Fu-PusH-Statement-Finder

Mit dem Statement-Finder können Aussagen aus Interviews gesammelt und erschlossen werden, wie hier bei über 3000 Aussagen aus dem Fu-PusH-Projekt. Die einzelnen Tags (z.B. zu Bibliotheken und Empfehlungen) und Aussagen wie diese über die Notwendigkeit von Langzeitarchivierung in öffentlicher Hand sind einzeln verlinkbar.

Weitere Informationen zum Statement-Finder sind hier zu finden. Die Daten stehen unter CC-BY 3.0.

Electronic-Ressource-Management-Systeme: AMSL und SemperTool RMS

Die Verwaltung von elektronischen Ressourcen und der dazugehörigen Lizenzen etc. spielt in Bibliotheken eine immer größere Rolle. Ein von der, bzw. für die UB Leipzig auf Linked-Data-Technologie entwickeltes System auf Ontowiki-Basis nennt sich AMSL:

Projektziel ist die Bereitstellung einer skalierbaren, nachnutzbaren Web-Applikation zur Verwaltung elektronischer Ressourcen in sächsischen Hochschulbibliotheken. Die Software nutzt Linked-Data Technologien und integriert alle für das ERM benötigten Daten in RDF. Notwendige Transformationsprozesse werden auf der Datenmanagement-Plattform formuliert, ausgeführt und in das ERM-System überführt. Ablaufprozesse, Datenmodelle und Abfragen können auf einer systembibliothekarischen Ebene erstellt und konfiguriert werden. Als generisches Werkzeug sind die Empfehlungen der DLF ERMI zu berücksichtigen.

Ein weiteres, zumindest von der UB Mannheim (PDF) eingesetztes Tool ist das dänische SemperTool Resource Management System (RMS).

The SemperTool Resource Management System (RMS) is a tool that provides all of the core functionality critical for managing library collections: including all features of an Electronic Resource Management System (ERM), as well as the ability to manage physical holdings on the library shelf.

Fingerabdrücke auf mittelalterlichen Wachssiegeln

Wachssiegel an mittelalterlichen britischen Dokumenten (12. bis 14. Jahrhundert) sollen auf Finger- und Handabdrücke untersucht werden. Die Dokumente stammen aus den Kathedralen von Exeter, Hereford und Lincoln, der National Library of Wales und aus Westminster Abbey.

Mehr Infos gibt es in diesem Bericht.

Siegelmarke Titel: SC * BVRGENSIVM * DE * VORDIS + ('Sekretssiegel der Bürger von Vorde') Beschreibung: roter Wachs, im Inneren des Siegels der heilige Liborius Ort: Bremervörde Größe: zwischen 3 und 4 cm
Siegelmarke Titel: SC * BVRGENSIVM * DE * VORDIS + (‚Sekretssiegel der Bürger von Vorde‘) Beschreibung: roter Wachs, im Inneren des Siegels der heilige Liborius Ort: Bremervörde Größe: zwischen 3 und 4 cm

Amnesty fordert Freilassung von Natalia Sharina

Die IFLA bezeichnet die Stürmung einer Moskauer Bibliothek und die Verhaftung der Leiterin Natalia Sharina (siehe auch hier) als „unverhältnismäßig und unnötig“. Amnesty weist darauf hin, dass Sharina unter Arrest steht und Ihr nun bis zu fünf Jahren Haft drohen. Per auch online zu zeichnender Petition wird der russische Generalstaatsanwalt dazu aufgerufen, Sharina freizulassen und die Meinungsfreiheit zu respektieren.

Digitalisierung und Open Access im SPD-Grundsatzprogramm

Die SPD hat ein „Grundsatzprogramm für die digitale Gesellschaft“ (PDF) veröffentlicht. Ab Zeile 726 heißt es:

Urheberrecht weiterentwickeln, Open Access fördern
Die Herausforderungen der Digitalisierung anzunehmen, bedeutet auch, das Urheberrecht zu modernisieren und weiterzuentwickeln. Notwendig sind ein bildungs- und forschungsfreundliches Urheberrecht und eine umfassende Open-Access-Politik. Durch ein unabdingbares Zweitverwertungsrecht muss der freie Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen im Internet systematisch gefördert und ausgebaut werden, insbesondere wenn Beiträge durch öffentliche Mittel gefördert wurden. Darüber hinaus braucht es eine allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke im Urheberrecht.

Umfassende Open-Access-Politik ist reichlich schwammig, zumal nirgendwo definiert wird, was darunter verstanden wird. Zur Digitalisierung ist ab Zeile 1222 folgendes zu lesen:

Nachhaltige Digitalisierungsstrategien von Kunst und Kultur stärken
Digitalisierungsstrategien und -konzepte müssen nicht nur die Sicherung und den Erhalt des kulturellen Erbes im digitalen Zeitalter schaffen, sondern auch die Authentizität und Wirkungsmächtigkeit von Kultur und Kunst stärken. Dies gilt nicht nur für Bildwerke wie Fotografie, Malerei und Film, sondern auch für alle weiteren Bereiche wie Museen und Parks, Architektur, Konzerte und Theater, die durch entsprechende digitale Zugangsformen wie virtuelle Rundgänge und digitale Information erfahrbar werden. Das trifft besonders für Archive und Bibliotheken zu, deren Erhalt als moderne, sozial offene Räume der kulturellen Kommunikation die Digitalisierung mit einschließen muss. Wir brauchen eine Stärkung der kulturellen und medialen Bildung, um das Authentische erfahren zu können. Zugleich müssen die Kultur- und Wissenseinrichtungen darin unterstützt werden, die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung auch nutzen zu können.

„Wir brauchen eine Stärkung“ ist kein Programm, das ist eine Feststellung. Warum wird hier nicht klarer formuliert? „Angestrebt wird die Digitalisierung aller in öffentlicher Hand befindlicher Werke und ihre bedingungslose Veröffentlichung, sobald sie gemeinfrei sind.“ Ja, das kostet viel Geld. Aber nur so wird eine notwendige Grundbedingung für wirkliche „Digitale Bildung“ und Teilhabe geschaffen.

[via Heise.de]

Tatiana Walther: Erschließung historischer Bestände mit RDA

Tatiana Walther: Erschließung historischer Bestände mit RDA

Abstract:

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Erschließung historischer Bestände nach RDA. Inhaltlich begrenzt sie sich auf ausgewählte spezifische Merkmale alter Drucke und ihrer Formalerschließung mit RDA. Die Umstellung auf das neue Regelwerk, welches Anwen-dungsrichtlinien für alle Materialien vereinen soll, und einige in den Bibliotheksgremien diskutierte Aspekte wie z. B. „cataloger’s judgement“ haben die zentrale Frage dieser Arbeit veranlasst: Ist RDA für die Erschließung alter Drucke geeignet? Die Arbeit untersucht spezifische Merkmale alter Drucke. Sie betrachtet die bestehende Erschließungspraxis alter Drucke und geht auf die Grundlagen und wesentliche Inhalte von RDA ein. Zu wissenschaftlichen Methoden der Arbeit gehören der Regelwerkevergleich und das Experteninterview. Die Gegenüberstellung von RDA und den RAK-WB lässt erkennen, dass RDA sich prinzipiell für die Erschließung alter Drucke eignet und Elemente der bibliographischen Beschreibung ähnlich wie die RAK-WB abbildet. Wegen des allgemeinen Charakters sind einige Richtlinien von RDA noch zu konkretisieren. Mehrwert gegenüber den RAK-WB versprechen die normierten Sucheinstiege, die Erfassung von Werken und Beziehungen. Das Interview mit Christoph Boveland, dem Experten auf dem Gebiet Katalogisierung Alter Drucke, bringt neue Erkenntnisse über geplante Empfehlungen zur Erschließung alter Drucke mit RDA, Erweiterung des Standardelemente-Set usw. Basierend auf den Ergebnissen der Gegenüberstellung und der Meinung von Christoph Boveland wird eine Aussage zur Entwicklung der Lehrveranstaltung „Formalerschließung historischer Bestände“ an der Hochschule Hannover getroffen.

Zum Volltext.

VuFind (VZG) an der Bibliothek der Hochschule Hannover

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass die VZG eine Discovery-Lösung selbst entwickelt hat. Wir in der Bibliothek der Hochschule Hannover setzen eine VuFind-Lösung der VZG ein. Nicht als primäres Recherche-Instrument für unsere NutzerInnen, da auch nach einigen Jahren die Verfügbarkeitsinformationen immer noch nicht korrekt dargestellt werden, aber für jeden zugänglich: http://katalog.bib.hs-hannover.de

Die Entscheidung der VZG zur Eigenentwicklung kam nicht nur für uns sehr überraschend. Auf der Wiki-Seite der FAG Technische Infrastruktur ist nach wie vor von der „Entwicklung des zentralen GBV Discovery Angebotes auf Basis von VuFind und GBV Zentral“ die Rede, in den Protokollen der letzten beiden Fachbeirats-Sitzungen wird sie auch nicht erwähnt. Ebenso findet sich VuFind in den „Ziel- und Leistungsvereinbarungen 2015“ des GBV lediglich in dem Zusammenhang, dass eine Implementierung für den FID Pharmazie geplant ist.

Zu den technischen Aspekten dieser Entscheidung hat sich Oliver Goldschmidt schon detaillierter geäußert, als ich es je könnte.

Wir als bisherige VuFind-Anwender sind mit VuFind eigentlich soweit zufrieden, dass wir keinerlei Leidensdruck zu einem Umzug verspüren. Im Gegenteil sehen wir in der stetig wachsenden, gerade deutschsprachigen Anwender-Community mit finc, Beluga & Co einen großen Vorteil für VuFind, den ein anderes System so schnell nicht einholen kann – zumal essentielle Dinge wie Community-Beteiligung bei der noch namenlosen Neuentwicklung noch völlig unklar sind.

Es ist schade, dass die VZG diese Community nicht weiter unterstützt. Aber die Bibliothek der Hochschule Hannover sieht keinen Grund, auf ein anderes System umzuschwenken.

PS: Das Beluga-Team hat sich auch zur Zukunft von VuFind geäußert.

#bibtag16: Abgelehnte Bibliothekstag-Vorträge als Webcast

Felix Lohmeiers Einreichung für den Bibliothekstag 2016 wurde abgelehnt. Seine Reaktion:

Interessanter Beitrag abgelehnt? Wie wär’s mit einer Webcast-Serie für abgelehnte Beiträge zum #bibtag16? #reject https://pad.okfn.org/p/bibtag16-reject

Fantastische Idee, und das Programm liest sich schon recht spannend. Bis zum 30.11.2015 können noch „Einreichungen“ eingetragen werden. Ich freue mich auf interessante Vorträge!

Hauschke/Liventsova: Erstellung wiederverwendbarer RDF-Geodaten mit Google Refine

Gemeinsam mit Elena Liventsova habe ich meinen ersten Informationspraxis-Artikel veröffentlicht: Erstellung wiederverwendbarer RDF-Geodaten mit Google Refine.

Abstract:

Das Forschungsinformationssystem VIVO bietet als Linked-Data-basiertes System die Möglichkeit, Daten aus anderen Quellen wiederzuverwenden. In der Praxis kann man dabei auf Konvertierungsprobleme stoßen. Oft liegen Daten nur in tabellarischem Format vor, z.B. als CSV-Datei. Zur Konvertierung dieser Daten existieren verschiedene Werkzeuge, viele dieser Werkzeuge erfordern jedoch entweder spezielle technische Umgebungen (oft Linux-Systeme) oder sie sind in der Bedienung sehr anspruchsvoll. Im Artikel wird ein Workflow für die Konvertierung von Daten aus GeoNames für VIVO mit Google Refine beschrieben.

Das Ergebnis des beschriebenen Vorgangs wurde schon hier im Blog erwähnt und ist auf Zenodo und auf Github zu finden.

Es war übrigens sehr aufschlussreich, den Informationspraxis-Veröffentlichungsprozess einmal aus Autorensicht zu erleben. Und nun kann ich die Veröffentlichung dort auch als Autor durchaus empfehlen – was vermutlich niemanden überraschen wird. Das nicht-anonyme Peer Review empfand ich als sehr konstruktiv. Schwächen des Artikels konnten behoben werden, und dadurch, dass die Begutachtung nicht anonym war, konnten direkte Rückfragen die Bearbeitung des Artikels erheblich beschleunigen. Meine Erfahrungen decken sich an dieser Stelle mit dem Feedback, dass wir bislang von anderen AutorInnen bekommen haben. Wer das auch erfahren möchte: hier geht es lang!