CARPET legt los

CARPET, eines der zentralen DFG-Projekte zum elektronischen Publizieren, steht in den Startlöchern. Wie man ausgerechnet bei einem Projekt zu diesem Thema auf die Idee kommen kann, die komplette „Webseite“ als als Graphik (inkl. Text) einzustellen, ist mir völlig rätselhaft. Ist das eine Art Kopierschutz? Vermutlich ging es eher darum, dass die Seite chic aussieht. Benutzbarkeit muss da leider hinten anstehen.

Daher zitiere ich hier einmal Open-Access-Net, wo ich die Meldung auch gefunden hatte:

Das Projekt CARPET (Community for Academic Reviewing, Publishing and Editorial Technology) hat das Ziel, eine elektronische Plattform aufzubauen, um Werkzeuge und Dienstleistungen für das elektronische Publizieren systematisch und übersichtlich darzustellen. Dies soll eine effizientere Nutzung bestehender Werkzeuge und zugleich eine aufeinander abgestimmte Entwicklung unter Vermeidung von Redundanzen unterstützen. Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt kooperieren die Humboldt-Universität zu Berlin, die Max Planck Digital Library und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Mehr dazu gibt es in der Presse-Erklärung.

Frank Rost lässt die Liga lesen

Frank Rost, seines Zeichens sicherer Rückhalt des Fußballmeisterschaftsfavoriten und angehenden UEFA-Cup-Gewinners Hamburger SV ist (u.a. zusammen mit Ex-HSVler Rafael van der Vaart) Förderer des Projekts F.A.N. (Fußball, Alphabetisierung, Netzwerk). Jetzt hat er, sich stets um Alphabetisierung bemühend, ein Projekt gestartet, nämlich

… ein Hörbuch mit dem Titel „Die Liga liest“, was in diesen Tagen im Handel erscheinen wird. Der HSV-Torwart liest seit Jahren leidenschaftlich gern und so entwickelte er diese Hörbuchidee. Da diese Projekte zusammen noch mehr Spaß bringen, suchte sich Rost prominente Unterstützung. Neben dem HSV-Keeper gehören unter anderem Griechenlands EM-Held Otto Rehhagel, der Ex-Schiedsrichter Markus Merk, die Fußball-Weltmeisterin Fatmire Bajramaj, der Schauspieler Peter Lohmeyer und die HSV-Profis Joris Mathijsen und Jerome Boateng zu den Vorlesern.

Mehr Infos gibt’s unter anderem hier und hier und hier.

Der Erlös geht an die Stiftung Lesen. Kleine Verkaufsfördernde Information am Rande: ISBN 978-3785737521. Das ist doch ein schönes Weihnachtsgeschenk für den Fußballfan mit Geschmack. ;o)

Studie: "Open Content – Open Access : Freie Inhalte als Herausforderung für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik"

Bernd Hartmann und Felix Jansen haben im Rahmen des Forschungsprojekts FAZIT die Studie „Open Content – Open Access : Freie Inhalte als Herausforderung für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik“ (PDF) veröffentlicht.

Hinter Open Content steht der Gedanke, Medieninhalte wie Texte, Musik, Bilder oder Filme grundsätzlich freizugeben und kostenlos verfügbar zu machen. Dieser trifft dabei auf die traditionelle Medienindustrie, die sich durch verändertes Mediennutzungsverhalten gerade im Umbruch befindet und neue Geschäftsmodelle sucht. Die Lösung, klassische Inhalte-Anbieter und Open Content zu verbinden, klingt einfacher als sie ist. Um sich zu etablieren, müssen freie Inhalte noch einige Hürden nehmen. Das zeigt die neue Studie „Open Content – Open Access“ der MFG Stiftung Baden-Württemberg im Rahmen des Forschungsprojekts FAZIT.

Als Fallstudie dient der Einsatz von Open Access am Beispiel der Universitätsbibliothek Konstanz.

[via Do IT]

Migration von Bibsonomy zu Delicious und umgekehrt

Wer mit seiner Linksammlung von Delicious zu Bibsonomy umziehen möchte, der bekommt in den Bibsonomy-Settings die sehr bequeme Möglichkeit dazu. Damit es auch anders herum fluffig läuft, hat Christian Schenk ein Script veröffentlicht, dass alle Bookmarks aus Bibsonomy fein säuberlich zu Delicious überträgt: den BibsonomyExporter. Das „Aufnahmedatum“ geht dabei verloren, alle anderen Metadaten bleiben erhalten.

Pflichtabgabe von Netzpublikationen via OAI-Schnittstelle

Als Betreuer eines institutionellen Dokumentenservers hat mich im Zusammenhang mit der Pflichtabgabe von Netzpublikationen natürlich sehr interessiert, ob ich die dort publizierten Dokumente einzeln anmelden muss, oder ob ich die OAI-Schnittstelle dafür nutzen kann, die Dokumente abholen zu lassen. Stephan Jockel, Pressesprecher, Referent der Generaldirektorin der DNB, hat mir freundlicherweise auf meine Fragen geantwortet.

Der [Dokumenten-]Server verfügt über eine OAI-Schnittstelle. Können Sie die Publikationen darüber oder über ein anderes automatisiertes Verfahren selbst einsammeln? Gibt es eine Möglichkeit, ein derartiges Verfahren anzumelden?

Das Einsammeln über eine OAI-Schnittstelle ist ein von der Deutschen Nationalbibliothek favorisierter Weg. Derzeit wird dies mit Online-Hochschulschriften praktiziert; getestet werden außerdem Ablieferer, die über eine OAI-Schnittstelle und Metadaten im ONIX-Format verfügen. Wir werden dazu im Laufe des Tages ein Papier auf unsere Seiten stellen , das auf diese Art der Schnittstelle hinweist. Im Falle einer geplanten Ablieferung über eine OAI-Schnittstelle bitten wir den Ablieferer, sich zu melden, da jeweils pro Ablieferer ein Test durchgeführt wird und erst danach das Einsammeln durch die Deutsche Nationalbibliothek starten kann (s. http://www.d-nb.de/netzpub/ablief/pdf/np_reg_ausf.pdf S. 5 und 6)

Werden die von Ihnen gesammelten Veröffentlichungen in irgendeiner Art zugänglich gemacht? Zum Beispiel in einer Datenbank oder einer Art nationaler Wayback-Machine?

Die eingesammelten Publikationen werden im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek angezeigt. Online-Publikationen sind durch ein Symbol gekennzeichnet und können aus der Gesamtmenge der Treffer herausgefiltert werden (Beispiel: https://portal.d-nb.de/opac.htm?query=knowledge+engineering&method=simpleSearch; rechts sind die Materialarten aufgeführt, darunter auch Online-Ressourcen)

Werden URN, DOI und andere persistente Identifier bei der Archivierung berücksichtigt und in die Metadaten aufgenommen?

Ja, siehe: http://www.d-nb.de/netzpub/ablief/pdf/np_mono_ausf.pdf Seite 7;
im Katalog sind sie im Feld „Persistent Identifier“ zu sehen:
https://portal.d-nb.de/opac.htm?method=showFullRecord&currentResultId=-941295362&currentPosition=1

Elektronische Subito-Kopie nur noch mit DRM

Via Netbib und Library Mistress stieß ich gerade auf Subitos Bedingungen für die Lieferung von geschützten Dokumenten gestoßen.

Die Lieferung von Kopien per E-Mail erfolgt unter Einsatz das DRM-System, wenn subito mit dem Verlag der Publikation, aus der der Kunde eine Kopie bestellen will, einen Lizenzvertrag geschlossen hat. Dies erkennt der Kunde daran, dass im Online-Dialog der Zeitschriftensuche eine gesonderte Lizenzgebühr für die Kopienbestellung ausgewiesen wird.

Zu DRM habe ich mich hier ja schon oft genug ausgelassen. Und Harald Müller mit dem Subito-Rahmenvertag.

Die Benachrichtigung zur Abholung des Dokuments erfolgt per Email bzw. ist im Bestellverfolgungssystem ersichtlich. Die geschützte Grafikdatei darf lokal gespeichert werden. Bestellung und Abholung müssen auf ein- und demselbem Rechner erfolgen.

Das ist ja genauso praktisch, wie die Beschränkung, eine Aufsatzkopie nur auf ein- und demselbem Schreibtisch umzublättern. Damit wären wir ungefähr bei der Benutzerfreundlichkeit der Onleihe angekommen.

Das DRM-System beschränkt die Nutzbarkeit der per E-Mail gelieferten Kopie wie folgt: Der Kunde darf das Dokument zehnmal auf ein- und demselben Rechner ansehen und zweimal ausdrucken.

Wie Library Mistress schrieb:

Gut, dass ich das Dokument nicht aus Versehen zuhause aufgemacht habe, wo ich im Moment keinen Drucker habe, sonst hätte ich jetzt die sieben Euro gleich nochmal zahlen müssen…

Der nächste Unsinn:

Nach Ablauf eines Monats nach Versand der E-Mail kann das Dokument nicht mehr angesehen und nicht mehr gedruckt werden.

Super. Ich bezahle also für eine elektronische Kopie, die sich nach einem Monat in Datenschrott verwandelt. Das heißt, wenn ich mir ein Archiv anlegen möchte, zum Beispiel um Volltextrecherchen anzustellen, bin ich gezwungen, die Subito-AGB zu brechen. Mich würde es sehr wundern, wenn nicht wenigstens die Hälfte der technisch versierten Subito-Kunden dies binnen kürzester Zeit für normal halten wird.

Voraussetzung: Einmalige Installation eines Plugin
Zur Ansicht und zum Druck der geschützten Dokumente ist die einmalige Installation eines Plugin notwendig.

Ach, Software muss ich auch noch installieren? Es handelt sich übrigens um ein Adobe-Plugin. Was dann vermutlich auch heißt, dass ich freie Alternativen wie Foxit nicht einsetzen kann, wenn ich per Subito gemietete Dokumente einsehen möchte.

Mein Beileid an alle, die auf Subito aus dem einen oder anderen Grund angewiesen sind. Ich nutzte es bislang nur ein paar Mal beruflich und werde mir in Zukunft sehr genau überlegen, ob ich Bibliotheksbenutzern so einen Murks noch ruhigen Gewissens empfehlen kann.

25 Jahre c’t – Eine kleine Laudatio

Die c’t, vermutlich jedem bekannt, der sich etwas näher mit EDV und umliegenden Gebieten befasst hat, feiert 25jähriges Jubiläum. Bei SpOn gibt es dazu eine ausnahmsweise tatsächlich interessante Bilderstrecke und auch einen recht lesenswerten Artikel. Da steht zum Beispiel:

Die Geschichte sagt eine Menge aus über die „c’t“. Sie gilt als seriöseste Computerzeitschrift im Lande, vielleicht in Europa. Zugleich ist sie kritisch wie keine andere, erbarmungslos pragmatisch, sachlich und völlig respektlos bis hinein in politische Berichte. Da werden dann beispielsweise die Überwachungsphantasien deutscher Politiker gnadenlos den Tatsachen gegenübergestellt.

Das kann man gar nicht oft genug unterstreichen. Die c’t ist für mich eine der wenigen Periodika, die sich an einen relativ großen Markt richten, dabei jedoch ihren eigenen, hohen Qualitätsstandard nie unterschreitet. Fehler werden, und seien sie noch so banal, in der nächsten Ausgabe korrigiert. Genau das, was hierzulande kaum eine Zeitschrift macht.

Auf dem Zeitungsmarkt ist es ähnlich. Man lese sich z.B. mal eine FR durch. Die Zahl der Tippfehler, verschluckte Halbsätze, vertauschte Überschriften ist enorm und wächst von Ausgabe zu Ausgabe. Es ist eine Sache der Prioritätensetzung. Während die FR vor einiger Zeit kindische Avatare wie „Schwester Alpha“ oder „Bronski“ [1]woher kommt dieser bescheuerte Name eigentlich? Jedesmal, wenn ich die Leserbriefseite aufschlage, habe ich äußerst lästige Ohrwürmer. einführte, setzt die c’t auf Authentizität und Seriösität und setzt damit journalistische Maßstäbe weit über das Genre des Fachmagazins hinaus.

Eine politische Berichterstattung, wie sie in dem (eigentlich) IT-Magazin c’t stattfindet, wünsche ich mir auch für die großen Tageszeitungen. Dies als Kompliment an die Heise-Redaktion [2] auch wenn ich das neue Ticker-Layout immer noch nicht mag . Herzlichen Glückwunsch, c’t, und auf weitere 25 erfolgreiche Jahre.

[via Rivva]

References

References
↑1 woher kommt dieser bescheuerte Name eigentlich? Jedesmal, wenn ich die Leserbriefseite aufschlage, habe ich äußerst lästige Ohrwürmer.
↑2 auch wenn ich das neue Ticker-Layout immer noch nicht mag