Inetbib 2008: Repositories

Block 12: Repositories
Uwe Müller, HU Berlin: OA-Netzwerk

DFG-Projekt (HU Berlin, SUB Göttingen und Uni Osnabrück)

Erstmal Allgemeines zu OA.

Zweck von DINI: Steigerung der Akzeptanz in den Institutionen. Antragstellung per Fragebogen, zwei Gutachter (bibliothekarisch und technisch), Kosten ca. 250 €. Bisher 23 Zertifikate ausgegeben, mehrere zur Zeit in Bearbeitung.

Ziel: Stärkung der Repositorien, Erhöhung der Sicherheit, Aggregator für DRIVER, Verbesserung der OA-Infrastruktur. DINI-Zertifikat ist Exportschlager (z.B. Spanien, Indien).

OA-Netzwerk: OAI-Serviceprovider, Harvesting, Aggregation, Anreicherung, Bereitstellung. API ist vorgesehen.

Metasuche
Feeds
Anbindung an externe Nachweisdienste (Scirus, Scholar etc.)

Prototyp des OA-Netzwerks: Mitte 2008
Weitere Dienste geplant: OA-Statistik, OA-Citation
http://www.dini.de/oa-netzwerk

Thomas Severiens (UB Osnabrück) und Frank Scholze (UB Stuttgart): „Nutzungs- und Zitationsanalyse als alternative Impactmessung wissenschaftlicher Publikationen“
Qualitätsdienst I: OA-Statistik
Verbesserung des Impacts, Vergleichbare Nutzungsstatistik, Vernetzung von Statistiken, Gewichtung anhand von Nutzungsfaktoren. Die Relevanz von Werken soll exemplarübergreifend erfasst werden.

Qualitätsdienst II:OA-Zitationen
Werkzeug für Wissenschaftler als Autoren und Leser für die Suche und Organisation von Referenzen. Vernetzung über viele Repositorien anhand von Zitationsgraphen. Kooperation der Wissenschaftler oft nicht gegeben, wenn z.B. Referenzen standardisiert werden sollen („Zu viel Arbeit“).

Mirjam Kessler und Stefanie Rühle (KIM): „Interoperable Metadatenmodelle und Repositories“
Metasuche (Cross searching) vs. Suchmaschinenindex (harvesting)
Es liegen heterogene Datenformate vor. Interoperabilität kann nur durch Standardisierung von Metadatenformaten gewährleistet werden. Auch Standardisierung von Metadatenschnittstellen.

OAI-PMH im Vergleich zu OAI-ORE: Object Re-Use

Beispiel Geo-Leo. Singapore Framework.

FAZIT: Dieser Block war mein persönliches Highlight.

Bundesrat zu DRM an Hochschulen

Aus der Drucksache 47/1/08 des Bundesrates vom 03. März 2008, S. 3f:

Der Bundesrat bittet darum sicherzustellen, dass im Bereich der Hochschulen und anderer Institutionen, die ein berechtigtes Interesse am freien Zugang zu Informationen haben, DRM-Systeme nur im angemessenen Umfang zur Anwendung kommen. Es muss gewährleistet sein, dass Informationen, deren inhaltlicher Wert insbesondere im Bereich der Bildung von öffentlichem Interesse ist, weitestgehend zugänglich sind.

[via Heise]

Geschäftstüchtige British Library

Vorgeschichte: Vor einiger Zeit haben zwei Infobiber einen Artikel zur Vermittlung von Informationskompetenz veröffentlicht, der nach einer gewissen Frist vom Verlag für Open-Access-Repositorien freigegeben wurde. Dies haben wir dann auch gerne wahrgenommen. Nun ist es so, dass damit für Dritte der Weg frei ist, um mit einem solchen Artikel den einen oder anderen Euro zu verdienen. Wie z.B. bei Emerald (GBP £13.00 plus handling charge of GBP £1.50 and VAT where applicable), bei Amazon (erfreulich günstig für nur $5,95) oder aber in der Premiumversion bei Research & Markets für sensationelle 34 Euro!

Nun ja, das kann man mehr oder weniger gut finden, vielleicht sogar unverschämt. Aber es ist alles rechtens, kein Einspruch möglich oder angebracht. Was ich jedoch ein wenig schräg finde, ist das Angebot der British Library, den Artikel via British Library Direct gegen Entgelt zu beziehen:

To buy the full text of this article you pay: £5.00 copyright fee + service charge (from £7.65) + VAT, if applicable

Copyright fee? Aha!

Fazit: Sollte jemand nach Publikationen suchen, ist British Library Direct für die Recherche vielleicht geeignet. Hat man das Gesuchte jedoch gefunden, sollte man lieber nochmal gegenprüfen (z.B. via BASE oder OAIster), ob man das Gewünschte nicht auch kostenfrei bekommen kann.

George W. Bush unterzeichnet Open-Access-Gesetz

Am zweiten Weihnachtsfeiertag hat US-Präsident Bush ein Gesetzespaket verabschiedet, das unter anderem auch neue Open-Access-Bestimmungen enthält. Die National Institutes of Health (NIH) werden damit verpflichtet, bei der Forschungsförderung verbindliche Open-Access-Klauseln einzuführen.

Steuerfinanzierte medizinische Forschungsergebnisse müssen nun nach 12 Monaten frei veröffentlicht werden.

Mehr [via Golem]

Offenheit in der wissenschaftlichen Kommunikation

Die Wissenswerkstatt schreibt über den weiten Weg von der Einstellungs- zur Verhaltensänderung, Hürden auf dem Weg zu Open Access. Es geht um die bekannten Schwierigkeiten, Open Access als grundsätzliches Linie wissenschaftlicher Kommunikation umzusetzen: Eine Idee für gut befinden, heißt noch nicht, daß man sich auch für sie einsetzt:

Und so kann es kaum überraschen, daß man bei der Befragung einzelner Wissenschaftler zu ihrem Publikationverhalten feststellt, daß hier Einstellung und Verhalten nur sehr schwach miteinander korrelieren. D.h. konkret: auch wenn Forscher die Open-Access-Idee gutheißen, so bedeutet das keineswegs, daß sie selbst in Open-Access-Zeitschriften publizieren. Hier ist jedem einzelnen Wissenschaftler das Hemd näher als der Rock.

Die Green Road wird in diesem Artikel leider gar nicht angesprochen.

[via Basic Thinking]

Cory Doctorow (kein Info-Hippie, aber omnipräsent)

Cory Doctorow ist omnipräsent. Aber kein Infohippie. Behauptet er zumindest selbst:

Ich bin doch kein Info-Hippie. Zunächst verteile ich meine Geschichten kostenlos im Netz, weil ich so viele Bücher wie möglich verkaufen und steinreich werden will. Aber es gibt noch andere Gründe. Künstlerisch sehe ich das Kopieren als integrale Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts an. Nie war es jedoch so schwierig, etwas zu kopieren. Durch den DRM-Kopierschutz werden innovative Impulse verhindert.

Zu den Geschichten des BoingBoing-Autors gehört unter anderem das kürzlich von mir gelesene und für gut befundene Backup. Und als ich mir sein Blog Craphound mal ansehen wollte, sehe ich doch im ersten Posting, dass der biblioblogweit bekannte Christian Spließ (of netbib fame) eine von Doctorows Geschichten ins Deutsche übertrug. Glückwunsch!

Ach ja, der elektrische Reporter interviewte Doctorow auch noch…

Wisskom2007

Vom 6. – 8. November findet im Forschungszentrum Jülich die Wisskom2007 statt.
Themen der Konferenz sind eScience, Wissenschaftsindikatoren, Web 2.0 und Primär-Datenmanagement (Open Access). Aber auch ein Rahmenprogramm wird angeboten, bei dem unter anderem ein Einblick in die Forschungsarbeit in Jülich gewährt wird.

Mehr Informationen zur Wisskom2007 gibt es auf der Homepage des Forschungszentrums.

2 Jahre Blog zum Bibliotheksrecht / Skriptorium

Eric Steinhauers Blog Bibliotheksrecht ist zwei Jahre alt geworden. Hier geht es zum Jubiläumsposting. Herzlichen Glückwunsch! Er hat mit seiner Seite ein hervorragendes Angebot geschaffen, dessen einziger Wermutstropfen in der abgeschalteten Kommentarfunktion liegt.

Dies ist leider auch der Fall bei dem neuen Blog Skriptorium, dass Herr Steinhauer zeitgleich präsentiert. Der Untertitel lautet Wissenschaftliches Publizieren und Bibliotheken : ein Zettelkasten, und der Betreiber beschreibt das neue Blog folgendermaßen:

Dieses Blog wird sich mit dem Thema Wissenschaftliches Publizieren und Bibliotheken beschäftigen. Ausgehend von der Tatsache, dass insbesondere die Hochschulbibliotheken durchgängig eigene Schriftenserver bzw. Repositorien betreiben, soll in diesem Blog über das Verhältnis von Bibliothek und wissenschaftlichem Publizieren nachgedacht, berichtet und spekuliert werden.

Einen besonderen Schwerpunkt werden dabei die Chancen, aber auch die Probleme des elektronischen Publizierens für die Verbreitung wissenschaftlicher Beiträge bilden. Durch meinen persönlichen Hintergrund werden vor allem die buchaffinen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften behandelt.

Viel Erfolg auch mit diesem Blog, und vielleicht probieren Sie es ja auch mal mit der Kommentarfunktion? ;o)