Wie in den Vorjahren findet auch in diesem Jahr mit der „Library 2.0“ eine virtuelle Konferenz rund um die digitale Bibliothek statt, die in der Tradition ihrer Vorgänger dieses Jahr „Library 2.013“ heißt.
Altogether, there will be eight conference strands covering a wide variety of timely topics, such as, MOOCs, e-books, maker spaces, mobile services, embedded librarians, green libraries, and more! Presenters may also submit presentations that cover LIS-related topics not included in the themed strands. The Library 2.013 Worldwide Virtual Conference is a great opportunity for professional development and networking. View the Conference Strands. (As a reminder, recordings of the Library 2.012 Worldwide Virtual Conference presentations are still available for viewing at your convenience.)
Die Qualität der Beiträge schwankte im letzten Jahr stark, es waren aber durchaus ein paar Perlen dabei. Library 2.013 findet statt am 18. und 19. Oktober.
Christine Adam veröffentlichte am 2. September in der Neuen Osnabrücker Zeitung einen Kommentar. Einigen ihrer Punkte mag man durchaus zustimmen. Einleitend greift sie jedoch etwas auf, das ich längst überwunden glaubte.
Immer weniger Bücher zum Anfassen, immer weniger fundiertes Wissen aus Originalquellen, stattdessen weiter anschwellende unzuverlässige Info-Fluten aus dem Internet? Wie gut, dass manche Horror-Visionen mit Gegenentwürfen abgemildert werden. Die mächtigen Metropolenbibliotheken könnten so ein Korrektiv sein.
Immer weniger Bücher? Die Umsätze des Buchhandels sind laut Börsenverein sind 2012 deutlich höher gewesen als 2002. Die „Titelproduktion Erstauflage“ lag 2003 bei 61.538 Titeln, 2012 bei fast 80.000 Titeln. Selbst ein leichter Rückgang in den letzten Jahren verringert den Anstieg insgesamt kaum.
Weniger fundiertes Wissen aus Originalquellen? Hach, dazu ließe sich einiges sagen. Aber nehmen wir uns die webkritische Kernaussage vor: Hat die Kommentatorin einen Brockhaus hinter sich im Regal? Wo schlägt sie denn nach, wer frisch ans Tageslicht gespülte Personen des Zeitgeschehens wie Oliver Scheytt aus Steinbrücks Kompetenzteam sein könnten? Etwa im Munzinger? Oder nicht doch eher in Wikipedia, die zu Scheytt einen mittelgroßen Artikel liefert?
„Die mächtigen Metropolenbibliotheken“ haben inzwischen auch die eine oder andere Online-Quelle im Portfolio. Manche sogar diese 50 Millionen Werke hier. Wo die alle herkommen? Aus diesem Internet.
Ist das alles eine Horrorvision? Ist es so furchtbar, wenn sich jede und jeder zu jedem Zeitpunkt ganz nach den eigenen Vorstellungen in einem riesigen Meer von Informationen bedienen kann?
Amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt, dass deutschsprachige Textkonsumenten auf keinen Fall mit Quellenangaben belästigt werden möchte. Und dass die dumm dämmernde Schar der Lesenden am liebsten zu Journalisten aufblickt, die über Geheimwissen aus mysteriösen Quellen verfügen.
Dies geißelte ich schon vor fast genau einem Jahr, als ein Open-Access-Artikel zu einer neu beschriebenen Affen-Art zwar überall besprochen, aber so gut wie nirgendwo verlinkt wurde. Da erwähnte ich noch positiv, dass Spiegel Online den ursprünglichen Artikel zum Nutzen der Leser verlinkt hatte.
Nun berichtet Spiegel Online über Doping im deutschen Profifussball. Eindeutig ein massentaugliches Thema! SpOn schreibt:
Die verdächtigen Blutwerte tauchen in einer Studie von Tim Meyer, dem Teamarzt der deutschen Fußballnationalmannschaft, aus dem Jahr 2011 auf. Diese wissenschaftliche Untersuchung wurde bislang nur in medizinischen Datenbanken veröffentlicht und kann von der breiten Öffentlichkeit nicht sofort eingesehen werden.
Das ist richtig, steckt der Artikel doch hinter einer Paywall. Einer kleinen Öffentlichkeit wäre der Artikel dennoch zugänglich. Und per Fernleihe auch einer größeren. Doch da der Titel des Artikels nicht einmal genannt wurde, bleibt dies nur zu vermuten. Ich gehe von diesem Artikel hier aus:
Meyer, Tim, & Meister, Steffen (2011). Routine blood parameters in elite soccer players. International journal of sports medicine, 32(11), 875–881. doi:10.1055/s-0031-1280776
Warum jetzt, im Sommer 2013, eine Studie von 2011 von gleich zwei Spiegel-Journalisten aufgearbeitet wird, weiß ich nicht so genau. Es ist aber zu vermuten, dass den beiden seit kurzem weitere Informationen vorliegen. Sie schreiben:
SPIEGEL ONLINE liegen die Zusammenfassung der Untersuchung und Steffen Meisters Dissertation zum Thema vor.
Wow! Wie die da wohl drangekommen sind? Ich habe da eine Vermutung! Bestimmt einer dieser Whistleblower, die neuerdings dauernd in der Tagesschau zu sehen sind! Oder vielleicht über den Open-Access-Server der Uni Saarland, auf der diese Arbeit seit dem 10. Juni 2013 für jeden Hinz und Kunz mit Internetzugang zu erreichen ist. Wer sich also ein eigenes Bild über den Sachverhalt machen möchte:
Meister, Steffen (2013). Der Einfluss leistungsportlicher Trainings- und Wettkampfbelastungen auf Routine-Laborwerte : Eine Querschnittsstudie an 467 Profi-Fußballspielern der deutschen Bundesligen. Abgerufen von http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:291-scidok-53951.
Aber den Link zu setzen, den Titel zu nennen oder einfach nur zu erwähnen, dass die Dissertation nicht nur Spiegel Online vorliegt, das wäre wohl zuviel des Dienstes am Leser.
Um welchen Artikel es hier geht? Ach, ist doch egal. Wer anderen Autoren Aufmerksamkeit verweigert, will sicherlich nicht gelesen werden.
Aus den zahlreichen Rückmeldungen der KollegInnen stellte ich eine Liste zusammen, mit der ich durch die Bibliothek (und zum Süßigkeitenautomaten) ging. Das gesammelte Feedback:
Bezeichnung
Bibliotheksmitarb.
StudentInnen
Wiss./Prof.
Dokumentenserver
1
3
1
Publikationsserver
2
2
Publikationsdienst
2
1
Hochschulschriftenserver
1
Publikationsplattform
1
Dokumentenserver liegt in dieser mäßig repräsentativen Umfrage vorne. Interessant ist, dass allerdings nur zu dieser Bezeichnung auch explizite Einwände kamen. Von immerhin drei Personen wurde geäußert, dass man in einem Dokumentenserver eher Immatrikulationsformulare und ähnliches vermutet.
Mitarbeiterzeitschriften nehmen in der internen Kommunikation von Unternehmen und Non-Profit-Organisationen über 100 Jahre eine zentrale Rolle ein und verlieren auch durch Einzug der Sozialen Medien nicht an Bedeutung. Seit 2007 befinden sich die Mitarbeiterzeitschriften der Arbeitsstelle für innerbetriebliche Kommunikation an der Hochschule Hannover. Das Mitarbeiterzeitschriftenarchiv besteht aus über 750 Zeitschriftentiteln, die bisher öffentlich nicht verzeichnet sind.
Im theoretischen Teil der vorliegenden Bachelorarbeit verdeutlichen die geschichtlichen, funktionalen, inhaltlichen Darstellungen der Publikationsform wie wichtig diese für die berufliche Praxis sowie für die sozialwissenschaftliche und linguistische Forschung sind. Mittels eines Fragebogens lässt sich das Bestandsmanagement beispielhaft an einigen deutschen Bibliotheken und Archiven darstellen.
Anhand einer Bestandsanalyse und einer fach- und bibliotheksspezifischen Bestandsbewertung des Mitarbeiterzeitschriftenarchivs der Hochschule Hannover leiten sich bestands- und ressourcentechnische Handlungsempfehlungen für die Bibliothek der Hochschule Hannover ab und zeigen eine Möglichkeit wie das Mitarbeiterzeitschriftenarchiv zukünftig weitergeführt wird.
Zum Schluss der Bachelorarbeit kommen u.a. die Urheberrechtsproblematik bei der Digitalisierung sowie Vorschläge zur Anbindung an eine Virtuelle Forschungsumgebung als auch die digitale Abgabe der Mitarbeiterzeitschrift zur Sprache.
Nachdem sich kürzlich die Medizinstudierenden zu Wort meldeten und Open Access forderten, haben sich young researchers der digital humanities zusammengetan, um sich ein Manifesto zu geben. Dort ist unter anderem zu lesen:
Open Access and Open Data publications need to be encouraged and sustained – by opening up participation, supplying adequate funding and increasing academic recognition.
Wie sieht es eigentlich mit den LIS-Studierenden und -Promovierenden aus? Gibt es da eine ähnliche Verlautbarung oder Forderung nach Open Access in den Bibliotheks- und Informationswissenschaften? Dafür bestünde ja durchaus der eine oder andere Anlass.