RAKIM-Klingeln mit HTML5

Wer RAKIM nutzt und – wie ich – genervt ist von den regelmäßigen Quicktime-Problemchen, kann folgende Lösung nutzen, um das Bimmeln auf HTML5 umzustellen. Einfach in der queue.php in die entsprechenden Browserweichen folgendes eintragen:

soundControl = "<audio autoplay='autoplay' loop>     <source src='" + soundFile2 + "' \/>   <\/audio>";

Eventuell auch soundFile1, je nachdem, was man möchte. Fertig.

Leitfaden für offene Standards in der Verwaltung

„Aktion 23“ der Digital Agenda der Europäischen Kommission heißt „Provide guidance on ICT standardisation and public procurement“. Die Kommission will also helfen, IT-Infrastrukturen auf offene Standards umzustellen.

Das Problem: In einigen Fällen sind öffentliche Einrichtungen durch Closed Source und proprietäre Formate an einen Anbieter gebunden, ohne dies zu wollen; public authorities find themselves unintentionally locked into particular IT solutions for decades. Schön formuliert.

Und, liebe Bibliothekswesen, kommt Euch das nicht seltsam vertraut vor? Bibliothekssysteme, deren Clients nur unter bestimmten Betriebssystemen mit veraltetem Browser und speziellen Java-Versionen laufen? SystembibliothekarInnen, die sich bei der Frage nach offenen Schnittstellen schütteln vor Lachen?

Mehr Infos zum Leitfaden gibt’s bei Heise.de.

Neue RSS-Reader unter fünf Augen

Google Reader geht, viele Alternativen kommen. In einem kurzen Artikelchen weist Heise.de auf diverse Kandidaten für die Google-Reader-Nachfolge hin. Unter anderem von, man höre und staune, AOL. Mich hat es ja erst einmal gewundert, dass es die überhaupt noch gibt. Wir befinden uns also noch immer im Eternal September?

Wie auch immer, wer seine RSS-Feeds und damit ein gutes Bild des persönlichen Neuigkeitenkonsums online verwalten möchte, sei daran erinnert, dass AOL seit einigen Jahren durch PRISM überwacht wird. Wie auch Facebook, Google, …

OA in Frankreich

Mareike König bloggt über „Emotion und Open Access: die Diskussion in den französischen Geisteswissenschaften“. Einiges ähnelt der deutschen OA-Debatte. Sie macht aber auch Unterschiede aus:

In Frankreich wird stärker als in Deutschland mit Modellen zur Finanzierung von OA experimentiert. Dem Modell, dass der Autor, Förderer oder Institutionen bezahlen, wurde beispielsweise das Freemium-Modell von OpenEdition an die Seite gestellt. Dabei sind im Bereich der Zeitschriften bei revues.org die html-Seiten der ejournals frei im Netz verfügbar. Bibliotheken werden dagegen kostenpflichtige Abonnements angeboten, um ihrer Leserschaft pdf und andere Formate dieser Zeitschriften anbieten zu können. Das so eingenommene Geld fließt zu über 60% an die Zeitschriften zurück, die damit oft zum ersten Mal überhaupt Geld einnehmen.

(Frage am Rande: Sind PDF-Dateien ein Mehrwert?)

Medizinstudierende fordern Open Access

Im Medinfo-Blog wird auf eine Pressemitteilung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) verwiesen, in der Open Access gefordert wird. Aus dem dazugehörigen Positionspapier:

Insbesondere die rasant voranschreitende medizinische Forschung profitiert von einem schnellen und problemlosen Zugang zu aktuellen Studien. In der medizinischen Ausbildung kann dank Open Access auf einen größeren Pool an Wissen zurückgegriffen und so Unterrichtsinhalte angepasst werden. Im klinischen Alltag können Leitlinien durch mehr zugängliche Informationen untermauert oder angepasst werden.

Die bvmd fordert weiterhin, dass der Dialog zwischen Akteuren, wie Bibliotheken, Daten- und Rechenzentren gepflegt wird und regelmäßig über Open Access informiert wird.

Links:

  • Pressemitteilung (PDF)
  • Positionspapier (PDF)

#OAI8 mit TAGSv5

Karen Smith und Shanifa Nasser haben eine vereinfachte Anleitung für Martin Hawkseys TAGSv5 verfasst. Mit TAGS kann man – wie hier schon beschrieben – in Windeseile ein Tweetarchiv zu jeder beliebigen Twittersuche anlegen. Die neue Anleitung habe ich mit dem Hashtag zum CERN Workshop on Innovations in Scholarly Communication (#OAI8) ausprobiert.

Die Daten des Archivs kann man dann an das TAGS Archive oder den TAGS Explorer (Achtung, ist recht ressourcenhungrig) weitergeben.

Individualisierte, nicht zitierfähige Bücher?

Im Börsenblatt wird das Fraunhofer-Projekt SiDiM (Sichere Dokumente durch individuelle Markierung) vorgestellt. Erklärtes Ziel des Projektes ist es, unkontrollierte Verbreitung, beispielsweise über das Internet von in digitaler Form vorliegenden Texten zu verhindern. Aus dem Börsenblatt:

Vor diesem Hintergrund wurde im SiDiM-Projekt das sogenannte textuelle Wasserzeichen entwickelt: Hierbei werden E-Books individualisiert, indem textliche Änderungen am Originaltext vorgenommen werden, die für den Benutzer nicht zu erkennen sein sollen. Dementsprechend erhalte jeder Benutzer − ohne wahrnehmbaren Unterschied − ein völlig individuelles E-Book. Zudem lasse sich diese Individualisierung automatisiert in eine Vertriebsumgebung integrieren.

Auf Lesen.net kommentiert Johannes Haupt das Projekt. Vor allem verweist er auf ein SiDiM-Evaluierungsdokument (PDF), dem verschiedene Beispiele zu entnehmen sind, wie so eine Individualisierung aussehen kann.

Aus: Sigmund Freud „Eine Kindheitserinnerung aus Dichtung und Wahrheit“
Das Hinausbefördern (durchs Fenster auf die Straße) erweist sich so als das Wesentliche der Handlung, die Lust am Zerbrechen, am Klirren und die Art der Dinge, an denen »die Exekution vollzogen wird«, als inkonstant und unwesentlich. Das Hinausbefördern (durchs Fenster auf die Straße) erweist sich so als das Wesentliche der Handlung, die Lust am Zerbrechen, am Klirren und die Art der Dinge, an denen »die Exekution vollzogen wird«, als nicht konstant und unwesentlich.
Rüdiger Janson „Eden 2160“
Es mag schwer sein, eine Welt zu verstehen, die ohne Tyrannei und Hunger, ohne Kummer, Leid und Tragödien auskommt. Es mag schwer sein, eine Welt zu verstehen, die ohne Hunger und Tyrannei, ohne Kummer, Tragödien und Leid auskommt.

Na großartig, diese Geschichte mit dem Zitieren wird eh überbewertet. Wen interessiert schon die Reihenfolge von Wörtern?

Mehr dazu von Dörte auf Bibliothekarisch.de.

Update: Janson-Beispiel ergänzt, in dem die Reihenfolge der Wörter in einer Aufzählung verändert wurde. Warum ist so etwas wichtig? Man denke ganz an ganz banale Kochrezepte, Versuchsaufbauten oder jede Aufzählung, die mit der Reihenfolge eine Wertung zum Ausdruck bringen möchte. Von Ästhetik ganz zu schweigen. Kurzfassung: Ich weiß nicht, wie Menschen, die beruflich mit Texten arbeiten (und davon gehe ich bei Fraunhofer-Wissenschaftlern einfach mal aus), auf so eine Idee kommen können.

Bibliotheks-Lego

Lego Party at Rockaway Township Library

CC-BY: RTLibrary

Das ist Lego in einer Bibliothek. Das sind Bibliotheken aus Lego:

Liebe Kinder, wenn Ihr Euch jetzt angesichts dieser Bilder den Traumberuf Bibliothekarin aussucht, denkt bitte an meine folgenden Worte: In meiner Arbeit als Bibliothekar sehe ich weit seltener Superhelden, Gespenster oder Jedi-Ritter, als die obige Auswahl vermuten lässt.