Wie wichtig ist Reputation bei der Journal-Wahl?

What factors are important to you when selecting a journal to publish in?

Dies war eine von vielen SOAP-Fragestellungen. Unter anderem wurde direkt gefragt, wie wichtig das Prestige eines Journals für die Entscheidung sei, in welchem Journal man publizieren möchte.

Prestige important?
Extremely important 17633
Important 16041
Less important 1976
Irrelevant 236
NA 7147
Summe 43033

Ein Vergleich aller Antworten sieht folgendermaßen aus:

Etwas übersichtlicher ist folgende Darstellung, für die ich die Antworten in zwei Kategorien unterteilt habe: „extremely important“ und „important“ in eine Kategorie, „less important“ und „irrelevant“ in eine weitere. Da die Zahl derer. die die Fragen nicht beantwortet haben, lag immer in einem recht ähnlichen Bereich (min. 7219, max. 7711) und wurde daher aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen:

Anklicken für Vollansicht!

Prestige ist Publizierenden offensichtlich äußerst wichtig. Auch der hohe Stellenwert des Impact Factors deutet darauf hin.

Kommentare zu IWP/de Gruyter

Wirklich positive Kommentare zur Entscheidung der DGI, mit IWP zu de Gruyter zu wechseln, habe ich nicht gefunden. Ein bißchen Verständnis für eventuelle Sorgen und Nöte.

Blogs

Mails in Inetbib

Jakob Voss:

Da kam die Session „Auf dem Goldenen Weg zu Open Access“ am 9.6. auf dem Bibliothekartag wohl zu spät (siehe http://is.gd/XYLWxl):

Annette Kustos:

In der Tat also schade, dass eine Einrichtung aus dem Bereich IuD hier den Schritt nach OA nicht wagt. Ein bisschen schwierig nun, ein neues Themenheft zu OA…. Andererseits ist selber machen müssen immer anders.

Eberhard R. Hilf:

Im Falle einer Fachgesellschaft ist zudem dieser Schritt problematisch, da ja gerade die DGI auch fachpolitisch zum Thema Informationsmanagement in der Wissenschaft taetig sein sollte, und dies sich auch in ihrem Journal wiederspiegeln sollte. Bei anderen Fachgesellschaften, die einen vergleichbaren Schritt gemacht hatten, weiss man, dass diese Unabhaengigkeit eben nicht mehr gegeben wird.

Rainer Kuhlen:

Ich hatte auch dringend von einer Nicht-OA-Lösung abgeraten, sehe allerdings auch die besondere Lage einer Gesellschaft wie der DGI. In der Tat wird man abwarten, wie sich das entwickelt und wie liberal deGruyter mit dem Zugriff und der Langzeitsicherung umgeht. Auch dieses wird über die Reputation einer Z. entscheiden.

Die Diskussion wird sicherlich weitergehen, hoffentlich auch unter Beteiligung der DGI.

IWP auch in Zukunft hinter Schloss und Riegel

Manuela Meinl freute sich am 11. Juni 2001, in Inetbib darüber informieren zu dürfen, dass „Information. Wissenschaft und Praxis (IWP)“ ab 2012 im Verlag De Gruyter erscheinen wird.

Der Vorstand der DGI erwartet von der Zusammenarbeit mit De Gruyter neben einer größeren wissenschaftlichen Reputation eine Erhöhung der Reichweite der IWP sowie die Gewinnung weiterer Abonnenten im In- und Ausland. Die Zeitschrift wird sechs Mal im Jahr gedruckt und online erscheinen. Sie wird wie bisher wissenschaftliche Originalbeiträge, praxisorientierte Fachbeiträge, Tagungsberichte, Buchbesprechungen, Personalnachrichten und Mitteilungen aus der DGI, ihren Fachgruppen und dem professionellen Umfeld enthalten. Weiterhin ist sie auch Mitteilungsblatt der Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund, des Normenausschusses Bibliotheks- und Dokumentationswesen im DIN Deutsches Institut für Normung sowie der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken.

De Gruyter bietet Autoren mit Open Library (PDF) ein innovatives Open Access Modell für Zeitschriften und Buchreihen an:

de Gruyter bietet ein verlagsübergreifendes einheitliches Open Access Modell: Zum Preis von € 1.750 pro Artikel können Autoren ihre Beiträge für den Leser kostenfrei auf der Internetseite www.reference-global.com zugänglich machen. Unabhängig von der Disziplin und der Länge der Veröffentlichung, wird der Modus für Beiträge aus Zeitschriften, Buchreihen oder Sammelbänden angewandt. Für die Zukunft ist vorgesehen, bei einer 20%-igen kalkulatorischen Erlössteigerung durch Open Access die Produktpreise anzupassen.

Na, das ist doch ein Schnäppchen! Das gibt man doch gerne mal aus! Ist Stefan Gradmann, der den Vertrag mit de Gruyter als DGI-Präsident unterschrieb, nicht über das OJS-System seiner Universität informiert? Oder gab es tatsächlich gewichtige Gründe für die Entscheidung? Über „Open Access: Wissenschaft als Öffentliches Gut“ (übrigens auch in einer OJS-Zeitschrift) zu schreiben und dann unter anderem mit dem Argument der Abonnentengewinnung zu de Gruyter zu wechseln, scheint mir jedenfalls nicht besonders einleuchtend. Aber die DGI und besonders Herr Gradmann werden die Öffentlichkeit sicherlich in näherer Zeit über die Beweggründe aufklären.

Bis dahin gilt für mich: Wer veröffentlichen möchte, sollte seine Werke auch tatsächlich der Öffentlichkeit zugänglich machen und sie nicht hinter Paywalls verstecken. Es wird Zeit, alle alles lesen zu lassen. Liebe AutorInnen, lasst Toll Access zumindest für Bibliotheks- und Informationswissenschaften bitte sterben! Reicht einfach keine Paper mehr ein! Wenn niemand für Toll-Access-Journals schreibt, müssen die Herausgeber zwangsläufig reagieren.

Der grösste Bibliotheksverbund der Schweiz entsteht in Zürich

Endlich, endlich ist es soweit! Erfreuliche Nachrichten für alle Hochschulbibliotheksbenutzer im Raum Zürich:

Die beiden Schweizer Bibliotheksverbünde NEBIS (u.a. Zentralbibliothek Zürich, ETH-Bibliothek Zürich) und  IDS Zürich Universität (u.a. Institutsbibliotheken der Uni Zürich) werden zusammengelegt. Daraus entsteht der grösste Bibliotheksverbund der Schweiz. Die Benutzer erhalten dadurch einen einheitlichen Zugriff auf über 7 Mio. verzeichnete Titel. Das Projekt ist anfangs Juni gestartet und dauert voraussichtlich zwei Jahre. Der Stand des Projekts und weitere Infos finden sich  im Blog Integration Bibliothekssystem Universität Zürich (kurz: Inuit).

Heinz Dickenmann, Direktor der Hauptbibliothek Universität Zürich, wird weiter zitiert:

«Das Zusammenlegen ist nur der erste Schritt zu einem umfangreichen Ausbau der Kooperation unter den Zürcher Hochschulbibliotheken. Ein gemeinsames Zugangsportal und ein gemeinsames elektronisches Angebot an Datenbanken und Zeitschriften werden folgen.»

[via UZH News]

Schema.org

Lorenz Matzat schreibt über Schema.org:

Es ginge den Suchmaschinenbetreibern darum, bessere Ergebnisse zu liefern, verharmlosen sie selbst ihre Intention. Faktisch dürfte ihre Motivation aber sein, noch besser automatisiert Content aus Webseiten auslesen zu können und als eigenen Inhalt in den Suchergebnissen zu zeigen. Und damit die User auf ihrer eigenen Seite zu halten und ihnen so länger die Werbung der eigenen Anzeigenkunden präsentieren zu können.

Was für Journalisten offensichtlich erschreckend erscheint, könnte für Bibliothekswesen eine interessante Perspektive bieten. Wie Martin Fenner schreibt:

It will be interesting to see whether future versions of the schema.org standard will have better support for scholarly content, and how well this microformat can be integrated into our efforts to create Scholarly HTML. And how quickly scholarly publishers and other providers of scholarly content will adopt this new standard., which in its current form already is a big improvement over plain HTML.

Es wird wirklich sehr interessant zu sehen sein, how quickly wissenschaftliche Verleger reagieren.

Open Access in der deutschen Wissenschaft (SOAP)

Anja Lengenfelder und Sünje Dallmeier-Tiessen haben den deutschen Teil der SOAP-Studie interpretiert:

Open Access in der deutschen Wissenschaft – Ergebnisse des EU-Projekts „Study of Open Access Publishing“ (SOAP)

Das im 7. Forschungsrahmenprogramm geförderte EU-Projekt „Study of Open Access Publishing“ (SOAP; http://soap-fp7.eu, Laufzeit März 2009 bis Februar 2011), hat eine umfassende Studie zum goldenen Weg zu Open Access durchgeführt. Die von den Projektpartnern (Verlage und Wissenschaftsorganisationen) konzipierte Umfrage haben weltweit mehr als 40.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beantwortet.

In diesem Beitrag werden die Antworten von 3.000 in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorgestellt und analysiert. Die Ergebnisse von 12 ausgewählten Fragen aus dem ursprünglich 23-teiligen Fragenkomplex geben einen Einblick in das Publikationsverhalten und die Einstellung zum Open Access-Publizieren.

Im Ergebnis zeigt sich eine sehr positive Meinung zu Open Access, die sich mit den weltweiten Daten deckt. Ein erheblicher Anteil der in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat bereits Erfahrung mit Open Access Publikationen. Die Finanzierung der Publikationsgebühren wird als eines der Haupthindernisse bei der Open Access Publikation angegeben. Verschiedene Finanzierungsquellen werden hierfür genutzt: In Deutschland sind dies, insbesondere bei Angehörigen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen, überdurchschnittlich häufig institutionelle Fonds.

Das Fazit der Autorinnen:

Auf Basis des SOAP-Datensatzes wurde hier eine deutschlandweite Analyse zur Einstellung von Wissenschaftlern zu Open Access und ihrem Publikationsverhalten vorgelegt. Die Antworten von 3.000 Wissenschaftlern wurden insbesondere genutzt, um einen vertieften Einblick in die Finanzierung von Open Access zu bekommen. Aufgrund der eingegangenen Antworten hat diese Studie, im Gegensatz zu der Studie von Krönung et al. [5], einen Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften.

Es ergibt sich folgendes Bild für die Antworten, der in Deutschland arbeitenden Wissenschaftler:

  • Die Einstellung zu Open Access ist sehr positiv und ist damit vergleichbar mit dem globalen Mittel.
  • Viele Wissenschaftler haben bereits Erfahrungen mit Open Access-Publikationen sammeln können.
  • Viele Wissenschaftler haben keine Gebühr für die letzte Open Access-Publikation gezahlt.
  • Die Publikationsgebühren der letzten Open Access-Publikation wurden in 42,6% der Antworten durch institutionelle Fonds beglichen – ein deutlich höherer Anteil als im globalen Mittel. 25,0 bzw 25,9% der Wissenschaftler nutzen andere Fördermittel. Der Arbeitsplatz des Wissenschaftlers (Universität, Forschungseinrichtung) spielt offenbar eine Rolle: die Nutzung der institutionellen Fonds ist deutlich höher an der Forschungseinrichtung (siehe 3.2).
  • 44,9% der Wissenschaftler fanden es einfach, die Finanzierung der Publikationsgebühren zu arrangieren, 41,3% fanden es schwierig.

Am Rande vermerkt: Wieder einmal ein Artikel über Open Access, der auch selbst Open Access pubiziert wurde! Sollte ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Wacko Search

Der Presurfer klagt:

Remember when you first started using the Internet and the thrill of finding interesting and different sites, often by accident? Search engines have taken the fun out of surfing.

Wacko Search ist eine Suchmaschine der anderen Art. Man sucht etwas und bekommt etwas völlig anderes. Ich kann auch nach 10 Versuchen keinen Zusammenhang zwischen Suchbegriff und Ergebnis erkennen. Ein interessanter Lösungsansatz für das vom Presurfer geschilderte Problem.

Innerhalb weniger Minuten erfuhr ich so von einem aus 50.000 Milchkartons erbauten Schloß, ließ mir Halbleiterphysik von Britney Spears erklären und

Andere Merkwürdigkeiten, deren Nichtverlinkung ich nicht übers Herz bringe:

Die Suchergebnisse wiederholen sich zwar recht schnell, aber dennoch gilt: Achtung, nicht verwenden, wenn man gerade überhaupt keine Zeit hat, um einfach mal auf interessant klingende Links zu klicken!

Google stellt APIs um

Google stellt verschiedene APIs um. Manche werden auch eingestellt und teils durch neue APIs ersetzt. So wird zum Beispiel die Google GData Books API am 1. Dezember 2011 zurückgezogen und soll durch die Books API ersetzt werden. Die Google Blog Search API hat ebenso wie die Google Translate API schon am 26. Mai den Dienst eingestellt:

Important: The Google Translate API has been officially deprecated as of May 26, 2011. Due to the substantial economic burden caused by extensive abuse, the number of requests you may make per day will be limited and the API will be shut off completely on December 1, 2011. For website translations, we encourage you to use the Google Translate Element.

Weitere Informationen in der Ankündigung im Google Code Blog, Kommentarunmut inklusive.

[via Coffee|Code]