sondern ein Urheberrecht, hat dessen Durchsetzung auch wenig bis gar nichts [1] Wenn ich §95a des Urheberrechtsgesetz richtig verstehe, ist die Umgehung technischer Kopierbremsen zwar verboten, aber ebenso einfach wie unnötig. mit technischen Sperren zu tun.

Das es im betrieblichen Umfeld Sinn ergeben mag, PDF-Dateien gegen Veränderung zu schützen oder den Empfängerkreis zu begrenzen, ist klar. Aber vor was fürchtet sich ein wissenschaftlicher Autor? Davor, zu oft zitiert zu werden? Wohl kaum. Wovor dann?

References

References
↑1 Wenn ich §95a des Urheberrechtsgesetz richtig verstehe, ist die Umgehung technischer Kopierbremsen zwar verboten, aber ebenso einfach wie unnötig.

Berliner Manifest: Öffentliche Dienste 2.0

Auf einer Verdi-Konferenz zur „Staatlichen Verantwortung und Öffentlichen Daseinsvorsorge in der Informationsgesellschaft“ wurde ein Berliner Manifest verabschiedet, dessen Volltext bei Netzpolitik.org einzusehen ist. Das riecht nach einem klassisch bibliothekspolitischen Thema. Im Folgenden sind die Punkte herausgepickt, in denen Bibliotheken auf den ersten Blick eine Rolle spielen.

1. Grundversorgung und offener Zugang!
Offener Zugang zum Internet gehört heute zu den unverzichtbaren Voraussetzungen einer Informationsgesellschaft. Nicht am Internet teilhaben zu können, bedeutet den Ausschluss aus weiten Teilen des gesellschaftlichen und familiären Lebens, Ausschluss von Bildungs- und Informationsmöglichkeiten, von demokratischer Teilhabe – privat, wie beruflich.

Jeder Bürger – ob in Stadt oder Land, ob arm oder reich, ob behindert oder nicht – benötigt Zugang zum Internet mit ausreichender Bandbreite. Um die „digitale Spaltung“ von Arbeitswelt und Gesellschaft zu verhindern, gilt es:

Die Grundversorgung neu zu definieren, Zugang für alle Menschen auch dadurch zu garantieren, dass Dienstleistungen von „Mensch zu Mensch“ erhalten bleiben und in der Arbeitswelt alle Beschäftigten (z.B. auch ArbeiterInnen) Zugang zu Intra- und Internet bekommen.

Logisch: So lange es keine Hartz-IV-Flatrate gibt, ist der Internetzugang über die Bibliothek für viele zumindest theoretisch eine Möglichkeit, ins Internet zu gelangen. Wenn nicht sogar die Einzige. Siehe auch hier.

Das Bibliotheken von ganzen Bevölkerungsschichten kaum genutzt werden [1] unbelegte Behauptung. Hat jemand Zahlen parat? , steht dem faktisch allerdings im Weg.

3. Keine Privatisierung öffentlicher Güter im virtuellen Raum!
Öffentliche Archive, Bibliotheken, Museen und andere Kulturstätten gehören der Allgemeinheit – deren Bestände und Schätze auch in digitalisierter Form. Ihre Veräußerung oder Abtretung an private Einrichtungen muss unterbleiben.

Was mit öffentlichen Geldern oder Zuschüssen finanziert wurde, muss für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein und sollte entsprechend der neuen technischen Möglichkeiten auch digital öffentlich und weitgehend kostenfrei nutzbar gemacht werden.

Kurz gefasst: Mehr Open Access, weniger Copyfraud. (Ich habe gerade mit Erstaunen festgestellt, dass es bei Archivalia keine gleichnamige Kategorie gibt. Über die Suchfunktion erhält man jedoch einen guten Überblick.)

References

References
↑1 unbelegte Behauptung. Hat jemand Zahlen parat?

Sarah Palin feuerte Bibliothekarin

Sarah Palin Sarah Palin ist von US-Republikaner John McCain zur Kandidatin für die Vizepräsidentschaft der USA ernannt worden. Nun möchte man ja wissen, wer da demnächst die halbe Welt vizeregieren könnte, und stößt dabei auf folgenden Begebenheit (aus der der NY Times):

Shortly after becoming mayor, former city officials and Wasilla residents said, Ms. Palin approached the town librarian about the possibility of banning some books, though she never followed through and it was unclear which books or passages were in question.

Anne Kilkenny, a Democrat who said she attended every City Council meeting in Ms. Palin’s first year in office, said Ms. Palin brought up the idea of banning some books at one meeting. “They were somehow morally or socially objectionable to her,” Ms. Kilkenny said.

The librarian, Mary Ellen Emmons, pledged to “resist all efforts at censorship,” Ms. Kilkenny recalled. Ms. Palin fired Ms. Emmons shortly after taking office but changed course after residents made a strong show of support. Ms. Emmons, who left her job and Wasilla a couple of years later, declined to comment for this article.

In 1996, Ms. Palin suggested to the local paper, The Frontiersman, that the conversations about banning books were “rhetorical.”

Dagegen war Bikinigate ja noch durchaus amüsant.

Öffentliche Bibliotheken ermöglichen Senkung des Hartz-IV-Regelsatzes

In einer realitätsfernen menschenverachtenden originellen Studie rechnen zwei Chemnitzer Wirtschaftswissenschaftlern (Friedrich Thießen und Christian Fischer) vor, dass der Hartz-IV-Regelsatz bei nur 132 Euro liegen könnte. In der Studie, deren Grundlage ein gesundes, rational handelndes Individuum frei von Sucht oder anderen Erkrankungen oder Behinderungen ist, tauchen die Bibliothek gleich in zwei Kategorien des Warenkorbs auf:

Kommunikation:

Pauschale für schriftliche Kommunikation entsprechend EVS. Kein Kabelanschluss und Betreiberkosten in der Wohnung. Dafür Radio- TV-Anschluss sowie 20 Min./Tag Internet in Stadtbibliothek.

Freizeit, Unterhaltung:

Pauschale für Stadtbibliothek. Ermöglicht Zugang zu Internet, Zeitungen, Zeitschriften und Büchern. Unterstellt wird darüber hinaus eine Freizeitgestaltung in Form von Gesprächen, Spaziergängen, Nutzung von Parks, Teilnahme an öffentlichen Festen etc..

Hervorhebungen von mir. Die Kosten für beide Kategorien werden im Minimalfall mit 3 € veranschlagt (1 € für Kommunikation, 2 € für Freizeit, Unterhaltung), eine Jahresmitgliedschaft bei der Stadtbibliothek mit 7 €. Da in manchen Städten Empfänger von ALG II die Stadtbibliothek gratis nutzen können (z.B. in der Stadtbibliothek Hannover), könnte man diesen Betrag doch sogar noch ein wenig einkürzen!

Der Studie wurde eine Präambel hinzugefügt. In dieser heißt es:

Die folgende Studie hat Wirbel ausgelöst. Sie ist in der Presse und im Fernsehen teilweise sinnentstellt dargestellt worden. […] Die Studie hat daraus keine Konsequenzen abgeleitet.

Die Autoren fühlen sich offensichtlich mißverstanden. Bei aller Liebe: Wer so ein Papier mit solchen Zahlen veröffentlicht und auch noch an alle möglichen Presseverteiler gibt, hat es offensichtlich auf Pressewirbel angelegt und verdient nichts anderes, als öffentlich auseinandergenommen zu werden.

Die Studie ist online zugänglich, einmal komplett, und einmal als Zusammenfassung (beides PDF).

[via taz]

Fachtagung des Verbandes Bibliothek Information Schweiz

Die jährliche Fachtagung des neuen Verbandes Bibliothek Information Schweiz (über die Fusion der Verbände BBS und SVD wurde schon zu einem früheren Zeitpunkt hier berichtet) fand am 28. August 2008 unter dem Titel: „Bibliotheken und Dokumentationszentren als Unternehmen: Antworten von Bibliotheken und Dokumentationszentren auf die Herausforderungen der digitalen Gesellschaft“ statt.

Die Präsentationen sind nun auf der Verbandswebseite online zu finden. Ein Bericht zur Tagung ist im arbido newsletter Nr. 8/2008 erschienen.