Stadtbibliothek Düsseldorf ist die Nummer eins

.. in NRW. Zumindestens was die Ausleihzahlen betrifft: so wurden im letzten Jahr in der Zentrale und den 13 Stadtteilbibliotheken die Rekordzahl von 4,8 Millionen Ausleihen getätigt. Die neue Stadtteilbibliothek in Bilk, die erst im letzten Herbst in den Düsseldorf Arcarden eröffnet wurde, kann im letzten Jahr schon 170.000 Ausleihen verbuchen.

[via derwesten.de]

Videoüberwachung gegen Diebstahl

Um Diebstähle zu verhindern, ist die Videoüberwachung einer Hochschulbibliothek erlaubt. Das urteilte das Oberverwaltungsgericht am Freitag in Münster und bestätigte damit eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Allerdings ist es der Universität verboten, die Bilder zu speichern. Die Installation von Kameras stelle einen „erheblichen Eingriff in die Grundrechte der Bibliotheksnutzer dar“, doch könnten dadurch Diebstähle und Beschädigungen der Bücher verhindert werden, entschieden die Richter. Studenten der Uni Münster hatten gegen die Kameras in der Bibliothek des kommunalwissenschaftlichen Instituts geklagt.

[via sueddeutsche.de]

Umfrage zur "Kundenorientierung" an Öffentlichen Bibliotheken

Auch wenn ich immer noch davon ausgehe, dass die Bezeichnung „Kunde“ keine Auf-, sondern eine Abwertung der Bibliotheksbenutzer darstellt:

Liebe Kolleginnen und Kollegen an Öffentlichen Bibliotheken,

Im Rahmen meiner Masterarbeit am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU-Berlin beschäftige ich mich mit der aktuellen Praxis der Kundenorientierung in Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland.

Grundlage der Untersuchung bildet eine Online-Befragung aller Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Auszubildender Öffentlicher Bibliotheken, zu der folgender Link führt:

http://yoowe.ibi.hu-berlin.de/survey/index.php?sid=25781&lang=de

Bitte nehmen Sie sich ca. 15 Minuten Zeit zur Beantwortung der Fragen. Ihre Angaben werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt und anonym ausgewertet. Die Daten werden nur in diesem Rahmen verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

Über zahlreiche Rückmeldungen bis zum 18. Mai 2009 würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Mit freundlichen Grüßen
Susanne Göbel

(Hervorhebungen von mir)

Superlangzeitarchivierer!

Die Familie bibliothekarischer Superhelden hat endlich mal wieder Zuwachs bekommen: Team Digital Preservation saves the world from nuclear disaster caused by the work of Team Chaos.

Angewandter Code of Ethics: Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten!

Mir sind nicht viele Bibliotheken bekannt, die dem Ethischen Grundsätze der Bibliotheks- und Informationsberufe (PDF) offiziell Gefolgschaft geschworen haben. Die Citybibliothek Berlin (PDF) ist eine davon. Widersprochen haben dem Code nur wenige.

Es mag unzulässig sein, von stillschweigendem Einverständnis auszugehen, da viele Bibliothekare die ethischen Grundsätze schlicht und ergreifend gar nicht kennen. Doch in den Grundsätzen wird an einer Stelle formuliert, was ich als essentielles Fundament der Informationsberufe verstehe, und somit von vielen Kollegen als Selbstverständlichkeit empfunden werden dürfte:

Wir setzen uns für die freie Meinungsbildung und für den freien Fluss von Informationen ein sowie für die Existenz von Bibliotheken und Informationseinrichtungen als Garanten des ungehinderten Zugangs zu Informationsressourcen aller Art in unserer demokratischen Gesellschaft. Eine Zensur von Inhalten lehnen wir ab.

Da ich mich hier oft über fehlendes politisches Engagement der Bibliotheksverbände mokiere darf ich nun ein Positivbeispiel natürlich nicht unerwähnt lassen. Im Bibliotheksportal macht der DBV auf die Petition gegen Indizierung und Sperrung von Internetseiten aufmerksam.

Meines Erachtens noch zu wenig offensiv, da man bei einem derart relevanten Thema die Bedeutung der Informationsfreiheit und die Wichtigkeit der Informationseinrichtungen öffentlich zur Geltung bringen könnte. Eine öffentliche Einmischung hier und beim Heidelberger Appell (zu dem ich keine Äußerung fand) hätte der Wahrnehmung der Informationsberufe und natürlich auch den Anliegen selbst sehr gut getan.

Dennoch: Schon der kleine Hinweis auf die Petition ist meines Erachtens ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Urheberrecht: 3. Korb?

In einer Presse-Mitteilung des Seestern-Forums habe ich gerade en passant davon erfahren, dass ein 3. Urheberrechtskorb zumindest möglich ist:

Im Auftrag des Bundestages untersucht das Bundesministerium der Justiz (BMJ) derzeit, ob das Urheberrecht im Rahmen eines 3. Korbs erneut modifiziert werden muss. Beteiligte Kreise können bis zum 15.06.2009 Stellung zu den Fragen beziehen. Das Seestern IT Forum gehört dazu und fordert Verantwortliche aus IT, Einkauf und Recht ausdrücklich dazu auf, sich an der ausstehenden Diskussion zu beteiligen und eigene Vorschläge einzubringen.

Netzpolitik-Markus schrieb dazu vor etwa einem halben Jahr über eine Anfrage der grünen Bundestagsfraktion an die Bundesregierung:

Zum 3. Korb äussert man sich nur, dass die Bundesregierung eine “umfassende Konsultation mit den beteiligten Kreisen” einleiten möchte. Da die anderen beiden “Körbe” auch so gestartet sind, kann man davon ausgehen, dass diese Konsultation der Startschuss ist. Vermutlich möchte man aber die kommende Bundestagswahl abwarten, bis man den Prozess auch öffentlich 3. Korb nennt.

Ob nur Seestern-IT den Begriff schon jetzt verwendet, ist noch nicht klar. Das BMJ ist angeschrieben, ob der Aufruf irgendwo öffentlich verfügbar ist. Gerade nach den Irrmeldungen in Folge des Heidelberger Appells ist eine offene und transparente Diskussion dringend notwendig.

Themen laut Pressemeldung sind:

  • Besonderheiten und mögliche Förderung von Open Access- und Open Source-Verwertungsmodellen
  • Handel mit (also Verbreitung? von) gebrauchter Software. Ein Themenkomplex, der bei einer weiteren Verbreitung von „enhanced e-books“ sicherlich auch für Bibliotheken spannend werden könnte.
  • Elektronischer Bundesanzeiger: e statt print?

Wenn jemand den Aufruf erhalten haben sollte: bitte dringend veröffentlichen!

Richtfest bei Neubau der UB Potsdam

Am Mittwoch soll Richtfest beim Neubau der Unibibliothek Potsdam gefeiert werden.

Die Kosten für den viergeschossigen Bau betragen 26 Millionen Euro. Vorgesehen seien 476 Leseplätze, 80 PC-Arbeitsplätze sowie eine Cafeteria. Die neue Bibliothek werde zusammen mit dem Institut für Physik den zukünftigen Haupteingang des Campus Golm aus Richtung Bahnhof flankieren.

[via weltonline.de]

Windows vs. Linux vs. OS/X vs. …

Heise berichtet, dass der Linux-Anteil bei den Desktopbetriebssystemen die 1%-Grenze durchbrochen hat. Die Zahl der Kommentare bei diesem nach Trollerei lechzenden Artikel steigt unaufhörlich. Tatsächlich sind darunter auch wieder ein paar interessante Informationen, zum Beispiel diese Vergleichszahlen aus dem universitären Bereich:

58% MS-Systeme
17% Mac-Systeme
24% Linux-Systeme (meist Ubuntu oder Debian,
vereinzelt SuSE und Fedora)

Leider ist dort nicht zu lesen, wie die Zahlen erfasst wurden. Da diese Zahlen meinen Schätzungen für den akademischen Bereich wesentlich näher kommen als die im Heise-Artikel genannten, würde mich sehr interessieren, wie es tatsächlich an den Hochschulen aussieht. Hat jemand belastbares Zahlenmaterial? Dies wäre auch als Argumentationshilfe bei Diskussionen mit Softwareanbietern (z.B. von Literaturverwaltungsprogrammen) überaus hilfreich. Dort wird Linux oft als Nischenprodukt gesehen, dass es m.E. im universitären Bereich jedoch längst nicht mehr ist.