Nepper, Schnepper, Rechtefänger

In der taz ist unter dem Titel Abtreten der Bildrechte inklusive über eine neue webbasierte Dienstleistung von Adobe namens Photoshop Express zu lesen:

Der Software-Konzern Adobe hat eine kostenlose Web-Version seiner Software Photoshop ins Netz gestellt. Der Haken: Wer sie nutzt, überträgt der Firma alle Bildrechte.

Laut ZDNet will Adobe die Bedingungen nun überarbeiten. War das ein klassisches “Man kann’s ja mal probieren”?

Danke an Uli für den Hinweis!

Militärische Bibliotheksnutzer in Stockholm

Gute Nachrichten aus Skandinavien: Schwedische Militärangehörige nutzen öffentliche Bibliotheken.

An einem Computer einer öffentlichen Stockholmer Bibliothek wurde ein USB-Stick gefunden, auf dem vertrauliche Dokumente des schwedischen Militärs abgespeichert waren. Das berichtet die Tageszeitung Aftonbladet. Die Zeitung sei in den Besitz des USB-Sticks gelangt und habe ihn dem Militär zurückgegeben.

Wie die Zeitung in den Besitz des USB-Sticks gekommen ist, würde mich dennoch interessieren. Fungiert sie als Fundbüro der Bibliothek?

[via Heise]

Amazon Kindle gehackt

Igor Skochinsky erklärt in seinem Blog “Reversing Everything”, wie man mit dem Kindle auch Dateien ansehen kann, die nicht mir DRM versehen sind:

Well, I’ve discovered the algorithm used to generate the PID and was able to use it on Fictionwise, but there was another catch. AZW files have a flag set in the DRM info which is not present in books bought from other vendors. After fixing that, I could read the book on Kindle.

Abgesehen davon, dass es mal wieder zeigt, wie unsinnig DRM-Maßnahmen sind, da sie einfach immer ausgetrickst werden, stellt sich die Frage, warum man sich ein Gerät kaufen sollte, dass nur Medien eines Anbieters abspielen kann. Solch ein (Un)Ding gehört eh boykottiert.

[via Gizmodo, via Gadget Lab]

Hackerparagraph macht PHP endlich sicher

Da die Bundesregierung die IT-Landschaft per Gesetz sicher gemacht hat, hat Stefan Esser seine Arbeit an und um PHP-Exploits eingestellt. sk79 im Heiseforum sieht Chancen für den Wirtschaftsstandort und seine Freizeitplanung:

Schon immer waren nicht-funktionale Anforderungen, wie Security, ein
Dorn in meinem Auge, haben sie doch die Entwicklungszeit meiner
Projekte unnötig in die Länge getrieben. Doch damit ist jetzt
Schluss!

Endlich brauche ich mir um Sicherheit keine Gedanken mehr machen,
denn das Ausnutzen von Lücken ist jetzt endlich total verboten. Dann
kann ich morgen ja schon um 14:00 Uhr Feierabend machen.

Passend dazu noch einmal: Kinder befragen Politiker nach dem Internet!

Wer sich ins 2.0 begibt…

Wer sich in 2.0-Gefilde begibt, sollte darauf achten, wo er das tut. Mir zumindest wäre es höchst peinlich, mit gewissen Dingen in Verbindung gebracht zu werden. Das viele 2.0-Unternehmen voneinander abkupfern, ist bekannt. Besonders deutsche Startups scheinen dafür jedoch sogar international berüchtigt zu sein 1)Vergl. Techcrunch: “Web 2.0 in Germany: Copy/Paste Innovation or more?”. Die Werbemethoden mancher Unternehmen sind jedoch dermaßen daneben, dass eine sofortige Accountkündigung (so man einen hat) das mindeste ist, was man machen sollte.

Da sind zum einen fragwürdige Adressbuchcrawler, aber auch wirklich geschmacklose Kampagnen wie z.B. von Frazr. Der Twitter-Clon wirbt anscheinend für sich mit Ku-Klux-Klan-Kostümen. Als wäre das noch nicht geschmacklos genug, verherrlicht die Holtzbrinck-Tochter StudiVZ (als ob sie noch nicht unangenehm genug in Erscheinung getreten wäre) in Werbeclips die Tötung von Vegetariern und Kindesentführung.

Die Frage, ob man Werbung für seine Bibliothek in StudiVZ schalten kann, stellt sich wohl nicht mehr.

References   [ + ]

Hackerparagraph vom Bundestag abgenickt

Der Bundestag winkt verschärften Hackerparagraphen durch, und der CCC erklärt in einer Presseerklärung, warum dieses Gesetz völliger Mumpitz ist. CCC-Sprecher Andy-Müller Maguhn:

“Die Erklärungen des Innenministers zur Computersicherheit sind reine Lippenbekenntnisse. Hier wird systematisch der gesetzliche und organisatorische Rahmen geschaffen, um Bürger und Unternehmen wehrlos gegenüber Computerangriffen, Wirtschaftsspionage und auch dem Bundestrojaner zu machen. Sicherheitsforschung kann nur noch in einer unannehmbaren rechtlichen Grauzone stattfinden.”

SUB Göttingen gibt SSG "Informations-, Buch- und Bibliothekswesen" auf

Die erste fachliche Nachricht im Blog des b2i 1)nun auch Teil der Biblioblogsuche Biblioblogsuche ist recht ernüchternder Art und für das Bibliotheks- und Informationswesen weitaus bedeutender, als es b2i mutmaßlich jemals werden wird. Die SUB Göttingen gibt ihr Sondersammelgebiet 24.1 auf und verlässt das Projekt b2i (spricht sich ohne ersichtlichen Grund offiziell “bi-tuh-ei” aus. Weil Bibliotheks-, Buch- und Informationswissenschaften auch englisch ausgesprochen werden? Oder weil es einfach sagenhaft modern klingt?). Nicht viel genaueres kann man den Postings hier und hier entnehmen.

Was das für die bibliotheks- und informationswissenschaftliche Ausbildung bedeutet, die in Deutschland hauptsächlich an Fachhochschulen mit kleinen Bibliotheken stattfindet, ist kaum zu ermessen. Dazu H.C. Hobohm im b2i-Blog:

Nach dem Ende von DOBI, dem Dokumentationsdienst Bibliothekswesen, das ja die Initialzündung für das Portal bedeutete, und der drastischen Neuorientierung der Fachinformation beim BMBF im letzten Jahr könnte man darin fast einen Trend in der Reihung von Ereignissen und Entwicklungen im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Informationsversorgung der betroffenen Wissenschaftsdisziplinen in Deutschland sehen (der ganz im Gegensatz zur internationalen Entwicklung steht).

Das ist nicht nur fast ein Trend.

Nur seiner Anmerkung, dass eine Entscheidung wie die der SUB Göttingen in “Zeiten knapper Kassen verständlich” sei, kann ich absolut nicht zustimmen. Wenn eine solch bedeutende Entscheidung von einer einzigen Universitätsbibliothek getroffen werden kann, und dadurch höchstwahrscheinlich nie wieder reparable Bestandslücken entstehen, nur weil gerade Ebbe in der Kasse ist, dann ist das nicht verständlich, sondern extrem kurzsichtig und unverantwortlich. Das schreit geradezu nach einer gesetzlichen Neuregelung der SSG mit einer Finanzierung durch Bundesmittel, die auch langfristig angelegt ist.

References   [ + ]

1. nun auch Teil der Biblioblogsuche Biblioblogsuche

Warum Vista nicht in Bibliotheken und Archiven eingesetzt werden darf

Golem.de berichtet über einen Artikel von Peter Gutmann von der Universität von Auckland (Neuseeland).

Die für Bibliotheken, Archive und auch Firmen relevante Passage aus einem Microsoft-Dokument (Zitat nach Golem.de, Microsoft scheint das Dokument aus dem Netz genommen zu haben):

Die geschützte Umgebung in Windows Vista wird, nach Verstreichen einer angemessenen Warn- und Wartefrist, jeden Treiber blockieren, der Premium-Inhalte nicht ausreichend schützt […] Wenn ein- und derselbe Treiber für alle Chips eines Herstellers eingesetzt wird, dann könnte die Blockade des Treibers dazu führen, dass alle Produkte eines Herstellers einen neuen Treiber benötigen.

Was das für Krankenhäuser, Notrufzentralen und andere sicherheitsrelevante Bereiche bedeutet, ist klar. Für Bibliotheken bedeutet es erstmal nur Mehraufwand. Wirklich kritisch ist – gerade für Digitalisierungsunternehmungen – folgende Passage:

Ein anderes, gravierendes Problem sieht Gutmann in der automatischen Verschlechterung von Bildinformationen, falls Premium-Inhalte verarbeitet werden. Die Spezifikation von Vista sieht vor, dass die Darstellungsqualität von digitalen Bildern automatisch verringert wird, sobald eine Komponente des Systems geschützte Inhalte, zum Beispiel Musik, verarbeitet.

Ein Digitalisierer hört nebenbei ein bißchen Musik aus dem Rechner, und – schwupps – sind die in den letzten Tagen digitalisierten Bilder nur noch in einer schlechteren Qualität vorhanden. Man darf gespannt sein, wie die Hersteller von Digitalisierungssoftware darauf reagieren. Folgt der große Umschwung gen Linux/Mac?