Die Edwin-Mellen-Petition

Kann das sein? Es sind tatsächlich erst knapp 1500 Unterschriften zusammengekommen?

Infobib alleine hat einige hundert Besucher pro Tag. Viele davon über Suchmaschinen, aber es bleibt sicherlich noch eine erkleckliche Anzahl an gezielten und interessierten Besuchern aus dem Bibliothekswesen und anliegenden Gebieten übrig. Die drei anderen Blogs haben sicherlich nicht weniger Besucher.

Sicher, es ist eine eher symbolische Geste, diese Online-Petition zu unterzeichnen. Aber ist das Anliegen Euch KollegInnen nicht wichtig genug, um die paar Sekunden für die symbolische Unterstützung zu opfern? Man muss seinen Namen auf der Webseite nicht einmal anzeigen lassen!

Worum es geht: Dale Askey (und seine Hochschule) wird von Edwin Mellen Press auf eine Summe in Millionenhöhe verklagt, weil er die Publikationen des Verlags kritisiert hat. Das betrifft uns alle! Und wohlgemerkt nicht nur Bibliotheksblogger, sondern jeden, der auch weiterhin frei seine Meinung über Veröffentlichungen und Verlage äußern will.

Hier geht es zur Petition.

#bib6: Anmeldung geht gleich los!

Copy & Paste:

#bib6: BibCamp 2013 in Nürnberg – die bibliothekarische Unkonferenz

Ab heute, Mittwoch,13.02.2013, 10:00 Uhr ist die Anmeldung zum BibCamp 2013 möglich.

Das Anmeldeformular finden Sie unter http://bibcamp.wordpress.com/ Die Teilnahme ist traditionell kostenlos.

Zum ersten Mal findet das deutschlandweit bekannte BibCamp in Bayern statt: Vom 12.4. – 13.4. an der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg. Organisiert wird die Veranstaltung von BibliothekarInnen aus der Metropolregion in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Archiv- und Bibliothekswesen der FHVR.

Das BibCamp versteht sich als Kommunikationsplattform für den spartenübergreifenden beruflichen Austausch und die Diskussion aktueller Themen und Trends aus dem Bibliotheks- und Informationsbereich.

Um Aktualität und höchstmögliche Relevanz zu unterstützen, werden die Themen der Sessions und Workshops des Barcamps erst vor Ort nach Interessenlage der Teilnehmenden endgültig festgesetzt. Jede/r ist aktiv beteiligt und aufgerufen, Themenvorschläge einzubringen .

Das Motto des BibCamps: Es gibt keine BesucherInnen, nur TeilnehmerInnen!

Eingeladen sind alle an der Weiterentwicklung von Bibliotheken Interessierten:
BibliotheksmitarbeiterInnen, Studierende, Auszubildende und DozentInnen.

Gleichzeitig sind ausdrücklich auch Interessierte aus verwandten Bereichen wie Archiv, Museum, E-Learning, Informationswissenschaft, Wissensmanagement und IT-Entwicklung angesprochen. Veranstaltungsort ist die
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) Fakultätsgebäude Fachbereich Wirtschaftswissenschaften (WiSo) Lange Gasse 20
90403 Nürnberg

Schon das sechste Bibcamp! Das hätte ich damals nicht erwartet.

PeerJ legt los

E-Mail von PeerJ:

We are writing to inform you that we published our first articles today, Feb 12th. You can now visit https://PeerJ.com and view the first 30 published articles. The next group of articles will be published on Feb 19th, and PeerJ PrePrints will launch in a few weeks time.

We announced the launch at: http://blog.peerj.com/post/42920112598/launch-of-peerj and highlighted some of the functionality at: http://blog.peerj.com/post/42920094844/peerj-functionality.

Early coverage of our launch can be read at http://bit.ly/PeerJGuardian ; http://bit.ly/PeerJSciAm and http://bit.ly/PeerJAuthorReview

Ein Beispiel für ein Autorenprofil (mit gleich drei Publikationen schon am ersten Tag) gibt es hier zu sehen.

Das überfälligste Buch?

In der Welt wird über eine um 55 Jahre verspätete Rückgabe geschrieben: [1] Besten Dank an Frank für den Hinweis!

Das Werk «Fire of Francis Xavier» des Autors Arthur McGratty sei am 10. April 1958 verliehen worden, berichteten US-Medien am Mittwoch unter Berufung auf ein Foto, das die Bücherei auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte. Die erlaubte Ausleihdauer betrug damals 28 Tage. Per Post trudelte das Buch Anfang der Woche wieder in der Bibliothek ein – rund 55 Jahre zu spät.

55 Jahre sind schon ziemlich beachtlich. Doch auf den bunten Seiten der Zeitungen wird regelmäßig über deutliche Leihfristüberschreitungen geschrieben. Die Huffington Post berichtet beispielsweise über ein „Mahngebühren-Amnestieprogramm“ der Chicago Public Library, in dessen Rahmen ein Oscar-Wilde-Buch 78 Jahre zu spät zurückgegeben wurde:

The Chicago Public Library was reunited last week with a book so many years overdue no one even realized it was missing from its shelves.

In the midst of a rare, three-week amnesty program — where the nation’s third-largest city’s library system is forgiving fines for any overdue items that are returned to them — the library received a limited edition copy of Oscar Wilde’s classic „The Picture of Dorian Gray,“ Reuters reports.

The literary treasure was last checked out in 1934.

80 Jahre zu spät in Navan, Irland, ebenfalls berichtet in der Huffington Post:

A rare book has been anonymously returned to a library in the Republic of Ireland, a whopping 80 years after its due date, the BBC reports.

The book — a pictorial record of the 31st International Eucharistic Congress held in Dublin — was originally borrowed from the library in Navan, County Meath, in 1932, just a few months after the historic event took place.

Die StaBi Berlin hat 84 Jahre zu bieten:

Mit diesem Buch hatte in der Staatsbibliothek zu Berlin wohl keiner mehr gerechnet: Nach 84 Jahren ist ihr die „Preisschrift von den besten und ausführbarsten Mitteln, dem Kindermord abzuhelfen ohne die Unzucht zu begünstigen“ von Johann Gottlob Benjamin Pfeil aus dem Jahr 1788 zurückgegeben worden.

figure from the german translation of the book "Charles Darwin Insectenfressende Pflanzen"

Den Darwinfinken Vogel schießt allerdings folgende Meldung ab:

Mit 122 Jahren Verspätung ist eine ausgeliehene Erstausgabe eines Charles-Darwin-Buches in eine Bibliothek bei Sydney zurückgebracht worden. „Soweit wir das sagen können, hat das Buch eine ganz schöne Reise hinter sich“, sagte Linda Campbell vom Gemeinderat im australischen Camden.

Es handelt sich vermutlich um diese Bibliothek hier. Hält die Camdener Bibliothek den Rekord für die verspätetste Rückgabe?

References

References
↑1 Besten Dank an Frank für den Hinweis!

Edwin-Mellen-Verlag verklagt Bibliothekar auf Schadenersatz in Millionenhöhe

Dale Askey, den viele der hier Lesenden unter anderem vom einen oder anderen Bibcamp oder auch durch sein Blog kennen, wurde vom Verlag Edwin Mellen verklagt. Die Geschichte ganz knapp zusammengefasst:

  1. Dale Askey kritisiert den Verlag.
  2. Zwei Jahre später verklagt der Verlag Dale Askey und dessen Universität auf insgesamt 4,5 Millionen US$ Schadenersatz.

Inside Higher Ed beschreibt es es etwas detaillierter:

Edwin Mellen Press, an academic publisher with offices in upstate New York and Britain, filed two lawsuits in June in Ontario’s Superior Court. The first implicates Askey and McMaster, his current employer and employer for some of the time the blog post was live, as „vicariously liable“ for his statements, and claims libel and exemplary damages in the amount of $3.5 million. A second suit, filed against Askey alone, claims more than $1 million in similar damages (the individual suit names Herbert Richardson, press founder, as plaintiff and alleges additional, defamatory remarks directed against him personally on the blog).

Es gibt schon eine an Mellen gerichtete Petition, die den Verlag auffordert, die Klage fallen zu lassen. Und seine Uni hat sich glücklicherweise hinter Dale gestellt:

In its Statement on Academic Freedom, McMaster University affirms the right of the academic community to engage in full and unrestricted consideration of any opinion. Beyond this commitment to teach and learn unhindered by non-academic constraints, the University strongly supports the exercise of free speech as a critical social good.

For this reason, McMasterUniversity has for more than eighteen months rejected all demands and considerable pressure from the Edwin Mellen Press to repudiate the professional opinions of university librarian Dale Askey, notwithstanding the fact that those opinions were published on his personal blog several months before he joined McMaster.

Because of our respect for individual freedom of speech, the University finds itself today a co-defendant with Mr. Askey in a legal action brought by the Edwin Mellen Press.

The University will continue to rigorously defend its commitment to academic freedom and freedom of speech as the case proceeds before the courts.

Dem ist wenig hinzuzufügen. Außer der Hoffnung, dass der Verlag Edwin Mellen demnächst mal nachschlägt, was denn der Streisand-Effekt ist. Das Vorgehen des Verlags ist komplett unakzeptabel und hoffentlich auch in Kanada ohne Aussicht auf Erfolg. Wenn Mellen damit durchkäme, wäre (nicht nur bibliothekarische) Kritik an Verlagen und deren Produkten in Zukunft mit erheblicher Rechtsunsicherheit verbunden.

[via BoingBoing und Archivalia]

Harsche Kritik an Govdata.de

Es wurde schon viel zu den Plänen zum deutschen Open-Data-Portal des Bundes, Govdata.de, geschrieben:

Die Überschriften sagen es schon recht deutlich: so wird das nichts. Hauptkritikpunkt ist die Wahl einer eigens geschaffenen Lizenz. Die Diskusssion wurde zusammengefasst auf Not-your-govdata.de, einer Kampagnenseite, auf der man auch gleich seinen Unmut gegen das gewählte Modell kundtun kann.

10 Regeln für persistente URIs

Phil Archer hat eine Studie zur Gestaltung von URIs veröffentlicht. Praktischerweise gibt er eine knackige Zusammenfassung in Form von 10 Regeln, die es zu beachten gilt:

Follow the pattern
e.g. http://{domain}/{type}/{concept}/{reference}
Avoid stating ownership
e.g. http://education.data.gov.uk/ministryofeducation/id/school/123456
Re-use existing identifiers
e.g. http://education.data.gov.uk/id/school/123457
Avoid version numbers
e.g. http://education.data.gov.uk/doc/school/v01/123456
Link multiple representations
e.g. http://data.example.org/doc/foo/bar.rdf
e.g. http://data.example.org/doc/foo/bar.html
Avoid using auto-increment
e.g. http://education.data.gov.uk/id/school/123456
e.g. http://education.data.gov.uk/id/school/123457
Implement 303 redirects for real-world objects
e.g. http://www.example.com/id/alice_brown
e.g. http://www.example.com/doc/alice_brown
Avoid query strings
e.g. http://education.data.gov.uk/doc/school?id=123456
Use a dedicated service
i.e. independent of the data originator
Avoid file extensions
http://education.data.gov.uk/doc/schools/123456.csv

Die Erläuterungen zu den einzelnen Thesen sind unbedingt zu lesen, und zwar in der „Study on Persistent URIs with identification of best practices and recommendations on the topic for the Member States and the European Commission“.

Umfrage zum Code of Ethics

Es wird um Teilnahme an einer Umfrage zum Code of Ethics gebeten:

Im Jahr 2007 verfasste der Dachverband BID (Bibliothek & Information Deutschland) ethische Grundsätze für Bibliotheks- und Informationsberufe.
Die Masterarbeit am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin untersucht, wie es heute – sechs Jahre nach dieser schriftlichen, ethischen Grundsteinlegung – um die Rezeption und den Kenntnisstand der Grundsätze steht.

Folgende Links führen zur Umfrage:

http://content.wuala.com/contents/berufsethik/ethik_umfrage/berufsethik.html

http://file2.npage.de/012671/96/html/berufsethik.htm

Weitere Infos finden sich in seiner Inetbib-Mail.

Schavan wurde Doktortitel entzogen

Der Fakultätsrats der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf hat trotz des vorausgegangenen Drucks seitens der CDU und der Wissenschaftsorganisationen der Wissenschaftsministerin Annette Schavan den Doktorgrad entzogen und ihre schriftliche Promotionsarbeit für ungültig erklärt. In der heutigen Sitzung wurde mit 12 Ja-Stimmen und nur 2 Nein-Stimmen und einer Enthaltung eine ziemlich eindeutige Entscheidung getroffen.

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