Suchmaschine und Linksammlung zu #pdftribute

Als ich den Wikipedia-Artikel zu Aaron Swartz angelegt habe, dachte ich eigentlich, dass da noch sehr viele Abschnitte zu seinem Wirken und Schaffen ergänzt würden. Kürzlich wurde er erhängt aufgefunden.

Es gibt zahlreiche Nachrufe, zum Beispiel von Cory Doctorov oder Lawrence Lessig. Aber auch den Aufruf, Aaron Swartz Tribut zu zollen, indem man seine wissenschaftlichen Publikationen befreit und die Links unter dem Hashtag #pdftribute twittert. Wer Aaron Swartz bislang nicht kannte und den Zusammenhang nicht versteht, dem sei das Guerilla Open Access Manifesto zur Lektüre empfohlen.

Findige Menschen haben zu den geposteten Links eine Linkliste und eine Suchmaschine erstellt. Anscheinend sind schon über drei GB zusammengekommen!

Weitere Links zu Aaron Swartz, #pdftribute und Konsequenzen:

And the Open Access Irony Award goes to…

Bei Mendeley bietet die Möglichkeit, in sogenannten Groups gemeinsam Literatur zu sammeln. Eine dieser Gruppen trägt den Titel „Open Access Irony Award“ und sammelt Literatur, die Open Access feiert, aber selbst nicht frei verfügbar ist.

Any paper that extols the virtues of open access publishing or the open sharing of data on the web, but is (ironically) inaccessible without the reader paying a subscription or fee.

Die Mission: Name them and shame them!

Auf ein besonders schönes Exemplar für den Award bin ich gerade via OATP aufmerksam geworden:

Ein Screenshot der Artikelseite bei ScienceDirect sagt mehr als Tausend Worte:

Als Sahnehäubchen möchte ich den ersten Satz aus dem Abstract nicht vorenthalten: OA is to become the future of academic library exchanges in China.

PS: Ich würde nie und nimmer für einen Aufsatz einen solchen Preis bezahlen. (Nemissimo, 2012)

PPS: Den Vogel schießt in der Gruppe m.E. der erste dort aufgenommene Artikel ab.

Bezahlschranken sind eine Motivationsbremse

In einigermaßen regelmäßigen Abständen werden Beiträge aus der Libworld-Reihe in Journals oder Büchern zitiert. Ich erfahre davon meistens über Alerts, z.B. bei Google Scholar. Was ich selten erfahre ist der eigentliche Inhalt der Publikation über den Abstract hinaus. Fast immer handelt es sich um Closed-Access-Publikationen. Natürlich ließe sich an die Artikel gelangen. Die Möglichkeiten sind zahlreich. Ich könnte die meist geforderten 25 – 39 US$ zahlen, [1] Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis? ich könnte die Fernleihe bemühen, ich könnte nach eventuellen Embargo-Zeiten nach OA-Versionen suchen. Und noch vieles mehr.

Will ich das? Ich will ja nur schnell nachsehen, in welchem Kontext die Libworld-Publikation (aktuell der Finnland-Artikel von Reetta Saine, der anscheinend in diesem Artikel zitiert wurde) erwähnt wird. Dafür so ein Aufwand? [2] Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten.

Zusammenfassung: Bezahlschranken sind Zugangsschranken sind Entdeckungsverhinderer sind innovations- und wissenschaftsfeindlich.

References

References
↑1 Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis?
↑2 Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten.

Aktualisierte Liste der "predatory open access publishers"

„Beall’s List“ hatten wir hier vor einiger Zeit schon einmal. Die Liste wurde nun aktualisiert und vor einigen Tagen wurden auch die Kriterien veröffentlicht, die zu einer Aufnahme führen.

Einzelne Kriterien sind durchaus diskutabel. Ein paar Beispiele, denen man m.E. nicht zustimmen muss:

  • Depends on author fees as the sole and only means of operation with no alternative, long-term business plan for sustaining the journal through augmented income sources.
  • The publisher does not use ISSN numbers, DOI numbers or uses them improperly.
  • The publisher has no membership in industry associations […]

Auch wenn ein genauerer Blick auf die Verlage und deren Praktiken im Einzelfall nicht ganz erspart bleibt, ist die Liste sehr hilfreich.

[via Archivalia]

Bundesregierung will 52a retten und Open Access fördern

Plötzlich und für niemanden vorhersehbar läuft §52a des UrhG aus, der die Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung regelt. Nun versucht die stets um den Wissenschaftsstandort besorgte schwarz-gelbe Regierung, den Paragraphen in letzter Minute zu retten. Thomas Hartmann beschreibt auf IUWIS, wie das vor sich gehen soll.

Er weist auch auf die heutige Beratung der Internet-Enquete hin, in der es auch um Open Access ging. Dazu auf Heise.de:

Die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Bundestags hat ihre Empfehlungen zu „Open Access“ im Wissenschaftsbereich vorgestellt, mit denen der freie Zugang zu Forschungsergebnissen im Internet verbessert werden soll. Sie rät unter anderem dazu, ein „unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Beiträge zu schaffen, die überwiegend mit öffentlichen Mitteln entstanden sind“. Dies erklärte das Kommissionsmitglied Reinhard Brandl am Mittwoch im Bildungsausschuss des Parlaments.

Internet-Enquete zur OA-Week

“In Deutschland wird ein Großteil der Wissenschaft und Wissensproduktion durch die öffentliche Hand finanziert. Während die privatwirtschaftliche Aneignung und Nutzung des produzierten Wissens erwartet wird, sind die wissenschaftlichen Publikationen aber nur selten für den Steuerzahler frei verfügbar. Das muss sich ändern!”

Christian Heise und Mercedes Bunz schreiben in einem Gastbeitrag für Netzpolitik.org (der auch im Blog der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages erschien), über Open Access.

Grünes, offenes Ireland!

Open Access adds value to research, to the economy and to society.

Mit diesen Worten beginnt die Erklärung der irischen Open-Access-Prinzipien (National Principles for Open Access Policy Statement, PDF).

Nach Großbritannien setzt nun auch Irland auf OA für alle öffentlich finanzierte Forschung. Die wissenschaftlichen Förderorganisationen haben zugestimmt. Definiert wird OA nach der Budapest-Deklaration.

Spannend ist, dass Irland im Gegensatz zu Großbritannien auf Green OA setzt.

Researchers are encouraged to publish in Open Access Journals but publishing through Open Access Journals is not necessary to comply with this Open Access policy. Payment of additional Open Access charges through the ‘Gold’ Open Access model is not necessary to comply with this policy.

  • Researchers and their research funding agencies may choose to pay for this option. ‘Gold’ Open Access complements, but does not replace, the procedures for deposit in an Open Access repository required by this policy.
  • Research papers published in Open Access Journals must also be deposited in an Open Access repository in the same way as other publications.

Die Entscheidung Großbritanniens für Gold OA wurde und wird heftig kritisiert, zum Beispiel von Stevan Harnad.

[via Trinity College Library Dublin]

"Messung der Zufriedenheit von Studierenden der Fakultät Wirtschaft und Informatik der Hochschule Hannover mit der Hochschul-Zentralbibliothek"

Busse, Alina ; Henschke, Manuel ; Klaffki, Juliane ; Wierzbowska, Justina: Messung der Zufriedenheit von Studierenden der Fakultät Wirtschaft und Informatik der Hochschule Hannover mit der Hochschul-Zentralbibliothek

Abstract:

In der vorliegenden Arbeit wird die Zufriedenheit von Studierenden mit der Hochschul-Zentralbibliothek (HZB) der Hochschule Hannover untersucht. Es wird überprüft, inwieweit Alter, Semesteranzahl und Geschlecht der Befragten einen Einfluss auf die Zufriedenheit mit der HZB haben. Des Weiteren besteht ein Aspekt der Untersuchung aus der Einschätzung der Wichtigkeit einzelner Faktoren aus Sicht der Studierenden, welcher bei den praktischen Implikationen zum Tragen kommt.

Die Literaturrecherche machte deutlich, dass bereits diverse Umfragen von Bibliotheken zur Zufriedenheit der Nutzer stattgefunden haben. Wenige Umfragen richten sich jedoch direkt an Studierende. Da der Leistungskatalog von Bibliothek zu Bibliothek variiert, muss der Fragebogen an die konkreten Rahmenbendingungen der HZB angepasst werden.

Mit der vorliegenden Arbeit werden Aussagen über die Zufriedenheit und Wichtigkeit der einzelnen Faktoren aus Studierendensicht getroffen. Mittels eines elektronischen Fragebogens werden die Studierenden der Fakultät IV – Wirtschaft und Informatik, hierunter die Abteilungen Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik, der Hochschule Hannover befragt, von denen 116 den Fragebogen beantwortet haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ergebnisse die aufgestellten Hypothesen nicht unterstützen. Es liegen keine signifikanten Ergebnisse vor und es bestehen keine Zusammenhänge zwischen Alter, Geschlecht oder Semesterzahl mit der Zufriedenheit der Studierenden. Die Auswertung der Wichtigkeit verdeutlicht, dass keines der abgefragten Kriterien besonders negativ beurteilt wurde während es gleichzeitig für die Studierenden von großer Wichtigkeit ist.

Eins der Ergebnisse war auch, dass die Mitarbeiter der Zentralbibliothek als freundlich und kompetent bewertet werden.

Die Studie wurde von BWL-StudentInnen unabhängig von der Bibliothek durchgeführt, die sich u.a. an der Online-Befragung durch das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU Berlin im Jahre 2009 orientiert haben.

Hier geht’s zum Volltext.

Podiumsdiskussion: „Open Science – Chancen und Herausforderungen der digitalen Wissenschaft“

Am 23. Oktober 2012 um 18 Uhr findet in der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin eine Podiumsdiskussion im Rahmen der Open Access Week 2012 zum Thema „Open Science – Chancen und Herausforderungen der digitalen Wissenschaft“ statt.

Hochkarätige Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Verlagswesen werden darin die Themenfelder Open Access, Web 2.0 und die dauerhafte Zugänglichkeit von Forschungsdaten unter dem Titel „Open Science – Chancen und Herausforderungen der digitalen Wissenschaft“ thematisieren.

Weitere Informationen:
http://www.ibi.hu-berlin.de/aktuelles/veranstaltungen/open_access

"Predatory open access publishers"

Jeffrey Beall hat eine Liste von potential, possible, or probable predatory scholarly open-access publishers erstellt. „Beall’s list“ ist nützlich, wenn man die Seriösität eines Verlages nicht recht einschätzen kann. Warum ein Verlag dort geführt ist, ist der Liste zwar nicht zu entnehmen. Zu vielen Verlagen findet man im Blogarchiv jedoch nähere Informationen.

[via Sauropod Vertebra Picture of the Week]