Bereits kurz nach dem Start gerät Google Buzz ins Auge des kanadischen Verbaucherschutzes. Dieser soll laut PC Welt ermitteln. Auch dem amerikanischen Verbraucherschutz liege eine Beschwerde vor. Von Beginn an hagelte es Kritik von Datenschützern gegen das neue Google Projekt. [wir berichteten]
Schlagwort: datenschutz
Sicherheitslücken bei Chrome
Der vor 2 Tagen von google vorgestellte neue Browser Chrome [wir berichteten] ist aus dem Nichts in die Top 3 der meistvebreiteten Browser geschossen. Aber jetzt vermehrt sich auch die Kritik am Browser, es gibt Sicherheitslücken und außerdem sind einige Nutzer durch die Nutzungsbedingungen verstört.
„Ihre Kopie von Google Chrome enthält mindestens eine eindeutige Anwendungsnummer. Diese Nummern … (werden) bei der erstmaligen Installation und Verwendung der Anwendung und bei der automatischen Update-Prüfung von Google Chrome an Google gesendet.“ Und weiter: „Falls Sie Nutzungsstatistiken und Ausfallberichte an Google senden, werden uns diese Informationen sowie eine eindeutige Anwendungsnummer vom Browser übermittelt.“
Im Klartext: Wer nicht widerspricht, gibt Google komplette Verfügungsgewalt über seine persönlichen Surf-Daten.
Mehr Informationen zu den Sicherheitslücken bei spiegel.online.
Nach Hause telephonieren…
Nach Hause telephonieren reicht Apples iGeräten nicht aus. Sie fragen dort auch nach Handlungsanweisungen. Golem berichtet:
Die berichtete Fernlöschfunktion auf dem iPhone und dem iPod touch bestätigte Steve Jobs im Gespräch mit dem Wall Street Journal. Damit kann Apple gezielt eine einzelne Applikation auf allen Geräten löschen. Diese Möglichkeit wurde integriert, um bei Bedarf Schadsoftware entfernen zu können.
Petition gegen Vorratsdatenspeicherung ungelesen abgelehnt
Mit einer hanebüchenen Begründung verwirft (PDF) der Petitionsausschuss des Bundestags die Petition gegen Vorratsdatenspeicherung.
Der Bundestag hat am 9. November 2007 das „Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umsetzung der Richtlinie 2006/24/EG“ beschlossen. In der Gesetzesbegründung (Bundestags-Drucksache 16/5846) ist ausdrücklich vorgesehen, auch die Anbieter öffentlicher Anonymisierungsdienste zur Speicherung der entsprechenden Daten zu verpflichten. Dabei geht der Gesetzgeber davon aus, dass auch, wer einen sog. Anonymisierungsdienst betreibt und hierbei die Ausgangskennung des Telekommunikationsnutzers durch eine andere ersetzt, einen Telekommunikationsdienst für die Öffentlichkeit im Sinne des § 3 Nr. 24 Telekommunikationsgesetz (TKG) betreibe und damit den Verpflichtungen zur verdachtsunabhängigen Speicherung von Verbindungsdaten für sechs Monate unterliegt.
Aus Sicht des Petitionsausschusses wird damit den in der Petition geäußerten Bedenken Rechnung getragen. Wenn auch die Anonymisierungsdienste zur Speicherung der Daten verpflichtet sind, dann kann die in der Petition befürchtete Situation nicht auftreten, dass gerade die Teilnehmer an der Telekommunikation, die ein Interesse daran haben, dass ihre Kommunikation insbesondere den trafverfolgungsbehörden nicht bekannt wird, Vorkehrungen treffen können, damit ihre Daten nicht ihrer Person zugeordnet werden können.
FDP und Grüne haben vorgeschlagen, die Petition an den Bundestag weiter zu leiten, der Rest hatte wohl keine Lust, sie überhaupt verstehen zu wollen. Mehr zum Thema findet sich hier.
[via Heise]
"Mifare vollständig kompromittiert"
Dirk Fox beschreibt in „Die Mifare-Attacke“ [1] Datenschutz und Datensicherheit 5/2008, S. 348-350 noch einmal den bereits hier erwähnten Mifare-Hack. Sein Fazit:
Die publizierten Analyseverfahren erlauben ein Karten-Kloning mit so einfachen Mitteln, dass auf Mifare Classic basierende Anwendungen als vollständig kompromittiert angesehen werden müssen – bei Anwendungen wie Unternehmens- oder Gebäudezugang wäre eine leere Plastikkarte nahezu ebenso sicher (wiewohl erheblich billiger).
Fox empfiehlt u.a. eine Migration auf sicherere Technologien.
References
| ↑1 | Datenschutz und Datensicherheit 5/2008, S. 348-350 |
|---|
Militärische Bibliotheksnutzer in Stockholm
Gute Nachrichten aus Skandinavien: Schwedische Militärangehörige nutzen öffentliche Bibliotheken.
An einem Computer einer öffentlichen Stockholmer Bibliothek wurde ein USB-Stick gefunden, auf dem vertrauliche Dokumente des schwedischen Militärs abgespeichert waren. Das berichtet die Tageszeitung Aftonbladet. Die Zeitung sei in den Besitz des USB-Sticks gelangt und habe ihn dem Militär zurückgegeben.
Wie die Zeitung in den Besitz des USB-Sticks gekommen ist, würde mich dennoch interessieren. Fungiert sie als Fundbüro der Bibliothek?
[via Heise]
Miro
Joost TV ist ein Versuch, Fernsehen ins Internet zu transportieren. Und nun ist Miro angetreten, dies besser zu machen. Unter dem Motto „Better than Joost“ wird u.a. aufgelistet:
| Miro | Joost |
|---|---|
| Open to any creator or publisher via RSS, direct download, or free hosting. | Must be selected by Joost, must sign contract. |
| No tracking of what is downloaded or watched. | All users are required to register and sign in. Every video a user watches is tracked and recorded. |
| No DRM. | All content has DRM. |
Abgesehen davon bietet Miro High Definition, mehr als 10x so viele Kanäle, und noch einige weitere Vorzüge. Und – schwupps – gibt es auch schon ein deutschsprachiges Miro-Blog.
Vorratsdatenspeicherung beschlossen
Netzpolitik informiert ausführlich über den Ausgang der heutigen Abstimmung im Bundestag zum Thema Vorratsdatenspeicherung.
Datenschutz und -sicherheit in sozialen Netzen
Friends kündigte einen OCLC-Report an, der inzwischen erschienen ist: Sharing, Privacy and Trust in Our Networked World
The practice of using a social network to establish and enhance relationships based on some common ground—shared interests, related skills, or a common geographic location—is as old as human societies, but social networking has flourished due to the ease of connecting on the Web. This OCLC membership report explores this web of social participation and cooperation on the Internet and how it may impact the library’s role, including:
* The use of social networking, social media, commercial and library services on the Web
* How and what users and librarians share on the Web and their attitudes toward related privacy issues
* Opinions on privacy online
* Libraries’ current and future roles in social networkingThe report is based on a survey (by Harris Interactive on behalf of OCLC) of the general public from six countries—Canada, France, Germany, Japan, the United Kingdom and the United States—and of library directors from the U.S. The research provides insights into the values and social-networking habits of library users.
Hier geht es zum Volltext (PDF).
Big Brother-Awards verliehen
Deutschlandfunk berichtet über die Verleihung der „Big Brother-Awards“ am vergangenen Freitag in Bielefeld.
In unterschiedlichen Kategorien wurden die „Oscars für Datenkraken“ an „Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder persönliche Daten Dritten zugänglich machen.“
Wolfgang Schäuble ging übrigens in diesem Jahr leer aus. Die Konkurrenz war allerdings mit über 500 Nominierungen auch beachtlich.
Mehr Informationen zu den Preisträgern und der Verleihung auf http://www.bigbrotherawards.de/