Verteilung der CC-Lizenzen in DOAJ-Journals

Uli Herb hat die Verteilung der CC-Lizenzen in DOAJ-Journals untersucht:

Zahl der Journals, die CC-BY nutzen: 1.964
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 20,03%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 52,77%

Zahl der Journals, die CC-BY-SA nutzen: 52
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 0,53%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 1,40%

Zahl der Journals, die CC-BY-NC-ND nutzen: 737
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 7,52%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 19,80%

Zahl der Journals, die CC-BY-NC nutzen: 665
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 6,78%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 17,87%

Zahl der Journals, die CC-BY-NC-SA nutzen: 260
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 2,65%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen:6,99%

Zahl der Journals, die CC-BY-ND nutzen: 44
prozentualer Anteil an allen Journals des DOAJ: 0,45%
prozentualer Anteil an Journals des DOAJ, die irgendeine CC-Lizenz nutzen: 1,18%

Weitere Infos im Scinoptica-Blog. Die Daten hat er bei Zenodo veröffentlicht.

Open Access in Argentinien

Diese Meldung ist schon ein bißchen älter, aber bisher an mir vorbeigegangen: Der argentinische Kongress hat im November ein Gesetz verabschiedet, dass die Open-Access-Veröffentlichung aller Publikationen vorschreibt, die innerhalb oder gefördert vom Ministerio de Ciencia, Tecnología e Innovación Productiva entstehen. Dazu im Nature-Blog:

The bill would also require publication of primary data from such studies within five years. The country’s National Digital Repository System, founded in 2009, will create a common system for accessing all data and publications subject to the law.

Im dazugehörigen Repository-Netzwerk finden sich zur Zeit mehr als 10.000 Dokumente aus vier Repositorien. [1] Darunter drei deutschsprachige von Albert Einstein!?

Siehe auch IP-Watch und UB-Bielefeld-Blog.

References

Neues Hochschulgesetz in Baden-Württemberg

Zwei bibliotheksrelevante Schnipsel zum neuen Landeshochschulgesetz Baden-Württembergs:

Forschungsinformationssysteme:

Das Gesetz stellt mehr Transparenz her. Der Senat erhält Auskunftsrechte darüber, was mit welchen Mitteln Dritter an der Hochschulen geforscht wird. Dabei werden die Interessen der Drittmittelgeber und Forscher gewahrt.

Open Access:

Das Gesetz stärkt Open Access, also den Gedanken, dass die Erkenntnisse wissenschaftlicher Forschung möglichst frei zugänglich sein sollten. Hochschulen sollen ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen, ihr Recht auf nicht kommerzielle Zweitveröffentlichung nach Ablauf einer Jahresfrist wahrnehmen zu können.

Und mal wieder diese ominöse Jahresfrist. „Möglichst frei“ ist anscheinend etwas anderes als „frei“. Ist das wirklich der Stand der Diskussion? Open Access bedeutet, ich darf (je nach Fachgebiet) uralte Publikationen zweitverwerten?

[via Rhein-Neckar-Zeitung]

R-Einführung in c't und anderswo

Ich verweise hier seit ein paar Jahren immer mal wieder auf R. R ist (laut Wikipedia) eine freie Programmiersprache für statistisches Rechnen und statistische Grafiken. R sieht auf den ersten Blick ein wenig abschreckend aus. Aber es existieren sehr, sehr viele Tutorials und Einführungen für Ein- und Umsteiger mit jeden denkbaren Vorkenntnissen.

In der aktuellen c’t (Heft 3/2014, S. 182-187) wurde eine Artikelserie begonnen, in der Andreas Krause in R einführt. Zielgruppe sind Programmierer. Eine andere Einführung, die ich sehr empfehlen kann, ist als RRZN-Handbuch erschienen. Das RRZN heißt zwar jetzt LUIS, die Handbücher werden aber zumindest bis jetzt unter altem Namen vertrieben. Und auf Coursera hat kürzlich wieder der Kurs Computing for Data Analysis begonnen, in dem R-Grundlagen vermittelt werden.

Autorengebühren aus DOAJ nach Ländern

Wer wissen möchte, in welchem Land welches Open-Access-Finanzierungsmodell vorherrscht – vorbehaltlich der Korrektheit und Aktualität der DOAJ-Daten) – kann einfach folgendes R-Skript nutzen:

library(plyr)
doaj <- read.csv("http://doaj.org/csv", sep=",") ddply(doaj, .(Country, Publication.fee), summarise, freq=length(Publication.fee))

Output für United Kingdom:
United Kingdom CON 15
United Kingdom N 205
United Kingdom NY 4
United Kingdom Y 392

Germany:
92 Germany CON 4
93 Germany N 234
94 Germany NY 4
95 Germany Y 98

"Publication charges":
N: No charges
Y: Has charges
NY: No info available
CON: : Conditional charges

Ein Beispiel für Conditional charges sind die Bedingungen des Journals Ethics & Global Politics.

CC0-Bilder: Unsplash.com

Alle zehn Tage werden zehn neue Fotos auf Unsplash.com unter CC0-Lizenz veröffentlicht. Die Bilder sind thematisch bunt gemischt. Eine kleine, hochauflösende Auswahl:

Die Auswahl ist zwar nicht sehr groß, dafür muss man nicht lange suchen, um wirklich schöne Bilder zu finden. Einige eignen sich hervorragend als Hintergrundbilder für Präsentationen.

[via c’t Linktipps]

Jetzt für Archive.org spenden! JETZT!

Weil es eilt und weil es sinnvoll ist, hier gleich noch eine Meldung zum Internet Archive:

You’ve heard about the fire that destroyed one of our thirty-two scanning centers last month. But here’s what you may not have heard: the good news.

An incredibly generous anonymous donor is helping us rebuild—and grow—by matching every donation made before 2014 three-to-one. That means your $50 donation results in a $200 contribution.

We are raising $1,000,000 before the end of the year to fund more machines and five petabytes—that’s five thousand terabytes!—of storage.

Noch einmal auf Deutsch: Im Internet Archive hat’s gebrannt, es ist großer Schaden entstanden. Nun hat sich ein anonymer Gönner bereit erklärt, zu jeder Spende, die noch 2013 erfolgt, das Dreifache draufzugeben. So wird aus einer 50-Dollar-Spende eine 200-Dollar-Spende.

Auf geht’s zum Spenden! Keine Ausreden! Immerhin kann man da auch Mario Bros spielen. Und sagt das alle ganz schnell weiter!

Wikipedia: Deuten viele Bearbeitungen auf gute Artikel hin?

Roth, Clemens ; Griesbaum, Joachim ; Kölle, Ralph: „Was bedeutet 11.882 Bearbeitungen? Die qualitative Inhaltsanalyse zur Untersuchung des Entstehungsprozesses von Wikipedia-Artikeln“

Abstract:

Der Wikipedia-Artikel „Deutschland“ ist trotz 11.882 Bearbeitungen kein als exzellent oder lesenswert ausgezeichneter Artikel. Man kann dementsprechend davon ausgehen, dass er im Sinne der Wikipedia-Qualitätskriterien nicht besonders hochwertig ist. Dieses Beispiel dient als Aufhänger für die Frage, ob und inwiefern Zusammenhänge zwischen der Anzahl und Art von Bearbeitungen und der Qualität von Beiträgen existieren. Was bedeutet eine Bearbeitung eines Wikipedia-Artikels hinsichtlich der Qualität des Beitrags und welche Aspekte sind bei der Untersuchung dieses Zusammenhangs wichtig? Um diese Frage zu adressieren, wurde eine explorative Studie in Form einer qualitativen Inhaltsanalyse von sechs Wikipedia-Artikeln durchgeführt. Der Artikel stellt den methodischen Ansatz dieser Studie sowie deren Ergebnisse dar.

Zum Volltext.

Open Access im Entwurf des Koalitionsvertrags CDU/CSU/SPD

Malte Spitz auf Grün Digital:

Heute wird in zahlreichen Medien aus dem aktuellen Arbeitsstand für den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD zitiert. Stand des Dokuments ist laut Deckblatt Sonntag, 24. November 20.00 Uhr. Ich werde erstmal keine Bewertung vornehmen, sondern warte damit auf die finale Fassung. Zahlreiche Punkte sind noch strittig, stehen unter Finanzierungsvorbehalt oder werden ggf. auch noch gekürzt. Um sich selber einen Eindruck zu verschaffen, verlinke ich aber den aktuellen Arbeitsstand als PDF.

Und hier geht es direkt zum Vertragsentwurf (PDF). Über Open Access ist dort zu lesen (Zeile 763-767):

Die digitale Lehrmittelfreiheit muss gemeinsam mit den Ländern gestärkt werden. Grundlage hierfür ist ein bildungs- und forschungsfreundliches Urheberrecht und eine umfassende Open-Access-Politik. Schulbücher und Lehrmaterial auch an Hochschulen sollen, soweit möglich, frei zugänglich sein, die Verwendung freier Lizenzen und Formate ausgebaut werden.

Zeile 6037-6045:

Wir werden eine Reform des Urheberrechts auf den Weg bringen mit dem Ziel, den wichtigen Belangen von Wissenschaft, Forschung und Bildung stärker Rechnung zu tragen und eine Bildungs- und Wissenschaftsschranke einführen.

Wir werden prüfen, ob den öffentlichen Bibliotheken gesetzlich das Recht eingeräumt werden sollte, elektronische Bücher zu lizensieren.
Wir werden eine umfassende Open Access Strategie entwickeln, die die Rahmenbedingungen für einen effektiven und dauerhaften Zugang zu öffentlich finanzierten Publikationen und auch zu Daten (open data) verbessert

Es bleibt abzuwarten, was in der finalen Fassung steht und was davon dann letztendlich auch umgesetzt wird. Aber eine Open-Access-Strategie, die den effektiven und dauerhaften Zugang zu öffentlich finanzierten Publikationen und Daten verbessert, ist ja schon mal nicht schlecht. Entscheidend wäre hier der Grad der Verbesserung. Die Formulierung klingt sehr zaghaft und sehr nach Verlagslobby. Statt „verbessert“ hätte ich mir ein klares „sicherstellt“ gewünscht.

Aber ich möchte nicht vorgreifen. Warten wir es ab. Vielleicht bekommen wir in den nächsten ein bis zwei Quartalen tatsächlich eine neue Regierung und erfahren dann mehr.

[via Stefan Niggemeier]