Start des Open-Access-Button!

Der Open-Access-Button ist online. Uli Herb hat in seinem Blog schon erklärt, worum es geht:

Wer sich unter http://www.openaccessbutton.org/ kostenlos registriert, kann ein Bookmarklet für die Lesezeichenliste seines Browsers herunterladen. Damit kann dann jederfrau/-mann fürderhin jedesmal, wenn man bei der Nutzung wissenschaftlicher Literatur auf eine Paywall trifft, sprich keinen Zugriff auf benötigte wissenschaftliche Literatur hat, weil die eigene Einrichtung sich den Zugang nicht leisten konnte, diese Behinderung durch Klicken des Bookmarklets öffentlich kenntlich machen. Das Ereignis wird dann (inkl. Namen des Nutzers, der sich in seiner Recherche blockiert sah, sowie einer URL sowie ggf. eines weiteren Identifiers auf die verweigerte Information) auf einer öffentlichen Karte eingeblendet.

Eine interessante und einfache Art, auf das Paywallproblem hinzuweisen und es zu visualisieren. Mehr zum OA-Button gibt es hier: How to use the Open Access Button.

Macht doch mal mit, zumindest eine kleine Zeit lang. Ich bin mir sicher, wir Bibliothekswesen stoßen beruflich bedingt noch öfter auf Paywalls als viele andere.

Danowski/Pohl: (Open) Linked Data in Bibliotheken

„(Open) Linked Data in Bibliotheken“

Das Buch ist sowohl eine Einführung in die Themen Linked Data, Open Data und Open Linked Data als es auch den konkreten Bezug auf Bibliotheken behandelt. Hierzu werden konkrete Anwendungsprojekte beschrieben. Der Band wendet sich dabei sowohl an Personen aus der Bibliothekspraxis als auch an Personen aus dem Bibliotheksmanagement, die noch nicht mit dem Thema vertraut sind.

Inhalt:

Die Open-Access-Ausgabe ist nun online. Herzlichen Glückwunsch, Patrick und Adrian!

Manifest des DigiHum-Nachwuchses

Nachdem sich kürzlich die Medizinstudierenden zu Wort meldeten und Open Access forderten, haben sich young researchers der digital humanities zusammengetan, um sich ein Manifesto zu geben. Dort ist unter anderem zu lesen:

Open Access and Open Data publications need to be encouraged and sustained – by opening up participation, supplying adequate funding and increasing academic recognition.

Wie sieht es eigentlich mit den LIS-Studierenden und -Promovierenden aus? Gibt es da eine ähnliche Verlautbarung oder Forderung nach Open Access in den Bibliotheks- und Informationswissenschaften? Dafür bestünde ja durchaus der eine oder andere Anlass.

OA in Frankreich

Mareike König bloggt über „Emotion und Open Access: die Diskussion in den französischen Geisteswissenschaften“. Einiges ähnelt der deutschen OA-Debatte. Sie macht aber auch Unterschiede aus:

In Frankreich wird stärker als in Deutschland mit Modellen zur Finanzierung von OA experimentiert. Dem Modell, dass der Autor, Förderer oder Institutionen bezahlen, wurde beispielsweise das Freemium-Modell von OpenEdition an die Seite gestellt. Dabei sind im Bereich der Zeitschriften bei revues.org die html-Seiten der ejournals frei im Netz verfügbar. Bibliotheken werden dagegen kostenpflichtige Abonnements angeboten, um ihrer Leserschaft pdf und andere Formate dieser Zeitschriften anbieten zu können. Das so eingenommene Geld fließt zu über 60% an die Zeitschriften zurück, die damit oft zum ersten Mal überhaupt Geld einnehmen.

(Frage am Rande: Sind PDF-Dateien ein Mehrwert?)

Medizinstudierende fordern Open Access

Im Medinfo-Blog wird auf eine Pressemitteilung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) verwiesen, in der Open Access gefordert wird. Aus dem dazugehörigen Positionspapier:

Insbesondere die rasant voranschreitende medizinische Forschung profitiert von einem schnellen und problemlosen Zugang zu aktuellen Studien. In der medizinischen Ausbildung kann dank Open Access auf einen größeren Pool an Wissen zurückgegriffen und so Unterrichtsinhalte angepasst werden. Im klinischen Alltag können Leitlinien durch mehr zugängliche Informationen untermauert oder angepasst werden.

Die bvmd fordert weiterhin, dass der Dialog zwischen Akteuren, wie Bibliotheken, Daten- und Rechenzentren gepflegt wird und regelmäßig über Open Access informiert wird.

Links:

  • Pressemitteilung (PDF)
  • Positionspapier (PDF)

Sherpa crowdsourced

Teil der Operation Frühjahrsputz 2013, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

„What license is this ‘open access’ journal using?“ Diese Frage stellt sich der geneigten OA-Autorin vielleicht. Die Antwort bekommt man auf der Crowdsourcing-Plattform Crowdcrafting. Wenn man selbst oder jemand anderes die Frage „Is it an Open Access Journal?“ schon beantwortet hat.

Einerseits ist es eine gute Idee, ein Sherpa/Romeo-ähnliches Projekt auf eine breitere redaktionelle Basis zu stellen. Ob der Weg über Crowdsourcing-Plattformen der richtige ist, daran lässt nicht nur die bisherige Beteiligung zweifeln.

CHORUS: Wenig pro, viel contra

CHORUS ist die Antwort der US-Publisher und Fachgesellschaften auf das OA-Memorandum „Increasing Access to the Results of Federally Funded Scientific Research“ (PDF). Scholarly Kitchen hat in einer der sehr wenigen von mir gefundenen positiven Äußerungen zu CHORUS das Modell folgendermaßen beschrieben:

  • Publishers create and support a new domain, CHORUS.gov, with agency input
  • Publishers deposit metadata via CrossRef and FundRef for papers with relevant funding
  • Users can search and discover papers directly from CHORUS.gov or via any integrated agency site
  • Users retrieve paper directly from the publishers’ sites using the version of record

Das Kent Anderson CHORUS unterstützt, ist wenig verwunderlich, schließlich ist er Mitunterzeichner für das Journal of Bone and Joint Surgery. Viele andere, zum Beispiel Jonathan Eisen, sind dagegen highly sceptical:

This appears to be an attempt to kill databases like Pubmed Central which is where such freely available publications now are archived. I am very skeptical of the claims made by publishers that papers that are supposed to be freely available will in fact be made freely available on their own websites. Why you may ask am I skeptical of this? I suggest you read my prior posts on how Nature Publishing Group continuously failed to fulfill their promises to make genome papers freely available on their website.

Michael Eisen stimmt sogar einen CHORUS of boos an. Wer sonst nichts zu CHORUS lesen möchte, sollte sich dieses Posting ansehen! Auch Jason Hoyt kritisiert CHORUS in einem lesenswerten Posting. Im Blog Sauropod Vertebra Picture of the Week hat Mike Taylor diese und weitere Stimmen zu CHORUS gesammelt.

Springer Science+Business Media geht an die Börse

Kanadier, US-Amerikaner, Japaner und Australier dürfen nun nicht weiterlesen:

Man frage mich nicht, warum. Börsen-Experten können das vielleicht erklären, ich jedoch nicht. Für erhellende Hinweise in den Kommentaren (ob von Kanadiern oder anderen) wäre ich sehr dankbar. Doch nun zum eigentlichen Thema dieses Postings:

Aktien von Springer Science+Business Media, einem Fachverlag im Bereich Science, Technology, Medicine, sollen vor der Sommerpause im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notieren

Das kürzlich unter anderem auf Turi2 kolportierte Gerücht erweist sich also als wahr. Der Wert der auszugebenden Aktien wird mit ungefähr 760 Millionen Dollar angegeben. Die komplette Meldung zum Börsengang findet sich bei Aktiencheck.de. Interessant ist, dass in dieser für Springer sicherlich sehr wichtigen Meldung ausdrücklich auf Open Access als wachsendem Markt Bezug genommen wird:

Wir sind ein führender und wirklich globaler STM-Verlag, der in den Marktsegmenten eBooks und Open Access hervorragend aufgestellt ist, und wollen von weiteren Wachstumstrends profitieren.

Noch ein interessantes Zitat:

Der Wandel zum digitalen Modell hat die Grenzkosten für die Veröffentlichung und den Verkauf neuer Artikel, Bücher und Zeitschriften signifikant verringert.

Weiterhin sei Springer in „aufstrebenden Märkten“, besonders in China und Indien, seit vielen Jahren vertreten und genieße dort einen guten Ruf.

Der Börsengang könnte eine gute Gelegenheit bieten, einen tieferen Einblick in die Markteinschätzung durch einen großen kommerziellen OA-Akteur zu bekommen. Liest hier jemand mit, der oder die sich mit Börsengängen und den dazugehörigen Informationspflichten (Börsenprospekt, etc.) auskennt? Was ist da zu erwarten?

PS: Kennt jemand die Studie Open Access: Market Size, Share, Forecast, and Trends von Laura Ricci? Ich habe gerade keine $895 zur Hand für die 36 Seiten…

Open Access: noch lange nicht am Ende

Teil der Operation Frühjahrsputz 2013, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

David Worlock fragt: Is Open Access over?

Open Access , defined around the historic debate twixt Green and Gold , when Quixote Harnad tilted at publishers waving their arms like windmills , is most definitely over . Open is not , if by that we begin to define what we mean by Open Data , or indeed Open Science . But Open Access is now open access.

Liest man den Artikel, sieht man Open Access als Entwicklung jedoch noch längst nicht am Ende.

Federated Metajournals

Teil der Operation Frühjahrsputz 2013, in deren Verlauf angefangene und nie beendete Postings einfach so veröffentlicht werden.

Maria Chiara Pievatolo: Metajournals. A federalist proposal for scholarly communication and data aggregation

Abstract:

While the EU is building an open access infrastructure of archives (e.g. Openaire) and it is trying to implement it in the Horizon 2020 program, the gap between the tools and the human beings – researchers, citizen scientists, students, ordinary people – is still wide. The necessity to dictate open access publishing as a mandate for the EU funded research – ten years after the BOAI – is an obvious symptom of it: there is a chasm between the net and the public use of reason. To escalate the advancement and the reuse of research, we should federate the multitude of already existing open access journals in federal open overlay journals that receive their contents from the member journals and boost it with their aggregation power and their semantic web tools. The article contains both the theoretical basis and the guidelines for a project whose goals are: 1. making open access journals visible, highly cited and powerful, by federating them into wide disciplinary overlay journals; 2. avoiding the traps of the “authors pay” open access business model, by exploiting one of the virtue of federalism: the federate journals can remain little and affordable, if they gain visibility from the power of the federal overlay journal aggregating them; 3. enriching the overlay journals both through semantic annotation tools and by means of open platforms dedicated to host ex post peer review and experts comments; 4. making the selection and evaluation processes and their resulting data as much as possible public and open, to avoid the pitfalls (e. g, the serials price crisis) experienced by the closed access publishing model. It is about time to free academic publishing from its expensive walled gardens and to put to test the tools that can help us to transform it in one open forest, with one hundred flowers – and one hundred trailblazers.