Google digitalisiert Stadtbibliothek von Lyon

Lyon hat Google für die Digitalisierung ihrer Gemeindebibliothek ausgewählt. Es ist die erste französische Stadt, die sich einer Privatfirma anvertraut, anstatt die Verwirklichung der digitalen europäischen Bibliothek abzuwarten. „Die europäischen Fonds sind selten. Wenn wir eine öffentliche Initiative abgewartet hätten, würden wir in 20 Jahren immer noch warten“, erklärte Bürgermeister Gerard Collomb (PS) seine Initiative.

[via derstandard.at]

Yahoo Boss

Yahoo hat nicht nur einen Chef, nun gibt’s dort zusätzlich noch (einen) Boss.

Boss (Build your Own Search Service) ist eine offene Suchplattform, mit der eigene Suchwerkzeuge gebaut werden können. Man hat dabei Zugriff auf den kompletten Yahoo-Index. Dies ist ein Schritt, den bislang keine andere Suchmaschine gewagt hat.

Ein Beispiel für eine Boss-Anwendung ist Cluuz.

Biblionik

Neues Solo-Blog vom (bisherigen?) Netbib-Blogger Lambert Heller: Biblionik:

Der Titel dieses Blogs ist […] nicht nur Wortspielerei. Bionics (dt. Bionik) unterstellt der Natur raffinierterweise eigene Zwecke, um Eigenschaften der belebten Natur als “Werkzeuge” interpretieren und sie dann anschließend für menschliche Zwecke kopieren und remixen zu können. In gewisser Weise soll sich Biblionik mit der Web-Natur beschäftigen, stets mit den bibliothekarischen Erfahrungen und Zwecken vor Augen.

Viel Erfolg!

Google und das Bibliothekswesen

Zur Zeit tobt eine heftige Debatte durch die US-amerikanische Biblioblogosphäre, ausgelöst von einem Posting von Steven M. Cohen. Kurzfassung: Google warb jahrelang um die Gunst der BibliothekarInnen und zieht sich jetzt einseitig aus dieser einst innigen Beziehung zurück. Als Beispiel wird die Googles Librarian Central genannt, das für mehr als ein Jahr pausierte und wohl nur aufgrund der aktuellen Debatte wiederbelebt wurde.

Die Problematik war auch schon während der Inetbib-Tagung Flurgespräch. Zwar zeigte Stefan Keuchel dort Präsenz, und er forderte auch alle Bibliothekare auf, mit Google zusammen zu arbeiten. Dass dies praktisch fast unmöglich ist, müsste jedem klar sein, der es einmal versucht hat. Auf Mails wird nicht reagiert, und dass die Librarian Central komatös vor sich hin dämmerte, ist ein mehr als deutliches Zeichen.

Aber ernsthaft: Hat jemand etwas anderes erwartet? Google ist kein Wohltätigkeitsverein, und wenn kein handfestes finanzielles oder strategisches Interesse mehr an einem Partner besteht, lohnt sich auch Engagement nicht mehr. Googles Mission, das Wissen der Welt verfügbar zu machen ist in diesem Sinne so zu verstehen, dass Google Bibliotheken dort anpartnert, wo sie deren Rolle (noch) nicht übernehmen können. Cohen:

But even more, I’m disappointed in librarians who actually fell for this blatant marketing scheme. Did they really think that this relationship would continue? Did they grasp the importance of what Google was/is doing? Will they fight back? Or will they fit the stereotype that librarians are passive and let yet another company walk all over them? I hope they won’t, but then again, I won’t be surprised if they do.

Sneak Preview: ISBN2SRU

Das hier vorgeschlagene Plugin ist zwar noch nicht fertig. Aber ein funktionsfähiger Prototyp steht.

Screenshot:

Funktion:
Die Eingabe einer ISBN in der Form
[isbn]3-492-04549-9[/isbn]
erzeugt eine SRU-Anfrage beim GBV. Sofern Daten vorliegen, werden diese geparst und in das Posting kopiert.

Es ist noch einiges zu verbessern, in den nächsten Wochen wird es aber veröffentlicht werden. Für den Anfang sollen GVK, LoC und DNB zur Auswahl stehen. Möglich sind alle Datenbanken, die eine SRU-Anfrage erlauben und Dublin Core zurückgeben. Vorschläge, Wünsche?

Erste Ausgabe von BRaIn erschienen

Mit dem Schwerpunktthema Besondere Bibliotheken: Bibliotheken in der Bildenden Kunst startet das neue E-Journal der FH Potsdam „BRaIn – Potsdamer Beiträge und Reportagen aus der Informationswissenschaft“. Es handelt sich um eine Open-Access-Zeitschrift, die in einem studentischen Projekt konzipiert und umgesetzt wurde. Publiziert werden sollen vor allem Beiträge aus der Potsdamer FH.

[via IBI]

Google Lively

Bei Googles kann man es offenbar nicht ertragen, irgendetwas nicht selbst anzubieten. Nun also pseudobrowserbasiertes Second Life unter dem Namen „Lively“.

Wirklich browserbasiert ist die Anwendung nicht. Erforderlich ist die Installation eines Clients, der ausschließlich unter Windows funktioniert. Hat man dies hinter sich gebracht, kann man verschiedene „Räume“ betreten. Es gibt auch schon ein paar „Libraries“. In diesem Raum kann man dann darauf hoffen, dass sich dort interessante Gesprächspartner aufhalten.

Man kann diese Räume auch per iframe in andere Webseiten einbinden. Beispiel:

Lively ist ein 3D-Chatroom mit umständlicher Bedienung und häßlichen Avataren, spaßfrei und ohne erkennbaren Nutzen: überflüssig. Ich bin gespannt, wann sich dennoch die ersten Bibliothekare an die Arbeit machen, Bibliotheksdienste in diesem Umfeld nachbilden zu wollen. Kann ja nicht lange dauern. Die gaming librarians stehen bestimmt schon in den KellerStartlöchern.

[via Heise]