Sarah Glebe: "Institutional Repositories als zukunftsorientiertes Instrument der wissenschaftlichen Kommunikation",

Schon etwas älter, aber als Übersichtsarbeit immer noch interessant ist Sarah Glebes Diplomarbeit „Institutional Repositories als zukunftsorientiertes Instrument der wissenschaftlichen Kommunikation“, die nun auch online verfügbar ist.

Zusammenfassung:

Die zunehmende Finanzknappheit der öffentlichen Haushalte, die technische Entwicklung und der ständig wachsende Konkurrenzkampf in Forschung und Lehre veranlassen Universitäten und andere Institutionen dazu, über neue Kommunikationsformen nachzudenken, durch die Synergieeffekte zu erreichen sind. Weltweit führen heute unterschiedliche wissenschaftliche Einrichtungen Institutional Repositories ein bzw. nutzen sie bereits.

Diese Arbeit beschreibt Entwicklungen und Hintergründe, die die Einrichtung von Institutional Repositories betreffen. Darüber hinaus werden internationale Projekte zur Einführung von institutionellen Archiven erläutert und miteinander verglichen. Anschließend beleuchtet die Autorin dieser Arbeit Fragen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung wissenschaftlicher Literatur, wie z.B. Open Access, Selbstarchivierung, rechtliche Probleme bzw. den Aufbau und das Management eines Institutional Repositories. Die Verfasserin der Arbeit entwickelt einen Vorschlag für einen Arbeitsablauf eines Institutional Repositories.

Spannend ist (nicht nur) der letzte Satz der Arbeit:

Die Zukunft wird zeigen, inwieweit sich übergeordnete Langzeitarchivierungsstellen für Institutional Repositories – OAI-basiert oder nicht – entwickeln werden.

Fünf Jahre, und der Satz hat an Aktualität kein bißchen verloren.

Studie zur Akzeptanz von Open-Access-Zeitschriften veröffentlicht at IBI-Weblog

Karin Weishaupt vom Institut Arbeit und Technik hat in Zusammenarbeit mit der Humboldt-Universität zu Berlin eine Online-Befragung zur Akzeptanz von Open Access-Zeitschriften unter knapp 1000 Autor/innen von Aufsätzen in deutschen Open-Access-Zeitschriften durchgeführt.

Erste Ergebnisse der Studie kann man hier einsehen. Zitat:

Das erklärte Ziel dieser Studie: „Dahin wirken, dass alles Gute Gemeingut werde und den Freien alles frei stehe“ (Friedrich Nietzsche)25 – bis dahin bleibt noch viel zu tun; und es wäre wünschenswert, wenn möglichst viele Autor/inn/en sich diesem Motto anschließen und ihre nächsten Beiträge in Open-Access-Zeitschriften veröffentlichen könnten.

Amen.

[via IBI-Weblog]

Stiglitz & Sulston fordern Open Access (zumindest zwischen den Zeilen)

Die meist hitzige Debatte über geistiges Eigentum geht in eine neue Runde; diesmal angestoßen von sehr prominenter. Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz kritisiert – gemeinsam mit Medizin-Nobelpreisträger John Sulston – das System des geistigen Eigentums:

It is now widely recognised that the system of law and practice that has regulated science and protected the rights of those who make scientific discoveries and turn them into products and therapies in a process known as “innovation” is unfit to serve the needs of the contemporary world.

Weiter:

The second issue we wish to highlight is that of access to science itself. The ideal shared by almost all scientists is that science should be open and transparent, not just in its practices and procedures, but so that the results and the knowledge generated through research should be freely accessible to all. There is a broad consensus in the scientific community that such openness and transparency promotes the advancement of science and enhances the likelihood that the benefits of science are enjoyed by all. For more than a hundred years, these principles have been the bedrock of academia and the scientific community.

Ohne Sulston und Stiglitz Naivität unterstellen zu wollen: Liege ich sehr falsch, wenn ich den meisten vielen manchen Wissenschaftlern wesentlich weniger edle Motive unterstelle? Das Zurückhalten von Informationen ist doch immer noch gängige Praxis, wird durch die Konkurrenz bei Projektanträgen auch (ungewollt) gefördert.

Die Richtigkeit von Sulston & Stiglitz‘ Folgerungen bleibt davon natürlich unberührt. Auch wenn die Worte open und accessible im Text nicht direkt nebeneinander stehen, ist eindeutig, wie diesen Forderungen entsprochen werden kann und muss.

Mehr im offenen Brief von S&S in der Times.

Staatliche Informationen mashen: Show us a better way

Die britische Regierung schreibt einen Wettbewerb aus, in dem nach Mashup-Ideen für Regierungsdaten gesucht wird: Show us a better way! Bis zu £20.000 werden für die Umsetzung ausgelobt.

We are offering up to £20,000 to take your ideas forward with a development team. That may be time with a designer to create a professional mockup that can be pitched to organisations, or some programmer time to create a working prototype. The best idea overall will win a symbolic trophy trawled from our archives.

Solange es nicht um personenbezogene oder sonstwie sensible Daten geht: großartig! Als Beispiele dienen unter anderem „Rate my prison“ oder „Fix my street“.

Diesmal geht also nicht (wie in Großbritannien anscheinend üblich) um versehentlich, sondern tatsächlich um absichtliches Freisetzen von Informationen.

[via Golem]

PDF/A vs. Open Access?

Subjektive Meinung: PDF/A ist der vermutlich am schlechtesten implementierte Standard seit Erfindung von Dokumentstandards überhaupt. Es ist veröffentlichungswilligen und dem Open Access zugeneigten Autoren kaum zumutbar, schon vorhandene Dokumente in standardkonformes PDF/A zu konvertieren. Kaum eine Lösung hält, was sie verspricht, bei fast jeder Konvertierung schlägt irgend etwas fehl. Auf meinen Hilferuf zur PDF/A-Konvertierung haben sich etliche Leute bei mir per Mail gemeldet. Alle mit dem gleichen oder zumindest ähnlichen Problemen.

Wie ist Abhilfe zu schaffen? Eine mögliche Lösung scheint mir, auf die konsequente Einhaltung des PDF/A-Standards bei Dokumentenservern zu verzichten. Wer etwas veröffentlichen will, sollte nicht mit allzu vielen technischen Hürden belastet werden. So wie es momentan aussieht, steht die an sich gute Idee, einen offenen und einheitlichen Standard für Dokumentenserver zu verwenden, einer breiten Akzeptanz der Selbstarchivierung entgegen.

Es ist einfach lächerlich, dass jeder Autor vor der Archivierung seiner Dokumente drei Semester PDF/A studieren muss. Um eine breite Akzeptanz von OA zu erzielen, müssen wir es den Autoren so einfach wie möglich machen. Youtube und Slideshare müssen zumindest hierbei Vorbilder sein. Klar ist, dass eine solche Einfachheit vermutlich nicht erreicht werden kann. Zu unterschiedlich sind die Ziele der Dienste. Aber als Richtlinie kann und soll der Veröffentlichungsvorgang bei solchen Angeboten dienen.

Bleibt das Problem der Langzeitarchivierung. Eine mögliche Umsetzung wäre, diese zentral z.B. durch die DNB zu organisieren. Sie sollte auf jeden Fall nicht zum Problem der Autoren werden.

Ich bitte um Meldung in den Kommentaren: An welcher Bibliothek funktioniert der Umgang mit PDF/A auch nur halbwegs problemlos?

"Bücherwald"-Eröffnung in Berlin

In der Berliner Sredzkistraße, Ecke Kollwitzstraße wird heute ein „Bücherwald“ eröffnet.
Basierend auf der Idee des Bookcrossings bieten fünf ausgehöhlte Baumstämme Platz für über 100 Bücher. In dieses „öffentliche Bücherregal“ kann jeder Bücher einstellen und/oder sich neuen Lesestoff daraus mitnehmen.

[via taz]

PDF/A mit Open Office 2.4

Beeindruckend locker flockig funktioniert die PDF/A-Erzeugung mit OpenOffice 2.4. Preflight meldet bei der Validierung: Keine Probleme gefunden. Das sollte bei der Erzeugung von PDF-Dateien eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber nicht. Wer noch nach Argumenten sucht, warum man OpenOffice als wissenschaftlich Schreibender einsetzen sollte, müsste spätestens jetzt überzeugt sein. Hochschuldokumentenserver nehmen oft (und berechtigterweise) nur Dateien im PDF/A-Format an.

Klage gegen Semesterapparate

Wie medinfo heute berichtet, klagen in den USA drei große Verlage, mit Hilfe des dortigen Börsenvereins AAP, gegen die Georgia State University,

weil dort die Professoren Kursmaterialien erstellen und an Studenten weitergeben, die zu 50% aus Kopien und Digitalisaten von urheberrechtlich geschützten Werken zusammengesetzt sind.

Hier kann man die Details in der Pressemeldung des AAP nachlesen.