Scriblio – WordPress als CMS (für Bibliotheken)

Am 15. Mai 2007 schrieb ich folgenden Netbib-Kommentar:

Was mich wundert, ist, dass kleine Bibliotheken m.W. nicht versuchen, WordPress oder Serendipity als CMS einzusetzen. Das reicht doch meist völlig, ist sehr leicht zu modifizieren und kann auch optisch mit ein bißchen Geduld sehr schön angepasst werden.

In der Lamson Library der Plymouth State University wunderte man sich wohl auch und probierte gleich mal aus, wie das denn in der Praxis aussehen könnte. Gut sieht es aus. Zum Einsatz kam Scriblio. Mehr Infos zur Entstehung des Projektes gibt es von Casey Bisson.

[via Weblog Tools Collection]

Online-Bürosoftware: Google Docs vs. Office Live?

Steven Burke schreibt über fünf Gründe, warum Google Docs (auf deutsch „Text und Tabellen“ besser sei als der Office Live Workspace von Microsoft.

1. Office Live Workspace Does Not Allow You To Create And Edit Documents Within A Web Page. Google Docs Does.
2. Microsoft Office Live Workspace Has A 250 Mbyte 1,000 Average Office Documents Limitation. Google Docs Does Not.
3. Microsoft’s Office Live WorkSpace Is VaporWare. Google Docs is Real.
4. You’re Better Off Trusting Google Than Microsoft When It Comes To Web 2.0 Security Issues.
5. Office Live Workspace Is Optmized For Microsoft Office Word, Excel and PowerPoint Data. Google Is Optimized For Web 2.0.

Wenn man wirklich Google Docs verwendet, sollte man sich aber bewusst sein, dass Google sich laut Golem.de weitreichende Rechte der mit Google Texte & Tabellen erstellten Werke sichert. Punkt 11 der entsprechenden AGB lautet:

Durch Übermittlung, Einstellung oder Darstellung der Inhalte gewähren Sie Google eine dauerhafte, unwiderrufliche, weltweite, kostenlose und nicht exklusive Lizenz zur Reproduktion, Anpassung, Modifikation, Übersetzung, Veröffentlichung, öffentlichen Wiedergabe oder öffentlichen Zugänglichmachung und Verbreitung der von Ihnen in oder durch die Services übermittelten, eingestellten oder dargestellten Inhalte.

Nicht nur aus diesem Grund seien hier noch ein paar Alternativen zu den beiden oben aufgeführten Diensten genannt:

Mit Neximage gibt es inzwischen sogar einen Online-Bitmap-Editor.

2 Jahre Blog zum Bibliotheksrecht / Skriptorium

Eric Steinhauers Blog Bibliotheksrecht ist zwei Jahre alt geworden. Hier geht es zum Jubiläumsposting. Herzlichen Glückwunsch! Er hat mit seiner Seite ein hervorragendes Angebot geschaffen, dessen einziger Wermutstropfen in der abgeschalteten Kommentarfunktion liegt.

Dies ist leider auch der Fall bei dem neuen Blog Skriptorium, dass Herr Steinhauer zeitgleich präsentiert. Der Untertitel lautet Wissenschaftliches Publizieren und Bibliotheken : ein Zettelkasten, und der Betreiber beschreibt das neue Blog folgendermaßen:

Dieses Blog wird sich mit dem Thema Wissenschaftliches Publizieren und Bibliotheken beschäftigen. Ausgehend von der Tatsache, dass insbesondere die Hochschulbibliotheken durchgängig eigene Schriftenserver bzw. Repositorien betreiben, soll in diesem Blog über das Verhältnis von Bibliothek und wissenschaftlichem Publizieren nachgedacht, berichtet und spekuliert werden.

Einen besonderen Schwerpunkt werden dabei die Chancen, aber auch die Probleme des elektronischen Publizierens für die Verbreitung wissenschaftlicher Beiträge bilden. Durch meinen persönlichen Hintergrund werden vor allem die buchaffinen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften behandelt.

Viel Erfolg auch mit diesem Blog, und vielleicht probieren Sie es ja auch mal mit der Kommentarfunktion? ;o)

Ohne Worte: Urheberrecht für Bundesrat nicht umstritten

Via Bibliotheksrecht:

Wir kommen zu Punkt 11: Zweites Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft (Drucksache 582/07, zu Drucksache 582/07) Wortmeldungen liegen nicht vor.

Eine Empfehlung auf Anrufung des Vermittlungsausschusses oder ein entsprechender Landesantrag liegt nicht vor. Ich stelle daher fest, dass der Bundesrat einen solchen Antrag n i c h t stellt.

Wir haben nun noch über eine Entschließung entsprechend Ziffern 2 und 3 der Ausschussempfehlungen zu befinden. Zur Einzelabstimmung rufe ich auf:
Ziffer 2! – Das ist die Mehrheit. Ziffer 3 mit Ausnahme des letzten Spiegelstrichs! – Das ist ebenfalls die Mehrheit. Bitte das Handzeichen für den letzten Spiegelstrich von Ziffer 3! – Auch das ist die Mehrheit.

Damit hat der Bundesrat eine Entschließung gefasst.

Quelle: Bundesrat, Stenografischer Bericht, 836. Sitzung, Berlin, Freitag, den 21. September 2007, S. 268.

Nur Gegner eines funktionierenden Wissenschaftsbetriebs können dies wirklich gutheißen. Aus einer Pressemitteilung des Urheberrechtsbündnisses:

Das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ bedauert, dass der Bundesrat die Chancen der Verbesserung des Zweiten Korbs über den Vermittlungsauschuss ausgelassen hat, sieht sich aber in der Kritik des Bundesrats an dem Gesetz weitgehend mit ihm einig. Der Bundesrat setzt bezüglich der Interessen von Bildung und Wissenschaft offenbar auf den Dritten Korb. Das Aktionsbündnis wird sich dabei selbstverständlich einbringen und erwartet, neben anderen Verbesserungen, dass auch im Urheberrecht die Weichen für Open Access gestellt werden. Die kommerziellen, durch das Urheberrecht geschützten Verwertungsmodelle erweisen sich für Bildung und Wissenschaft als zunehmend ungeeignet.

Wie ungeeignet, werden wir bald feststellen müssen. Jammern und Wehklagen bitte an diese Dame:

Brigitte Zypries, SPD MdB
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Email, WWW

Wyomings wirksame Werbekampagne

Die Wyoming Libraries haben eine Agentur damit beauftragt, eine Werbekampagne zu gestalten. Das Ergebnis finde zumindest ich großartig, aber besonders das Mudflap Girl stößt nicht auf einhellige Begeisterung. Was Mudflap Girls sind, erklärt die englische Wikipedia folgendermaßen:

The mudflap girl is an iconic silhouette of a buxom female sitting, leaning back on her hands, with her hair being blown in the wind. This icon can be found on mudflaps as well on clothing.

Wer es – wie ich – nicht weiß:
buxom = drall (laut Leo)
mudflap = Schmutzfänger (z.B. diese Gummilappen hinter LKW-Reifen)

Und so sieht das dann aus:
Wyoming Mudflap Girl

Echo:
Library Journal, Tame The Web, Annoyed Librarian und viele, viele mehr.

Den Wyomings war wohl sehr deutlich bewusst, welches Motiv am meisten Aufmerksamkeit erregt. Anders lässt sich die anteilsmäßige Verteilung der Motive hier wohl nicht erklären. ;o)

Es gibt natürlich inzwischen auch schon mindestens zwei Mudflap Boys: ein bißchen mehr und ein bißchen weniger jugendfrei.

OpenID in der Kritik

Stefan Brands von Credentica kritisiert OpenID sehr ausführlich. Kurzfassung:

OpenID is pretty much useless. The reasons for this are many: OpenID is highly vulnerable to phishing and other attacks, creates insurmountable privacy problems, is not a trust system, suffers from usability problems, and makes it unappealing to become an OpenID “consumer.” Many smart people have already elaborated on these problems in various forums. In the rest of this post I will be quoting from and pointing to their critiques.

[via Netzpolitik]