Staatliche Informationen mashen: Show us a better way

Die britische Regierung schreibt einen Wettbewerb aus, in dem nach Mashup-Ideen für Regierungsdaten gesucht wird: Show us a better way! Bis zu £20.000 werden für die Umsetzung ausgelobt.

We are offering up to £20,000 to take your ideas forward with a development team. That may be time with a designer to create a professional mockup that can be pitched to organisations, or some programmer time to create a working prototype. The best idea overall will win a symbolic trophy trawled from our archives.

Solange es nicht um personenbezogene oder sonstwie sensible Daten geht: großartig! Als Beispiele dienen unter anderem „Rate my prison“ oder „Fix my street“.

Diesmal geht also nicht (wie in Großbritannien anscheinend üblich) um versehentlich, sondern tatsächlich um absichtliches Freisetzen von Informationen.

[via Golem]

PDF/A vs. Open Access?

Subjektive Meinung: PDF/A ist der vermutlich am schlechtesten implementierte Standard seit Erfindung von Dokumentstandards überhaupt. Es ist veröffentlichungswilligen und dem Open Access zugeneigten Autoren kaum zumutbar, schon vorhandene Dokumente in standardkonformes PDF/A zu konvertieren. Kaum eine Lösung hält, was sie verspricht, bei fast jeder Konvertierung schlägt irgend etwas fehl. Auf meinen Hilferuf zur PDF/A-Konvertierung haben sich etliche Leute bei mir per Mail gemeldet. Alle mit dem gleichen oder zumindest ähnlichen Problemen.

Wie ist Abhilfe zu schaffen? Eine mögliche Lösung scheint mir, auf die konsequente Einhaltung des PDF/A-Standards bei Dokumentenservern zu verzichten. Wer etwas veröffentlichen will, sollte nicht mit allzu vielen technischen Hürden belastet werden. So wie es momentan aussieht, steht die an sich gute Idee, einen offenen und einheitlichen Standard für Dokumentenserver zu verwenden, einer breiten Akzeptanz der Selbstarchivierung entgegen.

Es ist einfach lächerlich, dass jeder Autor vor der Archivierung seiner Dokumente drei Semester PDF/A studieren muss. Um eine breite Akzeptanz von OA zu erzielen, müssen wir es den Autoren so einfach wie möglich machen. Youtube und Slideshare müssen zumindest hierbei Vorbilder sein. Klar ist, dass eine solche Einfachheit vermutlich nicht erreicht werden kann. Zu unterschiedlich sind die Ziele der Dienste. Aber als Richtlinie kann und soll der Veröffentlichungsvorgang bei solchen Angeboten dienen.

Bleibt das Problem der Langzeitarchivierung. Eine mögliche Umsetzung wäre, diese zentral z.B. durch die DNB zu organisieren. Sie sollte auf jeden Fall nicht zum Problem der Autoren werden.

Ich bitte um Meldung in den Kommentaren: An welcher Bibliothek funktioniert der Umgang mit PDF/A auch nur halbwegs problemlos?

International Music Score Library Project wieder online

Noten von ca. 15.000 Werken, deren urheber seit mindestens 50 Jahren tot sind, will das International Music Score Library Project ab morgen (1. Juli) verfügbar machen. Das Angebot ruhte seit Oktober, da der Schottverlag die Durchsetzung österreichischer Urheberrechtsfristen (70 Jahre nach Tod des Urhebers) auch für das kanadische Angebot durchsetzen wollte.

Er sehe keinen Grund, warum das österreichische Recht auch in Kanada greifen solle, schreibt der IMSLP-Betreiber auf seiner Website.

Völlig richtig, zumal nach der Argumentation des Verlags vermutlich eine Briefkastenfiliale in Honduras ausreichen würde, um die Schutzfrist um fünf weitere Jahre aufzustocken. Für an solchen Praktiken interessierte Verlage gibt es eine schöne Übersicht von Schutzfristen in verschiedenen Ländern. Vielleicht lohnt es sich für den einen oder anderen Konzern sogar, sich in einem kleineren Land eine verlängerte Schutzfrist zu kaufen, um auf Kosten der Allgemeinheit noch ein wenig Profit aus den Schöpfungen längst Verstorbener zu generieren.

An dieser Stelle sei noch einmal an das schon aus Usenet-Zeiten bekannte Werner Icking Music Archive erinnert, das ebenso reichhaltige wie gute Noten aus verschiedenen Epochen bereithält. Der Betreuer des Angebots, Christian Mondrup, hat wohlweislich eine kleine Linkliste zu urheberrechtlichen Fragen zusammengestellt.

[via Heise]

Bibforge – Sourceforge für Bibliothekswesen

Es gibt Blogs, bei denen man beim Lesen kein Wort übersehen darf. Der Jakoblog gehört eindeutig dazu. So ganz nebenbei fällt in einem Posting zur Verwaltung von Normdaten der mir bislang nicht geläufige Begriff „Bibforge“. Ein Klick darauf, und man landet in einem Blog, das Hinweise auf Serverinstallationsarbeiten gibt. Es scheint in Richtung Sourceforge für Bibliothekssoftware zu gehen. Näheres erfährt man in dieser Präsentation, auf die ein anderer Christian im Kommentar zu Jakobs Posting aufmerksam machte.

Infowiese verwüstet

Auf der Infowiese wächst nichts mehr. Hoffentlich hat der Betreiber (ein Stefan) auch hübsch ein Pflichtexemplar abgegeben. Wer die Infowiese „übernehmen“ will, soll sich übrigens bei Stefan melden. Leider hat er keine Kontaktmöglichkeit angegeben.

Ist das jetzt informationswissenschaftliche Mode? Will man sich so von den Kommunikationswissenschaften abgrenzen? Fragen über Fragen…

Informationswissenschaft – News / Blog?

Ich bin über einen Blog namens „Informationswissenschaft – News / Blog“ gestolpert, der mich etwas ratlos hinterlässt. Es gibt eine statische Startseite, von der man nicht ohne weiteres auf eine „richtige“ Blog-Ansicht kommt. Die neuesten Artikel sind auch nicht auf der Startseite verlinkt, man findet sie nur über den Umweg RSS.

Auf eben jener Startseite ist zu lesen:

– News-Recherche für Studierende (z.B. bei Hausarbeiten, Projektarbeiten usw.)

– News-Aggregator für alle Infowissler und fachnahe Interessierte

– Kalender für alle anstehenden Termine (Messen, Kongresse, Veranstaltungen), die mit der Infowiss zusammenhängen (Terminvorschlag? -> Einfach an die im Impressum vermerkte E-Mail Adresse schicken)

  1. Es scheint sich ja um das Blog einer Fakultät o.ä. zu handeln. Wieso sieht man nirgendwo einen Hinweis, wer dieses Blog betreibt? Anonymes Bloggen ist ja völlig in Ordnung, aber wenn eine Institution hinter diesem Blog steht, wäre das schon etwas merkwürdig.
  2. Ich finde kein Impressum, kann also weder Fragen stellen noch Vorschläge schicken.
  3. Der Inhalt dieses Blogs sind ausschließlich Links auf Artikel. Wäre zu diesem Zweck ein Social-Bookmarking-Dienst nicht angebrachter?

Prinzipiell ist es ja zu begrüßen, wenn sich auch die Informationswissenschaften langsam mal ins Netz trauen, aber dieser Versuch macht doch einen sehr unausgegorenen Eindruck. Gerade bei den Informationswissenschaften kann man da IMHO etwas mehr erwarten.

Raumberechnung für Bibliotheken

Ein unkomfortabler kleiner Rechner für die Berechnung des Platzbedarfes für eine bestimmte Anzahl Bücher nach DIN-Fachbericht 13 „Bau- und Nutzungsplanung von wissenschaftlichen Bibliotheken“ [1] siehe auch hier

Alle Angaben ohne Gewähr. Müsste aber hinkommen.

[auf Anregung aus Inetbib]

References

References
↑1 siehe auch hier

Sonderheft des Scandinavian Public Library Quarterly über Bibliothek 2.0

In der letzten Ausgabe des Scandinavian Public Library Quarterly geht es (auf englisch) um soziale Netze und rund um die Bibliothek 2.0. Ein Artikel („Interaction: Anything goes 2.0“, S. 6-9) ist von LibWorld-Autor Peter Alsbjer.

Das gesamte Magazin (PDF) kann man hier herunterladen.

[via Peter Alsbjer]

Preisendörfer über Rankings

Die Veröffentlichung der BIX-Ergebnisse 2008 stehen unmittelbar bevor. Aus diesem Anlaß ein Zitat über Rankings aus anderen Bereichen:

Ein unkritisches, auf Listen und Rankings fixiertes Ländervergleichsdenken schadet, weil man wegen des Splitters im eigenen Auge den Balken in dem des anderen nicht sieht. Ein statistikfester Zyniker könnte zur Desillusionierung beispielsweise die finnische Platzierung auf der PISA-Rangliste korrelieren mit der Platzierung der finnischen Selbstmordrate auf der Vergleichsliste der Weltgesundheitsorganisation und mit der sozialpsychologischen Erhebung zur Prostitutionsdichte – in allen drei Bereichen nehmen die Finnen vordere Plätze ein. Vielleicht macht Bildung traurig und einsam?

Aus: Bruno Preisendörfer: Das Bildungsprivileg : warum Chancengleichheit unerwünscht ist. Frankfurt : Eichborn, 2008, S. 175