Republik Infobib größer als Vatikan

Der Sharenators bietet anschauliche Vergleiche und Visualisierungen zur Größe der Nutzerschaft einzelner Webseiten. Für Infobib.de heißt das:

If Infobib.de were a country, it would be larger than Vatican City.
1 in every 500,000 internet users visit Infobib.de daily.

Die Schätzungen basieren auf Alexa, kommen aber in der Größenordnung für die Webseiten, bei denen ich es einschätzen kann, einigermaßen hin.

E-Books konvertieren und verwalten

Calibre ist ein Werkzeug, um E-Books zu verwalten und Dateien von einem Format in ein anderes zu konvertieren. Die Liste der verfügbaren Formate umfasst zur Zeit:

Input Formats: CBZ, CBR, CBC, CHM, EPUB, FB2, HTML, LIT, LRF, MOBI, ODT, PDF, PRC, PDB, PML, RB, RTF, SNB, TCR, TXT

Output Formats: EPUB, FB2, OEB, LIT, LRF, MOBI, PDB, PML, RB, PDF, SNB, TCR, TXT

Über die Konvertierung hinaus bietet Calibre verschiedene Funktionen zur Verwaltung von E-Book-Bibliotheken und der Synchronisierung mit verschiedenen E-Book-Readern.

At the moment calibre has full support for the SONY PRS line, Barnes & Noble Nook, Cybook Gen 3/Opus, Amazon Kindle line, Entourage Edge, Longshine ShineBook, Ectaco Jetbook, BeBook/BeBook Mini, Irex Illiad/DR1000, Foxit eSlick, PocketBook 360, Italica, eClicto, Iriver Story, Airis dBook, Hanvon N515, Binatone Readme, Teclast K3, SpringDesign Alex, Kobo Reader, various Android phones and the iPhone/iPad. In addition, using the Save to disk function you can use it with any ebook reader that exports itself as a USB disk.

Die Verwaltungsfunktionen sind für privaten Bereich brauchbar. Calibre ist steht Open Source und für Linux, Mac und Windows zum Download bereit. Eine Einführung in die wichtigsten Funktionen liefert Calibre-Entwickler Kovid Goyal in folgendem Video:

Google Refine

Am Mittwoch wurde Google Refine 2.0 released. Google Refine kann dazu dienen, unordentliche Datenmengen aufzuräumen und nachnutzbar zu machen. Hat man z.B. eine Datei in der unterschiedliche Schreibweisen zur Beschreibung des selben Sachverhalts genutzt wurden, kann man sie mit Refine mühelos clustern. Mehr Infos dazu gibt es im Refine-Blog oder in diesen Tutorial-Videos:

Erste Spielereien mit Refine zeigen, dass es ein mächtiges, aber durchaus schnelles Tool ist. Einsatzszenarien sind zum Beispiel die Aufbereitung von Open Government Data vor der Publikation. Vor diesem Release hieß die Software Freebase Gridworks und wurde u.a. eingesetzt, um Daten für data.gov.uk aufzubereiten. Dieses Beispiel ist neben anderen im Google-Refine-Blog zu finden.

Markup.io: Webseiten beschriften

MarkUp ist ein Werkzeug, mit dem man sich kreativ in anderer Leute Blogs einmischen kann. Entdeckt man zum Beispiel, dass jemand offensichtlichen Unsinn schreibt, kann man dies gleich kommentieren. Als Beispiel habe ich hier ein Posting in Textundblog.de ausgewählt. Dem sonst sehr aufmerksamen und zuverlässigen Markus ist dort eine dramatische Fehleinschätzung unterlaufen, die einer sofortiger Korrektur bedurfte: http://markup.io/v/vcq56w924xkc

Screenshot von Textundblog inkl. Markup-Menü, CC:by-sa-nc von Markus Trapp
Screenshot von Textundblog inkl. Markup-Menü, CC:by-sa-nc von Markus Trapp

Etwas umständlich ist der Weg auf die Originalseite. Rechts oben im Bildschirm befindet sich ein kleines Menü, über das man zum Original gelangt.

QR-Codes per Bookmarklet

In der aktuellen c’t (Heft 12, 2010, S. 168) findet sich eine kompakte kleine Anleitung, was man mit QR-Codes alles machen kann. Und vor allem, wie man sie erzeugt. Für mich neu: Man kann auch farbige QR-Codes generieren, solange die Helligkeitskontraste hoch genug sind.

Als Bonus gibt es ein kleines Bookmarklet (dieses hier: URL2QR), das man als Lesezeichen in den Browser ziehen packen kann. Klickt man drauf, wird via Google-Chart-Tools ein QR-Code mit der URL des aktuell geöffneten Tabs erzeugt. Allerdings nur in schwarz-weiß.

Das es auch bunter und sogar mit kleinen Design-Elementen geht, kann man z.B. hier und hier sehen. Und hier:

Dieser Code wurde mit dem Moji-Q-Generator erzeugt. Je mehr Schnickschnack man allerdings in QR-Codes packt, desto schwerer lesbar scheinen sie zu sein. Wer ein wenig Geld investieren möchte, kann sich jedoch einwandfrei lesbare QR-Schmuckstücke basteln lassen.

CARPET lässt mit sich reden

Das CARPET-Projekt ist vielen Infobib-Lesern vermutlich bekannt. In der Selbstdarstellung heißt es, dass die effiziente Nutzung von Werkzeugen und Dienstleistungen für das wissenschaftliche Publizieren unterstützt werden soll. Im Einzelnen werden

  • eine Erhebung zu vorhandenen Publikationsinstrumenten aufbereitet und in Katalogform dargestellt,
  • ein Kompass zur Analyse für die Bestimmung einer Strukturierung und Systematik entwickelt,
  • eine Kollaborationsplattform entwickelt und zur Verfügung gestellt,
  • Leitlinien zu Standards und Interoperabilität erarbeitet und
  • ein virtuelles Kompetenzzentrum aufgebaut.

In einer Umfrage versucht CARPET-Team gerade herauszufinden, wie CARPET verbessert werden könnte, wo potentielle Nutzungsmöglichkeiten liegen. Ich wurde befragt und habe das geschlossene Forum und die fehlende Kommentarfunktion benörgelt. Das war gestern. Nicht einmal 24 Stunden später wurden die News mit einer Kommentarfunktion (z.B. bei diesem Hinweis auf Doctor-Doc) und das Forum mit einem Gast-Account versehen. Daumen hoch! Die technische Möglichkeit zur Kommunikation bedeutet noch nicht, dass eine Community auch entsteht, sie ermöglicht dies aber immerhin.

In diesem Sinne habe ich den Carpet-RSS-Feed jetzt auch in die Quellen für die Yahoo-Pipe aufgenommen, aus der sich das Schaufenster der deutschen Open-Access-Szene gespeist wird. Ein Angebot, dass übrigens tatsächlich genutzt wird, wenn ich mir die Anzahl der Infobib-Besuche mit Pipe-Referrer ansehe. Im April waren es insgesamt 1928, im Mai bislang 1068. Da Infobib ansonsten kaum gepiped wird, interpretiere ich das einfach mal so, dass zumindest ein gewisser Teil dieser Besucher über die Yahoo-Pipe hierhin geleitet wird.

Hangul-Konverter nach McCune-Reischauer

Wenn es in Gesprächen um den Themenkreis „Bibliotheken und Blogs“ geht, komme ich oft darauf, dass es so wahsninnig viele Spezialisten in Bibliotheken gibt, die keinen oder kaum fachlichen Austausch haben. Das führt unter anderem dazu, dass Eigenentwicklungen oder neue Ideen den Weg aus der eigenen Institution nur selten finden. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist schon nach der ersten Lektion des Web-2.0-Selbstlernkurses Bibliothek 2.009 gefunden. Ein/e TeilnehmerIn widmet sich der CJK-Katalogisierung. Ich musste auch erst nachschlagen, was CJK bedeuten mag. Wikipedia weiß es natürlich.

In diesem Blog findet sich ein Hinweis auf einen selbsterstellten Hangul-Konverter nach McCune-Reischauer. Ich zitiere:

Um kritische Anmerkungen und Kommentare wird ausdrücklich gebeten!

Katalogisierung koreanischer Literatur ist absolut nicht mein Spezialgebiet. Falls sich jedoch jemand aus der Leserschaft angesprochen fühlt: Hier geht’s zur Diskussion.

Migration von Bibsonomy zu Delicious und umgekehrt

Wer mit seiner Linksammlung von Delicious zu Bibsonomy umziehen möchte, der bekommt in den Bibsonomy-Settings die sehr bequeme Möglichkeit dazu. Damit es auch anders herum fluffig läuft, hat Christian Schenk ein Script veröffentlicht, dass alle Bookmarks aus Bibsonomy fein säuberlich zu Delicious überträgt: den BibsonomyExporter. Das „Aufnahmedatum“ geht dabei verloren, alle anderen Metadaten bleiben erhalten.

Keine Panik: Pflichtabgabe von Netzpublikationen eilt nicht

In den Kommentaren zur Meldung über die Verordnung zur Pflichtabgabe von Netzpublikationen sind zum Teil gruselige Visionen beschworen worden. Der Telagonsichelputzer hat bei der DNB nachgefragt und früher als ich eine Antwort erhalten. Alle Angaben ohne Gewähr, wie man in seinem Blog nachlesen kann:

* Publikationen wie Weblogs sind momentan für die Erfassung nicht relevant.
* Private Inhalte auch außerhalb Weblogs, die mit Werbeanzeigen einen gewerblichen Charakter haben, sind für die Archivierung derzeit nicht relevant.
* Technisch gesehen ist die Archivierung von sehr vielen Datenmengen, insbesondere individuelle Publikationen wie Weblogs, noch nicht ausgereift.
* XML und RSS seien andenkbare Lösungen zur Aggregation der Inhalte, die jedoch noch in Planung sind.
* Die Pflege der Daten bei Aktualisierungen der publizierten Texte ist derzeit noch nicht gelöst.
* Digitale Bilder und Videos diverser Social Media Networks stellen die Nationalbibliothek vor eine Herausforderung, insbesondere die zu bereitstellende Speicherkapazität seitens der Nationalbibliothek für einen digitalen Film sind derzeit nicht abgedeckt.

Für Nichtblogger und Firmen: Kann man nicht einfach per wget oder einem ähnlichen Tool die Seiten runterschaufeln, das dann durch sowas wie HTML2PDF drehen und anschließend der DNB rüberschicken? Das kann man automatisieren, und wenn die Notwendigkeit bestünde, lässt eine bedienungsfreundliche Open-Source-Applikation bei Bedarf bestimmt nicht allzu lange auf sich warten.

TiddlyWiki

Besim Karadeniz freut sich, dass es TiddlyWiki in eine Liste mit 15 Open-Source-Wikis geschafft hat. Als ich dort sah, dass TiddlyWiki, das ich bislang nicht kannte, komplett in Javascript erstellt ist und keine Datenbankanbindung benötigt, war ich ein wenig skeptisch. Diese Skepsis hat sich jedoch gerade in helle Begeisterung gedreht. Noch einfacher wird das Erstellen eines Wikis frühestens mit der Realisierung des Holo-Decks.

Kurzfassung:

  • Right click on http://www.tiddlywiki.com/empty.html
  • Choose „Save link as…“ or „Save target as…“
  • Save the file to your desktop or somewhere else
  • Go to the file you just saved and double click it

Das war’s! Wirklich:

Vom eingangs erwähnten Besim Karadeniz gibt es übrigens auch eine deutsche Version. Und gerade sehe ich, das ich natürlich nicht der Erste bin, der dieses kleine Tool entdeckt…