IWP auch in Zukunft hinter Schloss und Riegel

Manuela Meinl freute sich am 11. Juni 2001, in Inetbib darüber informieren zu dürfen, dass „Information. Wissenschaft und Praxis (IWP)“ ab 2012 im Verlag De Gruyter erscheinen wird.

Der Vorstand der DGI erwartet von der Zusammenarbeit mit De Gruyter neben einer größeren wissenschaftlichen Reputation eine Erhöhung der Reichweite der IWP sowie die Gewinnung weiterer Abonnenten im In- und Ausland. Die Zeitschrift wird sechs Mal im Jahr gedruckt und online erscheinen. Sie wird wie bisher wissenschaftliche Originalbeiträge, praxisorientierte Fachbeiträge, Tagungsberichte, Buchbesprechungen, Personalnachrichten und Mitteilungen aus der DGI, ihren Fachgruppen und dem professionellen Umfeld enthalten. Weiterhin ist sie auch Mitteilungsblatt der Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund, des Normenausschusses Bibliotheks- und Dokumentationswesen im DIN Deutsches Institut für Normung sowie der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken.

De Gruyter bietet Autoren mit Open Library (PDF) ein innovatives Open Access Modell für Zeitschriften und Buchreihen an:

de Gruyter bietet ein verlagsübergreifendes einheitliches Open Access Modell: Zum Preis von € 1.750 pro Artikel können Autoren ihre Beiträge für den Leser kostenfrei auf der Internetseite www.reference-global.com zugänglich machen. Unabhängig von der Disziplin und der Länge der Veröffentlichung, wird der Modus für Beiträge aus Zeitschriften, Buchreihen oder Sammelbänden angewandt. Für die Zukunft ist vorgesehen, bei einer 20%-igen kalkulatorischen Erlössteigerung durch Open Access die Produktpreise anzupassen.

Na, das ist doch ein Schnäppchen! Das gibt man doch gerne mal aus! Ist Stefan Gradmann, der den Vertrag mit de Gruyter als DGI-Präsident unterschrieb, nicht über das OJS-System seiner Universität informiert? Oder gab es tatsächlich gewichtige Gründe für die Entscheidung? Über „Open Access: Wissenschaft als Öffentliches Gut“ (übrigens auch in einer OJS-Zeitschrift) zu schreiben und dann unter anderem mit dem Argument der Abonnentengewinnung zu de Gruyter zu wechseln, scheint mir jedenfalls nicht besonders einleuchtend. Aber die DGI und besonders Herr Gradmann werden die Öffentlichkeit sicherlich in näherer Zeit über die Beweggründe aufklären.

Bis dahin gilt für mich: Wer veröffentlichen möchte, sollte seine Werke auch tatsächlich der Öffentlichkeit zugänglich machen und sie nicht hinter Paywalls verstecken. Es wird Zeit, alle alles lesen zu lassen. Liebe AutorInnen, lasst Toll Access zumindest für Bibliotheks- und Informationswissenschaften bitte sterben! Reicht einfach keine Paper mehr ein! Wenn niemand für Toll-Access-Journals schreibt, müssen die Herausgeber zwangsläufig reagieren.

Schema.org

Lorenz Matzat schreibt über Schema.org:

Es ginge den Suchmaschinenbetreibern darum, bessere Ergebnisse zu liefern, verharmlosen sie selbst ihre Intention. Faktisch dürfte ihre Motivation aber sein, noch besser automatisiert Content aus Webseiten auslesen zu können und als eigenen Inhalt in den Suchergebnissen zu zeigen. Und damit die User auf ihrer eigenen Seite zu halten und ihnen so länger die Werbung der eigenen Anzeigenkunden präsentieren zu können.

Was für Journalisten offensichtlich erschreckend erscheint, könnte für Bibliothekswesen eine interessante Perspektive bieten. Wie Martin Fenner schreibt:

It will be interesting to see whether future versions of the schema.org standard will have better support for scholarly content, and how well this microformat can be integrated into our efforts to create Scholarly HTML. And how quickly scholarly publishers and other providers of scholarly content will adopt this new standard., which in its current form already is a big improvement over plain HTML.

Es wird wirklich sehr interessant zu sehen sein, how quickly wissenschaftliche Verleger reagieren.

Open Access in der deutschen Wissenschaft (SOAP)

Anja Lengenfelder und Sünje Dallmeier-Tiessen haben den deutschen Teil der SOAP-Studie interpretiert:

Open Access in der deutschen Wissenschaft – Ergebnisse des EU-Projekts „Study of Open Access Publishing“ (SOAP)

Das im 7. Forschungsrahmenprogramm geförderte EU-Projekt „Study of Open Access Publishing“ (SOAP; http://soap-fp7.eu, Laufzeit März 2009 bis Februar 2011), hat eine umfassende Studie zum goldenen Weg zu Open Access durchgeführt. Die von den Projektpartnern (Verlage und Wissenschaftsorganisationen) konzipierte Umfrage haben weltweit mehr als 40.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beantwortet.

In diesem Beitrag werden die Antworten von 3.000 in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vorgestellt und analysiert. Die Ergebnisse von 12 ausgewählten Fragen aus dem ursprünglich 23-teiligen Fragenkomplex geben einen Einblick in das Publikationsverhalten und die Einstellung zum Open Access-Publizieren.

Im Ergebnis zeigt sich eine sehr positive Meinung zu Open Access, die sich mit den weltweiten Daten deckt. Ein erheblicher Anteil der in Deutschland arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hat bereits Erfahrung mit Open Access Publikationen. Die Finanzierung der Publikationsgebühren wird als eines der Haupthindernisse bei der Open Access Publikation angegeben. Verschiedene Finanzierungsquellen werden hierfür genutzt: In Deutschland sind dies, insbesondere bei Angehörigen der außeruniversitären Forschungseinrichtungen, überdurchschnittlich häufig institutionelle Fonds.

Das Fazit der Autorinnen:

Auf Basis des SOAP-Datensatzes wurde hier eine deutschlandweite Analyse zur Einstellung von Wissenschaftlern zu Open Access und ihrem Publikationsverhalten vorgelegt. Die Antworten von 3.000 Wissenschaftlern wurden insbesondere genutzt, um einen vertieften Einblick in die Finanzierung von Open Access zu bekommen. Aufgrund der eingegangenen Antworten hat diese Studie, im Gegensatz zu der Studie von Krönung et al. [5], einen Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften.

Es ergibt sich folgendes Bild für die Antworten, der in Deutschland arbeitenden Wissenschaftler:

  • Die Einstellung zu Open Access ist sehr positiv und ist damit vergleichbar mit dem globalen Mittel.
  • Viele Wissenschaftler haben bereits Erfahrungen mit Open Access-Publikationen sammeln können.
  • Viele Wissenschaftler haben keine Gebühr für die letzte Open Access-Publikation gezahlt.
  • Die Publikationsgebühren der letzten Open Access-Publikation wurden in 42,6% der Antworten durch institutionelle Fonds beglichen – ein deutlich höherer Anteil als im globalen Mittel. 25,0 bzw 25,9% der Wissenschaftler nutzen andere Fördermittel. Der Arbeitsplatz des Wissenschaftlers (Universität, Forschungseinrichtung) spielt offenbar eine Rolle: die Nutzung der institutionellen Fonds ist deutlich höher an der Forschungseinrichtung (siehe 3.2).
  • 44,9% der Wissenschaftler fanden es einfach, die Finanzierung der Publikationsgebühren zu arrangieren, 41,3% fanden es schwierig.

Am Rande vermerkt: Wieder einmal ein Artikel über Open Access, der auch selbst Open Access pubiziert wurde! Sollte ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

ChefredakteurIn gesucht für "Information – Wissenschaft & Praxis"

Der Password-Pushdienst weist auf die Suche nach einer neuen Chefredakteurin von „Information – Wissenschaft & Praxis“ hin. Dazu Willi Bredemeier:

In der Tat kann man mit einem ökonomischen Kalkül nicht an eine mögliche Übernahme der Chefredakteurposition herangehen, da wenig mehr als eine Aufwandsentschädigung drin sein dürfte. Aber Reputation wäre sehr wohl zu gewinnen und die Arbeit selbst an der Frontlinie neuer Fragestellungen und in einem Kommunikationszentrum der Branche ist überaus interessant.

Es müsste doch noch Leute in unserer Branche geben, die das redaktionelle Handwerk verstehen und sich intrinsich motivieren lassen! Herr Kollege oder Frau Kollegin, melden Sie sich!

Warum sollte man sich dort melden? Damit man enorm viel Zeit und Arbeit ehrenamtlich in eine Zeitschrift steckt, die nur einer begrenzten Leserschaft zur Verfügung steht?

„Zum Login für DGI-Mitglieder für die Online-Version Information – Wissenschaft & Praxis“

Closed Access in den Bibliotheks- und Informationswissenschaften ist mir bis heute ein Rätsel. Warum sollte man seine Reichweite gerade in diesen Disziplinen grundlos einschränken? Insbesondere das Mitteilungsblatt des DGI sollte völlig selbstverständlich die Speerspitze bei der Wahl der Publikationsformen sein. Stattdessen verweilt man dort im Postkutschenzeitalter und verschickt zweimonatlich die Informationsdepeschen per Droschke an den Kreis der Eingeweihten und Abonnenten. Monika Bargmanns Artikel „Wein predigen und Wasser trinken? Theorie und Praxis von Open Access im österreichischen Bibliothekswesen“ ist immer noch und auch für Deutschland aktuell.

Im Mai 2009 (!) hat Gerhard Fröhlich im Editorial der bislang einzigen OA-Ausgabe der IWP das Wesentliche zum Thema selbst zusammengefasst:

Das Papierjournal ist ein Kind der Postkutschenära und inzwischen überteuer und extrem langsam (bei Topjournalen in der Ökonomie verstreichen fünf bis sieben Jahre zwischen Manuskripteinreichung und Druck). Warum soll das Papierjournal auf ewig das zentrale Medium formaler Wissenschaftskommunikation bleiben? Welche Nachteile haben Papierpublikationen, welche Vorteile bieten digitale Technologien in Forschungs- und Wissenschaftskommunikation oder bei der Bekämpfung von Plagiat, Betrug und Täuschung? Es gibt „goldene“ und „grüne“ Wege zu Open Access, und vieles geschieht überhaupt informell im Verborgenen: Wie informieren sich WissenschaftlerInnen wirklich? Lesen sie überhaupt wissenschaftliche Zeitschriften und Bücher in Papierform, oder besorgen sie sich alle Informationen per E-Mail-Anfrage von den AutorInnen selbst? Wie arbeiten erfolgreiche E-Journals oder E-Archive (Closed oder Open Access)? Welche Finanzierungsmodelle bieten sich an? Welche organisatorisch-technischen Möglichkeiten haben wissenschaftliche Gesellschaften zur Förderung rationaler und rationeller Kommunikation? Open Access würde die Realisierung von Sir Karl Poppers wissenschaftstheoretischer Forderung nach der Öffentlichkeit aller wissenschaftlichen Methoden, nach „rücksichtsloser“ Kritik und kognitiver Konkurrenz erleichtern.

Die richtigen Fragen sind gestellt, die passenden Antworten sicherlich gefunden. Die Umsetzung jedoch lässt auf sich warten. Knapp 2 Jahre hätten eigentlich reichen müssen, um den Wandel zu vollziehen.

Neuer Biblioblog: Villanova Library Technology Development

In der Mailingliste VuFind-Tech weist Demian Katz auf das neue Blog des Villanova Library Technology Development hin:

The Falvey Library technology development team has just started a new blog for writing brief technical articles about our work here at Villanova. I plan to contribute VuFind-related posts whenever I encounter a technical problem interesting enough to discuss at length. Hopefully, in addition to serving as an aid to my memory, this will also prove interesting to some of you!

Das erste Posting beschreibt Highlighting and Snippets in VuFind 1.1. Aggregiert gibt’s die VuFind-Neuigkeiten auch im Planet Code4Lib.

OpenBib mit Cool URIs und vielem mehr

OpenBib wurde technisch ordentlich durchgeschüttelt. Unter anderem soll OpenBib besser für das Semantic Web vorbereitet werden. Dazu kommen verschiedene Technologien wie Trennung der HTTP-URI’s von den verschiedenen Daten-Repräsentationen wie HTML,JSON,RDF,RSS oder RESTful WebServices zum Einsatz.

Durch diese Kombination wird erreicht, dass das gesamte Recherche-Portal selbst zu einem WebService wird und sich mit allen seinen Funktionen und Informationen in beliebige andere Dienste integrieren lässt. Zusätzlich besteht weiterhin der bereits etablierte Mechanismus, beliebige Informationen über (neue) Konnektoren mit definierten Standardschnittstellen (s.o.) bereitzustellen.

Die Version 2.4alpha setzt unter anderem auch auf Cool URIs. Damit kommt auch OpenBib endlich im WWW an, sind Permalinks doch eine Grundlage für die Verlinkung von Inhalten. Das Thema Permalinks hatten wir hier ja schon zur Genüge.

Auch von der konkreten OpenBib-Entwicklung abgesehen ist Oliver Flimms Posting sehr lesenswert und (nebenbei bemerkt) ein sehr gutes Beispiel für die unkomplizierte Kommunikation konkreter Projektergebnisse an die Fachgemeinde.

How German librarians communicate (not)

Die wurde als Gastposting für Peter Alsbjers blogg geschrieben. Peter, der übrigens vor fast drei Jahren hier ein Gastposting in der LibWorld-Reihe zur Biblioblogosphäre Schwedens veröffentlichte, hatte mich dazu eingeladen, über the status of the German biblioblogosphere or anything else of interest zu schreiben. Dies ist dabei herausgekommen. Diskussion bitte in Peters Blog!
„How German librarians communicate (not)“ weiterlesen

Blogs als Quellen in der bibliothekarischen Fachkommunikation

Peter Mayr schlägt vor, Blogs als Quellen in der bibliothekarischen Fachkommunikation systematisch zu untersuchen. Er hat dies schon einmal anhand neuerer Publikationen aus den „Berliner Handreichungen“ und E-LIS durchexerziert und kommt zu folgendem Fazit:

Natürlich kann diese Untersuchung nur ein Schlaglicht auf die Quellenlage bibliothekarischer Fachkommunikation werfen, die verwendeten Stichproben sind natürlich relativ willkürlich gewählt und weit entfernt von jeder statistischen Signifikanz.

Trotzdem lässt sich festellen, dass Weblogs und konventionelle Publikationen im Bibliothekswesen nicht in getrennten Sphären existieren, sondern gegenseitig wahrgenommen werden.

Blogs kommt dabei die Funktion zu, neue Themen schnell aufzugreifen und breit zu diskutieren.

Interessant wäre eine breitere Untersuchung. Blogzitationen lassen sich durch einfache Heuristiken (z.B.: „’wordpress’ als URL-Bestandteil“, „Datumsangabe im Format ‘YYYY/MM/DD’ in der URL“) hinreichend genau erkennen und damit wird eine automatisierte Analyse von Literaturangaben möglich.

Zustimmen kann ich seinem Vorschlag, dass dieses Phänomen genauer untersucht werden müsste. Nicht zustimmen kann ich der Feststellung,

dass Weblogs und konventionelle Publikationen im Bibliothekswesen nicht in getrennten Sphären existieren, sondern gegenseitig wahrgenommen werden.

Meine Gegenthese: wer für die Handreichungen schreibt oder seine Publikationen sogar in E-LIS einstellt, ist mindestens zur Hälfte im Web angekommen. Die meisten Autoren im Bibliotheksdienst und BIT „Online“ werden E-LIS nicht nutzen. Spannender als eine Untersuchung der online zur Verfügung stehenden Arbeiten wäre also die der tatsächlichen Printpublikationen. Ich vermute, dass die Quote der zitierten Blogs dort drastisch geringer ist.

Ein paar Wahrheiten über den Impact Factor

Im einem Posting über den Impact Factor fragt Frances Scientist: Who are you bullshitting?

Ein paar Zitate:

The impact factor frenzy has generated a class system in science where publication in a journal with the glossiest cover page has become the ultimate goal of the scientist.

The impact factor sickness has not only caught the scientists, it has also affected the morale of major hard-core science journals

Impact factor is a crutch that is most often used by impotent, unimaginative and incompetent committees in the academic institutions for recruitment, promotions, and fiscal matters.

Der ganze Artikel ist höchst lesenswert, also nichts wie hin!

Ebenfalls zum Thema: Show me the data von Mike Rossner, Heather Van Epps und Emma Hill.

It became clear that Thomson Scientific could not or (for some as yet unexplained reason) would not sell us the data used to calculate their published impact factor. If an author is unable to produce original data to verify a figure in one of our papers, we revoke the acceptance of the paper. We hope this account will convince some scientists and funding organizations to revoke their acceptance of impact factors as an accurate representation of the quality—or impact—of a paper published in a given journal.

[beide Hinweise via @lambo]

Kritik der Informationswissenschaft – kleiner Widerspruch im Detail

Willi Bredemeier nimmt im neuesten Teil seiner „Kritik der Informationswissenschaft“ wieder einzelne Beiträgen aus dem Tagungsband „Information: Droge, Ware oder Commons? : Wertschöpfungs- und Transformationsprozesse auf den Informationsmärkten“ unter die Lupe. Zu Jan Steinbergs „Instrumente der Überzeugungsarbeit : ­ Etablierung des Open-Access an Hochschulen“ schreibt er:

Beschreibung: Der Autor vom Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg sieht als „herausragende Chance der Hochschulbibliotheken“ die „Nähe zu den Wissenschaftlern an den Hochschulen in Verbindung mit Überzeugungskraft und Kreativität…, um die für den Open Access notwendige qualitative und quantitative Durchdringung zu erreichen.“ Der Beitrag will „mögliche Instrumente zur Etablierung des Open Access an Hochschulen“ benennen. Es werden Gründe für Open Access, Open-Access-nahe Modelle sowie die Hochschulen und Bibliotheken als Handlungsträger thematisiert.

Bewertung: Wenn weitgehend bekannte Positionen um Open Access referiert werden, kann ein Neuheitscharakter nicht gegeben sein. Der Verfasser geht über die Interessentenposition einer Hochschulbibliothek hinaus, indem er zusätzlich die Hochschule als Handlungsträger thematisiert. Dennoch fragt sich, ob die Erwägungen nicht besser in ein Bibliotheksblatt als auf eine informationswissenschaftliche Tagung gehört hätten. Die Erörterungen beschränken sich weitgehend auf die Beschreibung von Maßnahmen, sehen von Interessen, Barrieren, Spezifika von Stakeholdern und weiteren Hintergründen, überhaupt von Menschen als politischen Entscheidungsträgern, weitgehend ab und bleiben, soweit sie zu Handlungsempfehlungen kommen, merkwürdig ab-strakt. Eine wissenschaftliche Relevanz ist kaum, eine pragmatische nur sehr bedingt gegeben.

Dass der Beitrag eigentlich besser in ein Bibliotheksblatt gehören, würde ich auch sagen, wenn es denn ein praxisorientieres deutschsprachiges Open-Access-Journal gäbe. Dies nur am Rande. Wichtig ist mir hier eigentlich nur die letzte Bemerkung, dass eine pragmatische Relevanz nur bedingt gegeben sei. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es gibt kaum im Open-Access-Kontext kaum ein Thema, zu dem mehr Austausch- und Forschungsbedarf besteht! Content-Akquise ist ein mühseliges Geschäft. Der Aufbau eines Best-Practice-Werkzeugkastens wird von jedem Repository-Betreiber jubelnd begrüßt werden.

Und somit haben wir schon mal eine Session-Idee fürs #Bib4.