Weißrussland will Pressefreiheit auch im Internet abschaffen

Letzte Woche nahm das Parlament Weißrusslands ein neues Gesetz an, das die Kontrolle von Online-Medien erleichtern soll. Die noch ausstehende Zustimmung des Oberhauses ist zu erwarten.

Bisher war das Internet der einzige Bereich in der Diktatur Weißrussland, der unabhängige Berichterstattung ermöglichte. Dies soll sich nun nach dem Willen der Regierung, die die Massenmedien zensiert und kritische Journalisten verfolgt, ändern.
Damit müssten sich zukünftig alle Online-Medien registrieren und um eine neue Genehmigung bemühen. Außerdem soll die finanzielle Unterstützung weißrussischer Medien durch ausländische Geldgeber verboten werden.

Die Opposition will nun die EU und die USA auffordern, die Abgeordneten, die für das Gesetz gestimmt haben, ebenfalls auf die Liste derjenigen Mitglieder der Regierung von Belarus zu setzen, die wie Aleksandr Lukaschenko mit einem Einreiseverbot belegt wurden.

[via Telepolis]

Informationswissenschaft – News / Blog?

Ich bin über einen Blog namens „Informationswissenschaft – News / Blog“ gestolpert, der mich etwas ratlos hinterlässt. Es gibt eine statische Startseite, von der man nicht ohne weiteres auf eine „richtige“ Blog-Ansicht kommt. Die neuesten Artikel sind auch nicht auf der Startseite verlinkt, man findet sie nur über den Umweg RSS.

Auf eben jener Startseite ist zu lesen:

– News-Recherche für Studierende (z.B. bei Hausarbeiten, Projektarbeiten usw.)

– News-Aggregator für alle Infowissler und fachnahe Interessierte

– Kalender für alle anstehenden Termine (Messen, Kongresse, Veranstaltungen), die mit der Infowiss zusammenhängen (Terminvorschlag? -> Einfach an die im Impressum vermerkte E-Mail Adresse schicken)

  1. Es scheint sich ja um das Blog einer Fakultät o.ä. zu handeln. Wieso sieht man nirgendwo einen Hinweis, wer dieses Blog betreibt? Anonymes Bloggen ist ja völlig in Ordnung, aber wenn eine Institution hinter diesem Blog steht, wäre das schon etwas merkwürdig.
  2. Ich finde kein Impressum, kann also weder Fragen stellen noch Vorschläge schicken.
  3. Der Inhalt dieses Blogs sind ausschließlich Links auf Artikel. Wäre zu diesem Zweck ein Social-Bookmarking-Dienst nicht angebrachter?

Prinzipiell ist es ja zu begrüßen, wenn sich auch die Informationswissenschaften langsam mal ins Netz trauen, aber dieser Versuch macht doch einen sehr unausgegorenen Eindruck. Gerade bei den Informationswissenschaften kann man da IMHO etwas mehr erwarten.

"Bücherwald"-Eröffnung in Berlin

In der Berliner Sredzkistraße, Ecke Kollwitzstraße wird heute ein „Bücherwald“ eröffnet.
Basierend auf der Idee des Bookcrossings bieten fünf ausgehöhlte Baumstämme Platz für über 100 Bücher. In dieses „öffentliche Bücherregal“ kann jeder Bücher einstellen und/oder sich neuen Lesestoff daraus mitnehmen.

[via taz]

Raumberechnung für Bibliotheken

Ein unkomfortabler kleiner Rechner für die Berechnung des Platzbedarfes für eine bestimmte Anzahl Bücher nach DIN-Fachbericht 13 „Bau- und Nutzungsplanung von wissenschaftlichen Bibliotheken“ [1] siehe auch hier

Alle Angaben ohne Gewähr. Müsste aber hinkommen.

[auf Anregung aus Inetbib]

References

References
↑1 siehe auch hier

Sonderheft des Scandinavian Public Library Quarterly über Bibliothek 2.0

In der letzten Ausgabe des Scandinavian Public Library Quarterly geht es (auf englisch) um soziale Netze und rund um die Bibliothek 2.0. Ein Artikel („Interaction: Anything goes 2.0“, S. 6-9) ist von LibWorld-Autor Peter Alsbjer.

Das gesamte Magazin (PDF) kann man hier herunterladen.

[via Peter Alsbjer]

Preisendörfer über Rankings

Die Veröffentlichung der BIX-Ergebnisse 2008 stehen unmittelbar bevor. Aus diesem Anlaß ein Zitat über Rankings aus anderen Bereichen:

Ein unkritisches, auf Listen und Rankings fixiertes Ländervergleichsdenken schadet, weil man wegen des Splitters im eigenen Auge den Balken in dem des anderen nicht sieht. Ein statistikfester Zyniker könnte zur Desillusionierung beispielsweise die finnische Platzierung auf der PISA-Rangliste korrelieren mit der Platzierung der finnischen Selbstmordrate auf der Vergleichsliste der Weltgesundheitsorganisation und mit der sozialpsychologischen Erhebung zur Prostitutionsdichte – in allen drei Bereichen nehmen die Finnen vordere Plätze ein. Vielleicht macht Bildung traurig und einsam?

Aus: Bruno Preisendörfer: Das Bildungsprivileg : warum Chancengleichheit unerwünscht ist. Frankfurt : Eichborn, 2008, S. 175

Allianz zur Digitalen Informationen sucht Nähe zu Bibliotheken

Peter Welchering im Deutschlandfunk-Interview über die neue „Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen“, die sehr offensiv für Open Access wirbt.

Problem Nr. 2: Bibliotheken und Fachinformationszentren sind vor vielen Jahren aus der Wissenschaftslandschaft ein Stück weit ausgeklinkt worden und wurden nur noch als Serviceeinrichtungen geführt. Sie müssen wieder stärker in die Wissenschaftsorganisationen integriert werden. Und da stoßen die Wissenschaftler im Alltag auf ganz banale Probleme etwa mit unterschiedlichen Datenformaten.

Siehe auch diese Presseerklärung des MPG zur Gründung der Allianz:

Open Access hat zum Ziel, das weltweite Wissen in digitaler Form ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren zugänglich zu machen. Die Allianz will den sogenannten „Grünen Weg“ des Open Access durch den Ausbau institutioneller und disziplinärer digitaler Archive und Publikationsserver (sogenannte Repositorien) stärken. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, den „Goldenen Weg“ des Open Access fördern. Dazu gehört die Weiterentwicklung von Geschäfts- und Fördermodellen und deren gemeinschaftlicher Finanzierung. In Modellprojekten soll auf eine Umschichtung der Subskriptionskosten auf Publikationskosten hingewirkt werden.

Die Initiative hat sich auch ein Leitbild (PDF) gegeben, in denen die Schlüsselpunkte noch einmal genauer erläutert werden. Den Wissenschaftlern geht es um die Bildung von Infrastrukturen zur Schaffung und Erhaltung von Wissen. Langzeitarchivierung, Open Access, Nationallizenzen. Es ist sofort ersichtlich, dass es es hierbei überwiegend um primär bibliothekarische Handlungsfelder geht. Dieses Papier ist für das wissenschaftliche Bibliothekswesen eine eindeutige Aufforderung zur Diskussion und Einmischung.

Peter Suber hat die Initiative schon bemerkt, in Deutschland wird sie zumindest öffentlich noch nicht diskutiert.

Gutenberg-Preis an Michael Knoche

Der Direktor der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Michael Knoche, hat am Samstag den Gutenberg-Preis 2008 erhalten. Die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung der Stadt Mainz und der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft wurde Knoche im Rahmen des Mainzer Johannisfestes im Rathaus der Stadt übergeben. Die Laudatio hielt Lothar Müller von der «Süddeutschen Zeitung»

[via ad-hoc-news]