Graphical Abstracts

Teil der Operation Frühjahrsputz 2015, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Martin Bäker schreibt über einen Horndino und erwähnt dabei einen „Graphischen Abstract“:

Die Autorinnen haben das sehr schön in diesem “Graphischen Abstract” zum Ausdruck gebracht (graphische abstracts sind eine ziemlich neue Idee – man soll den Kerninhalt einer Veröffentlichung in einem einzigen Bild zum Ausdruck bringen; die Idee ist, dass man Leute auf die Weise eher dazu bekommt, in ein paper reinzuschauen)

Elsevier hat Gestaltungsrichtlinien und Beispiele für Graphical Abstracts veröffentlicht, IEEE hat immerhin Spezifikationen.

Eine Bildersuche nach „graphical abstracts“ zeigt die ganze Vielfalt dieses Genres. Es finden sich wahre Kunstwerke, die aber leider, leider, leider in den meisten von mir gefundenen Stichproben nicht unter freier Lizenz stehen. Dabei würden sie oft hervorragendes Bildmaterial für Wikipedia oder als OER abgeben.

Natürlich gibt es auch Kritik am Konzept und Überlegungen, welche Software man nutzen könnte. Inkscape.

Noch ein Link.

Griechenland von akademischer Literaturversorgung abgeschnitten?

Das griechische Rechercheportal HEAL-Link (Hellenic Academic Libraries Link) gab bekannt, dass es nicht mehr in der Lage sei, die Lizenzgebühren für die zweite Jahreshälfte aufzubringen, da die griechische Regierung keine Mittel bereitgestellt habe.

Es gab anscheinend schon in der Vergangenheit finanzielle Schwierigkeiten, wie der Pressemitteilung von HEAL-Link zu entnehmen ist. Weitere Infos gibt es im Nature-Blog (und dort auch in den Kommentaren).

Ein Direktlink auf die Meldung auf HEAL-Link war nicht zu finden. Der entsprechende Artikel ist im Archiv vom 24. Juni 2015.

Jetzt bleibt anzuwarten, ob Griechenland in die Liste der Länder Einzug erhält, die bei den großen Open-Access-Zeitschriften keine Gebühren zahlen müssen.

[via Mozilla Science Lab Week in Review]

Springer-Zugriff zu teuer für Russland

Da zu viele ausstehende Zahlungen aufgelaufen seien, hat Springer russischen Universitäten den Zugriff auf Springer-Publikationen gekappt, so berichtet Studenttimes.com. Die russische Regierung sei nicht in der Lage, die Subskriptionsgebühren zu zahlen.

According to a spokesperson from the Russian Ministry of Education and Science, the Russian Foundation for Basic Research, one of Russia’s state agencies, which is responsible for the development of national science, is unable to pay for subscriptions for scientific journals and magazines published by Springer due to a sharp devaluation of the Russian ruble this year.

Es geht um ungefähr eine Million US$. Weitere Verlage könnten nachziehen.

[via Richard Poynder]

Wer wird akademischer Ghostwriter?

Eine (vorgebliche?) Insiderin gab vor einigen Monaten in einem Forum Einblick in die Arbeit einer Ghostwriting-Agentur. Dabei erwähnte sie, wer denn klassische Ghostwriter seien.

Stand Juni 2014 waren 1100 aktive Akademiker in der Datenbank von GWriters. Fachlich war die Gruppe bunt gemischt, hauptsächlich waren es aber oft pensionierte Professoren, Ärztinnen im Mutterschaftsurlaub, Doktoranden, wissenschaftliche Mitarbeiter und witzigerweise Uni-Bibliothekare, die sich mit Ghostwriting ein zweites Standbein geschaffen haben.

In der Zeit war passend dazu ein Interview mit einem Ghostwriter.

[via Bildblog & Archivalia]

MOOC zu „Sprachtechnologie in den Digital Humanities“

Martin Volk, Noah Bubenhofer und Simon Clematide bieten über Coursera einen MOOC zu „Sprachtechnologie in den Digital Humanities“ an:

Sie möchten wissen, was genau die Digitalisierung von Texten beinhaltet? Sie haben sich schon immer gefragt, wie Texte in einem Korpus optimal durchsuchbar gemacht werden? Sie wundern sich, wie Texte mit linguistischen Informationen angereichert werden können?

Und das auf Deutsch!

Whatsapp als Tool in der Wissenschaftskommunikation

Drüben bei Helmholtzens verspricht man „Wissenschaft per Whatsapp aufs Handy“. Wird sich das durchsetzen? Schauen wir uns das mal kurz an:

  • Speichern Sie unsere Nummer +4915119558914 als “Helmholtz News” im Telefonbuch Ihres Handys ab.
  • Öffnen Sie Whatsapp (die App muss auf ihrem Smartphone installiert sein) und schicken Sie uns eine kurze Nachricht wie “Newsletter-Anmeldung”
  • Ihren Namen müssen Sie nicht nennen, wir speichern lediglich Ihre Nummer.

Erst einmal nicht. Zwar könnte man den Eintrag ins Telefonbuch per QR-Code erleichtern. Aber dennoch müsste man dann alle Info-Angebote, die man per Whatsapp nutzen möchte, in seinem Telefonbuch mitschleppen. Und man riskiert, dass private Kommunikation in einem Meer von News untergeht.

Abgesehen davon, dass man seine Handynummer verteilen muss. Ich gehe ja nicht davon aus, dass Helmholtz die Nummern weitergibt. Aber wenn sich diese Art der Öffentlichkeitsarbeit verbreitet, muss man nach schwarzen Schafen vermutlich nicht [ergänzt am 18.2.2015] lange suchen.

Dennoch ein nettes Experiment.

Teilfusion von MacMillan und Springer

Die beiden Wissenschaftsverlagsschwergewichte MacMillan und Springer werden – vorbehaltlich der kartellbehördlichen Zustimmung – wesentliche Teile ihres Wissenschaftsportfolios miteinander fusionieren. MacMillan-Eigentümerin Holtzbrinck wird mit 53% die Mehrheit halten.

Springer ist inzwischen einer der größten Open-Access-Publisher der Welt. MacMillan ist das Haus, in dem Großartigkeiten wie beschränkte „Ausleih“-Zahlen für E-Books oder das als Beggar Access bekannt gewordene Modell für den kostenfreien Zugriff auf Nature-Artikel entwickelt wurden.

In den Meldungen (Börsenblatt oder Nature-Blog) konnte ich nichts zur Zukunft der Open-Access-Sparten finden, zum Beispiel von Springer-Tochter BioMed-Central. Wohin die von Holtzbrinck gesteuerte Reise gehen wird, bleibt abzuwarten. Skepsis ist angebracht.

Was ist eigentlich Open Science?

Im Standard wird – meines Erachtens auch für Menschen, die nicht wissenschaftsbetriebsblind sind – recht gut beschrieben, was Open Science eigentlich ist. In der Tiroler Tageszeitung ist ein inhaltlich ähnlicher Artikel erschienen; dort wird auch auf das Dossier „Die Weisheit der Masse“ verwiesen, in dem näher auf Citizen Science eingegangen wird.