In des Nutzers Schuhen

CC: BY-NC by Mary and The Baby Cheeses
CC: BY-NC by Mary and The Baby Cheeses

“Denn wir wissen nicht, was sie wollen” ist ein Posting von Margret Plank im Bibcamp-Blog betitelt. Sie beklagt das Desinteresse der Nutzer an von der Bibliothek angebotenen Schulungen und Fortbildungen. Um herauszufinden, was die Nutzer wirklich wollen, schlägt sie vor: “Walk a mile in user shoes.”

Eine richtig gute Idee. Momentan ist es ja noch oft der Fall, dass sogenannte Entscheider meist wenig bis gar keinen Nutzerkontakt haben. Gerade in großen Bibliotheken. Welche BibliotheksdirektorInnen setzen sich ab und an mal in die Ausleihe oder die Auskunft? Welche Dezernenten, Referenten? Es ist – zumindest soweit ich das überblicken kann – eine Minderheit. Was die Bibliotheksleitung angeht, kann man das noch für vertretbar halten, solange sie sich auch sonst aus dem Tagesgeschäft heraushält.

Aber spätestens wenn es an die in manchen Bibliotheken “Produktentwicklung” genannte Konzeption von Dienstleistungen geht, ist Distanz zum Nutzer problematisch. Niemand würde einen Ingenieur zur Konzeption eines Autos anwerben, der noch nie wirklich am Straßenverkehr teilgenommen hat.

Freiherr oder Baron?

Wie schwierig es sein kann, ohne (Adels-)Titel mit einer Bibliothek in Kontakt zu treten, beschreibt Oliver Obst nebenan bei Medinfo.

Das Formular geht davon aus, dass jeder einen Titel hat und wenn es bloss ein Bachelor ist. Es kann nicht ohne Angabe eines Titel abgesandt werden.

Leider verrät er nicht, wo er dieses schöne Formular gefunden hat.

Umfrage zur "Kundenorientierung" an Öffentlichen Bibliotheken

Auch wenn ich immer noch davon ausgehe, dass die Bezeichnung “Kunde” keine Auf-, sondern eine Abwertung der Bibliotheksbenutzer darstellt:

Liebe Kolleginnen und Kollegen an Öffentlichen Bibliotheken,

Im Rahmen meiner Masterarbeit am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU-Berlin beschäftige ich mich mit der aktuellen Praxis der Kundenorientierung in Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland.

Grundlage der Untersuchung bildet eine Online-Befragung aller Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Auszubildender Öffentlicher Bibliotheken, zu der folgender Link führt:

http://yoowe.ibi.hu-berlin.de/survey/index.php?sid=25781&lang=de

Bitte nehmen Sie sich ca. 15 Minuten Zeit zur Beantwortung der Fragen. Ihre Angaben werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt und anonym ausgewertet. Die Daten werden nur in diesem Rahmen verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Über zahlreiche Rückmeldungen bis zum 18. Mai 2009 würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Mit freundlichen Grüßen
Susanne Göbel

(Hervorhebungen von mir)

Online Catalogs: What Users and Librarians Want

Die Ergebnisse einer WorldCat-Nutzerstudie von OCLC sind nun verfügbar. Selected key research findings sind:

  • The end user’s experience of the delivery of wanted items is as important, if not more important, than his or her discovery experience.
  • End users rely on and expect enhanced content including summaries/abstracts and tables of contents.
  • An advanced search option (supporting fielded searching) and facets help end users refine searches, navigate, browse and manage large result sets.
  • Important differences exist between the catalog data quality priorities of end users and those who work in libraries.
  • Librarians and library staff, like end users, approach catalogs and catalog data purposefully. End users generally want to find and obtain needed information; librarians and library staff generally have work responsibilities to carry out. The work roles of librarians and staff influence their data quality preferences.
  • Librarians’ choice of data quality enhancements reflects their understanding of the importance of accurate, structured data in the catalog.

Zum Volltext (PDF) geht’s hier.

E-LIS mit E-Prints 3.0

E-LIS – the open archive for Library and Information Science wird vom 17. bis zum 21. November nicht zur Verfügung stehen, da ein Upgrade der Repository-Software E-Prints ansteht. Unter den Features von E-prints 3.0 wird u.a. aufgelistet:

  • Time saving deposits
  • Import data from other repositories and services
  • Autocomplete-as-you-type for fast data entry

Gerade Verbesserungen für Autoren sind dringend notwendig gewesen. Wie das ungefähr aussehen wird, kann man auf dem Demo-Server ausprobieren.

Die Nachricht ging über verschiedene Mailinglisten, aber auf der E-Lis-Seite selbst kann ich keinen Hinweis entdecken.

Der offene GBV

Jakob kündigt seinen Vortrag bei der GBV-Verbundkonferenz an, bei dem es um die Öffnung der Kataloge gehen wird. Die Folien dazu gibt es jetzt schon bei Slideshare.

Kurz gesagt geht es um die Öffnung der Kataloge für darauf aufsetzende Anwendungen. Als Beispiele sind. z.B. persönliche Listen (“Perlis”) wie Semesterapparate, Katalogisierung durch Benutzer und die automatische Katalogisierung von Blogs genannt.

Das versteckte Web durchsuchbar machen

D-Lib-Artikel “Google Still Not Indexing Hidden Web URLs”. Im Artikel wird beklagt, dass Google OAIster & Co nicht unterstützt.

We […] conclude that Google has not endeavoured to increase their support and access to OAI materials. Even taking into account the caveats, we would also conclude that aggregations of OAI records are as valuable for user research purposes as they were at least two years ago.

From our own experience, we know that providing the OAIster records in bulk to Google proved problematic for them, and eventually they requested only the OAIster URLs instead of the complete metadata. We are not, at this point, certain that Google is using these URLs (crawling them) for addition to their search index.

It is also interesting to note that Google has recently dropped support of OAI for website indexing [6]. Given the resulting numbers from our investigation, it seems that Google needs to do much more to gather hidden resources, not less. (Granted, the OAI for Sitemaps feature may not have been an appropriate approach for Google.)

John Wilkin antwortet auf diesen Artikel:

As much as I like Kat’s and Josh’s analysis, I draw a different conclusion from the data. They write that, “[g]iven the resulting numbers from our investigation, it seems that Google needs to do much more to gather hidden resources.” This perspective is one many of us share. We’re inclined to point a finger at Google (or other search engines) and wish they tried harder to look into our arcane systems. We believe that if only Google and others had a deeper appreciation of our content or tried harder, this problem would go away. I’ve been fortunate enough to be able to try to advance this argument one-on-one with the heads of Google and Google Scholar, and their responses are similar–too much trouble for the value of the content. As time has passed, I’ve come to agree.

Dem kann man nur zustimmen. Wir müssen unsere Kataloge und Datenbanken zugänglicher machen für Suchmaschinen. Wenn wir das nicht machen, werden Bibliotheken als erste Anlaufstelle für bibliographische Recherche in Zukunft noch stärker von Amazon & Co in die Bredouille gebracht.

Für Katalogentwickler interessant ist eine andere Aussage von Wilkin:

We often go wrong, however, when we try to share our love of complexity with the consumers. We’ve come to understand that success in building our systems involves making complicated uses possible without at the same time requiring the user to have a complicated understanding of the resource. What we must also learn is that a simplified rendering of the content, so that it can be easily found by the search engines, is not an unfortunate compromise, but rather a necessary part of our work.

Learning 2.0 in der Charlotte & Mecklenburg County Public Library

Ein interessantes (und unter Creative Commons lizensiertes) Programm mit dem Titel Learning 2.0 hat die Charlotte & Mecklenburg County Public Library entwickelt. Besonders spannend ist die Art und Weise, wie es innerhalb der Bibliothek entwickelt wurde:
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