Ghostery: Browsend Daten schützen

Wolfgang Sander-Beuermann hat mich auf Ghostery, den „ultimativen Datenkrakenkiller“ aufmerksam gemacht. Dadurch erfährt man, welche Webseiten Informationen an Dritte weitergeben. So sieht man auf Infobib, dass beim Einbinden von Slideshares gleich auch Comscore Beacon mit eingebettet wird. Unschön.

Wem das missfällt, der kann dies nicht nur herausfinden, sondern mit Ghostery alle missliebigen Dienste gleich blocken. Was es da so alles zu blocken gibt, erfährt man ganz gut bei Besuchen z.B. bei BoingBoing, die die halbe Welt über die Besucher Ihrer Webseite informieren:

Einen ähnlich beachtlichen Haufen an Schnüffeldiensten habe ich auf keiner deutschsprachigen Webseite gefunden. 2-5 Dienste sind aber auf sehr vielen Webseiten aktiv.

Matt Mullenweg über WordPress 2011

Matt Mullenweg hat beim Wordcamp über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von WordPress berichtet.

Auszüge aus seiner Rede (und seinem Posting):

  • The survey of 18,000 WP users revealed some interesting data, like a median hourly rate of $50 and that 6,800 of the self-employed respondents were responsible for over 170,000 sites personally.
  • WordPress 3.2 had 500,000 downloads in the first two days, representing the fastest upgrade velocity ever.
  • WordPress now has 15,000 plugins and 200 million plugin downloads, and we’re doing a lot of work to make the plugin experience more seamless.
  • 14.7 percent of the top million websites in the world use WordPress.
  • 22 of every 100 active domains created in the U.S. are running WordPress.

VuFind-Usability

Denton, William; Coysh, Sarah J. (2011): Usability Testing of VuFind at an Academic Library. In: Library Hi Tech 29 (2). Online verfügbar unter: http://hdl.handle.net/10315/6743

Aus dem Abstract:

Findings – Both the usability testing and survey demonstrated that users preferred VuFind’s interface over the classic catalogue. They particularly liked the facets and the richness of the search results listings. Users intuitively understood how to use the deconcatenated Library of Congress Subject Headings. Despite the discovery layer’s new functionality, known journal title searching still presents a challenge to users and certain terms used in the interface were problematic.

Pottermore wird DRM-frei

Dörte Böhner beschäftigt sich mit Joanne K. Rowlings Versuch, das E-Book-Marketing für die Harry-Potter-Bücher mit Pottermore in die eigene Hand zu nehmen.

Diese Macht der Marke kann Rowling nun dazu nutzen, direkte Beziehungen zu ihren Fans herzustellen. Sie benötigt als Zugpferd keinen der großen Namen im E-Book-Verkauf. Warum sollte Sie auf Einnahmen verzichten, wenn sie 100% davon erhalten kann? Warum sollte sie sich auf ein bestimmtest Format festlegen lassen, z.B. MOBI für Kindle oder EPUB für Apple/Sony oder PDF? Der Direktverkauf bietet ihr alle Möglichkeiten. Momentan klingt das Angebot so, als ob jeder, egal auf welchem Gerät er Harry Potter lesen will, bei Pottermore das passende E-Book findet. Zu bevorzugen wäre eine Lösung, die alle Formate in einem Download beinhaltet, so wie dies z.B. oreilly.com anbietet.

Geplant ist eine DRM-freie Veröffentlichung. Wired spricht in diesem Zusammenhang vom Radiohead-Moment der Buchindustrie.

Unified Resource Discovery Comparison

Andy Ekins und Lukas Koster haben im Unified Resource Discovery Comparison verschiedene Discovery Interfaces gesammelt und deren Features miteinander verglichen. Die Liste der Features ist nicht ganz aktuell, als Überblick ist es jedoch allemal tauglich.

Enthalten sind:

  • Aquabrowser
  • Encore
  • Endeca
  • EBSCO Discovery
  • FAST
  • Meresco
  • Primo
  • PurpleSearch
  • Summa
  • Summon
  • TouchPoint
  • VuFind
  • Worldcat Local
  • XC

Die Tabelle samt Beschreibungen sollte eigentlich inzwischen in ein Wiki oder ein anderes kollaborativ zu bearbeitendes Dokument überführt worden sein. Ich gehe davon aus, dass dies bald erfolgen wird.

Der grösste Bibliotheksverbund der Schweiz entsteht in Zürich

Endlich, endlich ist es soweit! Erfreuliche Nachrichten für alle Hochschulbibliotheksbenutzer im Raum Zürich:

Die beiden Schweizer Bibliotheksverbünde NEBIS (u.a. Zentralbibliothek Zürich, ETH-Bibliothek Zürich) und  IDS Zürich Universität (u.a. Institutsbibliotheken der Uni Zürich) werden zusammengelegt. Daraus entsteht der grösste Bibliotheksverbund der Schweiz. Die Benutzer erhalten dadurch einen einheitlichen Zugriff auf über 7 Mio. verzeichnete Titel. Das Projekt ist anfangs Juni gestartet und dauert voraussichtlich zwei Jahre. Der Stand des Projekts und weitere Infos finden sich  im Blog Integration Bibliothekssystem Universität Zürich (kurz: Inuit).

Heinz Dickenmann, Direktor der Hauptbibliothek Universität Zürich, wird weiter zitiert:

«Das Zusammenlegen ist nur der erste Schritt zu einem umfangreichen Ausbau der Kooperation unter den Zürcher Hochschulbibliotheken. Ein gemeinsames Zugangsportal und ein gemeinsames elektronisches Angebot an Datenbanken und Zeitschriften werden folgen.»

[via UZH News]

Schema.org

Lorenz Matzat schreibt über Schema.org:

Es ginge den Suchmaschinenbetreibern darum, bessere Ergebnisse zu liefern, verharmlosen sie selbst ihre Intention. Faktisch dürfte ihre Motivation aber sein, noch besser automatisiert Content aus Webseiten auslesen zu können und als eigenen Inhalt in den Suchergebnissen zu zeigen. Und damit die User auf ihrer eigenen Seite zu halten und ihnen so länger die Werbung der eigenen Anzeigenkunden präsentieren zu können.

Was für Journalisten offensichtlich erschreckend erscheint, könnte für Bibliothekswesen eine interessante Perspektive bieten. Wie Martin Fenner schreibt:

It will be interesting to see whether future versions of the schema.org standard will have better support for scholarly content, and how well this microformat can be integrated into our efforts to create Scholarly HTML. And how quickly scholarly publishers and other providers of scholarly content will adopt this new standard., which in its current form already is a big improvement over plain HTML.

Es wird wirklich sehr interessant zu sehen sein, how quickly wissenschaftliche Verleger reagieren.

Google stellt APIs um

Google stellt verschiedene APIs um. Manche werden auch eingestellt und teils durch neue APIs ersetzt. So wird zum Beispiel die Google GData Books API am 1. Dezember 2011 zurückgezogen und soll durch die Books API ersetzt werden. Die Google Blog Search API hat ebenso wie die Google Translate API schon am 26. Mai den Dienst eingestellt:

Important: The Google Translate API has been officially deprecated as of May 26, 2011. Due to the substantial economic burden caused by extensive abuse, the number of requests you may make per day will be limited and the API will be shut off completely on December 1, 2011. For website translations, we encourage you to use the Google Translate Element.

Weitere Informationen in der Ankündigung im Google Code Blog, Kommentarunmut inklusive.

[via Coffee|Code]

QR-Codes: weitere Anwendungsmöglichkeiten

Schon der wohl bekannteste QR-Code-Generator von Kaywa bietet an, verschiedenartige Informationen (URL, Text, Phone Number, SMS) zu kodieren. Es sind jedoch noch viele weitere Anwendungen denkbar. Eine davon ist die Kodierung von Calendar-Events. Dafür bietet der ZXING QR-Generator eine Maske, die auf Googles Chart API aufsetzt.

Gibt man die gewünschten Daten ein, so produziert Google Charts zum Beispiel diesen QR-Code:

Nutzt man ein entsprechend ausgestattetes Smartphone, erhält man nach Einlesen des QR-Codes nicht nur die Daten des Events, sondern auch die Möglichkeit, dies dem eigenen Kalender hinzuzufügen. Klingt großartig, funktioniert nur leider auf vielen Geräten nicht. Zumindest war dies der Stand vor ca. einem Jahr. [1] Neuere Erkenntnisse bitte in die Kommentare! Daher – und weil wir noch keine Möglichkeit sehen, die Kalender-Informationen mit einer Anmeldung per E-Mail zu verknüpfen [2] Dies könnte auf einer speziell angereicherten mobiltauglichen Webseite kombiniert werden. Interessanter wäre jedoch eine Kombination in einem QR-Code. - setzen wir in der Bibliothek der Fachhochschule Hannover bislang auch nur Links auf Webseiten mit weiterführenden Informationen ein.

Über den ZXING-Generator sind auch andere Inhalte kodierbar. Zum Beispiel die Geokoordinaten der Bibliothek der FH Hannover:

Auch Kontaktdaten und weitere Informationen sind denkbar. Dies sind mehr oder weniger alles Anwendung im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Die hinter QR stehende Idee der Verknüpfung von virtueller und „echter“ Welt bietet gerade in Bibliotheken jedoch weitaus spannendere Anwendungen. Zum Beispiel die schon erwähnte Anwendung des Smartphones als Ausweisersatz. Oder natürlich die Verknüpfung der physischen Bestände mit E-Books oder E-Journals. Ein kleiner Aufkleber mit dem QR-Code könnte im Präsenz-Exemplar eines Buches auf parallel verfügbare Online-Ausgaben hinweisen.

References

References
↑1 Neuere Erkenntnisse bitte in die Kommentare!
↑2 Dies könnte auf einer speziell angereicherten mobiltauglichen Webseite kombiniert werden. Interessanter wäre jedoch eine Kombination in einem QR-Code.

Augmented-Reality-App für bibliothekarische Bestandspflege

Anwendungen von QR-Codes in Bibliotheken werden zur Zeit mal wieder heftig diskutiert. Meist geht es dabei darum, Dienste oder Informationen für Bibliotheksnutzer bereitzustellen. Doch auch für Bibliotheksmitarbeiterinnen können QR-Codes sehr nützlich sein. Golem weist auf Shelvar hin. Dabei handelt es sich um eine Android-App, mit der verstellte Bücher im Bestand ausfindig gemacht werden können.

Einen längeren Artikel über Shelvar gibt’s im Chronicle of Higher Education.