Bibliothek des FZ Jülich nutzt Delicious

Die Integration von Social-Bookmarking-Diensten in Bibliothekswebseiten schreitet voran. Neuestes Beispiel ist die Zentralbibliothek des FZ Jülich. Dort werden einerseits sogenannte Quicklinks in Delicious gesammelt und auf der Homepage eingebunden. Diese Links verweisen auf FZ-eigene Webseiten. Andererseits gibt es aber auch eine Sammlung externer Links, wie man z.B. auf dieser Infoseite zu Online-Wörterbüchern sehen kann.

Programmieren im Wiki

Michael Hielscher und Christian Wagenknecht haben eine Mediawiki-Erweiterung namens Programming Wiki erstellt. Dazu Beat Döbeli:

Warum mich das alles so fasziniert: Es erweitert die Mächtigkeit von Wikis. Was ist daran so toll? Wer nichts von dieser Extension weiss, wird nicht durch deren Existenz verwirrt, es bleibt ein Wiki. Wer aber die Möglichkeiten kennt, kann damit vieles machen. Getreu dem Motto: Low floor, high ceiling.

Diese Extension lässt sich vermutlich nicht nur für die Lehre einsetzen. Ein Anwendungsfall ist z.B. die Pinnwand. Das ist doch eine hervorragende Startseite für ein internes Wiki! Bislang werden folgende Sprachen unterstützt:

* JAVA
* SQL
* Scheme
* Prolog
* Pascal
* JavaScript
* XSLT
* XQuery
* XPATH

Das sollte doch für erste, zweite und dritte Schritte reichen.

Umfrage: Umstrukturierung von Öffentlichkeit durch digitale Selbstrepräsentation

Die folgende Umfrage ist Teil meiner Diplomarbeit (mit dem Titel: Umstrukturierung von Öffentlichkeit durch digitale Selbstrepräsentation).
Sie soll dazu dienen, die Routinen und Erwartungen von Weblog Nutzern zu untersuchen. Neben aktiven Autoren von Weblogs richtet sich diese Erhebung auch an Personen, die gelegentlich Weblogs lesen oder in der Vergangenheit einen Weblog betrieben haben. Der Fragebogen ist so gestaltet, dass jeweils nur die Fragen gestellt werden, die für die verschiedenen Personengruppen relevant sind; dadurch kann die Bearbeitungszeit variieren. Sie wird erfahrungsgemäß für Blogger etwa zehn bis fünfzehn Minuten dauern, für “nur Leser“ oder Personen, die ihren Blog eingestellt haben, wird die Bearbeitungszeit kürzer ausfallen.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Jan Schmidt bedanken, der mir diesen Fragebogen zur Verfügung gestellt hat.

Die Diplomarbeitende ist Johanna Ullsperger und hier geht’s zur Umfrage.

Sandra Golda: Einsatz von Flickr in Bibliotheken

Bachelorarbeit von Sandra Golda zum Thema „Einsatz von Flickr in Bibliotheken“. Abstract:

Social Software ist aus dem Alltag von Internetnutzern nicht mehr wegzudenken und hat mittlerweile auch in Bibliotheken Einzug gehalten. Die folgende Arbeit stellt die Fotocommunity Flickr vor und zeigt ihre Einsatzmöglichkeiten in Bibliotheken auf. Anhand von praktischen Beispielen werden Anwendungen erkannt und analysiert, gleichzeitig anschaulich demonstriert. Außerdem werden potentielle Einsätze in Informationseinrichtungen von Flickrs Funktionsvielfalt abgeleitet. Dabei thematisiert die Arbeit Flickr unter anderem als Bilddatenbank, als Instrument für die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und stellt digitale Bildersammlungen vor. Die Arbeit verdeutlicht damit, wie durch den Einsatz von Social Software Prozesse im Bibliotheksumfeld bereichert werden können.

Zum Volltext.

Twitter in Bibliotheken

Einleitungspräsentation zu einer kleinen internen Fortbildung:

Der Schwerpunkt lag auf der praktischen Nutzung, in den Folien ist natürlich längst nicht alles enthalten, was das Thema hergibt. Spannend wäre, wie alofro ganz richtig meinte, eine Untersuchung, wie die Bibliothekstwittereien aufgenommen werden. Die zahlreichen Twitter-Analyse-Tools werden sicherlich dazu führen, dass dies in den einschlägigen Blogs von Zeit zu Zeit gemacht werden wird. Noch ist es meines Erachtens dafür noch zu früh.

Einige Bibliotheken haben aber schon einen Schlussstrich gezogen und ihren Twitter-Account gelöscht. Oder nur umbenannt? Zumindest einige im LISWiki aufgeführte Accounts (z.B. @FHBibDo, in der Präsentation noch zitiert) sind zur Zeit nicht auffindbar.

Wikiversity

Durch ZEIT Online bin ich heute auf die „Wikiversity“ gestoßen:

Wikiversity ist eine Plattform zur gemeinschaftlichen Bearbeitung wissenschaftlicher Projekte, zum Gedankenaustausch in fachwissenschaftlichen Fragen und zur Erstellung freier Kursmaterialien.

Auf dem „Wikiversity-Campus“ bekommt man einen Überblick über die verschiedenen Fachbereiche und die angebotenen Kurse und Projekte. Die „Cafeteria“ dient als Anlaufstelle für Fragen und Ratschläge jeglicher Art. Sogar eine „Bibliothek“ steht zur Verfügung, die ein paar (wenige) Links zu Zeitschriften-Suchmaschinen, Fachzeitschriften und Nachschlagewerken liefert.

Dieser m.E. lobenswerte Ansatz zur (hoch)schulübergreifenden Zusammenarbeit, zum fachlichen Austausch und der Nutzung von Synergieeffekten stößt allerdings nicht nur auf positive Resonanz.

„Jeder kann behaupten, etwas von Informatik zu verstehen und lehren zu wollen“, sagt die Berliner Informatikprofessorin Debora Weber-Wulff von der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Das führe aber zu „teilweise armseligen Ergebnissen“.

Wer bloggt über was?

Gerhard Hachmann beklagt das Schweigen im Bloggerwald zu einer neuen Auflage des Lehrbuches Basiskenntnis Bibliothek von Böttger. Er kann sich nicht erklären, warum es bis auf einen kleinen Hinweis auf die Existenz des Buches nichts dazu gebloggt wurde. Keine Rezension, rein gar nichts.

Wird das Buch ignoriert, weil es sich “nur” um eine Fachkunde für die FaMIs handelt? Weil es sowieso alle schon kennen? Weil es ausschließlich als Printmedium erscheint? Weil es nicht um einen in die Zukunft gerichteten 2.0-Inhalt geht? Weil in der Biblioblogosphäre Ausbildungsfragen so gut wie gar nicht thematisiert werden, und sich keiner für so etwas zuständig fühlt?

In dieser Reihenfolge: Jein. Nein. Nein. Eher ja. Ja, und ja.

1. Die meisten Biblioblogger (alle?) betreiben ihr Geblogge mehr oder weniger privat, zumindest zusätzlich zum normalen Arbeitspensum. Sie decken damit ihre beruflichen und privaten Interessen ab. Obwohl die deutschsprachige Biblioblogosphäre schon vielfältiger wird, ist die Dominanz von eher web-affinen BibliothekarInnen nicht zu übersehen. Anscheinend bloggen hauptsächlich mit der Ausbildung befasste Bibliothekswesen bislang nicht oder nicht zu diesem Thema.

2. Ich habe das Buch zufällig am Donnerstag oder Freitag in der Hand gehabt, da ich es bei einem Kollegen sah. Aber ich kenne es in der Tat nicht.

3. Printmedien sind nicht komplett außerhalb der Wahrnehmungssphäre. Zumindest nicht außerhalb meiner. Aber eine PDF-Version wäre sicherlich häufiger erwähnt worden. Wenn auch nur, weil das noch etwas besonderes ist.

4. Siehe Punkt 1: Es geht in Biblioblogs überwiegend um „Web-Themen“. Das ist meines Erachtens höchst logisch, da die Medien, in denen wir uns hier bewegen, selbst noch genügend Neues bieten, das beschrieben werden will und muss. In neueren Biblioblogs geht es aber auffällig oft nicht primär um das Web selbst, sondern z.B. um Schulbibliotheken, Leseförderung, Katalogisierung von asiatischen Schriften und vielleicht auch bald um die FAMI-Ausbildung.

5. Ich fühle mich in der Tat nicht zuständig. Weil ich mich bloggerisch für überhaupt nichts zuständig fühle. Ich blogge über Themen, die mich interessieren, ohne Vollständigkeitsanspruch. Wer ein Thema aufgegriffen sehen möchte, mag sich gerne selbst darum kümmern. Der Teil in den 2.0-Theorien, der sich um Partizipation dreht, ist durchaus ernstzunehmen. Frei nach JFK: Frag nicht, was die Biblioblogosphäre für Dich tun kann, sondern frag, was Du für sie machen kannst.

Es gibt zahlreiche Themen, die in Biblioblogs nicht behandelt werden, obwohl sie durchaus ihre Leserschaft im vielzitierten Long Tail fänden. Ein paar Desiderate (wie es in der DFG-Prosa immer so schön heißt) meinerseits wären zum Beispiel:

  • Immer noch Blogs von Niggemann, Lux & Co
  • bloggende ProfessorInnen an den Fachhochschulen, die sich dem Bibliothekswesen in irgendeinem Sinne widmen. Ich weiß nicht, ob ich die Ausnahmen loben oder das restliche Schweigen peinlich finden soll.
  • BibliotheksdirektorInnen scheinen ihre Meinung auch nicht gerne öffentlich zur Diskussion stellen zu wollen.
  • Die ganzen EDV-Leute in den Bibliotheken, die tagein, tagaus an irgendwelchen Perl-Skripten basteln, die jeden Tag das Rad neu erfinden: Tausch Euch aus! Stellt Eure Skripte ins Netz.

Was brauchen wir? Mehr und unterschiedliche Biblioblogs. Ganz klar. Also, Bibliothekswesen, hört die Signale! Auf ins Gefecht Web 2.0!

[via Netbib]