Academic Phrasebank

Wissenschaftliches Schreiben auf Englisch ist für Nicht-Muttersprachler harte Arbeit. Besonders die Übersetzung, oder besser Übertragung, von Redewendungen und Floskeln fällt oft schwer. Auch als Leser von wissenschaftlichen Publikationen merkt man häufig, dass mancher Satz merkwürdig „unenglisch“ klingt. Abhilfe schaffen will John Morley mit der Academic Phrasebank:

The Academic Phrasebank is a general resource for academic writers. It aims to provide you with examples of some of the phraseological „nuts and bolts“ of writing organised under the headings to the left. It was designed primarily with international students whose first language is not English in mind. However, if you are a native speaker writer, you may still find parts of the material helpful.

Das Angebot ist durchaus ernst gemeint, es ist ein offizielles Angebot der University of Manchester, deren „University-Wide Language Programmes“ Morley leitet.

Folgende Kategorien stehen zur Verfügung:

Will man z.B. unerwartete Ergebnisse beschreiben, geht man in die Kategorie „Discussing Findings“ und findet dort unter „Unexpected outcome“ unter anderem die Phrase „Contrary to expectations, this study did not find a significant difference between …“.

Ich prophezeie diesem Angebot weltweite Aufmerksamkeit, Beliebtheit und Morley wird regelmäßig Dankesbekundungen und Liebesbriefe erhalten. Und vermutlich Kritik wegen drohender „Verarmung der Sprache“, falls es in Großbritannien ähnlich hyperaktive Sprachwächter gibt wie hierzulande.

[via @MikePress]

Bibliographix Bachelor (für Windows)

Gerade kam per Mail die Ankündigung einer neuen, schlankeren Version der Literaturverwaltungssoftware Bibliographix herein:

Bibliographix Plus, die kostenlose Literaturverwaltung für Windows hat einen kleinen Bruder bekommen: Bibliographix Bachelor.

Was soll diese Literaturverwaltung können, was die, die Sie schon anbieten, nicht kann?

Eine Entwicklung, die ich bei den „high-end“ Literaturverwaltungen beobachte – und von der ich Bibliographix auch nicht ausnehmen kann – ist, dass der Funktionsumfang immer weiter zugenommen hat. Dadurch sind die Programme zwar leistungsfähiger, aber auch komplizierter geworden. Das geht gar nicht anders.

Das Dumme dabei ist, dass die Programme auf diese Weise – langsam aber sicher – an der großen Zielgruppe der Bachelor- und Master-Studierenden, vorbeigehen. Also an 90% der Hochschulangehörigen. Für die sind die „großen“ Literaturverwaltungen schlicht und einfach überdimensioniert. Der Aufwand, sich in die Software einzuarbeiten, lohnt sich für diese Gruppe einfach nicht, wenn der Literaturanhang der Abschussarbeit drei oder vier Seiten lang ist.

Die Konsequenz für Sie, in Bibliothek oder Medienzentrum, ist, dass Sie Geld ausgeben um ein Angebot machen, das vielleicht nur sehr zögerlich bis gar nicht angenommen wird. Die Konsequenz für mich, in meinem Beruf als Hochschullehrer, ist, dass ich zu häufig Abschlussarbeiten bewerten muss, deren formales Niveau mangelhaft ist.

Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, eine stark vereinfachte Version von Bibliographix Plus zu erstellen.

Weitere Infos auf bibliographix.de.

Visual-Storytelling-Tools

Rachel McAthy stellt 14 Tools vor, mit denen man „Stories visualisieren“ kann. Oft sind das interaktive Zeitleisten, die auf mehr oder einfache Art und Weise zusammenzuklicken sind, manche Dienste bieten aber auch mehr oder etwas grundlegend anderes. Einige wurden hier bei Infobib oder in anderen Biblioblogs schon genutzt. Storify zum Beispiel.

Oder Fusion Tables, das auch für die frisch auferstandenen Openbibliojobs eingesetzt wird. Die Stellenangebote kann man sich auf einer Karte anzeigen lassen. Im Menü „Visualize“ einfach auf „Map“ klicken. Noch schöner finde ich dort jedoch die experimentelle Funktion „Network Graph“ („Labs“ -> „Network Graph“).

Mit diesen Daten (und der heterogenen Eingabe (Orte mal mit und mal ohne PLZ, Bibliotheken in abgekürzter und ausgeschriebener Form)) sind die Ergebnisse natürlich eher als Spielerei zu betrachten.

[via Bildblog.de]

JANE – Journal/Author Name Estimator

Wer ein Paper geschrieben hat und nicht weiß, wo es eingereicht werden könnte, ist sicherlich für Hilfestellungen dankbar. Man kann natürlich das DOAJ nach einem passenden Open-Access-Journal durchsuchen. Man kann sich aber auch ein Journal vorschlagen lassen, zumindest wenn man im medizinischen Bereich publizieren möchte. JANE („Journal/Author Name Estimator“) soll dabei unterstützen.

Have you recently written a paper, but you’re not sure to which journal you should submit it? Or maybe you want to find relevant articles to cite in your paper? Or are you an editor, and do you need to find reviewers for a particular paper? Jane can help!

Just enter the title and/or abstract of the paper in the box, and click on ‚Find journals‘, ‚Find authors‘ or ‚Find Articles‘. Jane will then compare your document to millions of documents in Medline to find the best matching journals, authors or articles.

[via The Tree of Life]

SciGit: Versionsverwaltung für die Wissenschaft

In Kürze möchte SciGit an den Start gehen. Dabei handelt es sich um ein Versionsverwaltungstool, dass sich zumindest namentlich an Git anlehnt und auch Git (und SVN, CVS oder Mercurial) unterstützen soll. Die Ankündigung in vier Punkten:

  • No more „-version19 John“ edits anymore. Keep track of changes done by each person and see the differences between papers. Merge edits easily.
  • Simply Drag and Drop and it’ll do the rest, no more dealing with the terminal. Supports SVN, CVS, Mercurial, and Git.
  • Use the same text editor you have now. Have the convenience to work offline.
  • Your paper would remain securely and privately on your computer, only accessible to whom you gave permission to

Bei den Texteditoren sind u.a. Logos von Emacs, TeX/LaTeX, Vim oder Word aufgeführt. Genauere Infos folgen sicherlich noch.

Linked Library Data Tools

Die Linked Library Data Group des W3C hat heute ihren Werkzeugkoffer geöffnet und führt nun im W3C-Wiki eine öffentlich zugängliche Liste mit Werkzeugen im Bereich Linked Library Data: LLDtools.

Aufgeführt sind zum Beispiel verschiedene Werkzeuge für die Publikation von LLD (z.B. Pubby) oder Dienste zur Ansicht und zum Browsen (z.B. der Sindice Web Data Inspector).

Firmenwiki: Blue Spice für MediaWiki

Blue Spice ist ein Open-Source-Projekt, das MediaWiki um für Firmen wichtige Features ergänzen möchte.

Die in den Folien präsentierten Beispiel sehen vielversprechend aus. Die Vergabe der Kategorien ist vereinfacht, auch die Durchsuchbarkeit von Dokumenten ist gegeben. Viele, vielleicht alle Funktionen ließen sich vermutlich auch durch viele verschiedene Extensions einpflegen. Alle im Paket zu bekommen, klingt jedoch verlockend.

Blue Spice ist auch auf der CeBIT vertreten.

Google DataWiki

Google legt momentan ein flottes Tempo vor. Über den nGram Viewer wurde inzwischen anderswo so viel geschrieben, das spare ich mir erstmal. Auf Shared Spaces wurde hier noch gar nicht eingegangen. Aber DataWiki kann man hier nicht unerwähnt lassen. Es handelt sich hierbei um ein Wiki für strukturierte Daten. In eigenen Worten

With DataWiki it should be easy to:

* create and edit structured data
* create simple mashup applications in a few minutes
* define formats in terms of others, e.g. Missing Person reports = vCard (who) + GeoRSS (last seen) + string (current status note)
* share information with other systems via built-in federation
* enable easy input/output from a variety of endpoints, e.g. via Twitter, ODK or SMS from a remote location

Es gibt ein Gästebuch, an dem man ein wenig probieren kann. Einträge erstellen und suchen (z.B. nach Hans Dampf) kann man auch hier:

Finden Erstellen
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Eine kleine Dokumentation gibt es auch, ebenso die Möglichkeit, DataWiki (Open Source) selbst zu installieren. Man kann seine Daten also in der Cloud lagern, muss aber nicht.

Wer sehen möchte, was in Googles Laboren noch alles entwickelt wurde und wird, sollte sich diesen kurzen Überblick ansehen.