Vernichtende Onleihe-Kritik

Vernichtende Kritik der Onleihe von Jürgen Fenn:

Bei der Onleihe handelt es sich um ein vollkommen überflüssiges Angebot, das ausschließlich für Windows-Anwender vollständig benutzbar ist. Es ist keine Ergänzung des bisherigen Angebots der Bibliotheken und es erspart mir auch nicht den Weg in die Bibliothek, weil ich die Bücher, die ich brauche und die mich interessieren, über die Onleihe gar nicht bekomme. Dazu paßt auch, daß der volle Umfang des ohnehin stark beschränkten Angebots mir gar nicht zur Verfügung steht, weil ich dazu den falschen Computer besitze, für den es die proprietäre Software nicht gibt, die die Onleihe mehr oder weniger stillschweigend voraussetzt.

Passend dazu gibt es auch noch eine Sammlung der schönsten DRM- und Fehlermeldungen im Zusammenhang mit der Onleihe. Mein Favorit ist dieses hier.

DBV, DINI und Wikimedia unterstützen OA-Petition

Kürzlich habe ich noch gefragt, ob und wann sich wohl die Bibliotheksverbände zu einer Unterstützung der OA-Petition durchringen können. Nun ist es zumindest bei einigen soweit:

Der Deutsche Bibliotheksverband, DINI und auch Wikimedia unterstützen nun die Open-Access-Petition.

Da die Adresse https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=7922 nicht so besonders griffig ist, gibt es übrigens eine schöne Weiterleitungsadresse: http://oapetition.de/. Diese Adresse kann man z.B. seiner Email-Signatur hinzufügen.

[via @pampel]

Live in the library 5: No Age – Sleeper Hold

No Age call themselves a experimental / powerpop / punk band (at least on MySpace). On April 20th, 2008 they performed live at the Los Angeles Central Library.

Live in the library obviously doesn’t have to be nice and quiet.

If you find other clips of live gigs in libraries please tell me in the comments! All songs will be tagged with „live in the library„.

Glaubwürdigkeit von Blogs & Co

In einer Presseerklärung wies das NRW-Ministerium für „Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ auf die Tagung Mausklick mit Durchblick (PDF) hin. In der Ankündigung kommentiert der dazugehörige Minister Eckhard Uhlenberg, dass angeblich 20% aller Jugendlichen glauben, alle Informationen im Internet wären auf ihre Richtigkeit hin geprüft werden:

„Diese Zahl ist ein Beleg dafür, dass wir die Nutzer des Internets besser über die versteckten Gefahren des Web 2.0 aufklären und die Medienkompetenz vor allem bei Jugendlichen erhöhen müssen. Denn fast alle Informationen die in sozialen Netzwerken, Verbraucherportalen oder Blogs verbreitet werden, sind ungefiltert und ungeprüft“

Dies muss man nicht auf Informationen aus Blogs & Co einzuschränken. Auch in Zeitungen findet man Tag für Tag Falschmeldungen und Fehlinformationen. Und auch Uhlenbergs eigener Umgang mit Informationen wurde schon vor Gericht angezweifelt. Sind „geschönte“ Informationen nur verwerflich, wenn sie in Blogs zu finden sind? Die Förderung von Medienkompetenz auch und gerade bei Jugendlichen ist enorm wichtig. Dies jedoch auf das Web 2.0 zu begrenzen ist hanebüchen, das sollte doch bitte umfassender angegangen werden.

PS: Kann jemand von der Veranstaltung berichten?

OA-Statistik: Vortrag und Umfrage

Daniel Metje hat heute die Folien zu seinem Vortrag über OA-Statistik bei den OA-Vernetzungstagen in Stuttgart bei Slideshare eingestellt.

OA-Statistik ist mein Lieblingsprojekt im gesamten Feld der OA-Infrastruktur. Die OA-Statistiker – besonders Daniel Metje – wissen das sehr genau, da ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit drängele, doch so bald wie möglich in den (Beta-)Betrieb überzugehen. Und zwar aus dem ganz einfachen Grund, dass Zugriffsstatistiken (abgesehen von einer radikalen Vereinfachung des Dokumentenuploads) das mit Abstand am häufigsten nachgefragte Feature bei den OA-Autoren in meinem Umfeld ist. Umso schöner, dass Ergebnisse in Sicht sind. Der Abschlussworkshop des Projekts ist für den 21. Januar 2010 angekündigt.

Passend dazu hat Björn Mittelsdorf übrigens heute in INETBIB auf eine Umfrage zu „Zusatzfunktionen in digitalen Repositorien“ hingewiesen. Irritiert haben mich dabei Fragen wie z.B. „Wie schätzen Sie den Nutzen von Hinweisen auf die Qualität eines Dokuments ein?“
Wie soll das funktionieren? Die Qualität einer Publikation für den Leser kann nur der Leser beantworten. An Zitationsanalyse etc. ist dabei anscheinend nicht gedacht, danach wird gesondert gefragt.

Schavan fordert Bibliotheken für alle Schulen

Anette Schavan im Deutschlandfunk:

… jetzt geht es darum, in der Tat die Bildungsdebatte nicht nur theoretisch zu führen, sondern dafür zu sorgen, dass zum Beispiel keine Schule mehr ohne eigene Bibliothek ist. Eine Bibliothek gehört mitten in die Schule. Und wo es nicht mitten in der Schule ist, muss der Weg zur Bibliothek außerhalb der Schule kurz sein. Und es muss Regelmäßigkeit hineinkommen, also nicht nur das spektakuläre Projekt, sondern in der Bibliothek arbeiten können, Bücher ausleihen, Vorlesen auch in der Klasse als Teil des schulischen Alltags.

Da möchte sich jemand an seinen Taten messen lassen. Wer dem Bibliotheksalltag inklusive aufwändiger Leseförderung finanzieren will, muss Personal finanzieren. Umsichtig weist Schavan darauf hin, dass Bibliotheken von den unterschiedlichsten Trägern unterhalten werden. Ob das ein Hinweis ist, dass sie selbst kein Geld in die Hand nehmen wird? Föderalismus kann ja so bequem sein. Frau Schavan, überraschen Sie mich bitte!

Links zur Open-Access-Petition / unterstützende Archive und Bibliotheken

Ein paar Links zur Open-Access-Petition:

Inzwischen unterstützen – vermutlich größtenteils auch als Reaktion auf Jakob Voss‘ Mail – verschiedene Bibliotheken die Petition:

Hinweise auf weitere unterstützende Archive und Bibliotheken nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen. Erstaunlicherweise konnte ich noch keinen Aufruf vom Archiv der RWTH Aachen finden, auch nicht im entsprechenden Weblog. [1] Das verrottete, verschnarchte und heuchlerische Archivwesen mal wieder! Kleines Späßchen am Rande, SCNR, nix für ungut und ein schönes und mitzeichnendes Wochenende allerseits! Kommt ja bestimmt noch. In Archivalia findet man übrigens ständig neue Informationen zur Petition.

PS: Ich bin gespannt, ob und wann sich die Bibliotheksverbände positionieren…

References

References
↑1 Das verrottete, verschnarchte und heuchlerische Archivwesen mal wieder! Kleines Späßchen am Rande, SCNR, nix für ungut und ein schönes und mitzeichnendes Wochenende allerseits!

Live in the library 4: Molly, Joho & Daddy – Mirador (by Efterklang)

Not really live in a library but at least in front of a library and organized by a library is this song. World’s famous Molly, Jojo & Daddy are performing a song called „Mirador“. It’s orginally by the Danish band Efterklang. I doubt that they can perform this song as intense as Molly, Joho & Daddy do. But you can check yourself at Efterklangs current tour through Europe.

If you find nice clips of live gigs in libraries please tell me in the comments! All songs will be tagged with „live in the library„.

Freie Wetterdaten aus Norwegen

Das norwegische Meteorologisk institutt stellt Wetterdaten frei und maschinenlesbar zur Verfügung. Mit den Wetterdaten wird, wie man in Zeit-Online lesen kann, unter anderem die Wetterseite Yr.no gefüttert, auf der man sich auch auf das Wetter am Bahnhof Hannover-Linden freuen kann.

Wetterdienste aus anderen Ländern sind teilweise nicht begeistert von der Aktion der norwegischen Wetterfrösche, aber beim Deutschen Wetterdienst zeigt man sich angetan und würde die Wetterdaten ebenfalls gerne frei zur Verfügung stellen. Allerdings:

Mit dem heutigen Wetterdienstgesetz geht das nicht, es verpflichtet den DWD, Geld für seine Daten zu nehmen. Die Grundlage für eine Gesetzesänderung werde aber intern gerade geprüft.

Man sei gespannt, wie sich die Bundesregierung dazu positioniere. OpenData ist ganz klar das Thema der Stunde. Die Vorteile sind zu offensichtlich um übersehen werden zu können. Eliassen, der Direktor des Meteorologisk institutt laut Zeit-Online:

„Wenn jemand auf der Grundlage unsere Leistungen Wertzuwächse erzielen kann, macht uns das einfach sehr zufrieden. So tragen wir zur Entwicklung der Gesellschaft bei. Wir haben kein Interesse daran, die Weiterverwendung zu beschränken“, sagt er. Detlev Frömming vom DWD findet das auch: „Das ist sicherlich richtig. Mit den Daten ist ja im Grunde genommen kein Geld zu verdienen. Im Gegenteil, wenn man sie zur Verfügung stellt, dann können sie genutzt werden und dienen damit der Volkswirtschaft viel mehr.“

Die Nutzungsbedingungen sind leider nur auf norwegisch, auf englisch sind nur wenig Informationen zum Angebot verfügbar. Aber es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis das Wichtigste übersetzt verfügbar sein wird.

[via Fefe]