Wer möchte Open Science podcasten?

Matthias Fromm sucht MitstreiterInnen für sein Open Science Radio (OSR):

Ich erhoffe mir davon genau die Dinge die mir momentan ein wenig fehlen:

  • etwas mehr Diskurs zu den einzelnen Nachrichten,
  • vielleicht sogar unterschiedliche Meinungen und Bewertungen einzelner Themen (also einfach eine weitere Perspektive),
  • sowie ein bißchen mehr Stringenz hinsichtlich des Veröffentlichungsrhythmus (als Einzelperson neigt man ja dazu den Termin bei Stress einfach schnell zu verschieben).

Das Format würde ich gerne ähnlich belassen, es soll also vor allem weiter darum gehen Neuigkeiten und Entwicklungen rund um das Thema Open Science vorzustellen und zu bewerten. Auch Gäste zu speziellen Thema sind für mich nach wie vor reizvoll.

Ich habe hier Anfang des Jahres schon auf das OSR aufmerksam gemacht. Nach wie vor ist OSR einer von sehr wenigen deutschsprachigen Podcasts, die sich Open Irgendwas auch aus akademischer Perspektive nähern. Und dementsprechend auch für Bibliothekswesen interessant ist.

Abgesehen davon ist es kein Monsterpodcast mit dreistündigen Monologen, sondern gut hörbar und in ansprechender Länge, was ich persönlich nicht unwichtig finde. Also, wenn Ihr auch wollt, dass OSR weiterhin besteht, dann verbreitet bitte diese Nachricht oder setzt Euch mit Matthias selbst in Verbindung. Alles weitere ist in seinem Blog zu finden.

Freie Alternativen zur BASE-API gesucht

Das Base-HTTP-Interface (hier der „Interface Guide“ (PDF)) sieht sehr vielversprechend aus, nur leider kann man darauf nicht zugreifen. Zumindest ich darf es nicht. Nun wäre die API in geradezu fantastischer Weise geeignet, um die Open-Access-Landschaft in verschiedenen geographischen oder fachlichen Bereichen zu untersuchen. Stattdessen muss man sich auch für einfachste Fragen selbst ums Harvesting bemühen.

Da die BASE-API unter Verschluss steht: was gibt es sonst noch?

Lizenzen per OAI-PMH abfragen

Wer herausfinden möchte, welche Lizenzen auf einem Repository verwendet werden, kann dafür das R-Paket OAIHarvester nutzen. Das folgende Skript ist vielleicht nicht elegant, aber es funktioniert zumindest bei OPUS3-Repositories.

library("OAIHarvester")

# Get OAI-Data. Three repositories to choose from. Just uncomment.
# baseurl <- "http://opus.bsz-bw.de/fhhv/oai2/oai2.php"
# baseurl <- "http://edoc.bbaw.de/oai2/oai2.php"
# baseurl <- "http://opus.kobv.de/euv/oai2/oai2.php"

x   <- oaih_harvest(baseurl,
             prefix = "oai_dc", from = NULL, until = NULL, set = NULL,
             transform = TRUE)

sets <- oaih_list_sets(baseurl)

x <- oaih_list_records(baseurl)
## Drop deleted records and extract the metadata.
m <- x[, "metadata"]
m <- oaih_transform(m[sapply(m, length) > 0L])

## Transform data to data.frame
o <- as.data.frame(m)

# Convert and table:
liccount <- as.character(as.vector(o$rights))
table(liccount)

Das OAIHarvester-Paket bietet noch deutlich mehr. Dies ist nur eine von vielen möglichen und nützlichen Anwendungen.

Start des Open-Access-Button!

Der Open-Access-Button ist online. Uli Herb hat in seinem Blog schon erklärt, worum es geht:

Wer sich unter http://www.openaccessbutton.org/ kostenlos registriert, kann ein Bookmarklet für die Lesezeichenliste seines Browsers herunterladen. Damit kann dann jederfrau/-mann fürderhin jedesmal, wenn man bei der Nutzung wissenschaftlicher Literatur auf eine Paywall trifft, sprich keinen Zugriff auf benötigte wissenschaftliche Literatur hat, weil die eigene Einrichtung sich den Zugang nicht leisten konnte, diese Behinderung durch Klicken des Bookmarklets öffentlich kenntlich machen. Das Ereignis wird dann (inkl. Namen des Nutzers, der sich in seiner Recherche blockiert sah, sowie einer URL sowie ggf. eines weiteren Identifiers auf die verweigerte Information) auf einer öffentlichen Karte eingeblendet.

Eine interessante und einfache Art, auf das Paywallproblem hinzuweisen und es zu visualisieren. Mehr zum OA-Button gibt es hier: How to use the Open Access Button.

Macht doch mal mit, zumindest eine kleine Zeit lang. Ich bin mir sicher, wir Bibliothekswesen stoßen beruflich bedingt noch öfter auf Paywalls als viele andere.

Zotero synchronisiert Texte

Die neue Zotero-Version enthält ein zusätzliches Feature, die Volltext-Synchronisation. Aktualisiert man seine Zotero-Installation, erhält man folgende Meldung:

Zotero can now sync the full-text content of files in your Zotero libraries with zotero.org and other linked devices, allowing you to easily search for your files wherever you are. The full-text content of your files will not be shared publicly.

You can change this setting later from the Sync pane of the Zotero preferences.

Diese Meldung ist missverständlich, wenn man sie mit der ausführlicheren Erklärung auf Google Groups vergleicht. Full-text content heißt nämlich nicht, dass EPUBs und PDFs hin- und hersynchronisiert werden. Es geht ausschließlich um „plain text“:

Zotero can now sync the full-text content of items — extracted text from PDFs (if you have the PDF indexing tools installed), the converted text of HTML snapshots, and other plain text — to zotero.org and to other linked Zotero clients, allowing you to search for files by full-text on the web or other devices. This works even if the file itself hasn’t synced, such as if you’re using on-demand file download.

Was ganz nützlich sein kann, kann aber auch ungewollt sein. Bei Unterhaltungen mit Wissenschaftlern gerade aus dem technischen Bereich kommt immer wieder großes Misstrauen auf, wenn es um Cloud-Lösungen geht. Denn dass die Files „not publicly shared“ sind, heißt nicht, dass sie nicht anderweitig angezapft werden.

Und daher sehe ich ein Problem darin, dass diese Einstellung bei neuen Zotero-Nutzern per default eingeschaltet ist. Opt-out beim Teilen von Daten ist per se die schlechtere Lösung.

Die Zotero-Server sind übrigens Teil der Amazon-Cloud. Traceroute-Ausschnitt zu zotero.org:

10 111 ms 95 ms 95 ms ae-81-81.ebr1.Frankfurt1.Level3.net
11 93 ms 95 ms 93 ms ae-46-46.ebr2.Paris1.Level3.net
12 94 ms 94 ms 93 ms ae-44-44.ebr2.Washington1.Level3.net
13 95 ms 93 ms 93 ms ae-92-92.csw4.Washington1.Level3.net
14 94 ms 93 ms 94 ms ae-4-90.edge1.Washington1.Level3.net
15 94 ms 92 ms 93 ms AMAZON.COM.edge1.Washington1.Level3.net
16 94 ms 95 ms 93 ms 72.21.220.167
17 95 ms 95 ms 93 ms 72.21.222.157
18 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
19 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
20 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
21 101 ms 102 ms 102 ms 216.182.224.85
22 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
23 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
24 * * * Zeitüberschreitung der Anforderung.
25 96 ms 95 ms 95 ms zotero.org [50.19.225.228]

Ablaufverfolgung beendet.

Ein Jahr Wikidata

Vor einem Jahr wurde das erste Wikidata-Objekt Q1 erstellt. Nun feiert Wikidata den ersten Geburtstag. Lydia Pintscher schreibt:

It is beyond what I could have hoped for when I said yes to joining the project. We have together:

  • removed more than 240 000 000 language links from the Wikipedias
  • created more than 21 000 000 statements
  • made more than 84 000 000 edits
  • become the 5th most active Wikimedia project with nearly 4000 active editors (5+ edits in the last 30 days)
  • nearly 600 editors who are very active (100+ edits in the last 30 days)
  • brought in nearly 5000 new Wikimedians for whom Wikidata is the first project they contributed to

Dies und mehr auf der Geburtstagsseite.

Bulk Data vom US Patent Office

Das United States Patent Office stellt via Google Patentinformationen in Hülle und Fülle bereit: USPTO Bulk Downloads: Patents

Patent Grants

Patent Application Publications

Additional Patent Data

Wenn man mal nicht weiß, womit man seinen Discovery-Index anreichern könnte, wäre hier vielleicht geeignetes Material. Zu Verwendungsmöglichkeiten steht in der FAQ:

There are no restrictions on the use of the data in these products, unless otherwise prohibited by law or specific agreement.

SWB-Datenbank als Linked-Open-Data veröffentlicht

Informationen über Open Access für Daten aus dem SWB finden sich im BSZ-Wiki. Dort steht, dass der SWB-Verbundkatalog monatlich aktualisiert als MARC21-Download (auch RDF und BEACON!) unter CC0-Lizenz zur Verfügung steht.

Damit ist die Landschaft der deutschen Verbundkataloge fast komplettiert:

BVB Dezember 2011 (B3KAT) ✔
GBV tba.
HEBIS Juli 2012 ✔
HBZ August 2012 [1] Über dieses Datum lässt sich streiten, da der Download des Verbundkatalogs aufgrund der Zurückhaltung einzelner Bibliotheken zu dieser Zeit noch nicht vollständig war. ✔
KOBV Dezember 2011 (B3KAT) ✔
SWB September 2013 ✔

Im von Patrick Danowski und Adrian Pohl herausgegebenen Buch „(Open) Linked Data in Bibliotheken“ wird über viele andere Aktivitäten im Bereich Open Bibliographic Data berichtet. [2] Eine Timeline gibt es im Kapitel 2.4.8 „Übersicht der Entwicklungen von 2007 bis 2012“, S. 18ff

[via BSZ]

References

References
↑1 Über dieses Datum lässt sich streiten, da der Download des Verbundkatalogs aufgrund der Zurückhaltung einzelner Bibliotheken zu dieser Zeit noch nicht vollständig war.
↑2 Eine Timeline gibt es im Kapitel 2.4.8 „Übersicht der Entwicklungen von 2007 bis 2012“, S. 18ff

Danowski/Pohl: (Open) Linked Data in Bibliotheken

„(Open) Linked Data in Bibliotheken“

Das Buch ist sowohl eine Einführung in die Themen Linked Data, Open Data und Open Linked Data als es auch den konkreten Bezug auf Bibliotheken behandelt. Hierzu werden konkrete Anwendungsprojekte beschrieben. Der Band wendet sich dabei sowohl an Personen aus der Bibliothekspraxis als auch an Personen aus dem Bibliotheksmanagement, die noch nicht mit dem Thema vertraut sind.

Inhalt:

Die Open-Access-Ausgabe ist nun online. Herzlichen Glückwunsch, Patrick und Adrian!