Ask for What You Want

When was the last time someone said lawyers or doctors needed to update their images into the 21st century? How many skits on Prairie Home Companion or Saturday Night Live have you seen where doctors appear as outdated, dowdy spinsters in need of love or romance? None. Yet Garrison Keillor’s “Adventures of Ruth Harrison, Reference Librarian” parades antiquated and stereotyped images of librarians as humor.

Dies und mehrüber das bibliothekarische Selbstbewusstsein und Berufsbild gibt es in folgendem Artikel: Ask for What You Want von Michael Casey & Michael Stephens (Library Journal, 15. August 2007)

Onleihe bei Telepolis

Gerade bei Netbib gesehen: Rainer Sladek schreibt über die Onleihe nur für Microsoft-User. In den Kommentaren zum Telepolis-Artikel wird auch klar, wie sehr man sich mit dem unreflektierten Einsatz von DRM-Technologien den Ruf bei der Minderheit von Heiseforeneinwohnern versauen kann. Doob stellt dort fest, dass Bibliotheken was tolles sind, aber das wird gleich von firedancer gekontert:

Sind sie jetzt nicht mehr – wenn das Angebot a) der Monopolisierung
dient (denn darum geht es hier nämlich), b) weite Teile der
Bevölkerung ausgeschlossen werden (alles > 5% sind bereits weite
Teile: Wir reden hier von sehr großen Usermassen).

So stark formuliert das sicher nur ein kleiner Bevölkerungsteil, aber wie firedancer richtig bemerkt, sind auch 5% der Bevölkerung schon durchaus relevant. Wir reden hier von sehr großen Bibliotheksbenutzermassen.

Die Divibib-Mitarbeiter sind der anfangs eingeforderten Diskussion in der Biblioblogosphäre übrigens sehr offensichtlich überdrüssig geworden. Sie belassen es jetzt beim Posten von Werbeartikeln in ihrem eigenen Blog. Zumindest in den einschlägigen Biblioblogs (z.B. Netbib, Bibliothek 2.0 oder auch hierzublog) konnte ich sie lange nicht mehr sichten. Es ist vermutlich nicht lukrativ genug, sich mit Kritik auseinanderzusetzen.

Library 2.0 and beyond – innovative technologies and tomorow's user

Heute auf meinem Schreibtisch gelandet:

Library 2.0 and beyond : innovative technologies and tomorrow’s user / Courtney, Nancy. – Westport, Conn : Libraries Unlimited, 2007

Die Lektüre muss leider noch ein wenig warten. Ein erster Blick verspricht nicht viel Neues für den geneigten 2.0-Interessierten, jedoch eine sehr gute Auswahl der Autoren und Beiträge. Michael Casey beispielsweise schreibt über „Looking toward catalog 2.0“, wo er sehr schön zusammenfasst, was ein wirklich guter Katalog so zu bieten haben muss.

Micropublishing für Bibliotheken

Mit dem Begriff Micropublishing (oder Micro-Blogging) bezeichnet man das Veröffentlichen sehr kurzer Mitteilungen wie es zum Beispiel bei Twitter der Fall ist. Oft handelt es sich dabei um eine Art SMS an die interessierte Weltöffentlichkeit.

Der Fischmarkt beendet nun eine kleine Artikelserie über Micropublishing mit einem Posting über Micropublishing für Institutionen. Für Bibliotheken und andere Informationseinrichtungen ist daraus nicht viel zu entnehmen, höchstens:

Gruppen, Projekte, Unternehmen und Institutionen müssen genauso wie andere erst herausfinden, wen und was genau sie mit Micropublishing erreichen können.

Aha, dankeschön! Passend dazu schreibt auch der Webworkblogger Oliver Ueberholz: Alle sind sie im Twitter Wahn, aber viele wissen nicht so recht wozu.. Er selbst ist da schon etwas weiter und bietet eine Menge Anwendungsmöglichkeiten, von denen ein paar beispielhaft erwähnt und in den Bibliothekskontext gestellt seien. Der Einfachheit halber gehe ich im Folgenden von Twitter als Standardapplikation aus.
„Micropublishing für Bibliotheken“ weiterlesen

B.I.T.-Wiki vs. Wikipedia: Noch eine Webleiche?

Ronald Kaiser hat in Inetbib die gestrige Eröffnung des B.I.T.-Wikis angekündigt. In seiner Mail wie auch auf der Startseite des Wikis ist zu lesen:

Zum Start von B.I.T. WIKI wird über einen Zeitraum von 3 Monaten jeder 20. Beitrag mit einem Sachpreis aus der Buchreihe B.I.T. Innovativ ausgezeichnet. Jeder 100. Beitrag bekommt ein Jahresabo der Zeitschrift „B.I.T.online“ oder der Zeitschrift „Information – Wissenschaft & Praxis“.

Prinzipiell lobenswert, Aktivitäten auf diesem Gebiet zu belohnen. Jedoch frage ich mich, welchen Zweck dieses Wiki hat, den nicht auch das Wikipedia-Portal Bibliothek, Information, Dokumentation genauso gut oder sogar viel besser erfüllen kann. Besonders wenn man sieht, das zumindest einzelne Artikel offensichtlich der Wikipedia entnommen sind.
„B.I.T.-Wiki vs. Wikipedia: Noch eine Webleiche?“ weiterlesen

Open Access in Fachverlagen

„Open Access in Fachverlagen noch kein Thema“, meint das Börsenblatt, und biegt sich die Zahlen einer Umfrage der Deutschen Fachpresse, wie Mathias Schindler in einem Kommentar ganz richtig anmerkt, etwas zurecht. Zwar haben anscheinend erst 7,5 Prozent der befragten Fachverlage geäußert, dass Open Access bereits jetzt unmittelbare Auswirkungen auf ihre Umsätze und Geschäftsmodelle hat. Die restlichen Zahlen in der Kurzmeldung lauten:

  • 72,5%: Open Access kann Kernaufgaben des Publizierens wie lesergerechte Aufbereitung von Inhalten und deren qualitative Bewertung nicht ersetzen
  • 67,5%: Verlegerischen Kerndisziplinen müssen auch in die digitale Welt übertragen werden

Der oben erwähnte Mathias Schindler meint dazu:

Anders lesen kann man die Zusammenfassung der Umfrageergebnisse auch so:

„Für zwei Drittel der antwortenden Verlage (67,5%) ist Open Access ein Thema. Nur 27,5% der Verlage gehen davon aus, daß OS keine Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell hat.“

Hier geht’s zur Zusammenfassung der Ergebnisse, in denen auch schon die nächste Blitzumfrage zum Thema DRM angekündigt wird.

Dumont-Schütte prophezeit Googles Tod

Verleger Christian DuMont-Schütte interessiert sich für die SZ und wirft steile Thesen über die Zukunft von gigantischen Online-Imperien in den Raum. Auf die Frage, ob der Markt in der digitalen Welt noch nicht verteilt sei, antwortet er:

Keineswegs. An meinem fünfzigsten Geburtstag im Frühjahr habe ich die These aufgestellt: In zehn Jahren ist Google tot. Ich habe in der Tat die Hoffnung, dass das, was sich jetzt im Markt befindet, übermorgen nicht mehr existiert. Die ersten Anzeichen dafür sehen Sie schon: die Ebay-Euphorie ist vorbei. Der Lebenszyklus der Internet-Ideen ist sowohl technisch wie inhaltlich ganz anders als bei herkömmlichen Unternehmen in der Old Economy. Dieser Nachteil hat den Vorteil, dass der Markt mit neuen Ideen immer wieder neu erobert werden kann.

Dass sich Google im Gegensatz zu Ebay ständig weiterentwickelt und expandiert, sollte man bei solch einer gewagten Aussage nicht außer acht lassen. Google ist zum Beispiel gerade jetzt längst nicht dasselbe Unternehmen wie vor wenigen Jahren. Zwar ist nicht alles Gold, was googled, aber es ist nicht zu leugnen, dass einige der Google-Produkte (-Maps oder -Mail) bedeutende Marktanteile erreichen konnten.

Interview bei FAZ.net: „In zehn Jahren ist Google tot“

Blogscout.de geschlossen

Wie Dirk Olbertz in seinem Blog ankündigt, ist Blogscout ab sofort dicht:

Seit heute sind Neuanmeldungen nicht mehr möglich, ab sofort wird nicht mehr gezählt und der Login funktioniert nicht mehr. Am 30. September werden die Server von Blogscout.de dann ganz geschlossen. Bis dahin sollte jeder den MailMe-Button, sowie den Blogscout Counter-Code von seinen Seiten entfernen.

Olbertz verweist auf rivva.de für die Zukunft.

Check 1Cate?

In immer mehr Blogs häufen sich die Postings, an deren Anfang ein Link namens „Check 1Cate“ steht.
Heute stolperte ich über ein Beispiel im IBI-Weblog. Laut OCLC-Eigenwerbung steht 1Cate für 1-Click-Access-To Everything:

Alle interessanten Informationen, Daten oder Dienste zu einer Recherche auf einen Klick.
Diesen Service bieten Sie Ihren Bibliotheksbenutzern mit 1Cate, dem OpenURL kompatiblen Linkserver von OCLC. Er generiert kontextsensitive Links vom Zitat auf Volltexte und andere elektronische Angebote.
Ob Volltext, OPAC oder Dokumentlieferdienste, 1Cate ermittelt zuverlässig, wann und wie im konkreten Fall jeweils verlinkt werden soll und ermöglicht den schnellen Zugriff auf die Informationsquelle.

Die Frage ist nur: Von wo ist das möglich? Klicke ich auf solch einen Link, erhalte ich stets die Aufforderung, mich bei Openly anzumelden, was ich mangels Account nicht kann. Vielleicht hat ja jemand von den geneigten Mitlesenden ein paar Informationen für mich, ob es sich hier tatsächlich um ein Randgruppenplugin für WordPress handelt. Für mich steht 1Cate auf jeden Fall erstmal für „1-Click-Access-To-Eingabeaufforderung“.