"What's the book you're most ashamed of never having read?"

Auf dem Ways with Words-Literaturfestival im englischen Darton, stellt ein Journalist des Daily Telegraphs diese Frage und bringt die dort diskutierenden Schriftsteller und Professoren dazu, ihre größten Leselücken preis zu geben.
Erinnert an die „Bibliothek der ungelesenen Bücher“ die Julius Deutschbauer im Wiener Museumsquartier einrichtete, in der Menschen ihre ungelesenen Bücher in ein Regal stellen konnten. [wir berichteten]

[via sueddeutsche.de]

Weißrussland will Pressefreiheit auch im Internet abschaffen

Letzte Woche nahm das Parlament Weißrusslands ein neues Gesetz an, das die Kontrolle von Online-Medien erleichtern soll. Die noch ausstehende Zustimmung des Oberhauses ist zu erwarten.

Bisher war das Internet der einzige Bereich in der Diktatur Weißrussland, der unabhängige Berichterstattung ermöglichte. Dies soll sich nun nach dem Willen der Regierung, die die Massenmedien zensiert und kritische Journalisten verfolgt, ändern.
Damit müssten sich zukünftig alle Online-Medien registrieren und um eine neue Genehmigung bemühen. Außerdem soll die finanzielle Unterstützung weißrussischer Medien durch ausländische Geldgeber verboten werden.

Die Opposition will nun die EU und die USA auffordern, die Abgeordneten, die für das Gesetz gestimmt haben, ebenfalls auf die Liste derjenigen Mitglieder der Regierung von Belarus zu setzen, die wie Aleksandr Lukaschenko mit einem Einreiseverbot belegt wurden.

[via Telepolis]

"Bücherwald"-Eröffnung in Berlin

In der Berliner Sredzkistraße, Ecke Kollwitzstraße wird heute ein „Bücherwald“ eröffnet.
Basierend auf der Idee des Bookcrossings bieten fünf ausgehöhlte Baumstämme Platz für über 100 Bücher. In dieses „öffentliche Bücherregal“ kann jeder Bücher einstellen und/oder sich neuen Lesestoff daraus mitnehmen.

[via taz]

Preisendörfer über Rankings

Die Veröffentlichung der BIX-Ergebnisse 2008 stehen unmittelbar bevor. Aus diesem Anlaß ein Zitat über Rankings aus anderen Bereichen:

Ein unkritisches, auf Listen und Rankings fixiertes Ländervergleichsdenken schadet, weil man wegen des Splitters im eigenen Auge den Balken in dem des anderen nicht sieht. Ein statistikfester Zyniker könnte zur Desillusionierung beispielsweise die finnische Platzierung auf der PISA-Rangliste korrelieren mit der Platzierung der finnischen Selbstmordrate auf der Vergleichsliste der Weltgesundheitsorganisation und mit der sozialpsychologischen Erhebung zur Prostitutionsdichte – in allen drei Bereichen nehmen die Finnen vordere Plätze ein. Vielleicht macht Bildung traurig und einsam?

Aus: Bruno Preisendörfer: Das Bildungsprivileg : warum Chancengleichheit unerwünscht ist. Frankfurt : Eichborn, 2008, S. 175

Allianz zur Digitalen Informationen sucht Nähe zu Bibliotheken

Peter Welchering im Deutschlandfunk-Interview über die neue „Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen“, die sehr offensiv für Open Access wirbt.

Problem Nr. 2: Bibliotheken und Fachinformationszentren sind vor vielen Jahren aus der Wissenschaftslandschaft ein Stück weit ausgeklinkt worden und wurden nur noch als Serviceeinrichtungen geführt. Sie müssen wieder stärker in die Wissenschaftsorganisationen integriert werden. Und da stoßen die Wissenschaftler im Alltag auf ganz banale Probleme etwa mit unterschiedlichen Datenformaten.

Siehe auch diese Presseerklärung des MPG zur Gründung der Allianz:

Open Access hat zum Ziel, das weltweite Wissen in digitaler Form ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren zugänglich zu machen. Die Allianz will den sogenannten „Grünen Weg“ des Open Access durch den Ausbau institutioneller und disziplinärer digitaler Archive und Publikationsserver (sogenannte Repositorien) stärken. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, den „Goldenen Weg“ des Open Access fördern. Dazu gehört die Weiterentwicklung von Geschäfts- und Fördermodellen und deren gemeinschaftlicher Finanzierung. In Modellprojekten soll auf eine Umschichtung der Subskriptionskosten auf Publikationskosten hingewirkt werden.

Die Initiative hat sich auch ein Leitbild (PDF) gegeben, in denen die Schlüsselpunkte noch einmal genauer erläutert werden. Den Wissenschaftlern geht es um die Bildung von Infrastrukturen zur Schaffung und Erhaltung von Wissen. Langzeitarchivierung, Open Access, Nationallizenzen. Es ist sofort ersichtlich, dass es es hierbei überwiegend um primär bibliothekarische Handlungsfelder geht. Dieses Papier ist für das wissenschaftliche Bibliothekswesen eine eindeutige Aufforderung zur Diskussion und Einmischung.

Peter Suber hat die Initiative schon bemerkt, in Deutschland wird sie zumindest öffentlich noch nicht diskutiert.

"Nature Awards for Mentoring in Science 2008" für Deutschland ausgelobt

Since 2005, Nature has sponsored annual awards for outstanding
scientific mentorship. We are pleased to announce that in 2008
Nature will be sponsoring awards for high-achieving mentors
resident in Germany.

Zwei Preise à €10,000 wird es geben, davon je einen für mid-
career
und einen für life-time achievement. Nominiert werden kann bis zum 4. Juli.

Hier gibt es weitere Informationen. Wer keinen Account hat, kann sich hier einen leihen.