Koha-Installationsparty / OBMS

Ob das Bibliothekssystem Koha “eine denkbare Alternative” ist, will die Bibliothek der TH Wildau herausfinden. Und lädt zu einer “Installationsparty” ein:

Im Rahmen einer Installationsparty wollen wir das freie Bibliothekssystem Koha gemeinsam installieren und einen ersten Blick in das System werfen. In gemeinsamer Diskussion soll erörtert werden, welche Probleme ein eigener Betrieb des Systems als Alternative zu einem bezahlten Hosting aufwirft und welche Art von Unterstützung notwendig wäre, um als Bibliothek diesen Schritt zu gehen.

Ziel des Abends soll sein, dass alle Teilnehmenden mit einer laufenden Koha-Installation und neuen Ideen nach Hause gehen.

Terminlich ist nur genannt, dass die Veranstaltung um 17 Uhr beginnt, das Ende offen ist und die Bibliothek am 2. Dezember um 11 Uhr schließt. Vermutlich findet die Installationsparty also am 1. Dezember statt. Die TH-Bibliothek nimmt Anmeldungen per Mail entgegen.

Auf der GBV-Verbundkonferenz hatte Inken Feldsien-Sudhaus (Leiterin der TUB Hamburg-Harburg) schon angekündigt, dass Koha auch in ihrer Bibliothek getestet werden wird. Sie ist auch Mitglied der AG OBMS, die sich der “Evaluation von Open Source Bibliotheksmanagement-Systemen für Wissenschaftliche Bibliotheken” widmet. Die Arbeit der AG ist ist in einem Wiki dokumentiert. Behandelt wurden (u.a.?) Evergreen, Koha und Kuali OLE.

PS: Das BSZ bietet übrigens KOHA-Hosting an.

VIVO ist eine Community

VIVO ist nicht nur eine Software, ein Netzwerk und eine Ontologie, sondern auch eine Community.

Das Entstehen der aufgeführten Bestandteile ist nur möglich gewesen durch die Förderung des National Instititute of Health (RFA-RR-09-009). Dadurch konnten sich Teams verschiedener Einrichtungen mit der gemeinsamen Entwicklung befassen. Die Kollaboration wird kommuniziert durch Blog oder Twitter. Es gibt ein umfangreiches und einigermaßen gut gepflegtes Wiki, diverse Mailinglisten (unter anderem eine zur VIVO-Ontologie), einen IRC-Channel und Bug-Tracker für verschiedene Themenbereiche.

Darüber gibt es regelmäßige Telefon- und Videokonferenzen:

Weekly development calls and biweekly implementation and ontology calls provide structured opportunities for participating in VIVO, while the IRC Chat and mail lists are more free-form.

Mehr dazu auf der Community-Webseite. Nicht vergessen werden dürfen die “echten” VIVO-Konferenzen, zum Beispiel die letzte vor einigen Wochen in Miami, Florida. Zu den Konferenzen wurden umfangreiche Materialien gesammelt.

VIVO ist eine Software

VIVO ist – praktisch betrachtet – erst einmal eine Open-Source-Software, die es zu installieren gilt. Alle Features aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Daher verweise ich für genauere Informationen noch einmal auf das Wiki. Ich möchte nur einen kleinen Eindruck geben und zum Selbstentdecken anregen.

Auf der Sourceforge-Projektseite heißt es:

VIVO is a semantic web project built on the Jena semantic web framework, and is an application to facilitate the discovery of researchers and collaborators across the country and internationally.

Der Benutzer-Oberfläche und das Backend sehen folgendermaßen aus:

Beispielseiten für Personenprofile:

VIVO bietet Visualisierungen der Forschungsaktivitäten. Im Profil von David Alan Easley kann man zum Beispiel drei Visualisierungstools entdecken. Das Co-Author-Network, die Map of Science und das Co-Investigator-Network. Anklicken und entdecken! Wer nur einen Schnappschuss haben möchte:

Die Anweisung “Interact” gilt natürlich nur für die entsprechende Applikation.

Morgen geht’s weiter mit dem VIVO-Netzwerk.

Sechs Missverständnisse über Open Source

Dave Kelly und Cody van de Mark haben sechs Missverständnisse über Open Source Software ausführlich erläutert:

Misconception: Free means there is no monetary cost
Misconception: Open source is free development
Misconception: Open source means poor quality
Misconception: Open source has no support
Misconception: Open source is bad for business
Misconception: Open source does not generate business revenue

Nicht besonders originell und den meisten sicherlich längst klar. Für alle anderen, aber auch zur Auffrischung: Leseempfehlung!

Release: OPUS 4.2.0

OPUS 4.2.0 ist fertig:

Ausgewählte Features, die in diesem Release neu entwickelt wurden:

* XML-basierte Import-Schnittstelle für Metadaten (inclusive Dokumentation des IMPORT-XML)
* dedizierte Unterstützung von Schriftenreihen mit der Möglichkeit zum Einbinden von Logos und HTML-Markup
* Anzeige und Sortierung nach Bandnummern innerhalb der Schriftenreihen
* Verlinkung zur Schriftenreihe aus der Frontdoor
* OAI-Schnittstelle unterstützt nun auch Sets (Anforderung für die
DINI-Zertifizierung)
* globale Enrichment-Verwaltung in der Administration
* RSS-Feeds auf beliebige Suchanfragen
* Anzeige des Gesamtbestands auf der Startseite
* Erweiterung der Bearbeitungsstati von Dokumenten, neu:
“In Bearbeitung” und “Zugriff beschränken”
* Anpassung von Eingabefeldern im Adminbereich (z.B. Vergrößerung der Anzeige der Abstractfelder)
* Anpassung des Datenmodells (u.a. PageNumber, PageFirst und PageLast können jetzt nicht-numerischen Inhalt enthalten)
* Enrichtmentfelder mit HTML-Markup können auf der Frontdoor ausgegeben werden
* Validierung der XML-basierten Dokumenttypdefinitionen im Publikationsformular

Weiteres auf der OPUS4-Seite des KOBV.

Koha für Einsteiger

Holger Büch erklärt in Bib-Blog.de (neuerdings auch in Plan3t.info enthalten), wie man das Open-Source-Bibliothekssystem Koha installiert: Koha für Einsteiger — Teil 1:

In der nächs­ten Zeit möchte ich Koha zur Ver­wal­tung mei­ner pri­va­ten Biblio­thek ein­rich­ten. Natür­lich steht dabei nicht die Biblio­thek (mit ~100 ME 😉 ) im Vor­der­grund, son­dern die Erfah­run­gen mit dem Sys­tem. Hier im Blog werde ich nach und nach von mei­nen Erfah­run­gen mit Koha berich­ten. An ers­ter Stelle steht aber für heute eine Installationanleitung.

Er erläutert dabei jeden Schritt und hat zahlreiche Screenshots angefertigt. Also ideal zum Nachbauen! Dass man für die Installation von Bibliothekssystemen und Katalogen kein Informatikstudium benötigt, hatten kürzlich erst die Macher des Bachelopacs bewiesen. Wer nach Alternativen zu den Dickschiffen des Bibliothekswesens sucht, findet in Koha vielleicht eine geeignetes Experimentierfeld.

PS: Holger Büch kündigt an, auch die kommenden Schritte dokumentieren zu wollen.

Open Knowledge Index

Die Open Knowledge Foundation (OKFN) wagt sich an den Versuch, mit dem Open Knowledge Index “Offenheit” in verschiedenen Ländern zu quantifizieren und zu vergleichen.

Bevor man misst, muss definiert werden, was Offenheit ausmacht. Grundlage sind hier die three dimensions of open knowledge:

I) Capability: Following Sen (1999), capability measures whether individuals have the capability to access and process data and knowledge. The availability of data and tools does not necessarily imply that citizens have the knowledge about how to access and understand the information. This problem, known as the Digital Divide, is particularly evident in the stark differences between the high income and lower income countries. As capability is difficult to measure directly, we proxy these dimensions using:

– Total communication access paths per 100 inhabitants (OECD)
– Newspaper circulation rate (World Bank)
– Press freedom (Reporters without Borders)
– Tertiary education rate (World Bank)

II) Legislation: Open public administration is one of the most important administrative law principles (Bugaric 1975). An open government allows citizens to acquire information and is fundamental to the democratic legitimisation of the government. Legislation, empowering citizen access, provides the legal framework de jure, yet the effective access in terms of shorter times and costs for acquiring information proxies the citizens’ access in practice.

– Years since first Freedom of Information legislation (OECD “Citizens as Partners”)
– Depth of Freedom of Information legislation (OECD)
– Open Budget Index (Open Budget Partnership)
– Effective access to information (World Bank)

III) Open Knowledge Society: Civil society, as the fourth pillar, has become increasingly involved in activities traditionally occupied by governments, international organizations and established NGOs (Develtere and De Bruyn 2009). Grass-root activities often possess contextual knowledge, alleviating vertical information asymmetries between large organizations and the “ground”. Access and use of social media, as well as crowd-sourced knowledge are characteristics of a open knowledge society which are captured using:

– Number of Wikipedia edits per 100.000 inhabitants (Wikipedia)
– Open Source Index (Red Hat)
– GI Civil Society Index (World Bank)
– (Number of twitter users per 100.000 inhabitants)

Deutschland steht im Ranking überraschend gut da. Ein Blick auf die Kriterien lohnt da sicherlich. So sagt beispielsweise die Zeit, seit der ein Informationsfreiheitsgesetz erlassen wurde, sicherlich nichts darüber aus, wie gut es umgesetzt ist.

Der jetzige Index wird als “vorläufig” veröffentlicht. Das die Kriterien mit der heißen Nadel gestrickt sind, sieht man nicht nur an der entfernten Twitter-Quote und daran, dass es zwar nur drei Säulen gibt, bei der Open Knowledge Society jedoch von der “Civil society, as the fourth pillar” gesprochen wird. Die Mitglieder des OKFN-Teams fragen jedoch ausdrücklich nach Verbesserungsvorschlägen, wie man den Index verbessern kann.