Christoph Hölzel: Konzeption und Kontextualisierung Virtueller Bibliotheksführungen

In einem Zeitalter der Beschleunigung spielen vorhandene Zeitressourcen eine immer tragendere Rolle bei den Handlungsoptionen des Menschen. Die vorliegende Arbeit setzt diese Gegebenheit in Bezug zum Aufkommen Virtueller Bibliotheksführungen, die eine immer größere Verbreitung im World Wide Web erfahren. Ziel der Arbeit ist der Versuch, anhand einiger ausgewählter Virtueller Bibliotheksführungen, Richtlinien und Empfehlungen zur Konzeption abgeben zu können. Nach einer Einbettung Virtueller Bibliotheksführungen in soziokulturelle Zusammenhänge, die Bezug zum Phänomen der Beschleunigung nehmen, folgt über eine Gegenüberstellung verschiedener Virtueller Bibliotheksführungen, eine Erstellung einer Best Practice.

Abschließend wird die entwickelte Checkliste in Bezug zur Konzeption der Virtuellen Bibliotheksführung für die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek gesetzt.

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Open Access Map

Im aktuellen Helmholtz-Open-Access-Newsletter wird auf openaccessmap.org hingewiesen:

Der Dienst erlaubt die Darstellung und Visualisierung von Open-Access-Aktivitäten auf Google Maps. Wissenschaftliche Institutionen, Verlagen und andere Akteure können auf der Website ihre Publikationen, Repositorien und Leitlinien darstellen und georeferenzieren.

Alma Swan on The Open Access Map from Leslie Chan on Vimeo.

Gelesen, eingetragen, freigeschaltet. SerWisS, der Dokumentenserver der Fachhochschule Hannover, ist damit das erste deutsche Repository auf der Landkarte.

Die Seite funktioniert noch nicht fehlerfrei, die Kernfunktion jedoch schon. Und die Intention ist klar zu erkennen. Per Mail antwortete die Mit-Initiatorin Alma Swan auf die Frage, ob die Daten, die für die Karte erhoben werden, wieder unter freier Lizenz verfügbar gemacht werden sollen:

Our aims for the Map are to help people monitor progress on OA, find partners and collaborations, avoid duplication of effort, stimulate new ideas and enable those with the ability to use the database to create new things.

We’ll be adding a historical timeline to the Map as soon as we can (lots of work there, so don’t hold your breath!).

Das ist als klares Ja zu verstehen. Sie und Mit-Täter Leslie Chan freuen sich übrigens über Feedback und Fehlermeldungen.

Bachelorarbeit: Auskunftsdienste der Zentralbibliothek der FH Hannover

Meiers, Nadine & Schröder, Stefanie: Auskunftsdienste der Zentralbibliothek der FH Hannover – Evaluation derzeitiger und Konzeption neuer Auskunftsdienste

Der konventionelle Auskunftstresen ist in Deutschland nach wie vor weit verbreitet. Im Falle der Zentralbibliothek der Fachhochschule (FH) Hannover wird seit Mitte 2009 auf einen solchen Tresen verzichtet. Es stellt sich die Frage inwieweit weiterhin ein zufriedenstellender Auskunftsdienst in der Bibliothek geleistet werden kann. Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert vor diesem Hintergrund verschiedene Auskunftskonzepte, die auf einen traditionellen Auskunftsplatz verzichten. Die Autorinnen präsentieren allgemeingültige Hinweise und geben Beispiel für eine mögliche Umsetzung der Konzepte. Die Ergebnisse der Bachelorarbeit sollen zu einem effizienteren und nutzerorientierteren Auskunftsdienst führen.

Auch das zur Zeit allgegenwärtige Thema QR-Codes kommt zu Sprache.

Hennig, Maria: Wissensmanagement in Zeiten des demografischen Wandels

Hennig, Maria: Wissensmanagement in Zeiten des demografischen Wandels : Kompetenzmanagement, lebenslanges Lernen, Wissenstransfer; Handlungsempfehlungen zum Demografiemanagement

Der demografische Wandel wird in den nächsten Jahren große Auswirkungen auf die Gesellschaft und auch Unternehmen haben. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Unternehmen davon betroffen sein werden und wie den negativen Auswirkungen mit Hilfe von Wissens- und Demografiemanagement begegnet werden kann. Zunächst wird die Prognose der Bevölkerungsentwicklung der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2060 vorgestellt. Anschließend folgt eine Skizzierung der Herausforderungen, denen sich Unternehmen stellen müssen. Dieses sind die Alterung der Belegschaft, der voraussichtliche Fachkräftemangel und das massive Ausscheiden von Mitarbeitern in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren. Die Arbeit beschreibt, welche Bedeutung Kompetenzmanagement, lebenslanges Lernen und Wissensmanagement bei der Bewältigung dieser Herausforderungen haben. Eine Befragung einiger Unternehmen rundet die gewonnenen Erkenntnisse ab. Den Abschluss bilden Handlungsempfehlungen in Hinsicht auf die Unternehmenskultur, das Personal- und Wissensmanagements und die Arbeitsgestaltung.

Monika Böhm-Leitzbach: Rechtsinformation im Zeichen von E-Government

Monika Böhm-Leitzbach: Rechtsinformation im Zeichen von E-Government

Die Arbeit thematisiert nach Erläuterungen zu den Begriffen Rechtsinformation und E-Government die heterogene Informationslandschaft der frei zugänglichen Rechtsinformation in Deutschland. Normgeber, Gerichte und Parlamente auf Ebene des Bundes und der Länder gestalten auf vielfache Weise die Internetpräsentation der Gesetze, Entscheidungen und parlamentarischen Materialien. Das Gegenmodell zu dieser auf viele Internetadressen und Webseiten verteilten Rechtsinformation stellt das österreichische Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) dar, das als nationale E-Government-Anwendung über eine einzige Oberfläche den Zugriff auf die Gesetze, Entscheidungen und parlamentarischen Materialien ermöglicht. Das RIS als Blaupause und unter Beachtung der Anforderungen an E-Government-Anwendungen umreißt die Arbeit Rahmenbedingungen und Ausgestaltungsmöglichkeiten für einen Portalentwurf, der als Single Point of Entry für die staatliche Rechtsinformation Deutschlands konzeptioniert ist.

Die Masterarbeit geht auch auf Open Data ein, passend zur aktuellen Debatte um Geschäfte mit Gerichtsurteilen.

Einwerben von Inhalten: Download-Charts

Klaus Grafs Liste “Wie füllt man einen Dokumentenserver?” ist Repository-Betreibern vermutlich ebenso bekannt wie die Infoseite “Einwerben von Inhalten” auf Open-Access.net. Unter “Weitere Werbemaßnahmen” wird bei letzterem vorgeschlagen:

Das Einstellen besonders relevanter Dokumente bekannt machen, Top-Download-Listen etc.

Für den Dokumentenserver SerWisS der FH Hannover wurde dies nun drei Mal gemacht. Die dafür erforderlichen LogFiles stehen seit Mitte 2010 rückwirkend zur Verfügung. Daraus folgten dann erst einmal die Downloadcharts für 2009 und für die erste Jahreshälfte 2010. Kürzlich wurden auch die Download-Charts für 2010 veröffentlicht.

Die aufgeführten AutorInnen wurden über Ihre Platzierung und ihre Download-Zahlen informiert und waren fast durchweg positiv überrascht. Ein wesentliches Ziel der Charts konnte also erreicht werden: positive Aufmerksamkeit für den Dokumentenserver. Momentan werden die Statistiken manuell ausgewertet. Vom BSZ werden die Daten über das Web-Analyse-Tool AWStats zugänglich gemacht. Um die relevanten Daten zu finden, muss jedoch noch ein wenig bearbeitet werden.

Ein Aufwand, der sich jedoch durchaus lohnt. Bestehende Kontakte zu Open-Access-willigen AutorInnen werden vertieft, was zu neuen Inhalten für den Dokumentenserver führen kann.

Wenn man möchte, kann man das als Beleg für die Attraktivität von Game-Mechanismen auch in der wissenschaftlichen Publikationspraxis betrachten. Amy Jo Kim hat diese in ihrer Präsentation “Putting the fun in functional” sehr schön beschrieben. “Earning Points” ist ein simpler, aber wirkungsvoller Hebel für die Motivation. Wieder ein Grund, um eine möglichst schnelle flächendeckende Umsetzung des OA-Statistik-Projekts anzumahnen.

Stephanie Löwensen: Kompetenzanforderungen für Informationsmanager in Bibliotheken 2010

Bachelorarbeit von Stephanie Löwensen zum Thema “Kompetenzanforderungen für Informationsmanager in Bibliotheken 2010”.

Abstract:

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kompetenzanforderungen des aktuellen Arbeitsmarktes an Informationsmanager mit Bachelor-Abschluss. Dazu erfolgt eine statistische Erhebung von Stellenangeboten, die von Oktober 2008 bis einschließlich Mai 2010 über die bibliothekarische Diskussionsliste InetBib ausgeschrieben wurden. Nach Beschreibung der Auswertungselemente, interpretiert die Verfasserin die Ergebnisse zunächst quantitativ. Die aus den Ergebnissen gewonnenen Erkenntnisse bezüglich der Erwartungen des Arbeitsmarktes werden festgehalten und münden in einem Kompetenzprofil eines idealtypischen Informationsmanagers. In einem abschließenden Kapitel erarbeitet die Verfasserin unter Berücksichtigung der Untersuchungsergebnisse Empfehlungen für das Curriculum der Fachhochschule Hannover.

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Facharbeit: Hilfe bei der Informationsbeschaffung

In einem studentischen Projekt der angehenden Informationsmanager an der FH Hannover wurde eine Anleitung zur Informationsrecherche für Facharbeiten erstellt. Der Fahrplan zur Facharbeit steht unter einer Creative-Commons-Lizenz und kann also an Schulen eingesetzt und von Schulbibliotheken empfohlen werden.

PS: Der “Fahrplan” ist übrigens sehr hübsch gestaltet.

Sandra Golda: Einsatz von Flickr in Bibliotheken

Bachelorarbeit von Sandra Golda zum Thema “Einsatz von Flickr in Bibliotheken”. Abstract:

Social Software ist aus dem Alltag von Internetnutzern nicht mehr wegzudenken und hat mittlerweile auch in Bibliotheken Einzug gehalten. Die folgende Arbeit stellt die Fotocommunity Flickr vor und zeigt ihre Einsatzmöglichkeiten in Bibliotheken auf. Anhand von praktischen Beispielen werden Anwendungen erkannt und analysiert, gleichzeitig anschaulich demonstriert. Außerdem werden potentielle Einsätze in Informationseinrichtungen von Flickrs Funktionsvielfalt abgeleitet. Dabei thematisiert die Arbeit Flickr unter anderem als Bilddatenbank, als Instrument für die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und stellt digitale Bildersammlungen vor. Die Arbeit verdeutlicht damit, wie durch den Einsatz von Social Software Prozesse im Bibliotheksumfeld bereichert werden können.

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Micro-Blogging in Unternehmen

Sebastian Cario vom (gerade etwas dahindämmernden) Enterprise-2.0-Blog hat seine Bachelor-Arbeit mit dem Titel Potenziale von Mikro-Blogging im Unternehmen – Analyse bisheriger Anwendungsbeispiele gerade OA veröffentlicht. Zweitbetreut wurde die Arbeit übrigens von Jakob Voss. Dies wird die passende Lektüre zur Vertwitterung der TIB/UB.