Jan Brennenstuhl bloggt über die Lizenzpolitik der Deutschen Digitalen Bibliothek.
PS: Dieses Posting war in ähnlicher Form am 18.12. eigentlich schon veröffentlicht, ist aber aus mir schleierhaften Gründen verschwunden.
Interessantes aus Informations- und Bibliothekswesen
Jan Brennenstuhl bloggt über die Lizenzpolitik der Deutschen Digitalen Bibliothek.
PS: Dieses Posting war in ähnlicher Form am 18.12. eigentlich schon veröffentlicht, ist aber aus mir schleierhaften Gründen verschwunden.
Vor vier Tagen ging es hier um Altmetrics in Primo. Kollege Kinstler aus der VZG las dies und hat in sehr kurzer Zeit (besten Dank!) eine unkomplizierte Umsetzung für VuFind gefunden und in unserem (nicht öffentlichen) Testsystem umgesetzt. Und zwar ganz einfach mittels der von Altmetric.com angebotenen Badges. Die sehen beispielsweise so aus:
Diese Darstellung ist doch etwas klobig, daher haben wir uns im Echtsystem für eine etwas dezentere [1] Die Konfiguration lautet: class=’altmetric-embed‘ data-badge-popover=’top‘ data-hide-no-mentions=’true‘ Variante entschieden. Im kurzen Filmchen sieht man, wie es momentan aussieht:
Beispiele können hier eingesehen werden:
Und wer nicht weiß, was das alles soll: hier geht es zum Altmetrics-Manifesto.
References
| ↑1 | Die Konfiguration lautet: class=’altmetric-embed‘ data-badge-popover=’top‘ data-hide-no-mentions=’true‘ |
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An der Bibliothek der Hochschule Hannover haben wir seit ein paar Wochen VuFind im Beta-Einsatz. Den Begriff „Beta“ fassen wir in einer ähnlichen Weise auf, wie er in der Wikipedia beschrieben wird:
Der Nutzen eines Betatests besteht darin, dass Fehler, die typischerweise erst in der Praxis auftreten, wie zum Beispiel Konflikte mit anderen Programmen oder Probleme mit bestimmten Hardwarekomponenten, schon vor dem Release des Programms erkannt und behoben oder zumindest dokumentiert werden können.
Dass wir BibliotheksmitarbeiterInnen mit jahre- bis jahrzehntelanger Bibliotheks- und Katalogerfahrung nicht geeignet sind, unser neues System aus Nutzerperspektive zu beurteilen, war uns klar. Also hat meine Kollegin Andrea Hofmann einen Fragebogen konzipiert, den wir mit verschiedenen Nutzern durchgehen wollten. Gesagt, getan:
Das Testszenario war recht einfach. Wir haben StudentInnen und KollegInnen mit Kaffee und Keksen in unseren Besprechungsraum gelockt und sie dort vor den Katalog gesetzt. Meine Kollegin unterhielt sich mit den Testern und ging mit ihnen die Fragen und Aufgaben aus dem vorbereiteten Fragebogen durch. Ich saß im Hintergrund, beobachtete und machte Notizen. Die Ergebnisse haben uns teils bestätigt, teils überrascht.
Da wir nicht die einzige Bibliothek sind, die gerade an der Oberfläche von Discovery-Systemen herumschraubt, möchten wir ein paar der wichtigsten Erkenntnisse hier zusammenfassen:
Erwartungsgemäß sind den Testern gleich ein paar Fehler oder Unbequemlichkeiten in der Usability aufgefallen. Das Fenster für die Autocomplete-Vorschläge war beispielsweise nicht breit genug. Die Vorschläge waren abgeschnitten und wurden dadurch unbrauchbar:
Die Favoritenfunktion war einigen Testern zu überladen. Man muss im Favoriten-Popup scrollen, um speichern zu können. Und durchschnittliche Nutzer scrollen nicht gern. Auch war einigen nicht klar, was Tags sind. Und noch wichtiger: wo diese Angaben auftauchen. Letzteres haben wir provisorisch behoben, indem wir das Formular um die Angabe ergänzt haben, was öffentlich ist und was nicht.
Die Darstellung der Verfügbarkeitsinformationen in der Vollanzeige wurde teils als unübersichtlich empfunden. Daran arbeiten wir ohnehin gerade. Die wiederholten Wünsche nach Anzeige des Rückgabedatums und der Zahl der Vormerkungen sind verständlich, können aber leider noch nicht umgesetzt werden.
Bibliothekarische Begrifflichkeiten sind Nichtbibliothekaren ebenso unverständlich, wie Versicherungsvokabular Nichtversicherungsmenschen unverständlich ist. Dieser Kritikpunkt war zu erwarten. Erstaunt waren wir ein bißchen, welche Begrifflichkeiten unklar sind. „Artikel“ zum Beispiel ist vielen offenbar geläufiger als „Aufsatz“. Hier wollen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal mehr Zeit investieren, um ein Vokabular zu finden, das sowohl die exakte Beschreibung des Bestandes erlaubt als auch allgemein verständlich ist.
Ein klarer Kritikpunkt war in diesem Zusammenhang auch unser „Collections“-Filter. Wir hatten Facetten, mit denen sich „Bibliotheksbestand“, „Nationallizenzen“ und „Online Contents“ filtern ließen. Bibliotheksbestand leuchtete ein, „Nationallizenzen“ war allen unklar und „Online Contents“ wurde als „online verfügbare Dokumente“ missverstanden.
Die Funktion der übrigen Facetten war allen Testern klar und wurde für sinnvoll befunden. Es wurden spontan keine weiteren Facetten vermisst.
Die Trefferliste wurde von fast allen als viel zu lang empfunden. Gewünscht wurden mehr Treffer auf einen Blick. Die bis dahin in der „Kurzliste“ angezeigten Verfügbarkeitsinformationen (z.B. Standort und Signatur) wurden an dieser Stelle meist als überflüssig gesehen.
Wir haben zusätzlich die „Ähnlichen Schlagworte“ entfernt, um größere Teile der Ergebnisliste auf den Bildschirm zu bekommen. Denn: Nutzer scrollen nicht gerne! [1] Vgl. „Verwirrende Dialoge und unklare Angaben“
Die Bedienung der grafischen Zeitleiste (Markierung des gewünschten Zeitraums) wurde von keinem Testnutzer ohne Hilfestellung verstanden. Als nützlich wurde die Darstellung der Erscheinungsjahre – im Sinne einer Infografik – meist dennoch empfunden.
Wir wollten auch herausfinden, wie Nutzer gezielt nach Zeitschriftenartikeln eines bestimmten Autors suchen. Interessanterweise wurde daraufhin mehrfach nach „Bill Gates Artikel“ oder „Bill Gates Zeitschrift“ gesucht. Wir wollen nun verfolgen, [2]In nicht allzu ferner Zeit werden wir eine weitere Gruppe Nutzer unter Beobachtung auf unseren neuen Katalog loslassen. Zusätzlich erfassen wir – selbstverständlich anonymisiert – die … Continue reading ob wir diese Art der Suche ausgelöst haben oder ob es sich um ein gängiges Suchmuster handelt. Falls letzteres, könnte man darüber nachdenken, diese Art der Suche zu ermöglichen.
Das waren im wesentlichen die Kritikpunkte. Insgesamt wurde VuFind als „freundlicher“, „einladend“ und „umfassend“ empfunden. Die Formulierung „besser als der alte Katalog“ fiel im Wortlaut mehrfach. Ebenso gab es (positive) Vergleiche zu Ebay, Amazon und Immobilienportalen. Eigentlich war jeder Testnutzer sehr angetan. Also: weiter geht’s!
In einigermaßen regelmäßigen Abständen werden Beiträge aus der Libworld-Reihe in Journals oder Büchern zitiert. Ich erfahre davon meistens über Alerts, z.B. bei Google Scholar. Was ich selten erfahre ist der eigentliche Inhalt der Publikation über den Abstract hinaus. Fast immer handelt es sich um Closed-Access-Publikationen. Natürlich ließe sich an die Artikel gelangen. Die Möglichkeiten sind zahlreich. Ich könnte die meist geforderten 25 – 39 US$ zahlen, [1] Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis? ich könnte die Fernleihe bemühen, ich könnte nach eventuellen Embargo-Zeiten nach OA-Versionen suchen. Und noch vieles mehr.
Will ich das? Ich will ja nur schnell nachsehen, in welchem Kontext die Libworld-Publikation (aktuell der Finnland-Artikel von Reetta Saine, der anscheinend in diesem Artikel zitiert wurde) erwähnt wird. Dafür so ein Aufwand? [2] Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten.
Zusammenfassung: Bezahlschranken sind Zugangsschranken sind Entdeckungsverhinderer sind innovations- und wissenschaftsfeindlich.
References
| ↑1 | Haha. Hat das überhaupt schon mal jemand gemacht? Oder ist das eher ein symbolischer Preis? |
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| ↑2 | Besonders unverständlich ist das bei Publikationen der IFLA, die sich oft an ein Publikum aus Schwellen- und Entwicklungsländern richten. |
Twitter hat endlich eine Möglichkeit geschaffen, alle eigenen Tweets herunterzuladen. Noch ist die Funktion nicht für alle verfügbar.
Das nach dem Erfolg der PLoS und dem Riesenwirbel um PeerJ nun immer mehr Megajournals an den Start gehen würden, war zu erwarten. Die Ankündigung von IEEE, nächstes Jahr das eigene OA-Megajournal IEEE Access zu starten, überrascht mich dennoch.
IEEE Access will debut in 2013 as the first open access mega journal in the growing IEEE open access publishing program. The scope of this all-electronic, archival publication comprises all IEEE fields of interest, emphasizing applications-oriented and interdisciplinary articles.
Für die in Sachen Open Access eher zögerlichen Ingenieurswissenschaften klingt das nach einem großen Schritt. Article Processing Charges von US$ 1750 sind zwar alles andere als günstig, aber die Preise werden durch PeerJ & Co mittelfristig ohnehin sinken. Interessanter wird die Lizenzfrage sein:
For now, an author will be asked to sign a copyright transfer form for an open access article.
However, IEEE is reviewing options for new legal instruments for authors, including a license that would define usage rights for open access articles. When the appropriate documents are prepared, IEEE systems now used to manage copyright transfer will be modified for open access.
Bleibt abzuwarten, wie diese „new legal instruments“ gestaltet sein werden.
Christine Stohn schreibt über eine Extension, mit der man Altmetrics in Primo integrieren kann:
We have just added a free Primo code extension to the CodeShare area in EL Commons, the Ex Libris collaborative platform. It enables libraries using Primo to embed altmetrics from altmetric.com into the search results. I am very excited about this new feature. Read more about my take on altmetrics below the picture.
Die Idee ist gut, die API ist hier. VuFind könnte sowas doch auch ganz gut gebrauchen…
Rachel McAthy stellt 14 Tools vor, mit denen man „Stories visualisieren“ kann. Oft sind das interaktive Zeitleisten, die auf mehr oder einfache Art und Weise zusammenzuklicken sind, manche Dienste bieten aber auch mehr oder etwas grundlegend anderes. Einige wurden hier bei Infobib oder in anderen Biblioblogs schon genutzt. Storify zum Beispiel.
Oder Fusion Tables, das auch für die frisch auferstandenen Openbibliojobs eingesetzt wird. Die Stellenangebote kann man sich auf einer Karte anzeigen lassen. Im Menü „Visualize“ einfach auf „Map“ klicken. Noch schöner finde ich dort jedoch die experimentelle Funktion „Network Graph“ („Labs“ -> „Network Graph“).
Mit diesen Daten (und der heterogenen Eingabe (Orte mal mit und mal ohne PLZ, Bibliotheken in abgekürzter und ausgeschriebener Form)) sind die Ergebnisse natürlich eher als Spielerei zu betrachten.
Felix Schwenzel erklärt die robots.txt und andere Möglichkeiten, Rechte und Berechtigungen im Quelltext einer Seite maschinenlesbar kenntlich zu machen.
Eine ärgerliche Geschichte in drei Tweets:
1. Das Ereignis
gestern hat jemand die Tabelle mit den Stellenangeboten bei Google als „unangemessen“ gemeldet. Backup ist hier dropbox.com/s/pym6crek58t9…
— Phu Tu (@birnenbart) Dezember 11, 2012
2. Die Analyse
@birnenbart Unglaublich, zeigt aber die Abhängigkeit von Google. #openbibliojobs
— Nemissimo (@nemissimo) Dezember 11, 2012
3. Die Konsequenz
@nemissimo ja, wir werden entsprechend handeln und eine neue Version aufsetzen
— Phu Tu (@birnenbart) Dezember 11, 2012
Demnächst also hoffentlich unter http://www.openbibliojobs.eu/. Wer immer die Meldung auch gemacht hat, möge sich bitte besinnen, was er/sie damit anrichtet. Einige arbeitssuchende KollegInnen werden nun vielleicht Bewerbungsdeadlines verpassen. Ganz toll!