"10 Short Lessons on One-Shot Instruction"

Notes from the Field: 10 Short Lessons on One-Shot Instruction

Abstract:

Librarians teach. It might not be what they planned to do when they entered the profession, or it may have been a secret hope all along. Either way, librarians teach, and one teaching scenario remains quintessential: the one-shot library instruction session. In recognition of the centrality of the “one-shot,” this article shares several authors’ “notes from the field.” The notes provide a range of strategies for developing pedagogically sound one-shot library instruction sessions, grouped loosely into three categories: planning, delivery, and integration. The authors offer these insights in their own words in hopes that other teaching librarians may benefit from their experiences.

[via Thomas Hapke]

DuckDuckGo: Zanran & "Don't bubble us"

Phil Bradley weist auf die Einbindung von Zanran-Daten durch die Suchmaschine DuckDuckGo hin:

It’s now becoming more commonplace for search engines to start adding in extra content to search results – Google’s knowledge graph being one example. DDG has now partnered with Zanran (a search engine that provides tabular, spreadsheet and statistical data) to provide quick snippet answers to queries.

Zanran ist eine Daten- und Statistiksuchmaschine, die eigentlich ein eigenes Posting (und einen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag) wert wäre. Bis dahin muss der englische Eintrag reichen.

Die andere DuckDuckGo-Neuigkeit ist die (nett gemachte) Kampagne “Don’t bubble us”.

There are no “regular results” on Google anymore. from DuckDuckGo on Vimeo.

[ebenfalls via Phil Bradley]

Öffentlichkeitsarbeit mit GoAnimate

GoAnimate ist ein Webdienst, mit dem man kleine oder auch größere Zeichentrickfilmchen sehr einfach zusammenklicken kann. Es stehen zwei deutsche Stimmen zur Verfügung, die man auswählen kann. In der kostenlosen Version ist die Zahl der Charaktere stark begrenzt, aber man könnte problemlos kleinere PR-Filmchen für Bibliotheken zusammenklicken. Als recht sinnfreies 1,5-Minuten-Beispiel (Erstellungszeit, Abspielzeit etwa 30 Sekunden) habe ich dies hier erstellt:

Bibliotheksbesuch ist eine Belohnung! by CH_

Hier ein Beispiel, wo GoAnimate für eine kleine Bibliothekseinführung verwendet wurde:

Ein weiteres, schon etwas älteres Beispiel findet sich hier bei Bibliothekarisch.de: You’re a librarian. Wie sieht’s aus, werte KollegInnen? Schaffen wir es, ein paar Beispiele für gelungene Bibliotheksvideos zu sammeln? Klickt, schreibt, verlinkt (am Besten unten in den Kommentaren)!

Bibliothekarische Hausbesuche in Münster

Via Twitter bin ich auf das Konzept der Hausbesuche an der UB Münster aufmerksam geworden. Dort bietet man Studierenden, Wissenschaftlern und Ärzten der Uni-Klinik Besuche durch geschultes Personal an, dass Beratung für verschiedene Themen liefert.

Mögliche Themen der Hausbesuche:

  • Desktop Publishing mit Adobe InDesign
  • Elektronische Zeitschriften und Bücher
  • Email Alerts und Nachrichtenfeeds
  • Fernleihe und Subito
  • Katalog und Ausleihe
  • Literaturverwaltung mit RefWorks
  • Open Access
  • Quellen der Evidenz-basierten Medizin (Cochrane, UpToDate)
  • Personal Digital Assistants
  • PubMed und andere relevante Literaturdatenbanken
  • Web of Science und Impact Faktoren
  • Wikis und Weblogs
  • … oder ein Überblick über die Angebote der Bibliothek

Dadurch, dass man sich in Münster aus der Bibliothek herausbewegt, ist – ähnlich wie bei der Stippvisite– neben den normalen Schulungseffekten auch mit positiven Auswirkungen im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit und der Vernetzung der Bibliothek in der Institution zu rechnen.

Gibt es Zahlen, wie oft die Hausbesuche in Anspruch genommen wurden? Wie kommt es dazu, dass InDesign geschult wird und geschult werden kann? Fragen über Fragen, auf die @obsto sicherlich antworten kann!

Ein paar Infos gibt es noch in diesem Posting hier.

Hobsy-Workshop 2011

Heute fand wieder einmal ein Hobsy-Workshop statt. Die Themenpalette reichte von Yahoo Query Language über Vufind bis zur Informationskompetenzvermittlungerwerbung. Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmern kooperativ in einem Etherpad protokolliert, das dann anschließend in zwei Postings (1, 2) gekippt wurde. Sehr gründlich und effektiv!

Beispiele für doppelt vergebene ISBN

Da ich sicherlich nicht der einzige bin, der ab und an für Schulungen ein paar doppelt vergebene ISBN benötigt, habe ich an dieser Stelle ein paar Beispiele gesammelt. Die Fälle sind teils unterschiedlich gelagert. Heyne scheint gerne mal alte ISBN zu recyclen. Andere Verlage geben eine ISBN für alle Bände eines mehrbändigen Werkes heraus.

Achtung: Wichtiger Aufruf am Ende des Postings!

ISBN: 3-453-52013-0

  • Bova, Ben (2004): Asteroidensturm. Roman. Dt. Erstausg. München: Heyne (Heyne, 6482).
  • Kershaw, Andrew (Hg.) (1974): Kriegsflugzeuge. 1939 – 1945. München: Heyne.

Quelle: Wikipedia-Diskussionsseite zur ISBN

ISBN: 3-453-30379-2

  • Compton, David G. (1976): Lebwohl, gute Erde : Science-fiction-Roman / David G. Compton. Dt. Erstveröffentlichung. München: Heyne.
  • Niven, Larry (1992): Die fliegenden Zauberer : Roman ; Science-fiction / Larry Niven ; David Gerrold. [Dt. Übers. von Yoma Cap]. 2. Aufl. München: Heyne.

Quelle: Scifinet.org

ISBN: 3-525-61402-0

  • Menschenrechte und Folter (1978). Göttingen, Zürich: Vandenhoeck und Ruprecht.
  • Mertin, Andreas (2004): Mit zeitgenössischer Kunst unterrichten. Religion – Ethik – Philosophie. Unter Mitarbeit von Karin Wendt. Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht.

Quelle: Gerhard Gierse in Inetbib, 23. Januar 2003

Die folgenden Beispiele sind einer Inetbib-Mail von Heinrich Allers vom 23. Januar 2003 entnommen. Dort sind noch mehr Beispiele zu finden:

ISBN: 3-407-54670-X

  • Benesch, Hellmuth (1985): Angewandte Psychologie. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Krech, David; Benesch, Hellmuth (Hg.): Grundlagen der Psychologie. In 8 Bd. Völlig neubearb. u. erw. Fassung. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Krech, David; Benesch, Hellmuth (Hg.) (1985): Kognitionspsychologie. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Krech, David; Benesch, Hellmuth (Hg.) (1985): Lern- und Gedächtnispsychologie. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Krech, David; Benesch, Hellmuth (Hg.) (1985): Motivations- und Emotionspsychologie. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Krech, David; Benesch, Hellmuth (Hg.) (1985): Persönlichkeitspsychologie und Psychotherapie. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Krech, David; Benesch, Hellmuth (Hg.) (1985): Sozialpsychologie. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Krech, David; Benesch, Hellmuth (Hg.) (1985): Theoretische Grundlagen und Entwicklungspsychologie. Weinheim, Basel: Beltz.
  • Krech, David; Benesch, Hellmuth (Hg.) (1985): Wahrnehmungspsychologie. Weinheim, Basel: Beltz.

ISBN: 3-931372-14-6

  • Tivola-Demo (1998). 3. Aufl. Berlin: Tivola-Verl.
  • Tivola-Demo (1999). Berlin: Tivola-Verl.
  • Alberts abenteuerliche Reise. Experimente Rätsel und Geheimnisse ; CD-ROM WINMAC 8 – 102 J (2000). Berlin, London: Tivola-Verl.
  • Bauer, Peter (Hg.) (2000): Das Phantombild-Programm. Auf Gangsterjagd im Detektivlabor. Berlin, London: Tivola-Verl.
  • Köthe, Rainer (Hg.) (2000): Lern-Quiz die sieben Weltwunder. CD-ROM WIN MAC ; über 600 Fragen vertrackte Rätsel viele Spiele ; für 1 oder 2 Spieler ; neu: jetzt auch mit Hörgeschichten! Berlin, London: Tivola-Verl.
  • Köthe, Rainer (Hg.) (2000): Lern-Quiz Planeten und Raumfahrt. Über 600 Fragen vertrackte Rätsel viele Spiele ; mit Hörgeschichten ; für 1 oder 2 Spieler. Berlin: Tivola-Verl.
  • Landbeck, Barbara (Hg.) (2000): Max und der Zauberer. Hilfe! Der Zauberer wurde verhext! ; CD-ROM WIN MAC ; 4 – 8 Jahre ; in Deutsch Englisch Französisch Spanisch ; mit Besenflugspiel. Berlin, London: Tivola-Verl.
  • Thielen, Patrick (Hg.) (1999): Quiz Ritter. CD-ROM WIN MAC ; über 600 Fragen vertrackte Rätsel viele Spiele ; für 1 oder 2 Spieler. Berlin, London: Tivola-Verl.
  • Thielen, Patrick (Hg.) (2000): Quiz Wale und Delphine. CD-ROM WIN MAC ; über 600 Fragen vertrackte Rätsel viele Spiele ; für 1 oder 2 Spieler. Berlin, London: Tivola-Verl.
  • Viennot, Éric (Hg.) (1999): Onkel Alberts geheimnisvolles Notizbuch. Experimente Rätsel und Geheimnisse ; CD-ROM WINMAC 8 – 102 J. Berlin, London: Tivola-Verl.

ISBN: 3-257-21097-3

  • Traven, B: Erzählungen. [Ausg. in Schriftenreihe “Diogenes-Taschenbuch”]. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, …).
  • Traven, B: Werkausgabe. In Einzelbd. [Ausg. in Schriftenreihe “Diogenes-Taschenbuch”]. Zürich: Diogenes (Diogenes-Taschenbuch, 21097]).
  • Traven, B (1983): Aslan Norval. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21103 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Das Totenschiff. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21098 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Der Marsch ins Reich der Caoba. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21106 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Der Schatz der Sierra Madre. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21101 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Die Baumwollpflücker. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21099 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Die Brücke im Dschungel. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21100 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Die Carreta. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21105 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Die Rebellion der Gehenkten. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21108 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Die weisse Rose. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21102 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Ein General kommt aus dem Dschungel. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21109 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Regierung. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21104 : Klassiker).
  • Traven, B (1983): Trozas. Roman. Zürich: Diogenes-Verlag (Diogenes-Taschenbuch, 21107 : Klassiker).

ISBN: 3-88680-056-3

  • Lutz, Heinrich (1985): Zwischen Habsburg und Preussen. Deutschland 1815 – 1866. Berlin: Siedler.
  • Möller, Horst (1988): Fürstenstaat oder Bürgernation. Deutschland 1763 – 1815. Berlin: Siedler.
  • Schulze, Hagen (1982): Weimar. Deutschland 1917 – 1933. [1. – 10. Tsd.]. Berlin: Severin und Siedler.
  • Stürmer, Michael (1986): Das ruhelose Reich. Deutschland 1866 – 1918. 2. Aufl. Berlin: Severin u. Siedler.
  • Thamer, Hans-Ulrich (1986): Verführung und Gewalt. Deutschland 1933 – 1945. Berlin: Siedler.

Aufruf! Achtung, Achtung! Seit Jahren höre ich immer wieder von einem Verlag, der unter einer doppelt vergebenen ISBN sowohl eine Publikation über Satanismus als auch eine über den Papst (da wohl noch Johannes Paul II.) veröffentlicht hat. Ich bitte dringend alle Theologen, Bibliothekare (alle anderen sowieso) darum, dies zu bestätigen oder aber ins Reich der Urban Legends zu verweisen. Für sachdienliche Hinweise ist als Belohnung ein ernstgemeintes “Danke” ausgeschrieben!

Raus aus der Bibliothek: Die Stippvisite

“You’ve got to get out of the library!”

So sprach Indiana Jones im “Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels”, genauer gesagt in der englischen Originalfassung. Das ist weder in Action-Archäologen noch in Bibliothekskreisen eine besonders originelle These; sie wurde auch schon auf Konferenzen und natürlich in verschiedenen Blogs immer mal wieder geäußert. Wer als Bibliothekswesen in der Bibliothek bleibt, hat dort zwar seine Ruhe, in Zukunft aber keine Arbeit mehr. Da ich die Gründe für Exkursionen in die nichtbibliothekarische Welt nicht noch einmal von vorne aufrollen möchte, hier ein Hinweis auf eine kurze Zusammenfassung von Karen Marie: Communities of practice in the library world (PDF). Oder, um vom Kristallschädelsammler zur Dämonenjägerin zu springen:

Fassen wir zusammen: Wer sich im Büro versteckt, hat keine Zukunft. Wie gelangt man also heraus? Ein Instrument, dass ich recht erfolgreich einsetze, ist die Stippvisite oder Visitenkarte. Idealisierter Ablaufplan:

  1. Kontaktaufnahme mit ProfessorIn
  2. Anfrage wegen eines kurzen Besuchs in einer Lehrveranstaltung
  3. Durchführung eben jenes Besuchs

In der Praxis sieht das meistens so aus, dass ein bestehender Kontakt eines Bibliothekswesens zu einer ProfessorIn genutzt wird, um einen Kurzbesuch in einer Veranstaltung zu vereinbaren. Dies können Labore, Seminare sein, aber auch größere Vorlesungen. Was auch immer gerade ansteht. Versprochen wird, den ProfessorInnen nicht mehr als 3-4 Minuten ihrer kostbaren Vorlesungszeit zu rauben.

In der Veranstaltung stelle ich kurz mich und meine Rolle in der Bibliothek vor und mache dann “ein Angebot, dass Sie [die Studierenden] zwar ablehnen können, aber nicht sollten”. Ich biete Ihnen an, Zeit sparende Methoden in der Literaturrecherche und -verwaltung bei mir erlernen zu können. Dann wird ein kleiner Stapel mit Visitenkarten ausgelegt. Die Studierenden sollen sich selbst in Gruppen von ca. 10-15 Mitgliedern sammeln und mit mir individuell Termine außerhalb der Lehrveranstaltungen vereinbaren.

Das hat zweierlei Vorteile:

  1. Ich nehme keine weitere Vorlesungszeit in Anspruch. Ich störe die Vorlesung nicht weiter, was dazu führt, dass ich mit erhöhter Wahrscheinlichkeit noch einmal eingeladen werde.
  2. Die Lerngruppen, die sich schließlich bei mir einfinden, haben sich selbst dazu entschlossen, etwas zu lernen. Die eigenverantwortliche Organisation führt zu deutlich höherer Motivation und Konzentration in den Veranstaltungen.

Oft ist die erste Veranstaltung eine “Einführung in die Fachrecherche” für ein bestimmtes Fachgebiet, z.B. Elektrotechnik. Am Ende der Veranstaltung (die jeweils in 90 Minuten eine kurze Einführung in die Recherche liefern sollen) wird dann die jeweils andere Veranstaltung (z.B. “Literaturverwaltung mit Citavi”) beworben. Die Quote der Folgeveranstaltungsteilnehmer ist recht hoch. Ohne gezählt zu haben gehe ich von deutlich mehr als 50% aus. Gefühlt sind es etwa 80%. Von den bei der Stippvisite Angesprochenen finden im Schnitt etwa die Hälfte den Weg in die Citavi- oder Fachrecherche-Schulung. Alle Angaben ohne Gewähr!

Wichtig ist natürlich, nach erfolgreicher Veranstaltung den einladenden ProfessorInnen Rückmeldung zu geben, um in zukünftigen Semestern wieder Berücksichtigung zu finden.

Ein paar Links zu Wikileaks

Ein paar Links rund um Wikileaks:

  • Was WikiLeaks mit Internetsperren zu tun hat
  • Hätten die USA ein Zugangserschwerungsgesetz, wie es Ursula von der Leyen einst vorgeschlagen hat, hätten sie die nötige Infrastruktur – wie würden sie heute verfahren? Würde dieses Werkzeug weiterhin nur gegen Kinderpornografie eingesetzt? Oder wäre ein Land, in dem man Soldaten das Zeitunglesen verbietet, nicht womöglich doch bereit, eine solche Infrastruktur auch zum Schutz der eigenen Bevölkerung vor allzu viel Information zu nutzen? Wären Wikileaks.ch, Wikileaks.de und all die anderen Alternativadressen (mittlerweile sind es weit über 2000), unter denen man die Botschaftsdepeschen und andere Dokumente heute selbst nachlesen kann, von den USA aus noch zu erreichen? Oder würde im Interesse der nationalen Sicherheit nicht vielleicht doch gefiltert?

  • Heinrich C. Kuhn zieht die Konsequenz aus einer befremdlichen Diskussion über Wikileaks in Inetbib und meldet sich nach ca. 15 Jahren ab:
  • Wenn in einer Liste zum Bibliothekswesen nicht mehr einhellig die Freiheit der Information aus öffentlich zugänglichen Quellen verteidigt wird, wenn in diesem Kontext Schreiben über Netiquette wichtiger ist als Erwägen inhaltlicher Argumente und Erwägen was gültige Argumente sind, und was nicht, und warum: wenn dem so ist, dann bin ich zu sehr zum Dinosaurier geworden als dass meines Bleibens noch wäre. Der Punkt ist erreicht.

    Grund dürften unter anderem die absurden Behauptungen sein, die in dieser Diskussion aufgestellt wurden. Völlig unbeleckt jeder Tatsachen vermuten “Informationsprofis” alles mögliche über Wikileaks. Dabei ist eine Faktenprüfung kaum je einfacher gewesen als im Falle Wikileaks. Man nehme: die FAQ zu den Cablegate-Dokumenten. Zweit- und Drittmeinungen und Expertisen jeglicher Couleur sind darüber hinaus einfach zu recherchieren.

  • Der Freitag, die tageszeitung, Frankfurter Rundschau, Perlentaucher, ECCHR, Der Tagesspiegel und Berliner Zeitung veröffentlichen Appell gegen die Angriffe auf Wikileaks
  • Abschließend die Reaktionen von BID, DBV und IFLA auf Wikileaks. An dieser Stelle sei nochmal erinnert an den Code of Ethics (PDF):
  • Wir setzen uns für die freie Meinungsbildung und für den freien Fluss von Informationen ein sowie für die Existenz von Bibliotheken und Informationseinrichtungen als Garanten des ungehinderten Zugangs zu Informationsressourcen aller Art in unserer demokratischen Gesellschaft. Eine Zensur von Inhalten lehnen wir ab.

Der Einsatz “für die freie Meinungsbildung und für den freien Fluss von Informationen” findet sicherlich hinter den Kulissen statt. In zukünftigen Wikileaks-Veröffentlichungen werden wir lesen können, wie unerbittlich die Vertreter des Bibliothekswesens in Sachen Wikileaks für die Meinungsfreiheit gekämpft haben.

Abschließend ein Zitat:

Die Frage, ob wir als Berufsgruppe bedingungslos an die Gesetze halten sollen wird sich dann stellen, wenn staatliche Stellen beginnen zensierend auf das Internet zu wirken. Die Geschichte Deutschlands muß als Warnung dienen. Die Schwelle zur Zensur wird in Deutschland auch in den letzten Jahren aktuell debattiert. Wenn es zu spät ist hilft nur noch ziviler Ungehorsam für das hohe Gut der Informationsfreiheit.

(Gerald Schleiwies im Blog Ethik von unten)

Facharbeit: Hilfe bei der Informationsbeschaffung

In einem studentischen Projekt der angehenden Informationsmanager an der FH Hannover wurde eine Anleitung zur Informationsrecherche für Facharbeiten erstellt. Der Fahrplan zur Facharbeit steht unter einer Creative-Commons-Lizenz und kann also an Schulen eingesetzt und von Schulbibliotheken empfohlen werden.

PS: Der “Fahrplan” ist übrigens sehr hübsch gestaltet.