Zeitlose Betrachtung zu Umstrukturierungen

Ein schönes Zitat zum Reformeifer im Allgemeinen:

Wir übten mit aller Macht, aber immer wenn wir begannen zusammengeschweißt zu werden, wurden wir umorganisiert.
Ich habe später im Leben gelernt, daß wir oft versuchen, schwierigen Verhältnissen durch Umorganisation zu begegnen.
Es ist eine phantastische Methode. Sie erzeugt die Illusion des Fortschritts, weil sie gleichzeitig Verwirrung schafft, die Effektivität vermindert und demoralisierend wirkt.

Klingt wie eine Meldung aus einer aktuellen Debatte, zum Beispiel zu den Hochschulreformen. Urheber ist allerdings Gajus Vironius, Legionsschreiber der Stadt Colonia Agrippina (Köln), der um ca. 100 n. Chr. gelebt hat.

Update 12.7.2010: Es ist unklar, ob das Zitat tatsächlich von einem Gajus Vironius kommt oder nicht vielmehr wesentlich neueren Ursprungs ist. Siehe dazu diese Löschdiskussion in Wikipedia.

Bibliothekars-Müsli

Um das Klischee alle Bibliothekare wären ein bisschen öko, zu erfüllen gibt es jetzt auf mymuesli.com die Gelegenheit. Hier kann man sich das Müsli nach eigenen Wünschen aus verschiedenen Bio-Produkten zusammenstellen und dann zuschicken lassen.
So kann man sich jetzt z.B. das Bibliothekars-Müsli zusammenstellen 😉

Andersrum ist auch nicht dumm

Hxxxx A. Mxxxx
Chair – Search Committee
412A College Hall, XYZ University
College Town, US 11000

Dear Professor Mxxxx,

Thank you for your letter of March 16. After careful consideration, I regret to inform you that I am unable to accept your refusal to offer me an assistant professor position in your department.

This year I have been particularly fortunate in receiving an unusually large number of rejection letters. With such a varied and promising field of candidates, it is impossible for me to accept all refusals.

Despite XYZ’s outstanding qualifications and previous experience in rejecting applicants, I find that your rejection does not meet my needs at this time. Therefore, I will assume the position of assistant professor in your department this August. I look forward to seeing you then.

Best of luck in rejecting future applicants.

Sincerely,
CXXX L. Jxxxx

[via Librarygrrrl]

Prager Nationalbibliothek ein "Spuckfleck"?

Der tschechische Staatspräsident Václav Klaus ist von den Plänen des Architekten Jan Kaplicky für den Neubau der Nationalbibliothek in Prag offenbar wenig begeistert. Er sei bereit, den Bau „auch unter Einsatz des eigenen Körpers“ zu verhindern, so der Präsident.

Die Diskussion kreist – nicht ganz unverständlich (s. Foto) – um die Frage, ob der als „Krake“, „Qualle“ oder „Spuckfleck“ geschmähte, grün-violette Bau in die historische Prager Altstadt passe.

Nationalbibliothek Prag

[via Tschechien Online, 4.5.2007. Foto: ČTK]

Bibliothekarischer Irrsinn

D-Radio-Kultur berichtet über die Ausstellung „Frühmoderne Bücherwelten. Die Bibliothek des 18. Jahrhunderts und das hallesche Waisenhaus“.

Neben allerlei Wissenswertem ist besonders der letzte Abschnitt des Artikels interessant:

Julius Hamberger dagegen, Mitarbeiter der vorbildlich geführten Göttinger Universitätsbibliothek, trat an, die Risse in der Bücherwelt zu kitten. In München sollte er beim Katalogisieren der in Süddeutschland massenhaft anfallenden Klosterbibliotheken helfen. Er verlor die Schlacht. Der Bibliothekar, so erfährt man im ebenso fakten- wie anekdotenreichen Katalog, starb 1813 im Irrenhaus. Das wohlgeordnete Bücherparadies war ihm zur Hölle geworden.

Süddeutsche Klosterbibliotheken treiben also schon seit Jahrhunderten Kollegen ins Irrenhaus.

ChaCha

Seit September 2006 existiert die Suchmaschine ChaCha. Neben der klassischen automatisierten Suche, bietet ChaCha eine „Search with Guide“ Option an.

Ist unter den Suchergebnissen nicht das gewünschte Ergebnis, so kann man dort mit einer realen Person chatten, die dann Suchergebnisse in Form von Links anbietet und am Ende vom Benutzer bewertet werden kann. Hinter den Guides stecken Studenten, Hausfrauen, etc. die von zu Hause aus Fragen beantworten.

Sicherlich keine Alternative zu professionellen Online-Auskunftsystemen und auch nicht für wissenschaftliche Recherchen geeignet, aber eine ganz witzige Idee. Man wird sehen, wie sich ChaCha am Markt etablieren wird.