Gestenbasiertes Computing

Teil der Operation Frühjahrsputz, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Wer sich mal in der gestenbasierten Menüführung zum Beispiel mit Kinect versucht hat, weiß, dass diese Technik noch nicht ausgereift ist. Man kommt im Menü zwar irgendwann dorthin, wohin man wollte, aber das dauert meist deutlich länger als es bei einer Steuerung mit Tastatur oder einem anderen Controller der Fall gewesen wäre.

Spannend ist diese Technologie dennoch. Im Horizonreport von 2010 (PDF) hieß es zur Relevanz des gestenbasierten Computings für „Lehre, Lernen oder kreative Forschung“:

Die kinästhetische Natur des gestenbasierten Computing wird sehr wahrscheinlich zu neuen Arten von Lehr- und Lernsimulationen führen, die fast genauso wie ihre Entsprechungen in der realen Welt aussehen, sich anfühlen und funktionieren. Es ist gerade die Leichtigkeit und Intuitivität einer Bewegungsschnittstelle, die das Erlebnis sehr realistisch erscheinen lässt und zudem Spaß macht.

Dort wird auch auf SixthSense verwiesen.

Libcatcode.org

Eines Tages begab es sich, dass sich eine Programmiererin (m/w) und ein Bibliothekar (m/w) trafen. Der Bibliothekar sprach: „Du hast Deinen Code in meinen Metadaten!“
Die Programmiererin antwortete: „Deine Metadaten sind in meinem Code!“

So oder ähnlich soll sich die Gründung von Libcatcode.org zugetragen haben. Libcatcode ist eine Q&A-Seite für alle Fragen rund um „cataloging/coding integration and dialogue“.

Die Software dahinter ist übrigens OSQA von Bitnami, das auch für die Answers-Sektion von Semanticweb.com eingesetzt wird.

c't-Editorial zum Browsermarkt

Im lesenswerten Editorial zur c’t-Ausgabe 1/2012 schreibt Herbert Braun über die Probleme, die sich mit der wachsenden Verbreitung von Googles Browser Chrome abzeichnen. Google „optimiert“ die eigenen Inhalte für den eigenen Browser, so dass die Benutzung anderer Browser bei der Allgegenwart von Googlediensten in Zukunft schwierig werden könnte.

Einen Vorgeschmack davon bekommt man, wenn man neue Google-Dienste mit Opera ausprobieren will – diesen sperrt Google nämlich systematisch und absichtlich aus. Und wer den Internet Explorer wählt, wird ständig von der Aufforderung belästigt, den Browser zu wechseln. Google missbraucht seine Macht als Inhalteanbieter, um seine Software auf den Markt zu drücken, nicht anders als Microsoft es seinerzeit mit seiner Vormachtstellung bei den Betriebssystemen getan hat.

Hier gilt, wie bei den meisten c’t-Editorials: Lesebefehl!

Linked Library Data Tools

Die Linked Library Data Group des W3C hat heute ihren Werkzeugkoffer geöffnet und führt nun im W3C-Wiki eine öffentlich zugängliche Liste mit Werkzeugen im Bereich Linked Library Data: LLDtools.

Aufgeführt sind zum Beispiel verschiedene Werkzeuge für die Publikation von LLD (z.B. Pubby) oder Dienste zur Ansicht und zum Browsen (z.B. der Sindice Web Data Inspector).

Koha für Einsteiger

Holger Büch erklärt in Bib-Blog.de (neuerdings auch in Plan3t.info enthalten), wie man das Open-Source-Bibliothekssystem Koha installiert: Koha für Einsteiger — Teil 1:

In der nächs­ten Zeit möchte ich Koha zur Ver­wal­tung mei­ner pri­va­ten Biblio­thek ein­rich­ten. Natür­lich steht dabei nicht die Biblio­thek (mit ~100 ME 😉 ) im Vor­der­grund, son­dern die Erfah­run­gen mit dem Sys­tem. Hier im Blog werde ich nach und nach von mei­nen Erfah­run­gen mit Koha berich­ten. An ers­ter Stelle steht aber für heute eine Installationanleitung.

Er erläutert dabei jeden Schritt und hat zahlreiche Screenshots angefertigt. Also ideal zum Nachbauen! Dass man für die Installation von Bibliothekssystemen und Katalogen kein Informatikstudium benötigt, hatten kürzlich erst die Macher des Bachelopacs bewiesen. Wer nach Alternativen zu den Dickschiffen des Bibliothekswesens sucht, findet in Koha vielleicht eine geeignetes Experimentierfeld.

PS: Holger Büch kündigt an, auch die kommenden Schritte dokumentieren zu wollen.

Linked Library of Congress

Adrian Pohl hat in seiner Stimme für Plan3t.info wieder vier Links parat, diesmal unter anderem auf die Ankündigung der Library of Congress, ein Bibliographic Framework for the Digital Age zu entwickeln. Dazu schreibt er:

Für viel Aufsehen hat die Ankündigung der Library of Congress gesorgt, ein ‘bibliographic framework’ für das digitale Zeitalter zu entwickeln, das auf RDF Linked-Data-Standards setzt. Nun wird es also für all jene Zeit, die Linked Data bisher als vorübergehenden Hype verstanden haben, sich mit den Ideen dahinter auseinanderzusetzen. Die Ankündigung wirft zunächst eine Menge Fragen auf, wie z.B.: Welche Vokabulare/Ontologien werden für die RDF-Repräsentation bibliographischer Information empfohlen? Wie wird RDA hierfür weiterentwickelt? Auf der Mailingliste Bibframe werden diese und andere Fragen eifrig diskutiert.

Da in der Bibliothek der FH Hannover gerade Überlegungen laufen, eine Hochschulbibliographie auf LOD-Basis aufzubauen, wird sich das Thema hier in Zukunft sicherlich regelmäßig finden. Die oben erwähnte „RDF-Repräsentation bibliographischer Information“ ist dabei natürlich besonders interessant. Wer sich mal ansehen möchte, wie das aussehen könnte, dem sei BIBO empfohlen, die Bibliographic Ontology. Die Beschreibung eines Artikels sieht dort beispielsweise so aus.

Die im Beispiel verwendete RDF-Schreibweise nennt sich Turtle (Terse RDF Triple Language). Wer sich für RDF interessiert, dem möchte ich dringend nahelegen: Macht einen weiten Bogen um die XML-Schreibweisen und seht Euch direkt alles in Turtle an. Das ist menschenlesbar und schon mit sehr wenig Übung tatsächlich auch schreibbar. Ein ganz nettes Tutorial zu Turtle gibt es im Haystack Blog. Links zu anderen, vielleicht besseren Tutorials im LOD-Kontext nehme ich gerne entgegen!

Siri und die Bibliotheken

Mark Buzinkay überlegt, welche Folgen die Spracherkennungssoftware Siri für Bibliotheken haben könnte:

Eine der häufigsten und zeitaufwändigsten Aufgaben eines Bibliotheksnutzers ist das Recherchieren im Bibliotheksbestand. Recherchen in diesen Oberflächen (Web-Opac, Primo, etc.) sind nicht trivial, so dass Bibliotheken gar Nutzerschulungen anbieten. Nun kommt Siri und empfängt meinen mündlichen Befehl, die wichtigsten 10 Titel zum Thema “Spracherkennungssoftware” zu entlehnen. Anstatt also selbst in die Tasten zu klopfen, Literaturverzeichnisse, Rezensionen etc. durchzukämmen, um nicht nur Titel sondern auch deren Bedeutung in der wissenschaftlichen Diskussion festzustellen, bedient sich Siri entsprechender Partnerdienste, die über entsprechende Daten verfügen.

Mehr im MBI-Blog.

Citavi scheitert an Mac-Version

Im Citavi-Forum wird das Ende der Entwicklungsarbeit für die Mac-Version von Citavi verkündet.

Wir haben große Anstrengungen unternommen, viel Zeit, Kreativität und Geld investiert und Prototypen auf verschiedenen technischen Plattformen entwickelt, um diese Anforderungen zu erfüllen. Schließlich entschieden wir uns für MonoMac, einer vielversprechenden Entwicklung, hinter der die führenden Entwickler von Mono standen. (Mono ist eine Open-Source–Variante des .NET-Frameworks, auf dem Citavi aufsetzt.) Mono wurde von der bekannten Firma Novell finanziert und gepflegt. Vor kurzem wurde Novell jedoch verkauft. Die neue Besitzerin Attachmate entschloss sich, die Mono-Abteilung zu schließen und sämtliche Entwickler zu entlassen. Die Entwickler haben zwar eine neue Firma gegründet, die sich jedoch auf mobile Clients (iOS und Android) konzentriert, so dass MonoMac uns keine langfristig zuverlässige Perspektive mehr bietet. Deshalb sehen wir keine Möglichkeit mehr, die Ziele, die wir uns für Citavi Mac gesetzt haben, in absehbarer Zeit zu erreichen und dauerhaft zu sichern. Wir bedauern, die Interessenten für Citavi Mac jetzt enttäuschen zu müssen.

Bleiben die Mac-Anwender für immer von Citavi ausgeschlossen? Nein. Mittelfristig stehen weiterhin Virtualisierungslösungen zur Verfügung, insbesondere Parallels Desktop und VMware Fusion. Wir konzentrieren uns zunächst auf die Fertigstellung von Citavi 4, das wichtige und häufig gewünschte Erweiterungen enthalten wird. Danach planen wir … stopp, wir sollten jetzt zurückhaltender sein. Bei Citavi Mac haben wir zu früh Einblick in unsere Entwicklungsarbeit gegeben und Erwartungen geweckt, die wir enttäuschen mussten. Das ist für uns und alle Betroffenen schmerzhaft. Wir wollen es jetzt besser machen und informieren über das weitere Vorgehen nach dem Erscheinen von Citavi 4.

Parallels & Co sind zwar Virtualisierungslösungen, aber keine Problemlösungen im Sinner der gestellten Aufgabe. Abgesehen davon: VMware Fusion kostet zur Zeit EUR 37,45, Parallels 7 sogar fast 80 Euro. Zusatzkosten, die Studierenden nicht vermittelbar sind.

Statt Citavi 4 zu entwickeln, das eine Fortführung von Citavi 3 sein wird, ist m.E. ein neuer Ansatz gefragt. Im Hochschulbereich ist Windows zwar auch sehr weit verbreitet, Linux und Mac spielen jedoch eine weit größere Rolle als in den meisten anderen Bereichen. Die Entwicklung einer Onlineversion, oder auch einer browserbasierten Offline-Version muss Priorität haben vor einer weiteren Windows-Version. Im Forum schreibt jonas_kl dazu:

Für mich ist nicht nachvollziehbar, wie Sie mit diesem Wissen immer noch auf ein Framework setzen, das nicht plattformübergreifend funktional ist. Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum Sie lieber eine vierte Windows-Version auf den Mark werfen (die Feinschliff ist, angesichts der schon seit der zweiten Version sehr hochwertigen Funktionalität) als der Linux-Community einen generellen Einstieg zu ermöglichen.

Es sieht jetzt zwangsläufig ein wenig nach Nachtreten aus. Aber: Das Problem der Entwicklung für .NET ist kein Neues und auch Citavi seit sehr langer Zeit wohlbekannt. Schon als Betatester für die erste Citavi-Version machte ich darauf aufmerksam, dass eine plattformübergreifende Entwicklung vorzuziehen ist. Das ist jetzt ca. sechs Jahre her. Äonen in Softwareproduktionszyklen.

Für die Hochschulbibliotheken stellt sich jetzt die Frage nach einer Neuausrichtung ihrer Literaturverwaltungsstrategien. Eine Diversifizierung des Produktportfolios ist gerade für kleinere Bibliotheken nicht einfach. Muss doch der Support auch für alternativ angebotene Literaturverwaltungssoftware sichergestellt sein.

Gibt’s schon Überlegungen in den Bibliotheken, wie nun vorgegangen wird?

Abbyy Finereader 11 im Test

Kilian Schmidtner hat die Abbyy Finereader 11 getestet:

Das Ergebnis lässt sich leicht zusammenfassen: Die neue Version ist ein Performance-Update! Die Qualität der Text- und Layouterkennung hat sich (so gut wie) gar nicht verändert – die Ergebnisse waren im Vergleich zu FineReader 10 auf gleichbleibend hohem Niveau korrekt. Eine Verbesserung ist nur an ganz wenigen Stellen festzustellen.

Ein Update von Version 10 sei nur empfehlenswert, wenn große Seitenmengen bearbeitet werden müssen.

Mehr Infos im Editura-Blog.