Der Titel ist irreführend. Rajesh Rao berichtet darüber, wie die Indus-Schrift eben ohne eine Hilfe wie den Stein von Rosetta entziffert werden soll.
Kategorie: Bildung & Gesellschaft
Ten Simple Rules for Building and Maintaining a Scientific Reputation
Philip E. Bourne und Virginia Barbour haben in PLoS Computational Biology zehn Regeln für den Aufbau und den Erhalt einer wissenschaftlichen Reputation aufgestellt.
Rule 1: Think Before You Act
Rule 2: Do Not Ignore Criticism
Rule 3: Do Not Ignore People
Rule 4: Diligently Check Everything You Publish and Take Publishing Seriously
Rule 5: Always Declare Conflicts of Interest
Rule 6: Do Your Share for the Community
Rule 7: Do Not Commit to Tasks You Cannot Complete
Rule 8: Do Not Write Poor Reviews of Grants and Papers
Rule 9: Do Not Write References for People Who Do Not Deserve It
Rule 10: Never Plagiarize or Doctor Your Data
Die Regeln sind aus einer Diskussion im Committee on Publication Ethics entstanden.
[Hinweis von Martin Fenner via Google+ (der 1.)]
Einführung in die Wikiwatch-Querelen
Jakob hat die Geschichte um Wikipedia und Wikiwatch zusammengefasst und weiterführende Links gesammelt: Professoren und Journalisten bei der Arbeit.
Ulrike Beisiegel fordert Entschleunigung der Wissenschaft
Ulrike Beisiegel, Präsidentin der Universität Göttingen im Biospektrum:
Es kann nicht sein, dass die Zahl der Publikationen als Evaluationskriterium für wissenschaftliche Leistungen herangezogen wird. Vielmehr müssen die Ergebnisse in Bezug auf ihren Beitrag zum Wissensgewinn beurteilt werden.
Dies passt gut zu der schon im Februar letzten Jahres verkündeten Devise der DFG, nunmehr auf Qualität statt auf Quantität zu achten. Ob und wie gut dies von den Gutachtern der DFG umgesetzt wird?
[Besten Dank für den Hinweis an Uli!]
Wissenschaftsallianz fordert Rückzug Koch-Mehrins
In einer Pressemitteilung fordert die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisatoren den Rückzug der Plagiatorin Koch-Mehrin aus dem Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments.
Wer wegen Plagiats den Doktortitel verliert, sollte auch und gerade als Forschungspolitiker im europäischen Raum besondere Maßstäbe an sein Amt und sein Handeln anlegen. „Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten sind alles andere als ein Kavaliersdelikt“, sagt der Sprecher der Allianz der Wissenschaftsorganisationen, Leibniz-Präsident Karl Ulrich Mayer. „Deshalb hält die Allianz es für nicht akzeptabel, wenn Frau Koch-Mehrin im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments Deutschland vertritt.“
Wie die FDP, bzw. deren europäisches Pendant ALDE auf die Idee kam, ausgerechnet eine frisch ertappte Plagiatorin in diesen Ausschuss zu entsenden, ist schleierhaft. Erklärungsversuche bitte gerne in den Kommentaren hinterlassen!
Flachbildschirmrückseitenberatung und das Internet als gesellschaftliches Betriebssystem
Edlef Stabenau weist auf einen Vortrag von Gunter Dueck beim Bibliothekartag hin. Der ist zwar im Web nicht verfügbar, dafür aber ein Vortrag vom darauf folgenden Tag beim ZVEI:
„Die haben alles automatisiert, alles, nur das Buch noch nicht. Solange sind ihre Arbeitsplätze noch da. […] Dann kommt Traum oder Alptraum, wie man das will. Und dann [fragen die Bibliothekare]: „Was sollen wir denn machen?“
Dann sag ich: Das Wissen der Welt ist vertausendfacht. Ich hätte gerne sowas wie die Primärdaten und die Rohdaten aller Studien von allen wissenschaftlichen Sachen, oder EHEC-Studien oder sonstwas, möchte ich gerne im Internet haben. Und dann können wir darauf forschen. Dann suchen wir nicht mehr auf Texten, sondern auf Daten. Und dann hätte man doch ein hundertfach vervielfältigtes Feld für Bibliothekare. Die können die ganze Welt nochmal neu systematisieren. Und dann sagen sie: „Und wer soll das jetzt machen?“
Die 40 Minuten für den Vortrag lohnen sich. Das Bild ist nicht unbedingt erforderlich, man kann es also auch als Radio im Hintergrund laufen lassen.
Das Internet als digitales Gedächtnis
Wir speichern Unmengen von digitalen Daten. Das Internet wird zum Weltgedächtnis. Wird es in einigen Jahrzehnten vielleicht möglich sein, eine virtuelle Zeitreise in die Vergangenheit zu unternehmen? Mehr dazu im NZZ online-Artikel „Die megalomanische Merkmaschine“.
Das Vergessen bekommt im digitalen Zeitalter eine neue Bedeutung. Der NZZ online-Artikel „Lob des Verfallsdatums“ zeigt Möglichkeiten zum digitalen Vergessen auf.
Lesekultur in England
Die drohenden Bibliotheksschliessungen erhitzen die Gemüter in England. Die Briten lieben die Literatur, vor allem Literatur-Events erfreuen sich grosser Beliebtheit. Mehr zur Lesekultur in England ist im NZZ-Artikel „Es lebe das Lesen“ zu erfahren.
Automatische Preisfestlegung bei Amazon
Wer sich schon das eine oder andere Mal über sprunghafte Preisänderungen für Gebrauchtbücher bei Onlinebuchhändlern gewundert hat, wird diese Anekdote über automatisierte Preisfestlegung bei Amazon recht aufschlussreich finden. Michael Eisen ist auf ein Buch gestoßen, dass für $1,730,045.9 angeboten wurde. Innerhalb einer Woche stieg der Preis sogar auf über 23 Millionen Dollar. Zu diesem Preis kam es, weil sich zwei Preisfestlegungs-Bots (der Amazon-Anbieter „profnath“ und „bordeebook“) gegenseitig hochgetrieben haben:
Once a day profnath set their price to be 0.9983 times bordeebook’s price. The prices would remain close for several hours, until bordeebook “noticed” profnath’s change and elevated their price to 1.270589 times profnath’s higher price. The pattern continued perfectly for the next week.
Ein sehr schönes Beispiel für außer Kontrolle geratene reaktive Agenten. Wenn man sich nun vor Augen führt, dass Stock-Trading teils auch von Software-Agenten durchgeführt wurde…
Es gibt übrigens auch Beispiele für noch absurdere Preise bei Amazon. Hoggledorf erwähnt in den Kommentaren zu Michael Eisens Posting „Lana, The Lady, The Legend, The Truth“ von Lana Turner, das gebraucht entweder für $0,01 oder für $900,000,000.00 erhältlich ist.
Hennig, Maria: Wissensmanagement in Zeiten des demografischen Wandels
Der demografische Wandel wird in den nächsten Jahren große Auswirkungen auf die Gesellschaft und auch Unternehmen haben. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Unternehmen davon betroffen sein werden und wie den negativen Auswirkungen mit Hilfe von Wissens- und Demografiemanagement begegnet werden kann. Zunächst wird die Prognose der Bevölkerungsentwicklung der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2060 vorgestellt. Anschließend folgt eine Skizzierung der Herausforderungen, denen sich Unternehmen stellen müssen. Dieses sind die Alterung der Belegschaft, der voraussichtliche Fachkräftemangel und das massive Ausscheiden von Mitarbeitern in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren. Die Arbeit beschreibt, welche Bedeutung Kompetenzmanagement, lebenslanges Lernen und Wissensmanagement bei der Bewältigung dieser Herausforderungen haben. Eine Befragung einiger Unternehmen rundet die gewonnenen Erkenntnisse ab. Den Abschluss bilden Handlungsempfehlungen in Hinsicht auf die Unternehmenskultur, das Personal- und Wissensmanagements und die Arbeitsgestaltung.